Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Herumeiern

H

Manfred Winterheller sagt: Du darfst Herumeiern nicht mit Aktivität verwechseln.

“Herumeiern” sind Tätigkeiten, die keine Konsequenz haben. Die nicht geradlinig sind. Ein Herumlavieren, dessen eigentliches Ziel es ist, negative Emotionen und Konflikte zu vermeiden.

Herumeiern bedeutet, nicht das zu tun, was zu tun ist. Keine Verantwortung zu übernehmen. Nur dein Eindruck zu erwecken, als würde man sich kümmern.

Der bessere Zugang wäre: Ich übernehme Verantwortung für den Erfolg – in meinem Business, in meiner Familie und in meinem Leben generell.

Zentimeter

Z

In einem Lifestyle Business geht es nicht um Kilometer oder Meilen. 

In einem Lifestyle Business geht es um Zentimeter

Einen Zentimeter nach dem anderen.

Wie’s gehört

W

Man muss als Unternehmer:in nicht unbedingt etwas Neues machen.

Sondern: Etwas so machen, wie es eigentlich gehört.

Da liegt ein Riesenpotenzial drinnen.

Die WKO und die Lifestyle-Teilzeit

D

Die WKO, meine gesetzliche Interessenvertretung, hat das “Problem” der Lifestyle-Teilzeit für sich entdeckt.

In einem Artikel der WKNÖ-Zeitschrift (Ausgabe August 2025, S. 23) erläutern Präsident Ecker und Direktor Schedlbauer die (aus ihrer Sicht) notwendigen Maßnahmen, um “dem zunehmenden Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken”:

  • Freibetrag für bei Vollzeitarbeit, um die Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer zu senken.
  • Absetzbetrag für die Vollzeitarbeit.
  • Senkung des Steuertarifs in den mittleren Tarifstufen.
  • Anhebung der zweiten und dritten Einkommenssteuerstufe.

“Diese Maßnahmen seien nötig, um Vollzeitarbeit attraktiver zu gestalten und dem Mitarbeitermangel in allen Branchen erfolgreich zu begegnen”, so Ecker und Schedlbauer.

Wenn ich das so lese, dann komme ich zu dem Schluss, dass die WKO anscheinend nicht durchschaut hat, worum es beim Phänomen “Lifestyle-Teilzeit” wirklich geht. Wer freiwillig weniger arbeitet, als er könnte, macht das nicht, weil er zu wenig verdient. Er macht das, weil er genug verdient und kein Interesse hat, mehr zu arbeiten. Er will seine Lebenszeit lieber anderswo einsetzen als an seinem Arbeitsplatz.

Deswegen werden Steuersenkung-Maßnahmen überhaupt gar nichts ändern. Den Leuten ist ihre Zeit mehr wert als Geld.

Wenn die WKO sagt, sie hat das Ziel, “die Lifestyle-Entscheidung Teilzeit statt Vollzeit zu arbeiten, unattraktiver zu machen”, dann gehen diese Maßnahmen also am Ziel vorbei. Aber komplett vorbei.

Und ich muss mich fragen: Kann es wirklich sein, dass die WKO überhaupt nicht verstanden hat, was die wirklichen Motive für “Lifestyle-Teilzeit” sind?

Oder interessieren die WKO die wirklichen Motive in Wahrheit gar nicht, weil sie das Thema “Lifestyle-Teilzeit” nur instrumentalisiert, um eigentlich eine ganz andere Agenda voranzubringen?

Als zahlendes Mitglied würde mich das schon interessieren. (Und: Ob sie nicht eigentlich was Besseres zu tun hätten.)

Free Walking Tour

F

Bei einer Free Walking Tour musst du dich als Tourguide echt ins Zeug legen, damit du am Ende dein Trinkgeld bekommst.

Deswegen sind diese Touren meistens auch sehr gut. 

Peinlichkeiten

P

Peinlich ist nur, was du wählst, peinlich zu finden. 

Nichts ist „objektiv“ peinlich. Und wenn du anderen Menschen die Entscheidung überlässt, was bei dir (oder in deinem Business) peinlich ist und was nicht, dann überlässt du diesen Menschen die Definitionsmacht über dein Leben.

Wenn du willst, kannst du entscheiden, ab heute NICHTS mehr in deinem Leben peinlich zu finden. 

Es liegt nur an dir.

Bleib bei dir

B

Eine gute Faustregel beim Marketing für Solopreneure:

Wir kümmern uns nicht (sehr) um das, was die Konkurrenz macht. Ja, wir überlegen uns, wie wir zu den anderen Angeboten am Markt passen und wo unser sweet spot ist.

Aber wir kümmern uns nicht allzu sehr um unsere Konkurrenz im Sinne einer Wettbewerbsstrategie (Stichwort: Marktanteile). Dazu haben wir gar nicht die Zeit und die Ressourcen. Und es ist für Solo-Businesses auch gar nicht nötig.

Es reicht vollkommen, wenn wir auf uns und unsere Stärken fokussieren und schauen, dass wir das Beste aus dem rausholen, was schon da ist.

Total Project Cost

T

Egal, ob du ein Haus umbauen, ein Haustier haben oder einen Imbiss-Stand eröffnen willst: Wenn du ein neues Projekt startest, dann geh davon aus, dass du den Aufwand dafür unterschätzt. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern gewaltig.

Überlege dir, was dein Projekt im Worst Case an Aufwand (Geld, Zeit, Energie, …) verursachen könnte. Diese Vorstellung multipliziere dann mit 2, und du hast eine halbwegs realistischen Schätzung des Projektaufwands.

Das wird dir jeder Häuslbauer, jede Hundebesitzerin und jeder Imbiss-Standler bestätigen.

Marketing für die Fische

M

Wenn dein Geschäftsmodell nicht wasserdicht ist, kann auch gutes Marketing die Löcher nicht flicken. 

Zumindest nicht bei einem Solo-Business. Dazu reichen die Ressourcen nicht.

Wenn man endlos Marketing-Budget hat, dann kann man auch schlechte Produkte verkaufen (siehe: Coca Cola).

Gegenseitigkeit

G

Wenn du bei einem Menschen Resonanz spürst, dann kannst du dir ziemlich sicher sein, dass dieser Mensch auch Resonanz spürt bei dir.

Man schwingt sich aufeinander ein.

„Man stellt nicht Tiefe einseitig her in der Regel“, sagt Johanna Degen.

Nach den eigenen Regeln

N

Philipp Hochmair sagt, sein Leben hat eigentlich erst begonnen, als er sich erlaubt hat, nicht mehr brav zu sein. 

Was machst du eigentlich?

W

Den besten Freund meiner Frau kenne ich seit dreizehn Jahren.

Unlängst habe ich ihn zufällig beim Warten auf die Badner Bahn getroffen. Wir haben ein bisschen geplaudert, und dann hat er mir eine sehr mutige Frage gestellt: Sag, was machst du in deiner Selbständigkeit eigentlich genau?

Wir dürfen niemals davon ausgehen, dass die Menschen in unserem Freundeskreis eh wissen, was wir genau beruflich machen. Ja, ich wette, nicht mal in deiner Familie ist jedem glasklar, worum es in deinem Business geht.

Nur: Weil man sich ja schon so lange kennt (oder kennen sollte), trauen sich viele diese Wissenslücke nicht zuzugeben. Wie steht man denn dann da?

Was für ein Glück, wenn jemand mutig genug ist, nachzufragen.

Die Ankunftshalle der Zukunft

D

Manche Dinge kann man nicht antizipieren. Manche Dinge kann man nicht vorbereiten. Manche Dinge müssen zuerst passieren, und dann wird klar, welche Handlungsspielräume man hat.

Der Jumbojet muss zuerst landen, und dann fügen sich die Dinge – weil sie müssen.

Warum Verkaufen so schwer ist

W

Ich glaube: Dass wir uns schwer tun beim Promoten und Verkaufen, ist (zu einem großen Teil) eine Folge unserer eigenen Unklarheit:

  • Mangelnde Klarheit über das WHY, die Mission deines Business.
  • Mangelnde Klarheit über die Zielgruppe und deren Bedürfnisse.
  • Mangelnde Klarheit über die Produkte und wie sie zusammenhängen (sich ergänzen; Produkt-Strategie).
  • Mangelnde Klarheit, was wie viel kosten muss, wie viel Umsatz du brauchst (Kalkulation).

Aus dieser Unklarheit heraus zu handeln, ist sehr schwer. Denn: Was sagst du einem potenziellen Kunden über dich und deine Angebote, wenn du diese Dinge selber nicht bombensicher weißt?

Wie sollen wir so unsere potenziellen Kunden “führen”?

Anders formuliert: In dem Moment, wo wir die notwendige (überlebenswichtige!) innere Klarheit haben, wird das Promoten und Verkaufen auch leichter.

Wohlgemerkt: Leichter. Nicht leicht. Es ist immer noch Arbeit, die uns oft unangenehm ist, vor der wir zurückscheuen (Stichwort: Angst vor Zurückweisung).

Aber ohne diese Klarheit ist die Aufgabe fast unbewältigbar.

Eine Erklärung für alles

E

Ein wichtiger Reminder von Seth Godin:

When in doubt, look for the fear. Every time in every area. If you don’t understand why humans are acting the way they’re acting, look for the fear.

Am Popo vorbei

A

Hört man immer wieder: Chefs, die sich darüber beklagen, dass ihre Mitarbeiter:innen nicht mitdenken. Dass man ihnen alles sagen muss. Dass ihnen alles wurscht ist.

Was ich eher glaube: Es ist nicht so, dass den Leuten alles komplett wurscht wäre. Das sind ja keine dummen Menschen. Aber wenn es ihnen weniger wurscht wäre, dann müssten sie mehr Verantwortung übernehmen — und das tun die wenigsten gern.

(Zumal die meisten Chefs das auch nicht haben wollen. Mehr Verantwortung könnte ja bedeuten, dass die Mitarbeiter mehr Geld fordern.)

Dann doch lieber ignorant. 

Keine Rückschläge mehr

K

Stefan Merath sagt, für ihn gibt es keine Rückschläge (mehr). Weil es gibt als Unternehmer nur zwei Möglichkeiten:

  1. Es läuft nicht so, wie man sich das vorgestellt hätte. Was macht man dann? Man gibt sein Bestes.
  2. Es läuft genau so, wie man es sich erhofft hatte. Was macht man dann? Man gibt auch sein Bestes!

Es ist also völlig egal, wie die Situation im Außen ist, man gibt immer sein Bestes. 

Und: Wenn man immer sein Bestes gibt, wird es (irgendwann) in die richtige Richtung laufen.

Schnecken im Unglück

S

Wenn es geregnet hat, kommen die Schnecken raus.

Unlängst bin ich mit dem Auto in der Früh auf einer stark befahrenen Straße gefahren. Es hatte geregnet, und am Straßenrand machten sich gerade Schnecken auf den Weg, die Straße zu überqueren.

Ein Himmelfahrtskommando. Ich bin mir sicher, dass keine einzige Schnecke ihr Ziel erreicht hat. Alle plattgewalzt von einem der vielen Autos, die natürlich nicht für Schnecken bremsen oder ausweichen.

Mir haben diese Schnecken schrecklich leid getan, weil ihr Unglück sowas von absehbar war. Am liebsten hätte ich mein Fenster runtergekurbelt und ihnen zugerufen: Halt! Nicht weitergehen! Dreht um, euer Plan wird euch umbringen!

Spannend, dass ich diesen Impuls manchmal auch in meinen Gründungsberatungen fühle…

Living the Dream

L

Etwas ist so lange unmöglich, bis man es einfach macht.

Umkehrbar

U

Wenn bei dir mal wieder eine Entscheidung ansteht, die du schon viel zu lange hinausschiebst:

Vergiss nicht, dass diese Entscheidung wahrscheinlich gar nicht so viel Gewicht hat, wie du glaubst.

Ja, mit deiner Entscheidung nimmst du eine Weichenstellung vor. Der Zug rollt dann in eine Richtung und nicht in eine andere. Aber du kannst immer wieder zurückgehen und dich um-entscheiden. Kaum etwas im Leben ist unumkehrbar.

Also: Hab den Mut, eine Weiche zu stellen – und erlaube dir, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen, wenn sie sich dir tatsächlich nicht dienlich sein sollte.

No biggie.