Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Wo sind die Demonstranten?

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In der letzten Zeit war ganz schön was los rund um die WKO.

Ich habe ja ein, sagen wir mal, eher zwiespältiges Verhältnis zu meiner Interessensvertretung und habe schon öfters kritisch über sie geschrieben (z. B. hier, hier oder hier – aber hier auch mal positiv).

Um meine Kammerumlage als Gründungsberater zu verdienen, muss ich ca. 2 Stunden pro Jahr arbeiten. Das ist nicht das Problem.

Aber: Es braucht die Umlagen von ca. 1.770 EPU wie mich, um nur mal das Gehalt des WKO-Präsidenten (inkl. Lohnnebenkosten) zu bezahlen. Und dann gibt es da ja noch die neun WK-Landespräsident:innen. Ich schätze, dass es die Umlagen von ca. 10.000 EPU braucht, um alleine diese 10 Gehälter zu finanzieren.

Dieses Geld wüsste ich gerne sinnvoller eingesetzt. Und wahrscheinlich viele, viele, viele andere EPU in Österreich auch.

Nur: Wo ist die aufgebrachte Menge, die sich vor der WKO-Zentrale an der Wiedner Hauptstraße sammelt? Wo sind die Protestmärsche von Tausenden unzufriedenen EPUs? Wo ist der Druck von der Basis, der echte Veränderungen einfordern würde?

Nirgends. Und es wird auch nicht passieren. Weil sich die österreichischen EPU viel zu klein und zu machtlos fühlen, um in so einer großen Organisation, in so einem undurchsichtigen System wirklich etwas zu bewirken. Dafür ist die WKO selbst verantwortlich, aber nicht nur.

Wir Österreicher regen uns auf, aber behalten die geballten Fäuste in unseren Taschen. Wir matschgern, aber wirklich was verändern wollen wir nicht. Wer weiß, was nachkommt.

Deshalb wird in der WKO alles so bleiben, wie es ist. Der Wind wird sich legen, und in einem halben Jahr kräht kein Hahn mehr danach.

Ich hoffe, ich irre mich.

Turbulenter Herbst

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Unlängst habe ich mit einer Gründerin gesprochen und gemeint, dass bei mir im Business gerade Hochsaison und viel los ist.

Darauf sie: “Schön! In intensiven Zeiten kann man so richtig schön zeigen, was man kann.”

Ich war von ihrer Antwort total geflasht, weil sie so unerwartet kam. Nämlich so unerwartet positiv und bestärkend. Kein Mitleid, kein Mitjammern, einfach die Botschaft: Günter, du wirst das hinkriegen. Du bist noch längst nicht am Limit.

Ein unglaublich wertvoller Gedanke.

Der Reiz des Unspektakulären

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Der Installateur kommt, macht seine Arbeit, stellt die Rechnung. Kein Drama. Keine revolutionäre neue Herangehensweise an Sanitärtechnik. Keine LinkedIn-Posts über seine “transformative Customer Journey”. Er hat ein “Boring Business“, wie es Maggie Patterson nennt: vorhersehbare Kund:innen, vorhersehbare Probleme, vorhersehbare Lösungen. Und genau das macht ihn erfolgreich.

Aber uns Solopreneuren wird eingeredet, wir müssten fancy sein. Thought Leader. Disruptor. Game Changer. Jeder Launch eine Revolution, jedes Angebot ein Signature Program.

Die ganze Online-Business-Welt schreit: Sei spektakulär – oder stirb! Und wir glauben das. Brennen aus für die Performance, während der Installateur um 16 Uhr Feierabend macht.

Das wirklich Rebellische heute wäre, ein “langweiliges” Business zu haben. Eines, wo du weißt, was nächsten Monat passiert. Wo deine Kund:innen wiederkommen, weil du solide Arbeit machst – nicht weil du sie mit dem neuesten Funnel-Automatisierungs-Hack geködert hast. 

Predictable ist das neue sexy. Auch wenn’s auf Instagram niemand liken würde.

Bezahlte Denkarbeit

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Unlängst habe ich mit Camillo diskutiert, was an einer Anstellung besonders leiwand ist: Dass man fürs Nachdenken und Konzipieren bezahlt wird.

In der Selbständigkeit ist das anders. Da gibt’s immer dieses Quirks mit der Entwicklungszeit. Wie verrechnest du die Stunden, die du für die Konzeption eines Workshops aufwendest? Berechnest du sie dem Kunden oder nicht? Und wenn ja, in welcher Höhe? Und wie rechtfertigst du das?

In der Anstellung stellt sich diese Frage nicht. Du denkst nach, du entwickelst, du konzipierst – und am Monatsende kommt das Gehalt. Ohne Diskussion, ohne Rechtfertigung.

Das ist nicht wenig wert.

Der Irrtum der demokratischen Zeit

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“Es ist besser, die Studenten warten auf uns als umgekehrt”, sagt unlängst eine Lehrbeauftragten-Kollegin. Klingt arrogant, ist aber die rationale Sichtweise jedes BWLers.

Ihre Zeit ist – gemessen am produktivem Output pro Minute – objektiv wertvoller. Wenn sie auf 20 Studierende wartet, verschwendet sie hochproduktive Zeit. Wenn 20 Studierende ein paar Minuten auf sie warten, nutzen die meisten diese Minuten für Instagram oder zum Plaudern. Der volkswirtschaftliche Schaden tendiert gegen null.

Nicht alle Minuten sind gleich viel wert. Das mag arrogant klingen, negiert aber nicht die Tatsache. Die simple Frage dahinter: Was würde in dieser Zeit sonst produziert?

Eine unsichtbare Option

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Wenn die Eltern selbstständig sind, dann kann man sich als junger Mensch unter “Selbständigkeit” was vorstellen. Man kennt die Realität. Man weiß, dass Arbeitszeiten und Einkommen unregelmäßig sein können. Aber man weiß auch: Es ist ein Lifestyle, den man selbst gestaltet. Dieser Alltag ist normal.

Für alle anderen ist der Unternehmer-Liestyle unsichtbar.

Wer niemanden kennt, der unternehmerisch tätig ist, entwickelt keine Vorstellung davon. Selbstständigkeit bleibt eine abstrakte Kategorie – etwas, das andere machen. Etwas Riskantes. Etwas Fremdes.

Wer keine Vorbilder hat, für den wird die Option “Selbständigkeit” vielleicht niemals sichtbar. Das ist keine Frage von unternehmerischem Talent oder Fleiß. Es ist schlicht eine Frage von Zugang.

Nicht jeder muss selbständig sein. Aber jeder sollte die Chance haben, es überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Schwächen ausnützen

S

Der Markt gibt Unternehmen einen starken Anreiz, auf die Schwächen der Menschen einzugehen und von ihnen zu profitieren — und nicht, diese Schwächen zu mindern oder gar zu beseitigen.

Davon lebt z.B. nicht nur die Tabak-Unternehmen, sondern auch große Teile der Lebensmittelindustrie.

Es wird immer Unternehmen geben, die dem Menschen das liefert, was er gerne möchte — auch, wenn es ihm eigentlich schadet.

Weil es sich (noch?) zu sehr lohnt.

Gründungsberatung braucht Stallgeruch

G

Es gibt einen Unterschied zwischen jemandem, der über Selbständigkeit redet, und jemandem, der sie lebt.

Die Wirtschaftskammer hat angestellte Gründungsberater:innen. Die Fachhochschulen haben hauptberufliche Lehrbeauftragte, die Entrepreneurship unterrichten. Alles gut ausgebildete Leute mit solidem Wissen. Aber: Sie sind angestellt. Sie kennen die Selbständigkeit aus Büchern, Studien und Konzepten – nicht aus der eigenen Realität.

Was fehlt? Der Stallgeruch. Das Wissen, wie es sich anfühlt, wenn du selbst dafür verantwortlich bist, wie viel Geld reinkommt. Die Erfahrung, dass du deine Sozialversicherung selbst zahlst. Der Moment, wo du merkst, dass niemand außer dir entscheidet, ob du heute arbeitest oder nicht.

Die Zukunftsforscher-Familie Horx nennt das in einem anderen Kontext Doing Future – nicht nur über Zukunft reden, sondern in ihr leben.

Für Gründungsberatung würde das heißen: Doing Selbständigkeit. Wie Prof. Günter Faltin mit seiner Teekampagne. Theoretisches Wissen ist wichtig. Aber wenn du jemandem erklären willst, wie Entrepreneurship funktioniert, solltest du es selbst erlebt haben. Nicht als Experiment, sondern als Realität.

Doing Selbständigkeit ist der Unterschied zwischen Gründungsberatung, die sich richtig anfühlt, und Gründungsberatung, die nur richtig klingt.

Kleine Menschlichkeiten

K

Man kann leicht den Endruck gewinnen, dass wir in einer schlechten Welt leben. Dass alles vor die Hunde geht.

Wenn’s dir gerade so geht, dann rate ich dir: Mach deine Augen auf für die vielen kleinen Menschlichkeiten, die jeden Tag passieren: Ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine kleine witzige Situation.

Es sind diese kleinen Momente, die uns spüren lassen: Wir sind alle Menschen, und wir sind uns alle viel ähnlicher, als wir denken.

Wir wollen alle nur glücklich sein, und wir geben alle unser Bestes.

Das Paradoxon der Zufriedenheit

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Viele Solopreneure horten.

Sie sammeln Wissen, perfektionieren ihre Angebote, warten auf den idealen Moment. Sie optimieren ihre Website, feilen an ihrer Positionierung, konsumieren noch einen Kurs.

Der Weg des Unternehmers ist jedoch, das weiterzugeben, was du hast. Nicht irgendwann, wenn’s (vielleicht) perfekt ist. Heute, mit dem, was schon da ist. Der umperfekte Blogpost, der aber jemandem hilft. Das Gespräch ohne ausgearbeiteten Gesprächsleitfaden, das aber einen wichtigen Gedanken klärt. Deine anekdotischen Erfahrungen, die du teilst, statt sie zu horten.

Wer wartet, bis er fertig ist, wird nie zufrieden sein. Wer gibt, was er hat, merkt plötzlich, dass er von Anfang an genug hatte.

Akzepiere, dass es nicht perfekt ist

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Nichts in der Welt ist perfekt. 

“Perfekt” ist keine Kategorie der Natur. “Perfekt” ist etwas, das sich unsere Egos ausgedacht haben. 

Der 25-Jahre-Horizont

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Ich glaube, wir Solopreneure haben ein Problem mit unseren bedeutsamen Business-Projekten: Wir setzen uns insgeheim völlig unrealistische Deadlines. Das sechsstellige Jahreseinkommen bis nächstes Jahr. Die komplette Automatisierung in drei Jahren. Der Durchbruch zum Marktführer noch vor dem nächsten runden Geburtstag.

Was, wenn du dir stattdessen 25 Jahre gibst? Ein Vierteljahrhundert für dein Solopreneurship. Klingt nach ewig, aber genau das ist der Trick. Der lange Zeitraum nimmt den Druck raus.

Plötzlich muss nicht jeder Funnel perfekt sein, nicht jedes Produkt ein Sitzer. Du kannst dir erlauben, ein paar Marketing-Baustellen ruhen zu lassen, während du dich auf das konzentrierst, was Seth Godin als smallest viable breakthrough bezeichnen würde – vielleicht erstmal nur eine einzige Kundin richtig glücklich machen. Oder endlich den Stundensatz durchsetzen, der dir zusteht.

Das Paradoxe daran: Mit dem 25-Jahre-Horizont baust du wahrscheinlich schneller ein nachhaltiges Solo-Business auf als mit der Hauruck-Methode.

Die reine Orientierung an der großen Vision vom ortsunabhängigen passiven Millionen-Business birgt nämlich eine Gefahr: Am eigenen Ideal zu zerbrechen.

Die Lauten kaufen nicht

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Björn Tantau sagt: Die “lauten” Follower auf Social Media sind meist nicht die Leute, die bei dir kaufen.

Deine Fans, die alles liken, die kaufen meistens nichts. Die tun vielleicht deinem Ego gut, weil sie dich leiwand finden, aber Umsatz machst du mit ihnen nicht.

Deine Kunden sind die “Stillen”. Die schauen sich an, was du machst, aber sie haben gar kein Interesse daran, irgendwas zu liken oder zu kommentieren. Sie wollen, dass du ihnen bei ihrem Problem hilfst — nicht, dass sie von dir entertaint werden.

“Kaufbereite Menschen sind oft still — aber aufmerksam!” Sie interessieren sich aber nicht für deinen Like-Zähler, sondern für deinen Tonfall, für deine Haltung und für deinen einzigartigen Point of View.

Namen merken

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Ich habe jedes Jahr ca. 150 neue Student:innen. Und jedes Jahr setze ich mir das Ziel, mir die Namen dieser jungen Menschen zu merken. Um zu zeigen: Für mich bist du nicht nur eine Matrikelnummer. Ich nehme dich als Menschen wahr.

Das ist keine leichte Aufgabe, die ich mir da stelle, und ich schaffe es längst nicht, mir jeden Namen zu jedem Gesicht zu merken.

Ein Muster ist mir dabei aufgefallen: Am leichtesten merke ich mir die besonders Guten und die besonders Schlechten. Mit der Mitte tue ich mir am schwersten.

Was herausragt, wird leichter gemerkt. Was in der Mitte liegt, geht in der Masse unter. So geht es mir beim Namen-Merken, und so geht es den Kund:innen auf einem Markt.

Die Einsamkeit der Erfolgreichen

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Ein junger Unternehmer erzählte mir unlängst von seiner schwierigen Schulzeit an der HAK. Vom Argwohn der Lehrer:innen, weil er aus einer erfolgreichen Unternehmerfamilie kam. Von den Unterstellungen, seine Projektarbeit würden eh die Sekretärinnen erledigen. Von Neid auf das Firmenauto.

Erfolg schafft Distanz. Nicht weil du dich distanzierst, sondern weil andere es tun. Sie erfinden Geschichten über dich. Sie projizieren ihre Frustrationen auf dich. Und irgendwann merkst du: Gespräche bringen nichts mehr.

Man kann dagegen ankämpfen, sich erklären, sich kleiner machen. Oder man lernt aufzustehen und zu gehen, wenn wieder mal wer blöd daher redet. Nicht aus Arroganz, sondern aus Selbstschutz. Weil solche Diskussionen nicht zu gewinnen sind.

Erfolg hat einen Preis – den Preis, dass du in manchen Räumen nicht mehr willkommen bist.

Die Lamas sieht man

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Unlängst war ich in einem Erlebnispark in der Steiermark. Eigenartige Stimmung, denn der Betreiber muss schließen. 120 Tiere müssen umziehen – Lamas, Ziegen, Pfauen, Ponys.

Man sieht den Niedergang. Die verwaisten Gehege, das geschlossene Gasthaus, die Tiere, die bald weg sind.

Aber: Das Gleiche passiert bei vielen Solopreneuren auch – vielleicht bei jedem, früher oder später. Der Unternehmer-Traum ist irgendwann ausgeträumt. Nur sieht man’s halt von außen nicht. Der Online-Berater, der keine Kund:innen mehr findet. Die Trainerin, die seit Monaten nur noch alte Aufträge abarbeitet. Der Coach, dessen Kalender immer leerer wird. Das Business verflüchtigt sich – still, unsichtbar, ohne Zeitungsberichte.

Virtuelle Businesses scheitern genauso. Aber niemand kommt ein letztes Mal vorbei.

Verfaulte Schuhe

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Basilius von Cäsarea hat im 4. Jahrhundert geschrieben: “Dem Barfüßigen gehört der Schuh, der bei dir verfault.” Er meinte damit echte Schuhe. Aber der Gedanke ist vielschichtiger.

Wir horten Wissen, das wir teilen könnten. Kontakte, die wir vermitteln könnten. Ideen, die wir weitergeben könnten. Zeit, die wir schenken könnten. Wir sammeln das alles – und dann? Verfault im Schrank. Nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Knappheits-Denken: “Ich könnte es ja noch brauchen.” “Vielleicht wird’s mal wichtig.” “Das ist doch mein Vorteil.”

Dabei sollten wir eigentlich wissen: Geteiltes Wissen wird mehr, nicht weniger. Vermittelte Kontakte kommen zurück. Geschenkte Zeit macht reich.

Dennoch gehen wir vielen Gelegenheiten aus dem Weg, denen der wir etwas teilen könnten. Und am Ende sitzen wir auf einem Haufen verfaulter Schuhe.

Mit List und Tücke

M

Gordon Schönwälder teilte unlängst folgende spannende Beobachtung:

Auf den Websites seiner Klient:innen findet er nur „mit viel List und Tücke“ das Formular zum Eintragen in den Newsletter. Als ob sie den Newsletter vor den Besuchern verstecken wollten.

Mal ganz abgesehen davon, ob ich mich da nicht auch selbst ein bisschen angesprochen fühle: Das ist wieder mal ein schönes Beispiel dafür, was passiert, wenn wir Solopreneure ein Marketing-Sammelsurium, aber keine Marketing-Strategie haben.

Eine Strategie zu haben bedeutet nämlich, das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden zu können. Und aus dieser Unterscheidung ergibt sich die Fähigkeit, Prioritäten abzuleiten.

Das würde im Fall des Newsletters erlauben zu sagen: Entweder ist der Newsletter in meiner Marketing-Strategie nicht wichtig – dann kann ich ihn aber auch gleich weglassen. Oder der Newsletter ist wichtig, dann muss er auch prominent in die Auslage.

Aber eben nicht irgendwas dazwischen.

Die Lösung ist nicht das Problem

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Solo-Expert:innen-Businesses scheitern meist nicht daran, dass ihre Lösung schlecht wäre. Sie scheitern daran, dass ihre Kund:innen ihr Problem in der Marketing-Message nicht wiedererkennen.

Du sagst: “Wir helfen dir, online sichtbar zu werden.” Deine Kund:in beschäftigt aber: “Ich verliere ständig Aufträge an die Konkurrenz.” Du sagst: “Change Management für dein Team.” Sie fürchtet: “Meine Leute stehen kurz davor zu kündigen.” Du redest über Konzepte. Sie erleben konkrete Probleme.

Deine Kund:innen haben viel um die Ohren. Sie wollen nicht rätseln, ob du ihnen helfen kannst. Sie wollen ihr Problem in deinen Worten wiedererkennen – sofort, ohne Umweg, ohne eigene Übersetzungsleistung.

Wenn das nicht passiert, wird alles schwerer. Erstgespräche ziehen sich, weil sie nicht verstehen, warum sie dich brauchen. Empfehlungen bleiben aus, weil niemand weiß, wann er jemanden zu dir schicken soll. Networking wird zäh, weil dein “Ich helfe”-Satz mehr über dich sagt als über sie.

Ein Problem in der Sprache deiner Kund:innen auszudrücken ist kein Marketing-Trick, keine Manipulation. Es ist das sprachliche Fundament deines Business. Ohne das bleibt alles Folgende Glückssache.

[Danke Michelle Mazur für diesen Gedanken.]

Die Kunst des Wingens

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Unlängst meinte ein erfolgreicher Manager: “80 Prozent muss ich können, 20 Prozent kann ich wingen.” Das ist keine Schlamperei. Das ist eine Überlebensstrategie, auch für Solopreneure.

Viele Solopreneure hängen in der Perfektionismus-Falle: Noch ein Kurs, noch eine Zertifizierung, noch drei Monate Vorbereitung.

Aber: Die letzten 20 Prozent Perfektion fressen 80 Prozent deiner Zeit. Währenddessen macht dein Mitbewerber – der mit den 80 Prozent – bereits Umsatz.

Die erfolgreichen Solopreneure trauen sich, mit 80 Prozent loszulegen. Die anderen feilen am Business-Plan, den keiner liest.