Unser gesamtes Geldsystem ist auf Vertrauen aufgebaut.
Wenn man das Vertrauen aus dem System rauszieht, bleibt nicht mehr viel übrig.
[Danke Helmo Pape für diesen Gedanken.]
Unser gesamtes Geldsystem ist auf Vertrauen aufgebaut.
Wenn man das Vertrauen aus dem System rauszieht, bleibt nicht mehr viel übrig.
[Danke Helmo Pape für diesen Gedanken.]
Wenn ein Rennfahrer bei einem Rennen mitfährt, dann wird er sich denken: Ich will heute gewinnen! Selbst, wenn er in der letzten Startreihe steht.
Ich glaube, keiner der Fahrer tritt an, um einfach nur dabei zu sein. Um eine ruhige Kugel zu schieben. Um halbwegs unbeschadet durchs Rennen zu kommen.
Auch, wenn nur einer der Sieger sein kann, haben trotzdem alle den Anspruch: Ich fahre, um zu gewinnen.
Jeder will gewinnen. Bis das Rennen vorbei ist.
Und genau mit diesem Anspruch sollten wir auch an unser Solo-Business herangehen: Mitspielen, um zu gewinnen.
Jede wichtige Arbeit might not work. Seth Godin meint sogar: Je bedeutender die Aufgabe, desto mehr kann schief gehen.
Die wirklich wertvollen Tätigkeiten (im Business, im Leben) sind die, denen ein gewisses Risiko innewohnt, dass sie (total) schief gehen können..
Für die sichere Bank hast du wenig Lohn zu erwarten.
Dir fällt etwas auf.
Dann redest du mit einer Freundin darüber. Der ist das auch schon aufgefallen.
Es dauert wahrscheinlich nicht lange, und ihr beide seid euch einig, “dass das einfach so ist“.
Die Welt ist komplex, und es ist ziemlich schwer zu entscheiden, was man glauben soll und was nicht. Eine gute Heuristik ist: Je mehr Menschen es glauben, desto wahrscheinlicher ist es richtig. Das stimmt tatsächlich in den meisten Fällen.
Aber nicht immer.
Das sollten wir nicht vergessen.
Es ist essenziell wichtig, dass du ganz genau weißt, was du von deinem Business willst (Stichwort: Innere Positionierung).
Sonst schleudert dir der Markt alle möglichen Ideen um die Ohren.
Und du irrst hilflos herum wie im November-Nebel.
Unlängst war ich bei einer Führung im Kunsthistorischen Museum. Die Kuratorin der Sonder-Ausstellung “Archimboldo – Bassano – Bruegel“, Francesca Del Torre Scheuch, hat durch “ihre” Ausstellung geführt.
Die Begeisterung für und der Stolz auf diese Ausstellung war ihr in den Augen abzulesen. Sie hat sich viel Zeit genommen, uns ihre Gedanken hinter der Konzeption so einer Ausstellung zu erklären: Was wo hängt – und warum in Kombination mit den anderen Dingen in den Raum. Welche historischen Trends sich in den Kunstwerken abbilden und wie Künstler, Wissenschaftler und Mäzene zusammengewirkt haben.
Spannend und faszinierend. Aber den meisten Besucher:innen, die sich diese Ausstellung auf eigene Faust anschauen, bleiben diese reichhaltigen Hintergedanken wohl verborgen. Sie kennen diese unsichtbaren inneren Zusammenhänge nicht, und sie “sehen” dadurch nur die Hälfte.
Und trotzdem wird, im besten Fall, auch beim “normalen” Besucher jene Ordnung, jene “Story” zumindest spürbar, welche die Kuratorin in die Ausstellung hineingelegt hat – selbst wenn sie nicht persönlich anwesend ist, um alles zu erklären.
Man kann ja leicht sagen: Wow, was für eine tolle Autorin! Ich würde gerne so schreiben wie sie!
Aber: Um so zu schreiben wie ein bestimmter Autor, müsstest du denken wie dieser Autor. Und um zu denken wie dieser Autor, müsstest du leben wie dieser Autor.
Und würdest du das wirklich auch wollen?
[Danke Alain de Botton für diesen Gedanken.]
Verlässlich wie ein Uhrwerk kommt sie immer wieder – die Diskussion über Menschen, die “nur” Teilzeit arbeiten.
Heuer lautet die Überschrift „Lifestyle-Teilzeit”. Der Begriff ist polemisch und unterstellt:
Der Gedanke dahinter: Wenn viele Menschen freiwillig weniger arbeiten („Lifestyle-Teilzeit“), zahlen sie auch weniger in das Sozial- und Pensionssystem ein – profitieren aber weiterhin voll davon. Das empfindet z.B. die Landeshauptfrau von Niederösterreich als nicht fair gegenüber denjenigen, die voll arbeiten und mehr einzahlen.
Aus dieser Sicht ist Vollzeitbeschäftigung “richtige” Arbeit und Teilzeit “weniger wert” oder gar “Trittbrettfahrerei”. Das ist problematisch, weil:
Plus: Zum Lebensmodell vieler Solopreneure, Gründer:innen oder Kreativer gehörte es, bewusst in reduzierteren, selbstbestimmteren Arbeitsformen leben – oft mit viel Eigenverantwortung, aber eben auch mit viel weniger Sicherheit. Diese unternehmerische Entscheidung scheint mir bei der „Lifestyle-Teilzeit“-Diskussion überhaupt nicht mitbedacht.
Aber was mich am meisten stört: Statt dass Politiker:innen ihre Verantwortung wahrnehmen und ernsthaft über eine Anpassung des Sozial- und Pensionssystems reden, wird die Verantwortung zur Rettung des Sozialstaats auf die Bevölkerung geschoben. Dieses Muster, die Einzelnen als Schuldige hinzustellen, anstatt an den wirklich großen Hebeln anzusetzen, finde ich immer wieder – und es ist extrem zynisch.
Ich bleibe ein Lifestyle Entrepreneur, und ich bin stolz darauf, dass ich mein Lebensmodell nicht meinem Geschäftsmodell unterordnen muss. Ich erkläre der Frau Landeshauptfrau auch gerne, warum wir mit “Lifestyle Entrepreneurship” als Gesellschaftsmodell weiter kommen würden als mit dem irrigen Ziel, ganz Österreich in Vollzeitbeschäftigung zu bekommen.
Ich fürchte aber, dass sie meine Argumente nicht wirklich interessieren.
Und es ist gut so.
Hör auf, gegen das Leben zu kämpfen.
Bruce Springsteen sagt über sich selbst: “I’m a better man when I’m working,”
Ich glaube, das gilt auch für mich. Es ist ein guter Tag, wenn ich das Gefühl habe, dass ich was geschafft habe.
“I feel like I’ve got plenty of work left in me”, sagt Springsteen weiter. Wäre schön, wenn ich mit 74 das auch sagen könnte.
Das würde nämlich bedeuten, dass ich bis ans Ende meiner Tage gute Tage haben werde.
Klassischerweise läuft es ja so: Ein Unternehmer, sagen wir ein Installateur, will in Pension gehen und sucht einen Nachfolger für seinen Betrieb. Der Nachfolger kann den Betrieb inkl. Gebäude, Mitarbeiter, Werkzeuge, Materiallager und Kunden übernehmen – und zahlt dem Unternehmer dafür eine “Ablöse” (in welcher Form auch immer).
Nun sehe ich es aber kommen, dass in ein paar Jahrzehnten eine Menge Solopreneure in Pension gehen wollen werden. Auch sie haben sich einen Betrieb geschaffen – aber der ist nicht veräußerlich. Denken wir an eine Unternehmensberaterin: Da gibt es kein nennenswertes Vermögen, das man verkaufen könnte. Keine Mitarbeiter, kein Lager, vielleicht nicht mal ein Büro. Die Kundenbeziehungen hängen so sehr an der Beraterin, dass man die nicht einfach an jemanden weitergeben kann.
Wer würde so einen Betrieb kaufen wollen? Praktisch niemand.
Gleichzeitig fände es diese Beraterin aber herzzerreißend, wenn das, was sie ihr Leben lang aufgebaut hat, einfach vor die Hunde gehen würde. Ein Lebenswerk, das nicht fortgesetzt wird, das niemanden mehr interessiert… Eine traurige Vorstellung.
Deshalb glaube ich, dass sich der Betriebs-Nachfolge-Markt umkehren könnte: Nicht der Nachfolger bezahlt dafür, dass er den Betrieb übernehmen kann, sondern der Unternehmer bezahlt den Nachfolger dafür, dass jemand sein Lebenswerk vor der Bedeutungslosigkeit rettet.
Meine Interpretation von Lifelong Learning (LLL): Locker, leicht und leiwand!
Social Media eignen sich nicht zum Austausch von Ideen, sondern nur zum Austausch von Identitäten, sagt Hannah Metzler.
Man kann auf Social Media nicht ernsthaft, fachlich und sachlich mit anderen diskutieren. Das geben die Plattformen mit ihren Algorithmen und Geschäftsmodellen einfach nicht her.
Was geht, ist, dass man Leute findet, die gut widerspiegeln, was man selber denkt. Und die kann man dann liken, denen kann man folgen, die kann man online leiwand finden.
Aber für echte Gespräche, für deep talk, braucht es andere Räume.
Es gibt kein besseres Beruhigungsmittel im Solo-Business als eine hohe Liquidität.
Ein gut gefülltes Bankkonto sorgt dafür, dass du besser schläfst. Wer besser schläft, trifft bessere Entscheidungen. Wer bessere Entscheidungen trifft, entwickelt nützlichere Produkte. Und wer nützliche Produkte hat, wird das positiv am Bankkonto spüren.
Es ist also ein sich selbst verstärkenden Kreislauf. Aber alles beginnt bei deinem finanziellen Polster.
Alles, was wir in unserem Business machen, machen wir für unsere Kunden.
Ja, schon auch für uns selbst. Aber es sind die Kunden, die unserem Business Leben einhauchen.
Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen:
Bernhard Pörksen meint: Manchmal muss man sich abwenden, um sich dann wieder neu zuzuwenden.
Deshalb gehe ich jetzt zwei Wochen in Urlaub. Urlaub von meinem Business, das ich eigentlich sehr, sehr mag.
Ich werde versuchen, den “Lärm” zu reduzieren, der mich als Solo-Selbständigen täglich umgibt – im Internet, in meinen Projekten, in meinen Posteingängen, in den Podcasts, die ich höre – ja selbst in den Büchern, die ich lese. So viel Lärm.
Ich möchte ein bisschen stiller und ein bisschen ruhiger werden.
Um danach umso klarer und lauter sagen zu können, wer ich bin und was ich will.
Unternehmer:innen mit Mitarbeiter:innen sagen über eben diese Mitarbeiter:innen oft Sachen wie:
Unternehmer:innen mit Mitarbeiter:innen haben in der Regel höhere Umsätze als Solopreneur:innen.
Aber sie zahlen auch ihren Preis dafür.
Wir haben Blinde Flecken in unserem Business. Dinge, die für andere offensichtlich sind, die wir aber beim besten Willen nicht selbst erkennen können.
Aber warum haben wir diese Blinden Flecken?
Weil wir eine “Business-Biographie” haben. Wir sind mit biografischen Erfahrungen in unsere Selbständigkeit gestartet. Und diese Erfahrungen (dieses Wissen) stammen ganz häufig aus unseren Angestellten-Jobs.
Wir wenden die Strategien, die uns in der Unselbständigkeit zum Erfolg geführt haben, auch in der Selbständigkeit an — klarerweise, denn wir kennen ja keine anderen/besseren.
Am besten wäre es, wenn wir bei der Gründung unser ganzes Vor-Wissen löschen könnten. Denn dann wüssten wir wenigstens, dass wir nichts wissen und dass wir das Unternehmertum von der Pike auf neu lernen müssen.
So aber greifen wir immer wieder auf das untaugliche Angestellten-Wissen zurück und kreieren damit untauglich zusammengezimmerte Konstrukte, von denen wir aber gar nicht sehen, dass sie von Haus aus nicht funktionieren können.
Andere Menschen sehen das aber sofort.
Deshalb sollten wir Solopreneure mehr miteinander reden.
Lokale Märkte, wie ihn Kaffeehäuser, Barber Shops oder Kinderspielplätze haben, sind mitunter “einfacher” zu bearbeiten als der grenzenlose digitale Markt vieler Solo-Selbständiger
Weil es bei lokalen Märkten eine natürliche Begrenzung (ein “Einzugsgebiet”) gibt, wird es leichter, einen lokalen Markt zu “beherrschen”: Es gibt nur endlich viele Treffpunkte der Zielgruppe, nur endlich viele Möglichkeiten, Werbung zu machen, nur endlich viele Menschen, die Stammkunden werden könnten.
Diese Begrenzungen gibt es in globalen digitalen Märkten nicht. Oder, besser gesagt: Diese Begrenzungen müssen wir uns in digitalen Märkten erst selber schaffen.
Und daran scheitern die meisten von uns.
Aus meiner Erfahrung als Gründungsberater: Die drei größten Fehler von Solopreneur:innen, wenn sie ihre:n erste:n Mitarbeiter:in aufnehmen: