Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Das relative Glück

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Wichtig ist uns eigentlich nicht, wie viel Glück (Reichtum, Annehmlichkeiten etc.) wir absolut haben. 

Wichtig ist uns vielmehr, wie viel Glück wir relativ haben – im Vergleich zu unseren Nachbarn, Verwandten, Geschäftspartnern, Kollegen etc. 

Das Unglück des Anderen macht uns glücklicher. 

Traurig, aber wahr. 

Kann es ein Star werden?

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Bevor du in ein neues Abenteuer startest: Hat es das Potenzial, ein Star zu werden? Oder ist es von Beginn an half-assed?

Was wäre, wenn du nur die Dinge starten würdest, mit denen du wirklich Großes schaffen kannst, mit denen du den berühmten dent in the universe hinterlassen kannst?

Was wäre, wenn du zu allem nein sagst, das diesen Anspruch nicht erfüllt – auch und gerade dann, wenn du andere Menschen dadurch enttäuscht?

Was wäre möglich, wenn du dir das erlauben würdest?  

Was wäre möglich, wenn du dich traust, nur mehr Stars in deinem Leben zu haben?

Reife Ringlotten

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Ja, du kannst dir eine Leiter nehmen und die Ringlotten vom Baum pflücken. Kann aber sein, dass da ein paar dabei sind, die noch nicht richtig reif und entsprechend sauer sind.

Besser ist, die Ringlotten aufzuklauben, die gerade frisch vom Baum runter gefallen sind. Weil die sind tatsächlich alle reif.

Das Leben wird ein bisschen leichter, wenn man lernt, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.

Ein guter Coach (2)

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Niemand, der im (Online-)Business erfolgreich ist, hat es ohne Hilfe von außen geschafft. 

Du brauchst den Blick von außen – sowohl um overconfidence zu entlarven, als auch um eingebildete Defizite aufzulösen. 

Das kriegst du allein nicht hin, so selbstreflektiert kannst du gar nicht sein.

Ein guter Coach (1)

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Du brauchst jemanden, die es als ihre Aufgabe sieht, dich zu unterstützen.

Ein guter Coach arbeitet für dich. Er ist dein Mitstreiter und hat daneben überhaupt keine Eigeninteressen, keine eigene Agenda. 

Ein guter Coach ist ein professioneller Unterstützer. Für einen bestimmten Zeitrahmen, vielleicht für einen knappen Zeitrahmen, ist sie voll und ganz für dich da.

Ein guter Coach, das ist keine Mastermind-Gruppe. 

Baustellen schließen

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Es kann sein, dass heute deine wichtigste Aufgabe nicht ist, dein neuestes Projekt voranzubringen, sondern ein altes abzuschließen.

Du tust gut daran, dir Zeit zu nehmen für das Schließen von Baustellen. Baustellen müssen nämlich bewusst geschlossen werden, sonst dümpeln sie vor sich hin und nehmen dir Energie.

Also schließ was ab, nimm dir die Zeit, die dafür nötig ist, und dann geh mit voller Energie an das Neue.

Oder in die Sommerferien.

Hybride Unternehmen (4)

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Hybride Unternehmen sind KEINE Notlösung!

Jemand, der die Kombination von Anstellung und Selbständigkeit für sich wählt, ist kein gescheiterter Unternehmer. Es ist einfach jemand, der weiß, was für ihn funktioniert und was nicht.

Ein Hybrides Unternehmen ist eine strategische Entscheidung. Es mag weniger glamourös erscheinen als der „Alles-oder-Nichts“-Ansatz, den viele Erfolgsgeschichten propagieren, aber es bietet dir eine realistische und nachhaltige Alternative für deinen unternehmerischen Erfolg.

Hybride Unternehmen (3)

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Wenn du eine hybride Strategie für dein Business gewählt hast und gerade unter der Belastung deiner Anstellung stöhnst und du das Gefühl hast, dass deine Selbständigkeit viel zu kurz kommt, dann vergiss nicht:

Deine Anstellung bringt dir jeden Tag Geschenke für deine Selbständigkeit. Den Austausch mit anderen Menschen. Trainings- und Übungsmöglichkeiten ohne großes Risiko. Neue Perspektiven. Größere und kleinere Herausforderungen und Wachstumsmöglichkeiten. Und natürlich Geld, das du für deine unternehmerische Weiterentwicklung nutzen kannst.

Sei dankbar für diese Geschenke und schätze sie auch in der Hitze der Doppelbelastung nicht gering.

[Danke an die Hybride Unternehmerin Christina Putz für diesen Gedanken.]

Hybride Unternehmen (2)

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Hybride Unternehmen sind besonders herausfordernd für Selbständige in lehrenden, helfenden und beratenden Berufen.

Grundsätzlich wäre die Idee ja, ein „Standbein“ (Anstellung) und ein „Schwungbein“ (Selbständigkeit) zu definieren. Das Standbein sollte primär deiner finanziellen Absicherung dienen, während das Schwungbein dir Raum für Kreativität und Wachstum bietet.

Idealerweise wäre das Standbein ein Job, der regelmäßig ein schönes Knödl ins Haus bringt, aber in dem man sich nicht verausgabt. Man will ja auch noch Zeit, Kraft und Energie für die Selbständigkeit haben.

Genau darin tun sich Berater:innen, Therapeut:innen, Trainer:innen etc. schwer. Sie suchen sich meist ein Standbein, das sie auch ein bisschen herausfordert und in dem sie was lernen können. Monotone Tätigkeiten wären ihnen viel zu langweilig.

Also steht er/sie dann da mit zwei helfenden Jobs, einen in der Selbständigkeit und einen in der Anstellung. Und das ist seeeehr anstrengend, weil helfende Jobs die Tendenz haben, übergriffig zu werden und mehr als 100% zu verlangen. Das gilt schon für einen solchen Job, aber umso mehr für zwei Jobs.

Hybride Unternehmen funktionieren nur, wenn wir lernen, sehr strategisch zu denken und klare Rollen zu definieren – und durchzuhalten.

Hybride Unternehmen (1)

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Ein “Hybrides Unternehmen” ist ein Konzept, in dem du als Selbständiger gleichzeitig eine Anstellung hast. Du versuchst, die Vorteile beider Welten zu nutzen und eine optimale Balance zwischen Selbständigkeit und traditioneller Beschäftigung zu finden. 

Hybride Unternehmen haben einen ganz klaren Vorteil: Sie ermöglichen es, die finanzielle Stabilität einer Anstellung mit der Freiheit und den Wachstumschancen der Selbständigkeit zu kombinieren.

Aber aus meiner Erfahrung als Gründungsberater weiß ich auch, dass sie wahrscheinlich die herausforderndste Form der Gründung überhaupt sind. Denn wir kombinieren nicht nur die Vorteile der beiden Welten, sondern auch deren Nachteile.

Deshalb: Wenn du ein Hybrides Unternehmen vor hast: Bitte, in Gottes Namen, lass dir dabei helfen!

EM-Finale

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Was kannst du aus dem Finale einer Fußball-EM für dein Lifestyle Business lernen?

Wenig. Wahrscheinlich gar nichts.

Versuch nicht, krampfhaft Dinge zusammenzubringen, die nicht zusammengehören. Sonst kann es sein, dass du den Schlusspfiff des Schiedsrichters überhörst.

Das eigene Wasser trinken

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Unlängst hat mich ein guter Freund gefragt, ob ich eigentlich selbst auch das Wasser trinke, das ich in meinem Podcast predige.

Völlig berechtigte Frage. Meine ehrliche Antwort konnte nur lauten: Manchmal ja, manchmal nein.

Es ist das Eine zu wissen, was zu tun ist. Und es ist etwas völlig Anderes, es tatsächlich auch zu tun.

Das gilt natürlich auch für Gründungsberater, und das gilt ganz sicher auch für mich.

Einfach nur da sein

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Ich brauche einfach nur da sein.

Ich muss nichts leisten.

Ich brauche einfach nur offen sein, aufmerksam sein, präsent sein.

Dann werde ich erkennen, was zu tun ist. 

Ich muss keine Erwartungen erfüllen. Es gibt keine Erwartungen an mich. Das kommt nur aus meinem Ego.

Setze das Ego auf Pause und lass das Herz die Führung übernehmen.

Nur jetzt, nur für diesen einen Tag.

Vielleicht hat sie recht

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Unlängst hat mir eine gute Freundin Konter gegeben.

Wir haben in einer kleineren Gruppe über die Herausforderungen von Beziehungen mit Kindern gesprochen. Ich habe meine Meinung, so dachte ich, überlegt und ausgewogen dargelegt. Und dann sagte diese Freundin etwas, das mich ziemlich dumm da stehen hat lassen. Nicht gemein, aber treffsicher.

Im ersten Augenblick fühlte ich mich furchtbar ungerecht behandelt. Wie kann sie nur so vollkommen missverstehen, was ich eigentlich meine?

Aber einen Augenblick später hatte ich die Demut zu sagen: Stimmt. Vielleicht hast du recht. Ich habe das noch nie so gesehen, darüber muss ich nachdenken.

Ich bin stolz auf mich. Weil ich den Mut hatte, mein Ego hintanzustellen und die Botschaft tatsächlich zu hören.

Und weil ich mir relativ sachlich eingestanden habe: Vielleicht bist du doch nicht so der moralische Musterschüler, wie du immer glaubst..

EPU und WKO

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Ja, es stimmt, dass die WKO die Interessen von EPU nur sehr dürftig vertritt. Das, was die WKO für EPU unternimmt, halte ich großteils für Ablenkungsmanöver und Inszenierungen, um von den eigentlichen Themen abzulenken. Die WKO könnte viel, viel mehr tun für EPU – und tut es (aus unterschiedlichen Gründen) halt nicht.

Gleichzeitig ist es aber auch so, dass es praktisch unmöglich ist, DIE Interessen von DEN EPU zu vertreten. Ich war selber mal bei einem Meinungsbildungsprozess unter EPU dabei, und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Unter zehn EPU gab es zehn verschiedene Meinungen, was denn die wichtigsten und dringendsten Themen für EPU wären. EPU sind so wahnsinnig inhomogen.

Was einerseits schön ist, macht eine politische Arbeit (und nichts Anderes ist die Interessensvertretung) unmöglich. Wir EPU stehen uns selber im Weg, weil wir uns nicht einig werden.

Da sind “die Großen” (Unternehmen, Konzerne) viel geschickter. Die sind sich zwar auch nicht immer einig, aber sie haben verstanden, dass ein Kompromiss die Interessen aller weiter bringt als gar keine Einigung.

Kein Wunder, dass der Eindruck entsteht: Die kümmern sich eh nicht wirklich um die Kleinen, sondern hauptsächlich um die Mächtigen.

Gründungs-Liebe

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Unlängst gehört bei Frühstück bei mir:

Man muss die Menschen lieben, für die man kocht,
dann wird man auch ein besserer Koch sein.

Manuel Rubey, Ö3 Frühstück bei mir, 26. Mai 2024

Nach vielen Jahren Gründungsberatung kann ich das nur bestätigen: Die besten Gründungsberater:innen sind diejenigen, die ihre Gründer:innen gern haben.

Solche Gründungsberater:innen sind (durch die Bank!) leiwand.

Ehrgeizige Tagesetappen

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Ein guter Freund von mir war unlängst einige Tage wandern.

Danach hat er mir erzählt, dass er bei diesem Wanderurlaub gelernt hat, die Tagesetappen nicht zu ehrgeizig zu planen. Selbst, wenn der Wanderweg gut ausgeschildert ist – es passiert immer was, das Zeit kostet. Also: Nicht zu viel vornehmen.

Und jetzt wirf mal einen Blick auf deine To-Do-Liste für heute.

Wie ehrgeizig ist deine Tagesetappe?

Selbst Pumuckl

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Die Studierenden meiner Kostenrechnungs-Lehrveranstaltung an der FH St. Pölten hatten die Aufgabe, Erklärvideos zu Begriffen aus der Kostenrechnung zu produzieren.

In einem dieser Videos hat eine Studentin einen Satz gesagt, der mit Kostenrechnung direkt nichts zu tun hat, aber der das Dilemma vieler Lifestyle Entrepreneure im Marketing einfängt:

Selbst Pumuckl hat Hater!

Auch wenn wir die besten Absichten haben: Wir können es nicht allen Recht machen.

Das müssen wir endlich kapieren.

Geniale Strategie

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Wenn man keine Ziele hat, kann man auch nicht scheitern.

Ist ja eine geniale Strategie! /s

Überkorrektur

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Wenn wir vor etwas Angst haben – und Ängste sind bei der Gründung und in der Selbständigkeit ein ständiger Begleiter –, dann versuchen wir natürlich, alles zu unternehmen, damit diese Angstsituation nicht eintritt.

Mitunter passiert es dabei aber, dass wir damit überkorrigieren bzw. überkompensieren. In der Absicht, das Risiko zu minimieren, schießen wir über das Ziel hinaus und treffen Gegenmaßnahmen, die in keiner vernünftigen Relation mehr zur Bedrohung stehen: Ein übermäßig großer Sicherheitspolster, ein dreifach abgeschliffener Marketing-Text oder elf Feedbacks, wenn auch drei gereicht hätten.

Überkorrekturen bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt deshalb, weil Überkorrektur sehr teuer ist. Oft tatsächlich im finanziellen Sinn, aber sicher in emotionaler Hinsicht.

Schau, dass du in deinem Risikomanagement Überkorrekturen aufdeckst und auf ein vernünftiges Maß reduzierst.

Das macht Ressourcen und Energie frei für das, worum es dir eigentlich geht.