Du bist nicht hier, um durchzukommen ohne aufzufallen.
Danke für diesen wichtigen Reminder, Martin Pleissner!
Du bist nicht hier, um durchzukommen ohne aufzufallen.
Danke für diesen wichtigen Reminder, Martin Pleissner!
Alle Jahre wieder kommt das Christuskind
Auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind.
Das ist keine Kleinigkeit.
Alle Jahre wieder.
Ein Konzept in der Theorie zu hören und zu verstehen, ist relativ leicht.
Aber dieses Konzept auf den eigenen Kontext zu übertragen, ist eine eigene Kompetenz.
Das gilt für meine Studierenden, aber auch für alle Gründer*innen.
Einerseits wünschen wir uns nichts so sehr, als dass wir für das, was uns am Herzen liegt und wofür wir jeden Tag mit ganzem Einsatz arbeiten, gesehen und gelobt werden.
Gleichzeitig haben wir auch Angst vor der Sichtbarkeit.
Was, wenn ich da raus gehe, und keiner will mich?
Häufig geht es in verantwortungsvoller Beratung und Lehre nicht darum, was richtig und falsch ist.
Nicht mal um besser oder schlechter.
Nur darum, dem Gegenüber zu zeigen, dass es auch Alternativen zu dem gibt, was er bisher kennt.
Auf den ersten Blick ist das eine absurde Frage.
Aber gehört ein Solo-Busienss wirklich nur dem Solopreneur?
Oder gehört es nicht auch (zumindest teilweise) der Gesellschaft, die in den Solopreneur mit Steuergeldern investiert hat? Was ist jeder Solopreneur der Gesellschaft “schuldig” für die Ausbildung, Förderungen, öffentlichen Servicestellen, Infrastruktur etc.? Hat er damit nicht auch gegenüber der Gesellschaft die Verantwortung, mit seinem Business etwas Positives zum großen Ganzen beizutragen?
Oder wird diese “Schuld” eh dadurch getilgt, dass er (nicht wenig) Steuern und Sozialversicherung zahlt?
[Danke Maik Pfingsten für diese erkenntnisreiche Zusammenstellung.]
Wolf Lotter sagt, dass in Unternehmen viel „über die Bande gespielt“ wird: Man spricht die Sachen nicht direkt an, sondern redet darum herum. Die Elefanten im Raum werden nicht direkt adressiert, sondern man spielt ein Theater, wo es eher um Selbstdarstellung, Gesichtswahrung und Fehlervermeidung geht.
Dass das nicht besonders hilfreich ist, dürfte klar sein. Eigentlich ist es sogar völlig kontraproduktiv. Trotzdem ist es ganz oft gelebte Praxis.
Mir fällt aber auf, dass immer mehr Menschen da nicht mehr mitmachen wollen. Sie haben das Über-Bande-Spielen satt. Sie wollen ehrliche Gespräche führen über die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Auf Augenhöhe, und von Mensch zu Mensch.
Das macht mir Mut.
Ich finde, Wirtschafts- und Finanzbildung an Schulen ist ein wichtiges Thema, und ich habe auch schon ein paar Mal darüber gebloggt (z.B. hier und hier).
In einem Podcast hat Bettina Fuhrmann, Leiterin des Instituts für Wirtschaftspädagogik an der WU Wien, drei Kriterien genannt, die aus ihrer Sicht guten Wirtschaftsunterricht ausmachen:
Das ist einleuchtend, und jedes dieser Kriterien ist gut und wichtig.
Aber ich frage mich: Was ist mit den Schüler*innen?
Sind motivierte und interessierte Schüler*innen nicht genauso wichtig für gelungenen Unterricht – zumal Lehren und Lernen zwei Seiten der gleichen Medaille und ein Prozess der Ko-Kreation sind?
Oder brauchen wir die Schüler*innen nicht weiter berücksichtigen, weil wir in Schulen davon ausgehen können, dass sie “eh da” sind und ihnen ohnehin nichts anderes übrig bleibt, als das hinzunehmen, was sie von ihren Lehrer*innen vorgesetzt bekommen?
Es kommt Gott sei Dank sehr selten vor, aber manchmal überschreitet jemand mir gegenüber die Grenzen der guten Kinderstube und des Respekts.
Dabei ist es aus meiner Sicht völlig unerheblich, ob das absichtlich geschieht oder aus reiner Gedankenlosigkeit.
Wichtig ist mir dabei nur, dass ich gelernt habe, diese Menschen damit nicht durchkommen zu lassen, sondern dass ich freundlich, aber deutlich zu sage:
“Bitte, wo samma denn? So geht niemand mit mir um!”
Solange die Zeichen auf Wachstum stehen, dreht sich im Wirtschaftsleben alles um Expansion und Skalierung.
Wenn sich im Wirtschaftssystem die Zeichen jedoch auf Minderung (“Nullwachstum”) drehen, dann ändern sich auf die unternehmerischen Aufgaben.
In Zeiten der Minderung ist es besonders wichtig, in die Substanz des Unternehmens zu investieren. Also: In die Beziehungen zu den Kund*innen, besonders zu den Stammkund*innen.
Oder in die Frage: Wie schaffe ich es, so einen exzellenten Job zu machen, dass ich für meine Schlüsselpartner unverzichtbar bleibe oder werde?
[Danke Philipp Maderthaner für diese Gedanken.]
Warum Schwimmschulen funktionieren:
Niemand will seinem Kind das Schwimmen beibringen.
Aber jeder will, dass sein Kind schwimmen kann.
Ich habe immer gedacht, der Anteil von Gründer*innen und Selbständigen wäre unter Migrant*innen besonders hoch — aus Mangel an Alternativen am Arbeitsmarkt, und weil die Selbständigkeit eine Möglichkeit ist für sozialen Aufstieg.
Aber das stimmt (zumindest in Österreich) nicht, sagt eine aktuelle Studie des IHS im Auftrag des Integrationsfonds. Migrant*innen sind weniger häufig selbständig als Österreicher*innen.
Wieder was gelernt!
Ich hadere immer wieder mit der Frage, worin Business- und Finanzpläne im Rahmen der Gründungsberatung ihren Wert haben.
Natürlich, es gehört zum Standard in der Gründungsberatung, dass ein Businessplan erstellt wird und dass es auch eine Umsatz- und Kostenplanung gibt. Und für viele Gründer*innen ist das, denke ich, auch insofern nützlich, als sie sich ein Gesamtbild ihrer Gründungsidee erstellen und im Detail darüber nachdenken können.
Aber: Diese ganzen Pläne sind, wie vieles in der Gründungsberatung, sehr verkopft. Sehr vernünftig. Sehr logisch. Die Logik hat jedoch im Leben der Menschen sehr enge Wirkungsgrenzen, weil dann kommt das ganze Unter- und Unbewusste daher mit allen Vorurteilen und Glaubenssätzen – und macht dann eh, was es will.
Solange dein Unterbewusstsein die Sache nicht genauso sieht wie dein Kopf, wirst du nicht von der Stelle kommen.
Da helfen die besten Pläne nichts.
Hochschulen sind Einrichtungen der Erwachsenenbildung.
Nicht alle Menschen an Hochschulen benehmen sich jedoch wie Erwachsene.
Ich brauche es unbedingt, dass ich nicht nur anderen Menschen bei ihren Gründungen helfe, sondern dass ich auch das Gefühl habe, dass ich mit meinem eigenen Business weiter komme.
Dazu wäre es wichtig, einen Plan, eine Strategie zu haben, damit ich Fortschritte im eigenen Business auch erkennen kann.
Oder jemanden, der mir meine Fortschritte, meine Baustellen und meine blinden Flecken vor Augen führt.
Vielleicht brauche ich selbst auch einen Gründungsberater…
Unlängst, als ich mit der Badner Bahn nach Wien gefahren bin, ist mir folgendes Hinweisschild aufgefallen:
Denken Sie an die Möglichkeit einer Notbremsung
und benützen Sie stets die Haltegriffe.
Das gilt auch für uns Selbständige und Unternehmer*innen.
Besonders dann, wenn wir wieder mal Angst haben, ein Risiko einzugehen.
Unlängst bei einem BWL-Seminar gehört:
Es ist besser, Bankrott zu gehen und zu wissen, warum,
als Gewinn zu machen und nicht zu wissen, warum.
Seither überlege ich, ob das stimmt.
Hängt wohl davon ab, was man unter “besser” versteht.
Der heutige Eintrag ist der eintausendste in diesem Lerntagebuch.
Ich habe mir überlegt, ob ich zu diesem Anlass etwas ganz besonders Schlaues bloggen soll. Weil eintausend Einträge, das ist schon etwas Besonderes, oder?
Ja und nein. Natürlich ist es gut und wichtig, Erfolge zu feiern. Aber beim Lernen kommt es nicht so darauf an, was man schon gelernt hat, sondern auf das, was man noch lernen wird.
Und so richte ich heute den Blick nicht nach hinten, sondern nach vorne – und freue mich auf meine nächsten 1000 großen und kleinen Aha-Erlebnisse.
Wenn man gerade eine neue Fähigkeit erlernt und auf Anhieb damit Erfolg hat, heißt es vorsichtig zu sein. Gut möglich, dass dieser Erfolg ein reiner Zufall ist.
Eine Faustregel, ab wann man darauf vertrauen kann, die neue Fähigkeit wirklich zu beherrschen, hat mir unlängst eine Gründerin genannt:
Man braucht 15 Kund*innen, und bei 12 von ihnen muss man Erfolg gehabt haben.