Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Das schönste Logo

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Ich beobachte immer wieder, wie viel Zeit Gründer*innen auf ein Logo für ihr Business verwenden. Ein Logo steht sehr häufig ganz oben auf der To-Do-List einer Gründung.

Es ist ja auch verständlich: Das Logo macht das neue Business zum ersten Mal sichtbar. Die Gründungsidee bekommt ein Gesicht, ein Bild, wird plastisch und farbig. Das ist für viele Gründer*innen ein erhebendes Gefühl.

Es ist aber auch klar, dass für die Kund*innen kaum etwas unwichtiger ist als ein Logo. Kein einziger Kunde kauft jemals wegen des Logos – und wenn es noch so schön ist.

Deshalb hat sich eine Gründer*in von mir, die demnächst einen Friseursalon eröffnet, entschieden, kein Logo zu haben. Sie hat das so ausgedrückt: “Das Logo ist die Kundin selbst.”

Ich finde das wunderbar. Weil: Es gibt wohl kein schöneres Logo auf der Welt als das Lächeln zufriedener Kund*innen.

Baustelle

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In Wien eröffnet demnächst eine tolle neue Pizzeria. Der Gründer hat mir heute das Lokal gezeigt – mitten im Umbau, alles eine einzige Baustelle.

Der Unterschied zu anderen Gründungsprojekten ist allerdings nur, dass diese Baustelle sichtbar und handfest ist.

Alle Gründungen sind Baustellen. Manche sieht man halt nicht so deutlich.

Ehrlichkeit (2)

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Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann ist Ehrlichkeit notwendig.

Wenn wir zueinander und uns gegenüber nicht ehrlich sind, brauchen wir uns nicht wundern, wenn alles bleibt, wie es ist.

Zeit-Problem

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Die Lösung deines Zeit-Problems als Solopreneur ist nicht, dass du auf den Tag wartest oder hoffst, an dem du wie von Zauberhand dann endlich genug Zeit haben wirst für all das, was du noch vor hast.

Dieser Tag wird nie kommen. Nie.

Die Lösung ist folgende:

  1. Überleg dir, was du wirklich willst in deinem Leben und in deinem Business. Nicht, was andere tun oder für gut halten, sondern was du willst.
  2. Schmeiß alles, was dir nicht wichtig (genug) ist, raus aus deinem Leben und vor allem aus deinem Business. Gnadenlos.
  3. Lass dir helfen. Kapier endlich, dass du den Impact, den du machen willst, alleine niemals schaffst. Hol dir Menschen an Board, die Experten in ihrer Sache sind und dir kompetent Arbeit abnehmen können. Und bezahl sie fair dafür.

Mit diesen drei Schritten wirst du vom Hamsterradläufer zum Unternehmer.

Hervorragende Betriebswirte

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Unser Land braucht hervorragende Betriebswirte. Nicht gute Betriebswirte, sondern hervorragende.

Die Herausforderungen unserer Zeit sind groß. Es gibt viel zu tun.

Gute, also durchschnittliche, Betriebswirte werden diese Herausforderungen nicht lösen. Gute Betriebswirte werden keinen großen Erfolg haben. Wir brauchen sehr, sehr gute Betriebswirte, weil wir sehr, sehr große Räder drehen müssen. Wir brauchen sie wie einen Bissen Brot.

Die Zukunft unserer Welt liegt maßgeblich in den Händen jener jungen Betriebswirt*innen, welche dieser Tage mit ihrem BWL-Studium beginnen.

Wir zählen auf euch!

Böse Leistungsgesellschaft

B

Es ist sehr en vogue, die Leistungsgesellschaft zu kritisieren.

Aber: Was kritisieren wir eigentlich, wenn wir Leistung oder die Leistungsgesellschaft kritisieren?

  • Die Art und Weise, wie wir arbeiten und leisten?
  • Die Ergebnisse, die unsere Leistungen erbringen?
  • Das Wofür?
  • Oder Leistung als solche?

Leistung als solche zu kritisieren, ist keine gute Idee. Wenn wir Dinge verändern wollen, brauchen wir Leistung. Wir wollen ja was bewirken. 

Über das Wie und vor allem das Wozu der Leistung… Das lasst uns gerne neu denken.

[Danke Benjamin Rolff für diesen Gedanken.]

Lang geredet, wenig verstanden

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Zwei IT-Techniker hatten sich anderthalb Stunden über ein Projekt unterhalten.

Eine Woche später kommt der Projektleiter drauf, dass zwischen den beiden ein Missverständnis entstanden ist und jeder auf die Rückmeldung des anderen wartet. Das Projekt hat dadurch eine Woche an unnötiger Verzögerung aufgerissen.

Nur, weil zwei Menschen lang miteinander reden, heißt das nicht, dass sie einander auch verstanden haben.

Engagement

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Engagement ist keine Selbstverständlichkeit und kein Zufall.

Es gibt verschiedene Werkzeuge, Engagement wahrscheinlicher zu machen.

Diese Werkzeuge haben ihre Grenzen, aber wer das Mögliche nicht tut, braucht sich nicht zu wundern, wenn kein Engagement zustande kommt.

Oder wenn sich nur die üblichen drei Verdächtigen melden.

Zufallskunden

Z

Natürlich nehmen wir Kunden, die uns zufällig finden, gerne mit.

Aber wenn der Zufall die Basis der Vertriebsstrategie ist, dann hast du keine Strategie.

Dann lebt dein Unternehmen vom “Prinzip Hoffnung”.

Für BWL begeistern

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Ich möchte BWL nicht unterrichten wie vor zwanzig oder fünfzig Jahren.

Ich möchte meine Studierenden, meine Seminar-Teilnehmer*innen und meine Unternehmensgründer*innen für die BWL begeistern. Ja, das ist mein Anspruch. Begeisterung!

Ich möchte BWL lebendig machen. BWL ist praktisch und interessant, ein sehr nützliches Handwerk, mit dem man etwas erschaffen kann.

Aber, damit kein Missverständnis entsteht: Mein Anspruch ist hoch. Nicht, weil ich mir etwas auf mich einbilde, sondern weil meine Schüler*innen profundes BWL-Wissen brauchen werden wie einen Bissen Brot.

Ich wiederhole: Wer BWL bei mir lernt, wird es nicht leicht haben. Ich werde meine Schüler*innen fordern. Nicht, weil ich ein Sadist bin, sondern ihnen zuliebe.

Irritation

I

Ein bisschen Irritation bietet die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen.

Zu viel Irritation sorgt für Vermeidungsreaktionen.

Gar keine Irritation ist langweilig.

Kein Problem

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Ich selbst habe ja kein Problem damit, aber die Anderen…

Immer dann, wenn wir anderen Menschen ein Problem unterstellen, von dem wir denken, dass uns dieses Problem absolut überhaupt nicht selbst betrifft (Beispiel: falsche Ernährung), dann sind wir auf dem Holzweg.

Probleme, die wir anderen unterstellen, sind meistens unsere eigenen.

Bei mir kriegst du mehr!

B

Wenn wir für unsere Kunden ein tolles Angebot schnüren wollen, dann denken wir meist: Okay, was kann ich in mein Angebot noch alles reinpacken, damit meine Kunden sehen, wie wertvoll mein Angebot ist?

Aber: Unsere Kunden wollen nicht unbedingt mehr. Sie wollen besser. Also sollte unsere Frage lauten: Wie kann ich für meine Kunden mein Angebot noch besser und noch besser und noch besser machen?

Weniger ist mehr. Weniger, aber besser.

Ein neues Thema

E

Wenn wir innovativ sind und ein neues Thema, eine neuartige Methode oder ein noch nie da gewesenes Angebot auf einem Markt bekannt machen wollen, dann stehen wir vor einer großen Herausforderung: Wir müssen unser Thema zuerst mal erklären.

Bevor unsere Kunden kaufen können, müssen sie zuerst verstehen. Wir müssen also wie ein Lehrer unsere Kunden zuerst informieren, worum es bei unserem neuen Thema geht. Wir müssen ihnen erklären, was sie von unserer neuartigen Methode haben. Sie müssen verstehen, warum dieses noch nie da gewesene Angebot genau das ist, was sie immer schon gesucht haben.

Diese “Lehrtätigkeit” ist wahrlich keine einfache Aufgabe. Sie verlangt Überzeugung, Geduld und Durchhaltevermögen.

Umso wichtiger ist es, dass wir uns diese Aufgabe nicht schwerer machen als notwendig. Bedeutet: Dass wir unseren Kunden die Lernaufgabe nicht schwerer machen als nötig.

Beispiel: Wenn wir in Österreich ein neues Beratungsthema etablieren möchten, dann sollten wir es auf Deutsch erklären – nicht auf Englisch. Klar, viele Österreicher sprechen auch Englisch. Aber wer ein neues Thema in einer Fremdsprache erklärt, baut zwei Hürden auf: Neues Thema und fremde Sprache.

Eine Hürde zu überspringen ist schwer genug.

Persönliche Entwicklungen

P

Wenn man sich überlegt, warum Gründungen scheitern, dann fällt einem ein:

  • Liquiditätsprobleme.
  • Keine oder zu wenige Kunden.
  • Das Produkt war nicht gut.
  • Misslungenes Marketing.
  • Schlechte Wirtschaftslage.
  • Corona-Krise.
  • Und so weiter.

Was aber unterschätzt wird: Viele Gründungen scheitern an den Menschen hinter der Gründung. Also an den Gründern selbst. Streit im Gründerteam. Unterschiedliche Zielsetzungen. Gründer verlieren das Interesse. Persönliche Krisen wie Scheidungen oder Krankheit.

Ja, oft sind es betriebswirtschaftliche Fehler, die Unternehmen scheitern lassen.

Aber genauso oft ist es auch einfach das Leben, das sich nicht immer so entwickelt, wie wir es uns wünschen.

Länger als gedacht

L

Als Faustregel gilt für alle Gründungsprojekte: Es dauert immer länger, als gedacht.

Das bestätigt sich immer und immer und immer wieder, sogar bei kleinen Gründungsprojekten, und bei großen sowieso.

Weh dem, der das ignoriert.

Keine Konkurrenz

K

Wenn Gründer*innen mir mit leuchtenden Augen erzählen, dass Sie etwas völlig Neuartiges machen werden und dass es keine Konkurrenz gibt, reagiere ich meist skeptisch.

Es gibt keine Konkurrenz? Okay, aber warum gibt es keine Konkurrenz?

Meistens aus einem von zwei Gründen:

  1. Es ist wirklich eine völlig neue Idee, an die bisher noch überhaupt niemand gedacht hat. (Selten)
  2. Es gibt deswegen keine Konkurrenz (mehr), weil die Konkurrenz, die es gegeben hat, mit der Idee Schiffbruch erlitten hat und untergegangen ist. (Wesentlich häufiger)

Wenn es Konkurrenz gibt, ist das also ein gutes Zeichen, kein schlechtes.

Weil: Wo es Konkurrenz gibt, da gibt es auch Kunden.

Wie in der Schule

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Beim SCS Run gab es, wie vor jedem Lauf, ein animiertes Aufwärmprogramm. Ich stand dabei, wie immer passiv etwas abseits und hörte, wie ein Mit-Läufer meinte: „Schau, das ist wie in der Schule: Die Motivierten sind vorne und machen mit, und hinten sind die Faulen.“

Besser konnte man die Szenerie nicht zusammenfassen. Denn es war wirklich wie in der Schule.

Auch, wenn wir als Erwachsene schon lange aus der Schule draußen sind, verhalten wir uns oft immer noch genauso wie die Buben und Mädchen in der vierten Klasse.

Wir haben das ja auch jahrelang trainiert.

Wo die Angst ist

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Als Daumenregel gilt bei jedem Gründungsprojekt: Dort, wo die größte Angst ist, lohnt es sich, besonders gut hinzusehen.

Und: Sehr wahrscheinlich ist es so, dass genau dort, wo die größte Angst ist, der richtige Weg für dich ist.

Folge der Angst.

Wall Of Progress

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Eine Gründerin, eine junge, sehr talentierte Animation Artist, hat in ihrem Zimmer eine Wall Of Progress. Dorthin hat sie über die Jahre ihre Zeichnungen aufgehängt, quasi als Zeitreise durch ihre künstlerische Entwicklung.

Auf dieser Wall Of Progress wird in beeindruckender Weise sichtbar, wie viel sie über die Jahre dazugelernt hat und wie viel besser sie geworden ist. Aber sie macht das nicht für die Außenwelt, für ihre Kunden und Fans, sondern einzig und allein für sich selbst.

Jedes Mal, wenn sie mit ihrer Arbeit hadert und nicht zufrieden ist, wenn sie denkt, wie limitiert ihre Fähigkeiten sind, kann sie auf ihrer Wall Of Progress sehen, wie weit sie über die Jahre gekommen ist und wie viel besser sie bereits ist als am Anfang.

Wir Lifestyle Entrepreneure sind selten zufrieden mit uns und unserer Arbeit. Wir sehen das Verbesserungspotenzial (das es zweifellos gibt) oft viel deutlicher als den Fortschritt, den wir bereits gemacht haben. Damit hadern wir, und das ist schade.

Eine Wall Of Progress würde uns allen gut tun.