Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Verstellen

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Manchmal glauben wir, dass wir uns verstellen oder Teile unserer Persönlichkeit verstecken müssen, um bei unseren potenziellen Kund*innen besser anzukommen. Um bestimmte Vorurteile nicht zu bedienen, um bestimmte Angriffsflächen nicht zu bieten.

Aber das ist ein Vorhaben, mit dem wir nie fertig würden. Wie viel von uns können wir denn verstecken, ohne dass wir aalglatt werden? Denn: Wer will denn überhaupt mit Menschen zu tun haben, die gar keine Ecken und Kanten haben?

Und: Was sind das denn für Menschen, die uns wegen bestimmter Merkmale oder Eigenschaften ablehnen? Wollen wir so jemanden denn überhaupt als Kunden haben?

Wer nicht mag, wer wir sind, möge weiterziehen. Es gibt bestimmt auch für ihn ein passendes Angebot da draußen.

Aber uns bis zur Unkenntlichkeit zu verstellen, ist keine Lösung. Für niemanden, schon gar nicht für uns selbst.

Wir trauen uns nicht

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Weil das finanzielle Risiko zu groß ist.

Weil unsere Kinder unter der Selbständigkeit leiden würden.

Weil ein eigenes Unternehmen zu viel Stress bedeuten würde.

Weil ich noch so viel lernen muss.

Weil ich nicht weiß, ob ich in drei Monaten genügend Kunden haben werde.

Es ist okay. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen für die Entscheidung, doch kein eigenes Unternehmen zu gründen.

Die Hauptsache ist, dass du eine Entscheidung triffst. Mit der Entscheidung ist dieses Kapitel für dich abgeschlossen, und es wird Platz für neue Möglichkeiten in deinem Leben.

Teil der Lösung sein

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Selbst der kleinste Beitrag kann am Ende einen enormen Unterschied machen, wenn es um eine clevere, faire und nachhaltige Lösung geht.

“Ich möchte Teil der Lösung sein” darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein.

Es ist ein Aufruf zum Handeln.

Reden und Zuhören

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Beides ist wichtig.

Beides ist wertvoll.

Beides hat seine Zeit.

Wahrhaftigkeit

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Die Menschen haben es satt, oberflächliche, aalglatte Werbetexte zu hören und zu lesen.

Die Menschen haben es satt, für dumm verkauft zu werden.

Die Menschen haben es satt, systematisch belogen zu werden.

Die Menschen sehnen sich nach Ehrlichkeit, nach echtem Interesse und nach echten Begegnungen mit wahrhaftigen Menschen.

Kann dein Lifestyle Business das bieten?

Großzügigkeit

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Großzügig zu sein, macht ungeheuer attraktiv.

Eine der besten Investitionen in das eigene Lifestyle Business ist es, großzügig sein Wissen mit anderen zu teilen, ohne sofort den eigenen Vorteil im Auge zu haben.

Der ROI davon ist unvergleichlich.

Kurzfristig vs. langfristig

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Es ist ein Trade-off, der viele Solopreneure ihr ganzes Unternehmerleben lang begleitet:

Einerseits ist es notwendig, Aufträge anzunehmen, die kurzfristig Geld bringen. Ein positiver Cash Flow ist notwendig, sonst geht das Unternehmen unter – eher früher als später.

Andererseits gäbe es da dieses wichtige Projekt oder Produkt, das zwar kurzfristig nichts einbringt, aber das langfristig enorm großes Potenzial hätte. Aber im Moment verlangt es Entwicklungszeit von uns, die wir leider (noch) nicht bezahlt bekommen.

Worum sollen wir uns eher kümmern? Um den kurzfristigen Umsatz oder um die langfristige Investition? Wie halten wir beides in Balance?

Es bleibt unsere Aufgabe als Unternehmer*innen, täglich von Neuem eine weise Entscheidung zu treffen.

Der Schmerz ist echt

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Ich habe einige Künstler*innen unter meinen Kunden in der Gründungsberatung.

Besonders sie tun sich schwer mit Ablehnung und Misserfolgen. Weil in ihren Kunstwerken so viel von ihrer eigenen Persönlichkeit, von ihrem Herzblut und ihrer Weltsicht drinnen steckt, nehmen sie jede Form von Ablehnung sehr persönlich. Natürlich.

Es nützt wenig, ihnen zu versichern, dass nicht sie als Künstler*in per se oder gar sie als Mensch abgelehnt werden. Das wissen sie eh selber. Zumindest theoretisch, im Kopf.

Der Schmerz, den sie spüren, ist echt. Er lässt sich nicht wegargumentieren. Er bleibt „part of the game“, wenn man seine Kunst zum Business machen möchte.

Künstler*innen können vielleicht lernen, mit dem Schmerz der Ablehnung umzugehen. Ganz weggehen wird er jedoch nie.

Das größte Problem

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Ein spannender Gedanke von Silvia Breier:

“Was ist aus der Sicht eines Klienten eine Beratung wert? Ist es der Betrag, den die Stunden in Summe kosten? Oder ist es das Ergebnis, das im Idealfall eine Verbesserung seiner Situation ist? Wenn Sie Ihr größtes Problem gelöst bekämen, was wäre Ihnen das wert?”

Silvia Breier: Geld Macht Gefühle (2017), S. 121

Was es mir wert wäre, wenn ich mein größtes Problem gelöst bekäme? Dafür müsste ich zuerst mal wissen, was mein größtes Problem ist.

Vielleicht ist ja genau das mein größtes Problem…

Projekt-Schulden

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Ein spannendes Konzept von Seth Godin:

Jedes Mal, wenn wir zu einem neuen Projekt “ja” sagen, machen wir Schulden. Projekt-Schulden, die unser zukünftiges Ich abbezahlen muss.

  • Es mag unser Ego schmeicheln, wenn wir in den Vorstand eines Vereins gewählt werden. Aber die viele Vereinsarbeit, die damit auf uns wartet!
  • Es ist leicht, sich eine Gitarre, Inline Skates oder Jonglierbälle zu kaufen. Aber die Zeit zum Üben, bis man damit umgehen kann!
  • Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!

Daher müssen wir gut darin werden, “nein” zu. sagen. Denn jedes Mal, wenn wir “ja” sagen, riskieren wir, uns noch weiter zu verschulden.

“Be careful who you owe, because who you owe decides who you will become.” (Seth Godin)

Plötzlich

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Dinge gehen nie plötzlich schief. Ehen zerbrechen nicht plötzlich, Businesses gehen nicht plötzlich in Konkurs.

Meistens gibt es mehr als genug Warnzeichen.

Wir scheitern, weil wir diese Warnzeichen nicht wahrnehmen. Wir scheitern, weil wir rechtzeitig wahrnehmen (wollen), was wirklich Sache ist.

Wir scheitern, weil wir nicht ernst nehmen, wie ernst es ist.

Prüfungen

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Als Lehrender stehe ich schriftlichen Prüfungen bei meinen Studierenden zwiespältig gegenüber.

Einerseits anerkenne ich sie als bewährte Möglichkeit, eine Form von Leistung abzuprüfen und so zu einer Beurteilung der Studierenden zu kommen (was ja eine meiner Aufgaben als Lehrender ist).

Andererseits hadere ich immer wieder mit der Tatsache, dass diese Form von Leistungsfeststellung vollkommen praxisfern ist. Im alltäglichen Berufsleben verlangt niemand mehr, dass man sich anderthalb Stunden hinsetzt und schriftlich Fragen beantwortet oder die richtigen Kästchen ankreuzt. Da kommt es auf ganz andere Fähigkeiten an.

Wie alles im Leben sind auch schriftliche Prüfungen ein Trade-off zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Meine Lösung, mein Zugang ist nicht perfekt, aber ich tue mein Bestes.

Selfcare-Planung

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So bezeichnete ein Gründer unlängst die extrem wichtige strategische Aufgabe aller Selbständigen und Unternehmer*innen, regelmäßig und rechtzeitig dafür zu sorgen genug Zeit zu haben, die eigenen Batterien wieder aufzuladen.

Wunderbar am Punkt. Genau darum geht’s.

Moment der Wahrheit

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Es kommt mit Sicherheit der Moment, wo du einen Fehler machst und du darauf angesprochen wirst.

Dann kommt der Moment der Wahrheit, und du stehst vor der Entscheidung:

Wirst du das Rückgrat haben, den Fehler zuzugeben und den Konsequenzen couragiert ins Auge zu schauen?

Oder wirst du lügen, leugnen und Ausreden suchen, um irgendwie dein Gesicht zu wahren?

Die Entscheidung liegt bei dir. Jeden Tag aufs Neue.

Leise Kunden

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Wir lieben sie: Jene Kunden, mit denen es einfach Spaß macht zu arbeiten. Die unkompliziert sind, die keinen Stress machen, die immer gut drauf sind und die pünktlich zahlen.

Und dann sind da jene Kunden, die ganz viel unserer Aufmerksamkeit brauchen. Die laut sind, bei denen immer alles dringend ist und die auch spätabends oder am Wochenende eine Antwort erwarten.

Nun die Königsfrage: Mit welchen Kunden verbringst du mehr Zeit, mit den leisen oder den lauten? Mit wem telefonierst du öfter? Wem schreibst du öfter ein eMail? Mit wem triffst du dich öfter?

Sollten es die lauten Kunden sein, läuft in deinem Business etwas gewaltig schief.

Es könnte nämlich sein, dass sich mit der Zeit die Lieblingskunden heimlich, still und leise von dir verabschieden – und zwar ohne, dass du es merkst. Weil du dir nie die Mühe gemacht hast, mit ihnen in Kontakt zu bleiben, auch wenn es gerade nicht brennt.

Weil du dir nicht die Zeit genommen hast, ihnen rechtzeitig jene Aufmerksamkeit und Dankbarkeit zu zeigen, die sie eigentlich verdient hätten.

Studierende helfen Studierenden

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Manchmal ist es gar nicht nötig, dass ich als Lehrender rasch auf eine Frage eines Studierenden antworte.

Wenn ich mir mit meiner Antwort ein bisschen Zeit lasse, kann es sein, dass mir eine andere Studierende mit der richtigen Antwort zuvor kommt.

So helfen einander die Studierenden untereinander.

Win – win.

Das Fiaker-Prinzip

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Die Fiaker in Wien bestreiten es heftig, aber es geht folgendes Gerücht:

Die Fiaker hatten keine festen Preise für ihre Fahrgäste, sondern trafen die Preisentscheidung ganz spontan. Kam ein Fahrgast auf sie zu, der vornehm gekleidet war, so war der Fahrpreis entsprechend hoch. Ließ das Äußere den Fahrgast weniger vermögend erscheinen, wurde der Fahrtpreis entweder gesenkt (wenn gerade Flaute herrschte), oder der Preis wurde im Gegenteil noch viel höher festgesetzt, weil der Fiaker mit einem armen Schlucker seine Zeit nicht verschwenden und lieber auf einen reicheren Fahrgast warten wollte.

Fair ist dieses Prinzip natürlich nicht, aber man kann den Fiakern nicht absprechen, dass sie verstanden haben, dass jeder Preis auch einen Steuerungseffekt bei unseren Kunden hat.

Lebendig

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Manchmal müssen wir etwas Neues wagen, damit wir uns wieder lebendig fühlen.

Damit wir uns mal wieder richtig g‘spüren.

Riskieren

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Machmal hat man nur zwei Möglichkeiten: Entweder, etwas zu versuchen mit dem Risiko, dass es nicht gut geht. Oder es gar nicht zu machen.

Lange Zeit war ich überzeugt: Wenn du was machst, dann mach es gscheit – oder gar nicht.

Langsam beginne ich aber umzudenken. Manchmal ist es besser, etwas zu versuchen, als gar nichts zu machen. Ja, es kann schiefgehen. Aber gar nichts zu machen würde die vorhandene Chance zunichte machen, dass es klappt.

Wenn es klappt, hast du gezaubert. Wenn nicht, hast du’s zumindest versucht. Dafür gebührt dir auf jeden Fall Respekt.

Positionierung

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“Ich bin ein Damenfriseur. Keine Herren, keine Kinder, nicht gemischt”, sagte unlängst eine Gründerin zu mir.

So geht Positionierung.