Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Wissen, was man weiß

W

Es ist ein interessantes Phänomen:

Oft wissen wir gar nicht, was wir alles wissen, bis wir uns mit jemand anderem darüber unterhalten haben.

Das ist auch das Faszinierende an meiner Tätigkeit als Berater: Viele Metaphern, Bilder und Konzepte entstehen bei mir erst während des Gesprächs mit meinen Kund*innen. Ich wusste davor gar nicht, dass diese Gedanken in mir stecken.

Erst dadurch, dass ich sie aussprechen konnte, werden sie für mich greifbar. Erst dann kann ich sie fassen, und erst dann kann ich sie weiter verarbeiten – z.B. hier im Blog.

Zufallskunden (2)

Z

Manchmal passiert es uns Lifestyle Entrepreneuren, dass Kund*innen zu uns kommen, wo wir nicht wirklich wissen, wieso sie uns gefunden haben.

Das ist gut, das ist schön – aber das ist auch gefährlich.

Zufallskund*innen wiegen uns nämlich in einer falschen Sicherheit. Sie machen uns glauben, dass unsere Positionierung eh passt, dass unser Marketing offensichtlich funktioniert, dass unsere Angebote überzeugend sein müssen.

Aber das stimmt nicht. Zufallskund*innen sind uns zugefallen trotz unserer Positionierung, unseres Marketings und unserer Angebote – nicht wegen.

Wenn du also überwiegend mit Zufallskund*innen arbeitest, sollte dir das ein Warnsignal sein.

Integrität

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Integrität bedeutet nicht (nur), dass du dir deine persönlichen Prinzipien und Werte bewusst machst.

Integrität bedeutet, dass du dich an deine persönlichen Prinzipien und Werte tatsächlich und verlässlich hältst.

Und zwar ganz besonders auch dann, wenn es dir zum Nachteil gerecht.

Bei der Integrität gibt es keine halben Sachen.

Nicht entscheiden können

N

Eine ausgesprochen nützliche Frage, wenn du dich nicht entscheiden kannst:

Welche Entscheidung hast du innerlich schon getroffen, traust du dich aber noch nicht auszusprechen?

Reichtum

R

Reichtum ist keine Zahl.

Reichtum ist ein Gefühl.

Sammelalbum

S

Ein Sammelalbum hat eine erstaunliche Eigenschaft: Es macht die Lücken sichtbar. 

Ohne Sammelalbum sieht man zwar, was man hat, aber man erkennt nicht auf einen Blick, was noch fehlt. Die leeren Stellen im Sammelalbum machen die Lücken jedoch augenscheinlich.

Sammelalben gibt es, im übertragenen Sinn, in vielen Bereichen unseres Lebens. Sie können das Gute fördern oder das Böse. 

Verloren

V

Ich habe meinen Ehering verloren.

Warum?

Weil er mir nicht mehr gepasst hat. Er war zu groß und ist mir irgendwie vom Finger gerutscht, ohne dass ich es gemerkt habe.

Wie lang ich das schon gewusst habe?

Dass er mir nicht mehr ideal passt? Naja, schon länger. Ein paar Jahre, ehrlich gesagt.

Warum ich nicht vorher etwas dagegen unternommen habe?

Tja… Das frage ich mich jetzt auch.

Gute Tage, schlechte Tage

G

An manchen Tagen läuft es einfach nicht rund. So sehr du dich auch bemühst, es ist einfach irgendwie der Wurm drin.

Tags darauf läuft wieder alles wie am Schnürchen.

Obwohl du eigentlich nichts verändert hast.

Formulare

F

Ich sehe es nicht als meine Aufgabe als Berater, meinen Kund*innen beim Ausfüllen von Formularen zu helfen.

Da ist meine Zeit und mein Know-How wirklich nicht gut eingesetzt.

Hilfsbereit

H

Meine Beobachtung: Die allermeisten Menschen sind hilfsbereit. Sie helfen gerne.

Das Problem ist jedoch, dass sie sich meistens nicht überlegen, was “Hilfe” in dem konkreten Fall überhaupt bedeutet.

Sie gehen nach folgender Heuristik vor: Was würde mir in so einem Fall helfen? Und wenn es mir hilft, dann wird es wohl auch jedem anderen helfen.

Stimmt halt leider nicht.

Bevor wir daher aus besten Absichten das tun, was wir selbst für hilfreich halten, sollten wir fragen:

Wie kann ich dir am besten helfen?

Oder: Was kann ich für dich tun?

Selbstwirksamkeit

S

Als eine meiner wichtigsten Aufgaben als Lehrender sehe ich, bei meinen erstsemestrig Studierenden die Selbstwirksamkeit zu stärken.

Du bist nicht allein. Du kannst es schaffen. Trau dir was zu.

Aber auch: Streng dich an! Es wird nicht einfach, aber es ist machbar!

Didaktik der Didaktiker

D

Ich muss es leider sagen: Selbst die didaktischen Handreichungen, die von Didaktiker*innen an deutschsprachigen Hochschulen kommen, lassen Klarheit und Verständlichkeit vermissen.

Die Texte sind großteils nicht gut geschrieben. Zu lang, zu umständlich, zu vage.

Ich bin überzeugt: Das ginge viel, viel besser.

Der Anspruch von Didaktiker*innen an ihre eigenen Materialien sollte viel höher sein.

Anstrengend

A

Einige meiner Studierenden möchten sich lieber nicht anstrengen.

Sie möchten die Lösung nicht selbst suchen. Sie möchten, dass ich ihnen den richtigen Weg vorzeige. Sie möchten, dass ich Ihnen die Mühe des Ausprobierens und des Fehlermachens erspare.

Das Problem dabei: So funktioniert Lernen nicht. Lernen ist anstrengend.

Je größer die Anstrengung, desto größer der Lerneffekt.

Angst vor der BWL

A

Eine Studentin meiner BWL-Lehrveranstaltung an der Fachhochschule hat mir heute folgendes Feedback gegeben:

Danke für den tollen Input! Sie haben mir echt die Angst vor BWL genommen – vor allem im ersten Semester.

Wenn jemand seine Angst vor der Betriebswirtschaft verliert und stattdessen beginnt, kreativ und freudvoll damit umzugehen…

Etwas Schöneres kann ich mir als Lehrbeauftragter nicht wünschen.

Kommt das zur Prüfung?

K

Mein Ziel als Lehrender ist es, Begeisterung für die BWL zu vermitteln. Zu zeigen, dass es sich dabei um ein sehr spannendes Thema handelt mit viel Praxisrelevanz. Ich will meine Studierenden zu eigenständigem wirtschaftlichen Denken und zum engagierten Anwenden ihres betriebswirtschaftlichen Wissens befähigen und ermutigen.

Der Fokus meiner Studierenden liegt jedoch sehr häufig auf der Prüfung. Ihr wichtigstes Ziel ist es, die Prüfung zu bestehen, um durch das Fach und im Studium weiter zu kommen.

Dadurch entsteht ein Spannungsfeld: Ich möchte Begeisterung vermitteln, die Studierenden fragen sich aber primär: Kommt das zum Test?

Dieses Spannungsfeld geht nicht weg, egal wie sehr ich mich um spannende Methoden und Inhalte bemühe.

Mit diesem Spannungsfeld müssen Lehrende wie Studierende leben.

Geld verändert alles

G

Überleg dir mal: Wenn du von jemandem etwas brauchst und ihn/sie um einen Gefallen bitten möchtest…

Wie wäre es, wenn du ihm/ihr anbietest, sie für die Mühe zu bezahlen?

Es muss nicht viel sein, aber Geld verändert die Interaktion nachhaltig. Sobald Geld im Spiel ist, wird alles professioneller. Das Gespräch wird ernsthafter sein, die Qualität der Information wird besser sein, und die Bereitschaft, auch zukünftig zu helfen, erhöht sich schlagartig.

Wenn du bereit bist, für Unterstützung zu bezahlen, wirst du vom Bittsteller zum Kunden. Deine Position verändert sich um 180 Grad.

Kurz: Du wirst professionell.

Thanksgiving 2021

T

Heute wird in den USA Thanksgiving gefeiert.

Ein schöner Anlass, um auch hierzulande dankbar zu sein.

Ich bin heute dankbar für meine Familie, meine Kund*innen, meine Geschäftspartner*innen. Für das gemeinsam Erreichte und für die Projekte, die noch vor uns liegen. Für die Momente, wo wir einander von Mensch zu Mensch begegnen, in der Freude, in der Angst, in unserer Verletzlichkeit.

Ich bin dankbar, dass ich in Wohlstand leben darf und dass ich Erfüllung finde in der Arbeit, die ich jeden Tag verrichte.

Und ich werde mich heute ganz besonders bemühen, meine Dankbarkeit jene Menschen spüren zu lassen, die mir so unendlich wichtig sind.

Website-Besucher

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Warum sollte jemand deine Website besuchen?

Wo sollen die denn bitte her kommen?

Schule

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Wozu gehen wir in die Schule?

In die Schule gehen Sie doch gar nicht, damit Sie sich diese Einzelheiten merken, sondern damit Sie lernen, sich mit anderen vernünftig über Sachverhalte zu verständigen.

Stefan Hopmann, Bildungswissenschaftler, NEWS 39|2021

Deshalb geht es auch nicht darum, ob wir Lehrende noch diesen Lehrinhalt vermitteln oder jene Einzelheit erwähnen. Darauf kommt es nicht an.

Es geht viel mehr darum, dass wir die Lernfreude, Lernfähigkeit und Gemeinschaft bei unseren Schüler*innen fördern.

Das brauchen sie nämlich auch noch, wenn sie erwachsen sind.