Tag#BestOf

Tränen

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Heute hat eine Gründerin in meiner Beratung geweint – leider nicht vor Freude.

Das kommt nicht oft vor, und es fällt mir nicht leicht, damit umzugehen. Manchmal laufen Dinge einfach schief, ohne dass jemand etwas dafür kann.

Da gibt es nichts zu richten, nichts zu beraten. Das einzige, was ich tun kann: Gemeinsam mit meiner Kundin den Schmerz aushalten.

Die Pflicht, hinzusehen

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Als Berater stelle ich immer wieder fest, dass es eine meiner wichtigsten Aufgaben ist, schmerzliche Dinge anzusprechen.

Dazu bedarf es zunächst der Fähigkeit und des Willens, hinzusehen und hinzuhören – gerade in den Momenten, wo es unangenehm ist.

Und schließlich braucht es das Gefühl für die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Nicht, um Dinge zu beschönigen, sondern um dem einzigen Weg zu dienen, der uns in der Beratung weiterbringt: Dem Weg des ehrlichen Wohlwollens.

Hamsterräder

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Es gibt Gründer, die suchen den Weg in die Selbständigkeit als Ausweg aus einer Anstellung, die sie zermürbt hat. „12 Jahre Gastronomie haben mich zerstört“, sagt ein ehemaliger Kellner, der nach Burn-Out seinen eigenen Waffelstand in einem Shopping-Center oder einen Kosmetikladen aufmachen möchte.

Es ist der Wunsch nach Freiheit, nach weniger Stress, nach Selbstbestimmung, der viele Lifestyle Entrepreneure antreibt. Das Problem dabei: Ist ein Waffelstand, der zehn Stunden am Tag an sechs Tagen die Woche geöffnet hat, wirklich weniger stressig – zumal er nur mit zwei Aushilfskräften kalkuliert? Sind eigene Mitarbeiter nicht nur eine andere Form von Stress?

Ist diese angestrebte Lösung wirklich erlösend? Oder wechselt hier nur jemand von einem Hamsterrad in das nächste?

„Die Menschen verwenden ihre Freiheit, um sich ihre eigene Versklavung zu schaffen“, sagt Paolo Coelho.

Who is it for?

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Ein Gedanke von Derek Sivers: Wenn du Lifestyle Entrepreneur werden willst, aber du keine Ahnung hast, wie dein Lifestyle Business aussehen soll, dann ist der Grund dafür vielleicht folgender:

Du bist dir nicht im Klaren darüber, für wen du dein Lifestyle Business machen willst.

  1. Möglichkeit: Du machst es nur für dich. Dann kannst du völlig ignorieren, was andere über dein Lifestyle Business denken. Du brauchst dir keine Gedanken über Produkt- oder Marketingstrategien machen. Das einzige Kriterium für den Erfolg eines solchen Lifestyle Business: Gibt es dir Sinn, Freude und Motivation? Allerdings ist fraglich, ob du auf diese Weise (genug) Geld verdienen wirst. So ein Lifestyle Business ist näher beim Hobby als bei einem richtigen Unternehmen.
  2. Möglichkeit: Du macht es für jemand anderen, nämlich für deine Kunden. Dann hast du ein Business, und dann ist für dein Business sehr wichtig zu wissen, was deine Kunden von deinem Angebot halten. Es ist wichtig, dass du dir überlegst, wie potenzielle Kunden von deinen Angeboten erfahren. “Der Kunde ist König”, und die Entscheidungen deiner Kunden sind wichtiger als deine eigenen Vorlieben. Dieses Lifestyle Business ist ein ernstzunehmendes Unternehmen, weil es darauf ausgerichtet ist, langfristig (genug) Geld zu erwirtschaften.

So weit, so klar. Aber ich frage mich schon länger, ob es für uns Lifestyle Entrepreneure nicht noch einen “dritten Weg” gibt. Ich glaube, ich bin diesem “dritten Weg” auf der Spur, aber ich kann ihn noch nicht in Worte fassen.

Helden

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Die Helden deines Lifestyle Business sind jene Menschen, die ungefragt helfen.

Menschen, die dir Arbeit abnehmen, weil sie sehen, dass du ohnehin schon nicht mehr weißt, wo hinten und wo vorne ist. Die dir ein nettes Wort schenken, weil sie spüren, dass gerade sie Selbstzweifel an dir nagen. Die dir zur Seite stehen, wenn du Spundes hast vor dem neuen Projekt, das dich vermeintlich überfordert.

Sei dankbar für diese Menschen, und lass sie deine Dankbarkeit wissen und spüren.

BWL ist für die Fische

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Wenn ich behaupte, dass Lifestyle Entrepreneure (wie generell alle Ein-Personen-Unternehmen/Solopreneure) keine BWL brauchen, meine ich nicht, dass sie ohne wirtschaftliches Wissen auskommen werden – im Gegenteil. Das Wissen, wie sie im Haifischbecken der Marktwirtschaft reüssieren können, brauchen sie wie einen Bissen Brot. 

Ich behaupte allerdings, dass die klassische BWL für Lifestyle Entrepreneure schlicht und einfach nicht taugt. Die klassische BWL hat sich stets an Großunternehmen orientiert und ist heute großteils mit sich selbst beschäftigt. 

Für Lifestyle Entrepreneure bräuchte es eine „Neue BWL“, die echte Antworten liefert für die unternehmerischen Herausforderungen, die sie tagtäglich zu meistern haben. 

Du hast immer eine Wahl

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Auch wenn es dir in einem Personal Project so scheint, als hättest du keine Wahl: Einen gewissen Handlungsspielraum gibt es immer – und wenn dieser Handlungsspielraum “nur” darin liegt, wie du über dieses Projekt denkst.

Unterschätze nicht, wie viel Autorität du über dein Leben hast, wenn du deine Autorität über deine Gedanken wahrnimmst.