Tag#BestOf

Bei mir kriegst du mehr!

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Wenn wir für unsere Kunden ein tolles Angebot schnüren wollen, dann denken wir meist: Okay, was kann ich in mein Angebot noch alles reinpacken, damit meine Kunden sehen, wie wertvoll mein Angebot ist?

Aber: Unsere Kunden wollen nicht unbedingt mehr. Sie wollen besser. Also sollte unsere Frage lauten: Wie kann ich für meine Kunden mein Angebot noch besser und noch besser und noch besser machen?

Weniger ist mehr. Weniger, aber besser.

Vorbilder im Verkaufen

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Es lohnt, sich unter seinen Vorbildern als Lifestyle Entrepreneur auch einige zu suchen, die Meister*innen im Verkaufen sind.

Unternehmer, die gut und gern und viel verkaufen, verdienen unseren Respekt. Viel zu oft werten wir sie jedoch ab, nach dem Motto: Denen geht es ja nur um’s Geld!

Um’s Geld sollte es aber auch uns gehen. Nicht nur um’s Geld, versteht sich. Aber auch. Deshalb finde ich es eine gute Idee, sich von Meister-Verkäufer*innen etwas abzuschauen.

Weil: Ohne Umsatz kein Business. Ohne Moos nix los.

Niemand will ein Verlierer sein

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Am Wochenende war mein fünfjähriger Sohn bei seinem ersten Fußballspiel. Ich habe ihm erklärt, zu welcher Mannschaft wir helfen und wer unser Gegner ist. Ich habe auch versucht zu erklären, dass wir unseren Gegner nicht hassen, aber dass wir trotzdem wollen, dass unsere Mannschaft gewinnt.

Lange stand es null zu null, bis zehn Minuten vor Schluss der Gegner in Führung ging. Mein Sohn meinte daraufhin zu mir, dass er ab jetzt lieber zum Gegner halten möchte, nicht mehr zu unserer Mannschaft. Er wollte nicht zu den Verlieren gehören.

Ich habe ihm erklärt, dass das so nicht geht. Dass man zu seiner Mannschaft auch dann halten muss, wenn sie verliert. Weil beim nächsten Mal gewinnen sie ja vielleicht wieder.

Was bei einem Kind vielleicht drollig wirkt, begegnet uns auch im Business: Niemand will ein Verlierer sein, und niemand will zu den Verlierern gehören. Da werden skrupellos die Seiten gewechselt. Da werden munter Prinzipien über Bord geworfen.

Treue auch in Momenten der Niederlage ist leider keine Kategorie im Business.

Strategie

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Lifestyle Entrepreneuren mangelt es praktisch nie an Ideen. Woran es hapert, ist die Strategie.

Eine Strategie ist der Weg, wie aus einer Idee ein Umsatz-bringendes Business wird. Eine Strategie zu haben bedeutet, sich bewusst für einen Weg zu entscheiden und, ganz wichtig, über längere Zeit dabei zu bleiben – auch (und gerade dann), wenn man nicht weiß, ob dieser Weg Erfolg bringen wird.

Eine Strategie zu haben bedeutet zu fokussieren. Fokus wiederum bedeutet, zu ganz vielen (auch guten) Ideen nein zu sagen und sich auf Weniges zu konzentrieren.

Eine Strategie wird auch nicht leichtfertig geändert. Besonders nicht in Situationen, wo Angst und Stress das Kommando übernehmen. Strategien dürfen nur zu festgelegten Zeitpunkten adaptiert werden – in Ruhe, mit Besonnenheit, mit guten Gründen.

Die unternehmerische Aufgabe, eine Strategie zu entwickeln, kommt deswegen ein bisschen unsexy daher. Strategiearbeit ist anstrengend, weil es den Mut zur Entscheidung und den Willen zum Nachdenken braucht. Und weil man trotzdem nie mit Sicherheit sagen kann, ob eine Strategie funktionieren wird.

Aber gerade wir Lifestyle Entrepreneure brauchen Strategien wie einen Bissen Brot. Denn ohne Strategie wird unser Lifestyle Business nicht gelingen, kann nicht gelingen. Zu groß sind die Ablenkungen, zu vielfach unsere Möglichkeiten. Ohne Strategie ist “Ende nie”.

Wir brauchen eine Strategie also nicht deswegen, weil im BWL-Lehrbuch steht, dass Unternehmen nun mal eine Strategie haben. Oder weil der Gründungsberater sagt, wir brauchen eine.

Wir brauchen eine Strategie für unser eigenes Seelenheil. Ohne Strategie werden wir narrisch.

BWL für Lifestyle Entrepreneure

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Wir Lifestyle Entrepreneure müssen uns die BWL zurückerobern – für unsere Zwecke!

Das gute alte Wissen des „sorgfältigen Kaufmanns”, das mehr mit Hausverstand zu tun hat als mit Wissenschaft.

BWL als Wissen mit Gebrauchswert. BWL als etwas, das uns hilft, unsere Arbeit gut zu machen.

Varianten von “mühsam”

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Ja, es gibt Kunden, mit denen zu arbeiten mühsam ist. Aber es ist auch mühsam, geniale Kunden mit der Lupe suchen zu müssen. Und es ist mühsam, einen leiwanden Kunden zu haben, der aber nicht zahlt.

Unter Umständen ist unsere einzige Freiheit zu wählen, welches “mühsam” wir auf uns nehmen wollen.

Empfehlungen

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Ich kann nur empfehlen, was ich verstanden habe.

Wenn du mir nicht mit einfachen und klaren Worten sagen kannst, was du mit deinem Lifestyle Business genau machst, welche Probleme du konkret löst und welche Hilfe ich genau von dir haben kann… wie soll ich es mir dann merken?

Und wie soll ich in dem Moment, in dem ich dich weiterempfehlen könnte, in Sekundenschnelle dein Angebot korrekt abrufen, wenn ich es in Wahrheit nie ganz verstanden habe?

Es wird nicht klappen.

Indem wir zu kompliziert sind, vergeben wir uns viele Chancen.

Schicksalsgemeinschaft

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Wir Lifestyle Entrepreneure sind nicht nur eine Wertegemeinschaft, wir sind auch eine Schicksalsgemeinschaft. Wir teilen nicht nur gemeinsame Werte, sondern wir teilen auch unsere Leiden.

Die Probleme von Lifestyle Businesses sind sich sehr ähnlich, egal wie unterschiedlich die Branchen oder Produkte auch sein mögen.

Es würde lohnen, wenn Lifestyle Businesses mehr zusammenarbeiten. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Transaktionale Beziehungen

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Wir halten es schlecht aus, wenn wir von jemandem etwas bekommen, aber nicht wissen, was er/sie dafür von uns will.

Transaktionale Beziehungen (also Beziehungen, die auf Geben und Nehmen beruhen), verstehen wir. Mit denen können wir umgehen. Wir wissen z.B., dass wir jedes Geschenk, das wir von einem Händler bekommen, auf die eine oder andere Weise wieder bezahlen werden oder bereits bezahlt haben.

Womit wir uns schwer tun, sind Beziehungen, wo die Transaktionalität nicht so klar ist. Was will jemand von uns, von dem wir was bekommen, der aber nie etwas dafür verlangt? Wie gehen wir mit jemand um, die scheinbar selbstlos gibt und gibt und gibt? Können wir ihr wirklich vertrauen?

Beziehungen, die gar keine Form von Transaktion, keine Form von Leistung und Gegenleistung ermöglichen, halten wir schlecht aus. Das sollten gerade wir Lifestyle Entrepreneure uns vor Augen halten: Es ist sehr löblich, wenn wir unseren potenziellen Kund*innen großzügig geben. Aber wenn wir dafür nie irgend etwas als Gegenleistung verlangen, werden sie früher oder später misstrauisch werden.

Nichts zu verlangen hilft niemandem.

Unreiner Reim

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Ein reiner Reim ist, wenn zwei Silben sich perfekt reimen: Hund – rund, Berg – Zwerg, Worte – Torte.

Ein unreiner Reim ist, wenn die Reimsilben nur annähernd übereinstimmen: Tür – vier, Größe – Getöse, reimen – scheinen.

Ein Lifestyle Business ist idealerweise „ein Gedicht, das sich leiwand reimt“, wie Wolfgang Ambros sagt.

Wie viele unreine Reime akzeptierst du in deinem Lifestyle Business?

Kernkompetenzen und Sekundärleistungen

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Wir Lifestyle Entrepreneure haben in unserem Lifestyle Business meist eine Kernkompetenz, in der wir wirklich gut sind. Das ist in der Regel unser Produkt, unser Angebot, unsere ganz besondere Leistung. Unser Ziel ist es, mit dieser Kernkompetenz Geld zu machen.

Unsere Achillesferse sind aber die vielen Sekundärleistungen, die ein erfolgreiches Business ebenfalls leisten muss: Marketing, Vertrieb, Networking, Strategie, Entwicklung usw.

Dadurch, dass wir in den Sekundärleistungen so abfallen, bringen wir uns um die Früchte unserer Kernkompetenz.

[Danke an Daniel Wagner für das Konzept.]

Kleine vs. große Unternehmen

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Ein Solo-Unternehmen ist nicht einfach nur eine kleine Mini-Version eines großen Unternehmens.

Ein Solo-Unternehmen funktioniert (wenn es funktionieren soll) ganz, ganz anders. Ein Solo-Unternehmen muss nach anderen Spielregeln spielen als die Großen. Wenn es versucht, es mit den Großen aufzunehmen, wird es entweder ignoriert oder platt gewälzt.

Solo-Unternehmen haben nur eine Chance: Sich auf ihre Stärken zu konzentrieren und das zu machen, was die Großen nicht tun können oder wollen.

Überproportional

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Es gibt Handlungen, die haben einen kleinen positiven Effekt (kurzfristig), aber ein hohes Risiko, dass man langfristig überproportional hohe Kosten zu tragen hat. Beim Autofahren eine SMS zu schreiben, wäre ein Beispiel. Oder ungeschützten Sex zu haben. Kurzfristig schön, aber langfristig kann dir das dein Leben ruinieren.

Und dann gibt es Handlungen, bei denen ist es umgekehrt: Die kurzfristigen Kosten sind gering, aber die langfristigen positiven Effekte können überproportional hoch sein. Ein Buch zu lesen, wäre ein Beispiel dafür. Bücher sind sehr billig in Relation zu der Chance, wie tiefgreifend ein gutes Buch dein Leben verändern kann. Eines der Bücher, die mein Leben am stärksten (positiv) verändert haben, habe ich um ein paar Euro am Flohmarkt gekauft.

Die Konsequenz daraus? Mach keine dummen Sachen. Lies lieber ein Buch.

Langeweile

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Bei Kindern sagt man, dass Langeweile ganz wichtig ist, weil nur aus Langeweile Kreativität entsteht. Wenn alles strukturiert und vorgegeben ist, wie soll dann kreatives Spielen entstehen?

Bei Erwachsenen bin ich mir nicht so sicher. Ja, Freiraum schafft Platz für Neues. Etwas Abstand verbessert den Blick auf das Ganze. Ein spielerischer Zugang erweitert sicher die Lösungskompetenz.

Aber Langeweile? Ich glaube, wem als Erwachsendem oft langweilig ist, dem war als Kind zu selten langweilig.

Kunstwerk

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Das Schöne, aber gleichzeitig das Schwierige und Frustrierende ist, dass die Gründung eines Unternehmens mehr Kunst als Wissenschaft ist.

Es gibt kein eindeutiges Regelwerk für den unternehmerischen Erfolg. Es gibt keine Patentrezepte. Es gibt kaum unternehmerische Tatsachen, von denen nicht auch das Gegenteil wahr wäre.

Der Prozess der Unternehmensgründung ist mitunter verwordagelt, aber das Ergebnis ist in jedem Fall ein Kunstwerk.

Das beste Marketing

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Das beste Marketing überhaupt ist, konsequent und wahrnehmbar nützlich für andere zu sein.

Mehr braucht es nicht.

Aber das ist eh anspruchsvoll genug.

Für die Nörgler

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Wieder eine clevere Idee von Seth Godin: Schreib dir eine Liste mit all den Gegenargumente, mit denen irgendwelche Passanten (Andy Holzer) daher kommen könnten, warum dein Projekt, deine Idee, dein Produkt nicht funktionieren kann und wird.

Also überleg dir im Vorhinein schon eine möglichst vollständige Liste mit allen Einwänden. Dann kannst du nämlich ganz cool sagen:

“Danke für deinen Hinweis. Ich habe ihn bereits auf meiner Liste. Und, übrigens: Hier sind auch noch all die anderen Gründe, warum meine Idee nicht funktionieren könnte. Die habe ich hier alle zusammengefasst, als Service für dich.”

Die meisten gehen

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In der Heilig-Geist-Kirche von St. Gabriel spielt Angela Amodio jeden Sonntag zur Messe an der Orgel. Sie ist eine wunderbare Organistin, und ihr während der Messe zuzuhören ist schon eine Freude. Aber nach jeder Messe spielt sie zusätzlich noch ein paar Minuten länger, jeden Sonntag ein anderes wunderbares instrumentales Orgelstück – einfach, weil sie kann.

Die meisten Kirchgänger haben zu diesem Zeitpunkt die Kirche schon verlassen. Für sie ist Angela Amodios Musik nicht mehr als Begleitmusik beim Verlassen der Kirche. Sie haben keine Zeit, kein Interesse oder keine Lust, länger als nötig in der Kirche zu bleiben.

Aber ein paar bleiben sitzen. Ihnen sieht man die Freude ins Gesicht geschrieben, wenn sie der Orgelmusik zuhören können. Sie bleiben bis zur letzten Sekunde, und sie klatschen am Ende dankbar Beifall.

Die meisten sind zu diesem Zeitpunkt längst gegangen, aber wichtig sind allein die, die geblieben sind.

Gründen zum Abgewöhnen

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Ich sehe als Gründungsberater so viele Angebote da draußen, wo sich Gründer*innen über das Gründen informieren können: Kompakte Infos in Form von Booklets, Videos, Webinaren und Live-Workshops.

So viele dieser Angebote kümmern sich fast ausschließlich um die technischen Aspekte der Gründung: Administrative To-Dos, Steuern, Sozialversicherung, Rechtsformen und so weiter.

So viele dieser Angebote haben deswegen weder Herz noch Seele. Nicht, dass sie inhaltlich nicht gut wären, aber sie holen die Gründer*innen nicht dort ab, wo die Gründung eigentlich beginnt: Bei ihren Emotionen, bei ihren Träumen und Unsicherheiten.

Die meisten Gründer*innen gründen ihr Unternehmen, weil es ihr Herzensprojekt ist. Dieses Herz sollte auch in den Angeboten für Gründer*innen spürbar sein – nicht als Nice-to-have, sondern als Ausgangspunkt für alles, was danach an (notwendigen) technischen Infos folgt.

Keiner rennt, keiner pennt

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Im amerikanischen Militär gibt es angeblich den Ausdruck “no hurry, no pause”. Gemeint ist damit, dass der beste Weg zum Ziel ist, stetig weiterzugehen. Nicht zu hetzen, aber auch keine Pausen einzulegen. Mein Bruder hat das übersetzt mit: “Keiner rennt, keiner pennt”. Sehr passend.

Ich denke, dieser Gedanke kann auch für uns Lifestyle Entrepreneure sehr hilfreich sein. Unsere Lifestyle Businesses sind “long games“, die sich am besten dadurch verwirklichen lassen, wenn wir konsequent an ihnen arbeiten, ohne aber Druck aufzubauen.

Don Miguel Ruiz hat diesen Gedanken wunderschön ausgedrückt:

„Die Wahrheit ist, dass es keine Rolle spielt, wie lange es dauert. Wir haben keine Eile, aber wir dürfen auch keine Zeit verlieren.”