Tag#Lebensfragen

Nützliche und unnütze Fragen

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Unnütze Fragen: Wer hat daran Schuld? Wer hat das verbockt? Wem ist dieser Blödsinn eingefallen?

Nützliche Fragen: Was können wir aus diesem Schlamassel lernen? Was macht diese scheinbar verkorkste Situation für uns möglich? Wie sorgen wir gemeinsam dafür, dass uns das in Zukunft nicht mehr passiert?

In der größten Not warst du nicht da

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Ein Gründer hat mir folgenden Gedanken mitgegeben:

Viele Kunden. aber auch viele Mitarbeiter wurden in der Corona-Krise enttäuscht, nämlich von ihren Lieferanten bzw. ihren Arbeitgebern. In einer Zeit, wo alle zusammenarbeiten müssten, wo wir besonders aufeinander angewiesen sind, haben sich einige Firmen(-Chefs) absentiert. Sie waren sie nicht erreichbar, weder im wörtlichen Sinn (z.B. am Telefon), noch im übertragenen, emotionalen Sinn.

Diese Enttäuschung wird noch lange nachwirken. Sie wirkt nach bei den Kunden, die in dieser Zeit andere Lieferanten gefunden haben, die da waren. Sie wirkt nach bei Mitarbeitern, die nun ebenfalls mit Wurstigkeit reagieren oder das eine oder andere Revanchefoul begehen.

„A friend in need is a friend indeed“, heißt es. Das gilt dieser Tage in besonderem Maße. Jetzt „da zu sein“ kann den Grundstein für eine lange und erfolgreiche (weil vertrauensvolle) Zusammenarbeit legen.

Die Chance ist da. Wirst du sie nutzen?

Das, was möglich war

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Wenn wir unser Bestes gegeben haben, wenn wir uns ehrlich bemüht haben, wenn wir nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben… dann ist das Ergebnis immer das Beste, das zu diesem Zeitpunkt möglich war.

Unser Bestes ist nicht immer gleich gut, aber es ist stets das Beste, das eben diesmal möglich war.

Darum dürfen wir aufhören, uns zu quälen mit dem Grübeln darüber, ob das Ergebnis gut genug ist, ob wir es besser hätten machen können. Es ist das Beste, das möglich war. Punkt. Es wäre diesmal nicht besser gegangen, es hätte diesmal nicht besser sein können, unter keinen Umständen.

Wenn wir uns das vor Augen halten, und wenn das Ergebnis in den Augen anderer trotzdem nicht ausreichend sein sollte, dann haben wir uns nichts vorzuwerfen. Wir haben unser Bestes gegeben und können das Spielfeld erhobenen Hauptes verlassen.

Das nächste Spiel kommt bestimmt. Wir werden dann wieder die Chance haben, unser Bestes zu geben. Neues Spiel, neues Glück. Aber dieses Spiel ist abgepfiffen. Undefeated, everybody goes home.

Langweilig (3)

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Notiz an mich: Wenn du Gespräche haben willst, in denen es um etwas geht, dann fang du damit an, solche Gespräche zu führen.

Oder wie der unsterbliche Georg Danzer sagt: „Besser di, dann bessert sich die Welt.“

Langweilig (2)

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Worum es geht, wenn es in einem Gespräch um nichts geht – und was dann zu tun ist:

„Wenn ich so nachdenke, fallen mir sogar ganz viele Situationen ein, bei denen es dem Gesprächspartner gar nicht darum geht, sich auszutauschen, sondern um ganz andere Dinge. Und zwar meistens um sich selbst. Wenn ich nicht mehr viel Zeit habe, möchte ich lieber nicht mehr Komparsin bei so etwas sein – ich will keine Zeit verschwenden für etwas, das ich im Grunde eh nicht ausstehen kann.”

Alexandra Reinwarth, Das Leben ist zu kurz für später, S. 57

Langweilig

L

Mich langweilen (leider) die meisten Treffen im Familien- oder Freundeskreis. Das liegt nicht nur daran, dass ich kein besonders geselliger Mensch bin. Es liegt an meinem Eindruck, dass es in den meisten Gesprächen um nichts geht.

Ich bin ein Lehrer. Deshalb mag ich es, wenn ich in einem Gespräch etwas lerne. Ich mag es, wenn ich zum Nachdenken angeregt werde. Ich mag es, wenn jemand mit mir ernsthaft diskutieren mag.

In vielen Unterhaltungen geht es jedoch um (für mich) sehr oberflächliche Themen, das sind keine echten, tiefgehenden Konversationen. Und so kommt es, dass ich mich z.B. in Beratungsgesprächen mit UnternehmensgründerInnen wohler fühle als bei so manchem “Gespräch” im Privaten – was ich unendlich schade finde.

Ich habe deswegen auch immer wieder mal ein schlechtes Gewissen, weil ich meine Freunde und Familie wirklich sehr, sehr mag. Aber ich wünschte mir, sie würden mit mir über die Dinge reden, die wirklich wichtig sind im Leben.

Furchterregend und gefährlich

F

Furchterregend und gefährlich ist nicht dasselbe.

Wir haben Angst vor Dingen, die eigentlich überhaupt nicht gefährlich sind. Wenn wir uns beispielsweise entscheiden, mit einem Blog, einem Podcast oder einem Video-Kanal “sichtbar” zu werden, so ist das in keiner Weise gefährlich. Weder Leib noch Leben sind bedroht. Dennoch reagieren wir so, als wäre genau das der Fall. Unser Körper reagiert, als wäre die Bedrohung real.

Gleichzeitig entscheiden wir uns die Dinge, die wirklich gefährlich sind, weitgehend zu ignorieren. Die Sprachlosigkeit in der Beziehung, der Stillstand im Business, die Erwärmung der Erde… da wäre es angebracht, alarmiert zu sein.

Aber wir fürchten uns lieber, statt uns um die wirklich gefährlichen Dinge zu kümmern.

Wir werden alle sterben

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Wenig im Leben ist so gewiss wie der eigene Tod. Und dennoch handeln wir tagein, tagaus so, als würde diese Tatsache ausgerechnet auf uns nicht zutreffen, als hätten wir ewig Zeit.

Im Leben gibt es keine Nachspielzeit.

Worauf wartest du eigentlich noch?

[Mein Podcast über den eigenen Tod]

Erfolge

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Note to self: Wenn du schon mal Erfolg hast, wenn etwas tatsächlich so klappt, wie du es dir vorgestellt hast, wenn rundum Zufriedenheit mit dem Ergebnis herrscht…

… dann geh nicht gleich wieder zur Tagesordnung über.

Du hast lange darauf hingearbeitet. Es war schwer genug. Gönn dir die paar Momente in der Sonne.

Anerkennung

A

Wir alle stehen auf den Schultern von Riesen. Was wir denken, sagen und tun haben wir von Menschen gelernt, die uns auf besondere Weise beeinflusst haben.

Unseren besten Lehrern, unseren Förderern und Mentoren haben wir viel zu verdanken. Sie haben geholfen, uns dahin zu bringen, wo wir heute stehen.

Von diesen besonderen Lehrern ein Wort der Anerkennung und des Lobes zu bekommen, bedeutet uns wahrscheinlich gerade deswegen so besonders viel, weil wir eigentlich tief in ihrer Schuld stehen.

Die beste Art, wie wir uns bei unseren Lehrern bedanken können, ist, dass wir sie eines Tages übertreffen und noch besser werden als sie – und dass wir unsere Fähigkeiten dann wiederum an junge wissbegierige Schülerinnen und Schüler weitergeben, bis diese uns übertreffen.

Namen

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Wir können Dinge erst begreifen, wenn wir ihnen einen Namen gegeben haben. Solange etwas keinen Namen hat, können wir es nicht erfassen.

Deshalb reagieren viele Menschen, die sich krank fühlen, auch so erleichtert, wenn sie eine Diagnose bekommen. Wenn die Krankheit einen Namen hat, können sie auch damit umgehen (lernen).

Wir sollten also die Bedeutung der Namen, die wir vergeben und verwenden, nicht unterschätzen. Mit den Namen, den wir geben, definieren wir nämlich auch, wie wir handeln und wie wir behandelt werden wollen.

Was hast du vermisst?

W

Jetzt, am Beginn der Rückkehr zur “neuen Normalität”, ist ein guter Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen und zu fragen: Was hast du in den letzten Wochen wirklich vermisst? Was hat dir wirklich gefehlt?

Ich schätze, das sind nur einige wenige Dinge und/oder Personen. Von diesen Dingen hol dir mehr in dein Leben, weil sie dir gut tun und weil sie dich mit Freude und Energie erfüllen.

Alles andere lass einfach zurück. Es war ohnehin nur Ballast für dein Lifestyle Business.

Wer will das machen?

W

Chancen entstehend da, wo es Verantwortung zu übernehmen gibt.

Es ist ein häufiges Phänomen: Menschen wollen Karriere machen, wollen Erfolg haben im Business, aber die Verantwortung, die damit verbunden wäre, die wollen sie nicht übernehmen. Viel Verantwortung liegt einfach herrenlos herum.

Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen, die aufzeigen und sagen “Hier, ich!”, wenn gefragt wird “Wer will sich darum kümmern?” – diese Menschen sind rar.

Wenn du bereit bist, Verantwortung zu übernehmen, wo sich alle anderen wegducken, dann wirst du unverzichtbar: Für deine Chefs genauso wie für deine Kunden. Es geht gar nicht anders, als dass deine Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen, immer mehr und immer besser werden – und dass damit auch deine Gelegenheiten und Chancen für Erfolg mitwachsen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

W

Wie sollen wir wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um ein Projekt zu starten? Oder der richtige Zeitpunkt, um ein Projekt wieder zu beenden?

Esther Perel meint, dass es die „story of our lives” ist, dass wir unser Leben lang mit dem “richtigen Zeitpunkt” hadern. Dass wir uns manchmal wünschten, wir hätten uns früher getrennt, und dass wir uns ein anderes mal wünschten, wir wären länger dabei geblieben.

Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir unser Leben lang von den Zweifeln begleitet werden, ob der Zeitpunkt richtig war. Das wird uns nicht erspart bleiben.

“Life is a series of hellos and goodbyes”, singt Billy Joel. Das beste, was wir tun können, ist bewusste Entscheidungen zu treffen und Vertrauen in den gewählten Zeitpunkt zu haben.

[Mein Podcast über selbst-initiierte Trennungsprojekte]

Sollbruchstellen

S

An Übergängen gehen Informationen verloren – das war immer schon so. In Krisenzeiten gilt das jedoch ganz besonders: Da fallen auch wichtige Informationen unter den Tisch. Nicht aus böser Absicht, sondern deswegen, weil so viel los ist, dass man einfach nicht alles unter Kontrolle haben kann. In Krisenzeiten ist das Leben schwer zu managen.

Darüber kann man sich ärgern, dafür kann man sich und andere geißeln und mit Kleinlichkeit quälen. Oder man kann zu sich und anderen großzügig sein und anerkennen, wenn sich jemand bemüht, in herausfordernden Zeiten trotzdem sein/ihr Bestes zu geben.

Wir leiden an uns selbst

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Wir schauen weg, wo wir hinschauen sollten.

Wir zaudern, wo wir mutig voranschreiten sollten.

Wir sind stolz, wo wir um Verzeihung bitten sollten.

Wir werden geschäftig, wo wir innehalten sollten.

Wir machen uns unser Leben wirklich nicht leicht. Wir schaffen uns unseren eigenen privaten Kreuzweg jeden Tag selbst.

Kreuzweg

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Wolfgang Kirchmayer sagt: Jeder will die Auferstehung, aber niemand will den Kreuzweg.

Der Schmerz gehört zur Freude, genau wie der Tod zum Leben gehört. Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir nur die “positiven Seiten” in unserem Leben wahrnehmen wollen. Wir ignorieren dadurch, dass der Keim des Neuen in der Vergänglichkeit des Alten liegt.

Zu Ostern hätten wir die Chance, innezuhalten und uns daran zu erinnern.

Du hast immer eine Wahl

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Auch wenn es dir in einem Personal Project so scheint, als hättest du keine Wahl: Einen gewissen Handlungsspielraum gibt es immer – und wenn dieser Handlungsspielraum “nur” darin liegt, wie du über dieses Projekt denkst.

Unterschätze nicht, wie viel Autorität du über dein Leben hast, wenn du deine Autorität über deine Gedanken wahrnimmst.