Wenn ein Gründerpaar auch privat zusammen ist, dann gibt es zwei Ebenen, wo was schief gehen kann.
[Danke Michael Hähnle für diesen Gedanken.]
Wenn ein Gründerpaar auch privat zusammen ist, dann gibt es zwei Ebenen, wo was schief gehen kann.
[Danke Michael Hähnle für diesen Gedanken.]
Gründer:innen bauen oft Strukturen auf, die ihr eigenes Wachstum bremsen – ohne es zu merken.
Sie fangen einfach falsch an – weil sie es nicht besser wissen. So entstehen sehr früh dysfunktionale Systeme, und das oft vollkommen unbewusst.
Wenn sie dann mit ihrem Business scheitern, ist es nicht ihr persönlicher Fehler, sondern ein „Fehler im System“: Die Konsequenz dessen, dass sie völlig verkehrt angefangen haben.
Genau darin, diese Konstruktionsfehler frühzeitig aufzudecken, kann der Wert guter Gründungsberatung liegen.
Wir Solopreneure investieren tendenziell zu wenig in unser Business.
Es gibt Ausnahmen, aber die meisten von uns geben für ihr Business zu wenig Geld aus.
Weil uns der Mut und das Vertrauen fehlen.
Jede Person, die bei mir einen Gründungs-Checkup bucht, schenkt mir viel Vertrauen.
Sie macht sich verletzlich und setzt sich meiner Experten-Meinung aus. Sie riskiert, dass das, was ich über ihre Gründungsidee zu sagen habe, ungemütlich werden könnte. Und über sich selbst und seine Idee zu reden, ist ganz allgemein keine einfache Aufgabe.
Und sie bucht mich trotzdem!
Das ist erstaunlich! Und etwas, das ich nie für selbstverständlich halten will.
Unlängst habe ich von einer Geschäftsführerin eine sehr leiwande Definition von “Qualität” gehört:
“Qualität heißt: Wir machen keine halben Sachen.”
Das dürfen wir Solopreneure sehr gerne für uns übernehmen. Die Folgen wären erstaunlich!
Unlängst, bei einem Workshop, wurde ich gefragt: Welche Fähigkeit hättest du gerne?
Ich: Richtig gut verkaufen können.
Franziska Ambacher sagt in einer sehr spannenden Podcast-Folge: Wir Solopreneure überfrachten unsere Angebote. Wir packen immer noch etwas drauf. Und noch was.
Dadurch überfordern wir uns zweifach:
Franziska Ambacher sagt, dass hier ein „doppelter Flaschenhals“ entsteht, der uns Solopreneure blockiert. Ihre Lösung: „Kleinere Brötchen backen“, d.h. kleinteiligere Angebote entlang der Produkt Treppe zu entwickeln.
„Wenn dein Geschäft gerade nicht läuft, ist es wahrscheinlich deine Treppe“, sagt Franziska Ambacher. Und damit hat sie ziemlich sicher recht.
Stefanie Kneisz sagt: Es sind immer drei Dinge, die entscheidend sind, ob jemand kauft:
Deine Kunden entscheiden sich für dich, nicht für dein “Produkt” – weil sie dir vertrauen (oder auch nicht).
Das erste Schweinchen baut sein Haus aus Stroh — schnell und billig. Das zweite baut sein Häuschen aus Holz — etwas solider, aber auch nicht viel mehr. Das dritte legt Ziegel auf Ziegel, unermüdlich, während die anderen beiden längst die Füße hochgelagert haben.
Bis der Wolf kommt.
Viele (vielleicht die meisten) Solopreneur:innen bauen ihr Business wie das erste Schweinchen. Nicht aus Faulheit, sondern weil sie schnell zu sichtbaren Ergebnissen kommen wollen. Strohhäuser wirken auch auf Instagram nicht schlecht. Bis der erste Sturm kommt. Dann rächen sich die Baumängel.
Langsamer bauen war nie das Problem. Das Problem war nur, dass es von außen wie ein Rückstand aussieht.
Ja, durch KI sind jetzt Ideen umsetzbar, die früher niemals umsetzbar gewesen wären.
Aber: Dadurch entsteht auch viel Stress, weil keine Idee mehr „automatisch“ ausscheidet.
[Danke Jonas Tietgen für diesen Gedanken.]
Der Rechnungshof kritisiert die Bezüge von Funktionären und Spitzenpersonal in der WKO.
Der Rechnungshof sagt, das Gehalt eines WKO-Generalsekretärs ist höher als das eines Wirtschaftsministers. Und das ist unangemessen.
Die WKO sagt, das Gehalt eines WKO-Generalsekretärs entspricht dem eines Managers in der Privatwirtschaft. Deshalb ist es angemessen.
Es ist halt immer die Frage, mit wem du dich vergleichst: In welches Ladl ordnest du dich ein, und ich welches Ladl ordnet dich der Rest der Welt ein?
Und das kann mitunter schon zu Spannungen führen.
[Ein kleiner Hinweis zur richtigen Einordnung: Die WKO ist kein Unternehmen der Privatwirtschaft. Das merkt man allein schon daran, dass ein privatwirtschaftliches Unternehmen um Umsatz kämpfen muss, während die WKO in den Genuss von Pflichtmitgliedsbeiträgen kommt.]
Ja, als Solopreneur kannst du mithilfe von KI jetzt ein ganzes Team haben, ohne ein Team zahlen zu müssen.
Das wäre früher nicht möglich gewesen.
Aber so ein KI-Team aufzubauen und zu führen… Das ist noch ein Skill mehr, das du als Selbständige:r lernen musst.
Einfacher wird es nicht.
[Danke Jonas Tietgen für diesen Gedanken.]
Wir müssen einen Nutzen stiften und ein Problem lösen – für jemanden, der Geld hat. Das ist er Kern des Business.
Es hat keinen Sinn, auf einem Thema draufzubleiben, für das kein Geld ausgegeben wird.
Wenn Jesus CEO wäre – was würde er tun?
(mehr …)Sehr, sehr spannender Gedanke von Michael Lehofer:
“Ich habe irgendwann einmal begriffen, dass jeder irgendwann versteht, welchen Beruf er haben möchte. Und egal, welchen er dann wirklich ergreift, er wird es immer sein.”
Das bedeutet: Egal, welchen Job man gerade hat, man wird immer seinen Beruf ausleben. Ich könnte also z.B. auch Polizist sein und wäre trotzdem immer ein Lehrer. Ich würde wahrscheinlich junge Polizist:innen einschulen oder an der Polizeischule lehren.
Das ist eine starke, starke, starke Einsicht. Und eine Befreiung von dem Druck, “sein Ding” finden zu müssen. Aus dieser Sicht kann man nämlich gar nicht anders, als “sein Ding” zu machen.
Es wird sich in jedem Job durchkämpfen und an die Oberfläche dringen.
Wie der Löwenzahn.
Bettina Steiner sagt:
Es sollte eine eiserne Regel geben: Eltern jammern nicht über ihre Kinder, Chefs nicht über ihre Angestellten, und Politiker jammern nicht übers Volk.
Ich ergänze noch: Selbständige jammern nicht über ihre Kunden.
Aber sonst bin ich sofort dafür!
Stefanie Stahl sagt: Unser Gehirn verwechselt (leider) vertraute Situationen mit Sicherheit. Was wir kennen, fühlt sich sicher an. In gewohnten Umgebungen/Beziehungen/Aufgaben fühlen wir uns selbstbewusster.
Daher bleiben wir Solopreneure leider zu oft in unseren gewohnten Mustern hängen. Weil wir uns mit ihnen sicher fühlen.
Aber nicht, weil sie für unser Solo-Business hilfreich wären.
Das Problem der meisten Ein-Personen-Unternehmen: Wir machen nur, was uns gerade freut.
Und wenn uns morgen was anderes freut, dann machen wir das.
Wir verschenken ganz viel Potenzial (am Markt), weil wir so inkonsequent sind.
Matthias Barth fragt: Was machst du eigentlich, NACHDEM deine Positionierung steht?
Weil: Deine Positionierung funktioniert nur, wenn du sie auch durchziehst. Von der Website über LinkedIn bis hin zum Erstgespräch mit einem potenziellen Kunden.
Hat das eine einheitliche Linie? Gibt es einen roten Faden? Sagst du in allen Kontexten das Gleiche?
Und: Wie leicht bist du zu überreden, einen Auftrag anzunehmen, der überhaupt nicht zu deiner fein säuberlich ausgearbeiteten Positionierung passt?
Viele Menschen hören im Alter schlecht. Das ist nicht ihr Verschulden, aber viele nehmen es persönlich.
Hörgeräte sind in diesem Fall äußerst nützliche Geräte. Sie helfen Menschen dabei, weiterhin an Unterhaltungen (und damit am sozialen Leben) teilzunehmen. Eine äußerst sinnvolle Sache, die aber gleichzeitig viel Widerstand erzeugt – selbst bei den Menschen, die eigentlich am meisten von einem Hörgerät profitieren würden.
Unlängst habe ich eine Anzeige von Hansaton gesehen, die ich spannend finde. In dieser Anzeige wurden spezielle Hörgeräte mit “Sprachverstärker-Funktion” beworben. Und ich habe mir gedacht: Das ist eine sehr smarte Idee.
Das Wort “Hörgerät” hat nämlich einen leicht anklagenden Unterton. Schließlich ist es mein Problem, wenn mein Hörvermögen nicht mehr wie früher funktioniert. Es ist ein Defizit meines Körpers, es ist eine Schuld.
“Sprachverstärker” hingegen ist viel weniger beschämend. Es ist nicht meine Schuld, wenn die anderen Menschen zu leise sprechen, dass man sie vernünftig verstehen könnte. Es ist deren Schuld, und mit einem “Sprachverstärker” kann ich das Defizit anderer Menschen ausgleichen.
Rein technisch gesehen ist zwischen einem “Hörgerät” und einem “Sprachverstärker” wahrscheinlich ganz wenig Unterschied.
Aber der Unterschied in den Storys, die sich schwerhörige Menschen über diese beiden Geräte erzählen, ist gewaltig.