Tag#LifestyleBusiness

Die Antwort ist schon da

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Die meisten Solopreneure zögern nicht, weil sie die Antwort nicht wüssten. Sie zögern, weil sie ihrer Antwort nicht trauen.

Wir glauben nämlich: Irgendwo da draußen gibt es einen Experten mit dem perfekten Framework. Jemanden mit dem exakt richtigen Playbook. Den einen Gedanken, der alle Probleme löst. Man muss nur lange genug suchen.

Dabei ist es eher so: Selbst wenn man diesen Experten findet, muss man seine Antwort trotzdem auf die eigene Situation anpassen. Man muss trotzdem entscheiden, ohne zu wissen, ob es die richtige Entscheidung ist. Man muss es trotzdem selbst herausfinden.

Also könnte man gleich seiner eigenen Antwort vertrauen – und dabei eine Menge Zeit sparen.

Die vier Sprachen des Sinns

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Wenn jemand sagt, er will sinnvolle Arbeit machen, klingt das klarer, als es vielleicht ist.

Denn “Sinn” ist kein einheitlicher Begriff. Dorie Clark meint, “Sinn” umfasst mindestens vier verschiedene Bedürfnisse:

  1. Das Gefühl, zu etwas Wichtigem beizutragen (Zweck).
  2. Die Wahrnehmung, angemessen gesehen zu werden (Status).
  3. Die alltägliche Erfahrung, dass die Arbeit Energie gibt statt nimmt (Freude).
  4. Das Gefühl, für das, was man tut, wirklich gewürdigt zu werden (Anerkennung).

Alle vier “Sinn-Formen” sind für uns Menschen wichtig. Und es ist legitim, dass wir diese “Sinne” auch in unserer Arbeit als Solopreneure suchen.

Aber je nachdem, welchen Sinn wir genau suchen, kommen wir zu sehr unterschiedlichen Antworten. Wer glaubt, er sucht Zweck – und in Wirklichkeit fehlt ihm Anerkennung –, wird zwangsläufig Enttäuschungen erfahren. Wer Status mit Freude verwechselt, gründet das falsche Business.

Die Diagnose bestimmt, welche Therapie die richtige ist.

Die Lefsetz-Regeln

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Bob Lefsetz hat unlängst einige “rules” aufgestellt, die ich hier auf die Situation von Solopreneuren umgelegt habe:

  1. Jeder glaubt, eine Ausnahme zu sein. Du auch. Aber die Regeln – Verträge, Fristen, Abmachungen – gelten auch für dich.
  2. Kleine Vergehen summieren sich. Die eine Rechnung, die du etwas zu spät schickst. Der eine Termin, den du verschiebst. Das summiert sich – in der Wahrnehmung deiner Kunden.
  3. Wer das System austrickst, verdrängt jemanden, der ehrlich spielt. Wenn du Zertifikate, Auszeichnungen oder Referenzen aufblähst, nimmst du Platz weg für jemandem, der ehrlich spielt.
  4. Alle rationalisieren ihre Regelbrüche “Alle machen das so.” “Ist ja nur einmal.” “Der Markt zwingt mich dazu.” Das sind alles Ausreden.

Bob Lefsetz’ Blogpost endet nicht mit einem Appell, sondern mit Resignation. Unfairness im Markt wird nicht verschwinden, meint er.

Du kannst trotzdem entscheiden, wie du selbst spielst.

Schweigen ist Gold

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Was ich bei meinem Frisör wahrscheinlich am meisten genieße: Dass ich nicht plaudern muss.

Endlich, nach Jahren der Suche, habe ich einen Salon gefunden, wo es angenehm ruhig ist. Alle schweigen: Die drei Frisöre und auch alle Kunden.

Trotzdem ist der Frisörsalon ein sehr freundlicher Ort. Denn: Ein freundlicher Frisör muss nicht mit jedermann den ganzen Tag plaudern. Freundlich zu sein auch bedeuten, dass man das tut, was für die Kunden am angenehmsten ist.

Liquidität rules

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“Liquidität zu haben, verändert fast alles”, schreibt Ehrenfried Conta Gromberg.

Und: “Selbstständigkeit wird dann leicht, wenn Deine Kasse gut gefüllt ist.”

Liquidität bedeutet Freiheit. Oder: Keine Freiheit ohne Liquidität.

Ein Hoch auf die Liquidität!

Verwirklichung oder Wirkung?

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Wenn es dein Anspruch ist, dich in deinem Business selbst zu verwirklichen, dann ist das schön und gut. “Aber bitte verlang doch nicht von deinen Kundinnen und Kunden, dass sie das zahlen wollen!”, sagt Philipp Maderthaner.

Hand aufs Herz: Deine neue Idee… Dient die wirklich deinen Kunden, oder dient sie eher deinem Ego?

Definitonssache

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Wenn man eine Schauspielerin ist, aber keine Rollen bekommt… Ist man dann eine Schauspielerin?

Wenn man Stürmer ist, aber keine Tore schießt… Ist man dann ein Stürmer?

Wenn man Solopreneur ist, aber keine Kunden hat… Ist man dann ein Unternehmer?

Am Eröffnungstag

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Unlängst war ich zufällig in einem Burger-Lokal, das anscheinend gerade seinen Eröffnungstag hatte.

Das Essen war hervorragend, aber das organisatorische Chaos war nicht zu übersehen.

Am Anfang ist das Wichtigste, dass das Produkt gut hervorragend ist. Aber mittelfristig sollten sich auch die Abläufe einspielen, damit der Gründer weniger gestresst ist – und damit auch seine Kund:innen.

Der ratlose Kunde

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Maggie Patterson sagt: Es geht oft gar nicht darum, mehr Anfragen zu bekommen. Es geht oft allein darum, mehr aus den Anfragen zu machen, die schon da sind.

Das Problem ist häufig: Der Kunde ist interessiert, aber die nächsten Schritte sind nicht klar. Der Kunde muss sie sich selbst zusammenschustern. Und das ist anstrengend! Natürlich verschiebt der Kunde es auf „später“, sich wieder zu melden, weil er sich zuerst mal zusammenreimen müsste, was überhaupt als erstes zu tun ist.

Clear is kind. Mach glasklare und eindeutige Ansagen, wie es weitergeht — z.B. nach dem Erstgespräch. Mach den Prozess transparent: Was, bis wann, wie. Und was danach.

Das erhöht nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde bucht.

Der Vorteil von Budgets

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Wenn man als Solopreneur nicht von Haus aus Budgets vorsieht (z.B. für Weiterbildung, Produktentwicklung, Experimente), dann ist man oft zu geizig, das Geld auszugeben.

Ein Budget bringt kein frisches Geld. Das Geld war vorher schon da. Was ein Budget aber vorwegnimmt, ist die Entscheidung, wofür das Geld verwendet werden soll. Wer ein Weiterbildungsbudget von 2.000 Euro festlegt, muss beim nächsten Kurs nicht mehr herumeiern. Die Frage wurde schon beantwortet – bei der Budgetplanung im Jänner, in zehn Minuten.

Wer kein Budget hat, muss dieselbe Frage jedes Mal neu beantworten. Und weil jede neue Entscheidung, sein hart verdientes Geld auszugeben, immer ein bisschen weh tut, sagen wir Solopreneure gerne “Nein”.

Das ist kein Geiz, sondern schlechte strategische Ressourcenplanung.

Drüber reden

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Ich kann allen Gründer:innen nur raten:

Sprecht über eure Gründung! Sprecht über eure Geschäftsidee! Sprecht darüber, was ihr vorhabt!

Auch und gerade mit Freunden, Bekannten und Familie. Erstens ist es ein gutes Training, seine Geschäftsidee in Worte zu fassen. Und zweitens weiß man nie, wo ein Kontakt, eine Möglichkeit oder sogar ein Auftrag daher kommt.

Drüber reden hilft immer – und besonders bei einer Gründung.

Die Vielleicht-Kandidaten

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Unlängst hat mir eine Gründerin erzählt, die in der Personalvermittlung arbeitet:

Am einfachsten sind die Bewerber:innen, die perfekt auf den Job passen. Dann kommen die Bewerber:innen, die gar nicht passen. Am schwierigsten sind die “Vielleicht-Kandidat:innen”: Sie passen nicht ideal, aber vielleicht irgendwie schon. Diese Bewerber:innen machen im Recruiting am meisten Arbeit.

Und ich denke mir: Ist es nicht in unserem Lifestyle Business genauso? Am schwierigsten sind die Vielleicht-Projekte, die Vielleicht-Kund:innen, die Vielleicht-Aufträge. Sie machen am meisten Arbeit, und das Ergebnis ist meistens un-leiwand.

Hell yes – or no, sagt Derek Sivers. So würden wir uns die Vielleicht-Optionen ersparen.

Warum man’s macht

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Was ich von meinen Gründer:innen in der ersten Phase nach der Gründung immer wieder höre:

Es macht einen Riesenunterschied, ob man etwas “für sich selbst” macht oder für irgendeinen Arbeitgeber.

Wenn man für sich selbst und sein eigenes Business arbeitet, dann bekommen auch die unliebsamsten Aufgaben plötzlich einen Sinn und lassen sich leichter bewältigen.

Wahrscheinlich ist das eine der größten Geschenke, die eine Selbständigkeit mit sich bringt: Das Warum wird viel, viel klarer.

Das Geld, das du nicht siehst

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Einkommen ist die Voraussetzung für Vermögen. Aber Einkommen allein reicht nicht.

Was zählt, ist der Unterschied zwischen dem, was reinkommt, und dem, was wieder rausgeht. Dieser Überschuss — in der Fachsprache: Free Cashflow — ist der einzige Teil deines Geldes, über den du wirklich frei entscheiden kannst. Den Rest hat das Leben schon verplant: Miete, Strom, Versicherungen.

Wer diesen Überschuss nicht kennt, kann ihn nicht steuern. Und wer ihn nicht steuert, hat im Grunde keine Entscheidungsfreiheit — auch wenn das Konto am Monatsende ein Plus zeigt.

Es stimmt schon: Viele Menschen kommen irgendwie durch. Aber “irgendwie durchkommen” ist keine Strategie, sondern ihr Ausbleiben. Der Urlaub, die Rücklage, die Investition — all das setzt voraus, dass du weißt, wieviel “freies” Geld dir tatsächlich zur Verfügung steht.

Und das weißt du nur, wenn du deine Einnahmen und deine Kosten (betrieblich und privat) genau trackst.

Cheerleader

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Wenn wir gründen, wenn wir selbständig sind und unser eigenes Business haben oder wenn wir uns sonst wie aus dem Fenster lehnen… Dann haben wir nicht nur Supporter. Es gibt eine Menge Menschen, die ihre Freude daran hätten, wenn wir auf die Fresse fallen.

Ich verstehe diese Missgunst nicht, und zwar überhaupt nicht. Aber ich kann sie nicht wegzaubern.

Was ich tun kann, ist meine Gründer:innen anzufeuern und ihnen zu sagen: Du schaffst das! Go, go, go!

Hoffnungen und Sorgen

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Wenn man ein großes neues Projekt startet, dann sind damit Hoffnungen und Sorgen verbunden.

Nicht alle Hoffnungen werden sich erfüllen. Das Leben ist schließlich kein Wunschkonzert.

Nicht alle Sorgen werden eintreten. Gott sei Dank.

Manchmal wechseln Sorgen und Hoffnungen sogar die Seiten.

Was tatsächlich passieren wird, können wir nicht wissen. Müssen wir auch nicht.

Es genügt, bei sich zu bleiben.

Ziele, die passen

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Marilyn Ferguson schreibt in Die sanfte Revolution: “Wer ernsthaft spielt, nimmt Rücksicht auf seine Menschlichkeit, wenn er sich Ziele setzt.”

Solopreneurship, das funktioniert, setzt Ziele, die zur eigenen Natur passen — nicht gegen sie.

Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit. Ist es aber wahrscheinlich nicht, solange der Markt voller Vorbilder ist, die ihre Ausnahmefähigkeiten als Maßstab verkaufen.

Wer mit seinem Solo-Business erfolgreich sein will, sollte seine Ziele nicht daran messen, wer man im besten aller Fälle vielleicht sein könnte — sondern daran, womit man wirklich und dauerhaft arbeiten kann.

Deine Fankurve

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Die Menschen, die dich in deinem Business bedingungslos unterstützen…

Die Menschen, die an der Seitenlinie stehen und dich anfeuern, bei jedem Wetter – egal, wie es gerade läuft, einfach deinetwegen…

Die Menschen, die sich deine spinnerten Ideen anhören und dich bestärken, auch wenn sie es nicht ganz verstehen…

Wissen diese Menschen eigentlich, wie sehr du ihnen dankbar bist?

Nein?

Dann ist JETZT der Moment, das zu ändern.

Herausfordernde Visionen

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Viele Solopreneure suchen sich selbst, bevor sie gründen. Sie wollen erst herausfinden, was ihre Stärken sind, was sie wirklich können, worin sie gut sind. Ein vernünftiger Gedanke — und trotzdem führt er oft nicht zum Ziel.

Unsere Fähigkeiten zeigen sich nämlich nicht im luftleeren Raum. Erst eine konkrete Ausrichtung, eine starke Gründungsvision bringt Talente zum Vorschein, die vorher schlicht nicht sichtbar waren — weil es keinen Grund gab, sie zu aktiveren.

Wer weiß, wohin er will, entwickelt plötzlich Fähigkeiten, die er sich vorher nicht zugetraut hätte.

Nicht, weil er sich verändert hätte — sondern weil die neue Aufgabe sie herausfordert.

Das Wettrennen der Übertreibung

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Weil wir Angst haben, nicht ernst genommen zu werden, übertreiben wir.

Und weil wir wissen, dass alle anderen auch übertreiben, trauen wir uns gegenseitig nicht mehr über den Weg. Und weil wir uns gegenseitig nicht mehr über den Weg trauen, müssen wir noch lauter übertreiben. Ein Teufelskreis.

Im Online-Marketing ist das besonders gut zu beobachten. Wer selbst lügt — oder zumindest “übertreibt” —, weiß, dass die anderen das auch tun. Die sogenannte trust recession hat hier ihre Wurzel: Nicht in einzelnen schwarzen Schafen, sondern in einem System, das Übertreibung als Normalzustand akzeptiert hat.

Das Tückische daran: Wer die Dinge täglich zu seinen Gunsten zurechtbiegt, merkt irgendwann nicht mehr, dass er das tut. Falsche Informationen werden zum “neuen normal” — nicht aus Bosheit, sondern weil alle es machen.

Die Lösung? Nicht mehr lügen. Ganz einfach.