Tag#LifestyleBusiness

Hamsterräder

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Es gibt Gründer, die suchen den Weg in die Selbständigkeit als Ausweg aus einer Anstellung, die sie zermürbt hat. „12 Jahre Gastronomie haben mich zerstört“, sagt ein ehemaliger Kellner, der nach Burn-Out seinen eigenen Waffelstand in einem Shopping-Center oder einen Kosmetikladen aufmachen möchte.

Es ist der Wunsch nach Freiheit, nach weniger Stress, nach Selbstbestimmung, der viele Lifestyle Entrepreneure antreibt. Das Problem dabei: Ist ein Waffelstand, der zehn Stunden am Tag an sechs Tagen die Woche geöffnet hat, wirklich weniger stressig – zumal er nur mit zwei Aushilfskräften kalkuliert? Sind eigene Mitarbeiter nicht nur eine andere Form von Stress?

Ist diese angestrebte Lösung wirklich erlösend? Oder wechselt hier nur jemand von einem Hamsterrad in das nächste?

„Die Menschen verwenden ihre Freiheit, um sich ihre eigene Versklavung zu schaffen“, sagt Paolo Coelho.

Pionierarbeit

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Es kommt gar nicht so selten vor, dass wir Lifestyle Entrepreneure auf Unverständnis innerhalb unserer Familie stoßen.

Das äußert sich z.B. in der Frage der Eltern, ob wir denn von allen guten Geistern verlassen sind, dass wir einen sicheren Job aufgeben wollen für die unsichere Existenz als Selbstständige?

Oder es äußert sich dadurch, dass dich beim großen Familientreffen zu Weihnachten niemand nach deinem Business fragt und du das Gefühl hast, dass neun von zehn deiner Verwandten gar nicht genau sagen könnten, was du eigentlich genau machst.

Dieses Unverständnis, dieses Desinteresse oder sogar eine offene Ablehnung zu spüren, ist schmerzhaft. Natürlich empfinden wir das als Hemmnis.

Aber vielleicht liegt es ja gerade an uns, in unserer Familie eine neue Tradition zu begründen und in zweihundert Jahren als der Ahne zu gelten, der damals den Mut hatte, als erste/r den Weg des Lifestyle Entrepreneurship zu gehen und damit zum Vorbild für alle kommenden Generationen zu werden.

Pioniere verdienen ihren Ruhm selten in der Gegenwart, also sollten wir hier auch nicht danach suchen.

Who is it for?

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Ein Gedanke von Derek Sivers: Wenn du Lifestyle Entrepreneur werden willst, aber du keine Ahnung hast, wie dein Lifestyle Business aussehen soll, dann ist der Grund dafür vielleicht folgender:

Du bist dir nicht im Klaren darüber, für wen du dein Lifestyle Business machen willst.

  1. Möglichkeit: Du machst es nur für dich. Dann kannst du völlig ignorieren, was andere über dein Lifestyle Business denken. Du brauchst dir keine Gedanken über Produkt- oder Marketingstrategien machen. Das einzige Kriterium für den Erfolg eines solchen Lifestyle Business: Gibt es dir Sinn, Freude und Motivation? Allerdings ist fraglich, ob du auf diese Weise (genug) Geld verdienen wirst. So ein Lifestyle Business ist näher beim Hobby als bei einem richtigen Unternehmen.
  2. Möglichkeit: Du macht es für jemand anderen, nämlich für deine Kunden. Dann hast du ein Business, und dann ist für dein Business sehr wichtig zu wissen, was deine Kunden von deinem Angebot halten. Es ist wichtig, dass du dir überlegst, wie potenzielle Kunden von deinen Angeboten erfahren. “Der Kunde ist König”, und die Entscheidungen deiner Kunden sind wichtiger als deine eigenen Vorlieben. Dieses Lifestyle Business ist ein ernstzunehmendes Unternehmen, weil es darauf ausgerichtet ist, langfristig (genug) Geld zu erwirtschaften.

So weit, so klar. Aber ich frage mich schon länger, ob es für uns Lifestyle Entrepreneure nicht noch einen “dritten Weg” gibt. Ich glaube, ich bin diesem “dritten Weg” auf der Spur, aber ich kann ihn noch nicht in Worte fassen.

Unternehmergeist

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Unternehmer sind Freigeister.

Wir tun uns schwer mit Menschen, Umständen und Situationen, die unsere Freiheit einschränken. Wir tun uns schwer, wenn wir nicht so können, wie wir wollen. Wir tun uns schwer, wenn wenn wir das Gefühl haben, der “Diener” für andere zu sein und unsere eigenen Projekte darüber zu vernachlässigen.

Mit ein Grund, warum diese Corona-Zeit so herausfordernd für viele Lifestyle Entrepreneure ist.

Nicht im Reinen

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Eine Gründerin sagte kürzlich zu mir:

Ein Kunde spürt, wenn das Unternehmen nicht im Reinen ist.

Ich glaube, besser kann man es nicht auf den Punkt bringen – und besser kann man auch nicht begründen, warum es so wichtig ist, dass wir Lifestyle Entrepreneure darauf schauen, dass unser Business zuallererst mal zu uns passt.

Denn nur dann können wir wirklich für unsere Kunden da sein.

Was hat sich verändert?

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Bob Rock, der legendäre Producer von Bon Jovi, Aerosmith, Metallica u.v.a.m., wurde in einem hörenswerten Interview von Bob Lefsetz gefragt, wie der sensationelle Erfolg des “Black Album” von Metallica (16 Mio verkaufte Alben!) sein Leben verändert habe.

Bob Rock schmunzelte und antwortete schließlich: “Well… I live in Hawaii…”

Ich mag diese Antwort nicht nur wegen des trockenen Humors. Bob Rock hält uns Lifestyle Entrepreneuren auch vor Augen, dass es vollauf genügen kann, einen großen Erfolg zu haben, der für den Rest unseres Lebens reicht.

Wir müssen nicht ständig erfolgreich sein. Ein Mal genügt.

Nachhaltigkeit

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So, wie du dein Lifestyle Business heute geführt hast… Mit dem Gefühl, mit dem du heute Morgen aufgestanden bist… Mit dem Gefühl, das du heute Abend nach deinem Arbeitstag gehabt hast… Kannst du dir vorstellen, 30 Jahre lang jeden Tag so zu erleben?

Das wichtigste Kriterium für den Erfolg eines Lifestyle Business ist, dass es “sustainable”, also nachhaltig ist. Und nachhaltig bedeutet ganz konkret, dass du dein Lifestyle Business so führst, dass dir niemals die Puste ausgehen wird – weder finanziell noch körperlich noch emotional.

Für die Nachhaltigkeit als oberstes Unternehmensziel bist einzig und allein du verantwortlich, und zwar an jedem einzelnen Tag. Daher: Wenn du heute Abend wieder einmal froh warst, dass der Tag vorbei war und du hoffst, dass morgen ganz sicher alles viel, viel besser sein wird – dann hast du Handlungsbedarf, und zwar nicht erst morgen, sondern schon heute.

Weil du den Pfad der Nachhaltigkeit verlassen hast, und weil damit nicht weniger als dein gesamtes Lifestyle Business auf dem Spiel steht.

Wie lange willst du noch die Luft anhalten, bis du umkippst?

Wer ist hier der Boss?

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Wer ist eigentlich der Boss in deinem Lifestyle Business? Bist das du, oder lässt du dich von deinen Kunden, deinen Partnern und/oder den Menschen in deinem Umfeld regelmäßig “overrulen”?

Wer setzt eigentlich die Prioritäten in deinem Business? Wer bestimmt, was dringend ist und was warten kann? Wer entscheidet, wofür du deine Kreativität einsetzt und wofür nicht?

Es ist leicht, die Kontrolle über sein eigenes Business zu verlieren und dem Druck von außen nachzugeben. Du allein, niemand sonst, bist dafür zuständig, dir die Definitionsmacht über dein Lifestyle Business immer wieder zurückzuholen und immer wieder die unternehmerischen Spielregeln mit dir selbst neu auszuhandeln.

Wenn du das nicht tust, wird es niemand für dich tun.

Karriere-Ende

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Wer sich für den Weg des Lifestyle Entrepreneurs entscheidet, hört auf, Karriere machen zu wollen.

Ich finde, das ist eine gute Nachricht. Und du?

Furchterregend und gefährlich

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Furchterregend und gefährlich ist nicht dasselbe.

Wir haben Angst vor Dingen, die eigentlich überhaupt nicht gefährlich sind. Wenn wir uns beispielsweise entscheiden, mit einem Blog, einem Podcast oder einem Video-Kanal “sichtbar” zu werden, so ist das in keiner Weise gefährlich. Weder Leib noch Leben sind bedroht. Dennoch reagieren wir so, als wäre genau das der Fall. Unser Körper reagiert, als wäre die Bedrohung real.

Gleichzeitig entscheiden wir uns die Dinge, die wirklich gefährlich sind, weitgehend zu ignorieren. Die Sprachlosigkeit in der Beziehung, der Stillstand im Business, die Erwärmung der Erde… da wäre es angebracht, alarmiert zu sein.

Aber wir fürchten uns lieber, statt uns um die wirklich gefährlichen Dinge zu kümmern.

Jeder kann warten

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Als Vater beobachte ich, dass es eine der schwersten Lebenslektionen für meine Kinder zu lernen ist, dass man manchmal warten muss. Dass nicht alles sofort gehen kann, dass Papa nicht immer sofort Zeit hat zu spielen.

Warten zu können ist etwas, das einen Erwachsenen von einem Kind unterscheidet – oder zumindest unterscheiden sollte. Wir dürfen darauf vertrauen, dass alle Erwachsenen, mit denen wir zu tun haben, als Kinder gelernt haben zu warten. Jeder Erwachsene kann warten.

Deshalb brauchen wir auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn wir mal jemanden warten lassen. Wenn wir nicht sofort zurückrufen, wenn wir nicht jedes e-Mail sofort beantworten, wenn wir mal nicht sofort entscheiden. Er/Sie wird es aushalten, es geht praktisch nie um Leben oder Tod.

Und wenn nicht, wenn er/sie sich nicht viel anders als ein/e Dreijährige/r benimmt, wird es höchste Zeit für ihn/sie, diese wichtige Lebenslektion nachzuholen. Dann bin ich eben der Lehrer, den er/sie schon lange dringend gebraucht hat.

Erfolge

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Note to self: Wenn du schon mal Erfolg hast, wenn etwas tatsächlich so klappt, wie du es dir vorgestellt hast, wenn rundum Zufriedenheit mit dem Ergebnis herrscht…

… dann geh nicht gleich wieder zur Tagesordnung über.

Du hast lange darauf hingearbeitet. Es war schwer genug. Gönn dir die paar Momente in der Sonne.

Helden

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Die Helden deines Lifestyle Business sind jene Menschen, die ungefragt helfen.

Menschen, die dir Arbeit abnehmen, weil sie sehen, dass du ohnehin schon nicht mehr weißt, wo hinten und wo vorne ist. Die dir ein nettes Wort schenken, weil sie spüren, dass gerade sie Selbstzweifel an dir nagen. Die dir zur Seite stehen, wenn du Spundes hast vor dem neuen Projekt, das dich vermeintlich überfordert.

Sei dankbar für diese Menschen, und lass sie deine Dankbarkeit wissen und spüren.

Das Ende der Studenten-Version

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Wenn du dein Lifestyle Business startest, dann hör auf, weiterhin Raubkopien und Studenten-Versionen zu verwenden. Leiste dir die Vollversion.

Du bist kein Amateur mehr, sondern Profi – also handle auch wie einer und kaufe dir die Werkzeuge, die du für deine Arbeit brauchst.

Damit signalisierst du deinen Kunden, aber besonders auch dir selbst, dass du es ernst wirklich meinst.

Verstehen

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“Wir kaufen nicht die besten Produkte, wir kaufen, was wir verstehen”, sagt Markus Gull.

Wir Lifestyle Entrepreneure haben oft Produkte entwickelt, die zumindest ein bisschen erklärungsbedürftig sind. Wenn unsere Kunden nicht verstehen, worum es uns geht und – noch wichtiger – was sie davon haben… sie werden nicht kaufen. Weil wir Menschen eben nicht kaufen, was wir nicht verstehen.

Deshalb ist es hilfreich, dass wir unsere Kunden immer wieder auch als unsere “Schüler” betrachten und uns die Zeit nehmen, ihnen so verständlich, so einfach und so anschaulich wie wir nur können erklären, womit und wie wir ihnen helfen können.

Was hast du vermisst?

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Jetzt, am Beginn der Rückkehr zur “neuen Normalität”, ist ein guter Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen und zu fragen: Was hast du in den letzten Wochen wirklich vermisst? Was hat dir wirklich gefehlt?

Ich schätze, das sind nur einige wenige Dinge und/oder Personen. Von diesen Dingen hol dir mehr in dein Leben, weil sie dir gut tun und weil sie dich mit Freude und Energie erfüllen.

Alles andere lass einfach zurück. Es war ohnehin nur Ballast für dein Lifestyle Business.

Unternehmerische Selbstverantwortung

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Jede/r UnternehmerIn kann sich glücklich schätzen, wenn er/sie Menschen um sich hat, die sie unterstützen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, die auch mal einen Teil der Last auf sich nehmen.

Aber etwas können sie niemals abgeben: Ihre Verantwortung als Unternehmer für ihr Handeln, ihre Entscheidungen und deren Folgen.

Daran müssen besonders jene Helfer immer wieder erinnert werden, die sich besonders beherzt einsetzen.

Wehleidig

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“Wir sind alle unwahrscheinlich wehleidig”, sagt Erziehungsberaterin Martina Leibovici-Mühlberger und meint damit die wohlstandsgewöhnten Menschen des 21. Jahrhunderts, die “ständig auf Kuschelkurs” sind.

Ich glaube, wir Lifestyle Entrepreneure sollten für uns selbst besonders klar unterscheiden können, wann wir vor echten Problemen stehen und wann wir wie ein verwöhntes Kind unserer Wehleidigkeit nachgeben.

Niemand hat gesagt, dass es leicht werden würde, Lifestyle Entrepreneur zu sein. Ein Lifestyle Business ist kein Ponyhof, also benimm dich auch wie ein Erwachsener!

Erfolgsfaktor

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Brian Little hat in einer Studie herausgefunden, dass sich anhand eines ganz bestimmten Faktors am verlässlichsten voraussagen lässt, ob ein Unternehmen erfolgreich sein wird:

Wie sehr unterstützt der Lebenspartner/ die Lebenspartnerin dieses Projekt?

Wenn jemals ein Klischee wahr war, dann dieses: Jeder Lifestyle Entrepreneur ist nur so stark wie der Mann oder die Frau an seiner/ihrer Seite.

Danke für alles, Viki!