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Der rotierende Wahnsinn

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Unlängst habe ich bei Tad Hargrave einen witzigen Satz gelesen:

“A healthy village doesn’t mean that no one’s crazy. It’s just that not everyone is crazy at the same time.”

Deswegen sind der vertrauensvolle Austausch mit anderen Solopreneur:innen so wichtig. Denn in gesunden Beziehungen rotiert der Wahnsinn: Heute bin ich überfordert, morgen du. Heute kannst du mich auffangen, nächste Woche ich dich. Wer gerade stabil ist, hilft dem anderen ein bisschen, wieder zu seiner Mitte zu finden.

Das gilt auch für den Umgang mit deinen Kund:innen. Ein Problem entsteht erst, wenn alle gleichzeitig durchdrehen. Wenn deine Kundin und du beide gestresst sind und beide patzig werden, dann eskaliert die Situation.

Manchmal bedeutet das: Die E-Mail erst morgen beantworten, wenn du wieder klar denkst. Manchmal: Einen Business Buddy anrufen, der/die gerade nicht im Drama steckt.

Und manchmal einfach nur: Erkennen, dass du heute der/die Verrückte bist – und entsprechend vorsichtig agieren.

Ein Feiertag, nur für dich

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Heute, am 26. März, ist Make Up Your Own Holiday Day.

Jeder Feiertag ist irgendwann mal von jemandem erfunden worden. Oder, besser gesagt: Feiertage werden nicht gefunden, sie werden gemacht. Von jemandem, der beschlossen hat: Dieser Tag soll anders sein. Dieser Tag bedeutet etwas.

Für Solopreneure ist das eine merkwürdig übersehene Möglichkeit. Du hast alle Freiheiten — auch die, dir selbst einen Feiertag zu gönnen.

Nicht irgendeinen. Deinen ganz persönlichen Feiertag. Vielleicht den Jahrestag deiner Gründung. Oder den Tag, an dem du die erste Kundin gewonnen hast. Oder den Tag, an dem du aufgehört hast, etwas zu tun, das dir nicht gut getan hat. Irgendeinen Tag, der für dich eine ganz besondere Bedeutung hat — und den du von nun an jedes Jahr markierst, vielleicht sogar feierst.

Markiere dir diesen Tag ganz dick im Kalender. Jetzt.

Wie heißt deine Strategie?

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Philipp Maderthaner sagt: Wenn deine Strategie keinen Namen hat, hast du keine Strategie. Mark Zuckerbergs “Year of Efficiency”, Starbucks’ “Triple Shot Strategy” – die Besten geben ihrer Richtung einen Begriff, der hängen bleibt.

Als Solopreneur:in brauchst du das doppelt.

Nicht weil du deine Mitarbeiter:innen auf die Strategie ausrichten müsstest, sondern weil du dich selbst ausrichten musst. Jeden Tag aufs Neue, in hundert kleinen Entscheidungen: Welches Angebot? Welcher Kunde? Welches Ja? Welches Nein?

Seth Godin sagt; If you can’t state your position in eight words, you don’t have a position.

Also: Versuch mal, deinen strategischen Fokus in acht Worten zusammenzufassen. Wenn du 10 Minuten überlegst und nichts kommt – oder viele verschiedene Versionen –, dann hast vielleicht dein dringendstes Business-Problem gefunden.

Like a Bohrmaschine

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Im Intro von Poundcake klingt Eddie Van Halens Gitarre wie eine Bohrmaschine.

Jeder weiß, dass es keine echte Bohrmaschine ist. Aber Eddie Van Halen schafft es, seine Gitarre wie eine Bohrmaschine klingen zu lassen. Und dadurch wird die Sache noch leiwander, als wenn wir eine echte Bohrmaschine hören würden.

Gekonnte Verfremdung ist MAGISCH!

Du sollst nicht lügen

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Es gibt keine Alternative zur Wahrheit. 

Auch die Lüge ist keine Alternative.

Im Gegenteil: Die Lüge ist eine Anerkennung der Wahrheit.

Individuell und gemeinsam

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Von Matthias Horx habe ich gelernt: Zu jedem Trend gibt es einen Gegentrend.

Spannend ist die Kombination aus Trend und Gegentrend beim Megatrend “Individualisierung”: Die Menschen brauchen ihre Individualität weiterhin, aber sie wollen diese Individualität in Gemeinschaft erleben.

Das ist ganz spannend für mich als jemanden, der sinnvolle Angebote für Gründer:innen und Solopreneure entwickelt. Ich merken nämlich auch: Solopreneure sind der Inbegriff von Individualisten, aber sie “wollen ihre Individualität in einem neuen Setting erleben und ausüben”, sagt Oona Horx Strathern.

Ich könnte mir vorstellen, dass mich diese spannende Kombination im Jahr 2026 noch viel beschäftigen wird.

Im Krieg

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Gestern habe ich mit einem Gründer gesprochen, der aus dem Iran kommt.

Es ist schwer, sich auf die Gründung zu konzentrieren, wenn in deinem Heimatland Krieg herrscht und du in Sorge um die Sicherheit deiner Familie bist.

Oder, anders formuliert: Egal, welche Sorgen du gerade in deinem Business hast… Wahrscheinlich ist es ein Luxus-Problem.

Die Mindset-Ausrede

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Unlängst ein Gespräch über Geld in der Selbständigkeit. Ja, klar: Das Mindset spielt eine Rolle, gerade wenn es ums Geld geht. Innere Blockaden, limitierende Glaubenssätze, das ganze Programm. Stimmt schon.

Aber…

Bevor wir uns in monatelange Mindset-Arbeit stürzen, könnten wir in unserem Solo-Business vielleicht ein paar hard facts erledigen: Hast du eine durchdachte Produkt-Treppe? Gibt es eine Sales-Struktur, die diesen Namen verdient? Hast du eine Pricing-Strategie oder bestimmst du deine Preise auf Zuruf?

Das sind alles keine Mindset-Fragen. Das sind Hausaufgaben. Konkrete, erledigbare Aufgaben. Kein Coach der Welt kann dir die abnehmen. Das musst du selbst machen.

Und zwar ganz unabhängig davon, ob dein Money Mindset aligned ist oder nicht.

Gelassene Beratung

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Das Geheimnis guter (stressfreier) Beratung ist vielleicht, nicht mehr zu wollen, als in dieser einen konkreten Beratungssituation gerade möglich ist. 

Die Latte liegt am Boden

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Wenn man sich aktuell im Bildungs- und Beratungsmarkt umschaut, dann hört man immer wieder, wie gesättigt der Markt ist, wie viele bereits das Gleiche machen, wie schwierig es geworden ist, überhaupt noch aufzufallen. Der Markt sei brutal kompetitiv. Man müsse sich differenzieren, eine Nische finden, die Personal Brand aufbauen.

Das mag alles so sein. Aber: Wogegen genau willst du dich differenzieren?

Gegen die Freelancer, die nicht zurückschreiben? Gegen die Unternehmen, bei denen man drei Mal nachfragen muss, bevor überhaupt ein Angebot kommt? Gegen die Dienstleister:innen, die mitten im Projekt lieber ein neues Projekt anfangen, sobald es ein bisschen mühsam wird?

Ja, der Markt ist umkämpft. Aber die meisten Solopreneure schlagen sich selbst.

Verlockend

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Es tut manchmal weh, sich das als Lehrender einzugestehen, aber: Wir können niemanden zum Lernen bringen.

Alle didaktischen Impulse funktionieren nur, wenn der andere bereits offen für “den Stoff” ist. Barbara Messer bringt es auf den Punkt: Wir können nicht motivieren, aber wir können locken.

Locken bedeutet: Ich mache etwas so attraktiv für mich selbst, dass du Lust bekommst, dabei zu sein. Wenn ich selbst Lust auf meine eigene Lektion habe, wirkt das wie ein starker Magnet.

Das gilt für die Hochschullehre, für die Gründungsberatung, für jede Form von Wissenstransfer. Menschen spüren den Unterschied. Sie spüren, ob jemand wirklich Freude hat oder nur seinen Job macht.

Und sie folgen der Energie, nicht den Argumenten.

Denk-Arbeit

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„Denken fühlt sich an wie Nichtstun”, sagt Gabriele Fischer in einem spannenden Gespräch mit Wolf Lotter.

Und weiter: „Ich glaube, wir sind es einfach nicht gewohnt, dass Denken als vollwertige Arbeit anerkannt wird. Wenn du zu Hause auf dem Sofa sitzt und an die Decke starrst, sieht das für deine Familie, für deinen Partner und vor allem für dich selbst nicht nach Arbeit aus.“

Und so meldet sich „das schlechte Gewissen des Freiberuflers“ (Wolf Lotter): Man könnte nachdenken (oder einfach nichts tun), aber man „traut“ sich nicht.

Wie gut ich das kenne…

Feuer am Dach

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Alles, was du vernachlässigst, wird irgendwann dringend. Die Buchhaltung, die Beziehung, der Zahnarztbesuch – das Muster ist immer dasselbe.

Was auf deiner Liste steht noch im Status “kann warten”?

Gegen das Leben

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Wenn du mit der Imperfektion haderst, dann stemmst du dich gegen das Menschsein an sich. 

Ein Käfig ohne Gitter

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Maggie Patterson beschreibt ein Phänomen, das vermutlich die meisten Solopreneure kennen: Wir bauen uns unser Business, weil wir Zeit und Freiheit wollen. Für Familie, Hobbys, Freunde – oder einfach nur Ruhe.

Und wenn wir dann die Gelegenheit hätten, diese Freiheit zu genießen? We freeze.

Da ist plötzlich der freie Nachmittag. Die Woche ohne Kundentermine. Und was machen wir? Wir öffnen den Laptop, werkeln an der Website herum oder brainstormen unser nächstes Produkt. Irgendwas “Produktives” halt.

Wir kämpfen also für eine Freiheit, die wir dann nicht leben können. Weil wir uns selbst ein schlechtes Gewissen machen.

Besser ist immer super

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Das klingt banal, ist aber das Gegenteil vom Perfektionismus, der uns Solopreneuren oft im Weg steht.

Wer sich optimal vornimmt, blockiert sich selbst — wer sich besser vornimmt, kommt jeden Tag einen Schritt weiter.

Eine der nützlichsten Fragen beim Aufbau eines Solo-Businesses ist: “Wie mache ich es heute ein bisschen besser als gestern?”

Das Anti-Angeber-Programm

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Mir kommt manchmal vor, wir Solopreneure haben eine Art “Anti-Angeber-Programm” installiert.

“Keiner mag einen Angeber”, steckt in unserem Hinterkopf. Und wenn wir dann die Chance haben, uns und unsere Arbeit zu präsentieren, dann machen wir uns selbst klein – um nur ja nicht wie ein Angeber zu wirken. Wir setzen auf Understatement, weil wir denken, das hätte Klasse.

Eine vernünftige Selbstpräsentation hat überhaupt nichts mit Angeben zu tun. Es ist schlicht das Nennen von Fakten. Du hast etwas geleistet? Haben deine Kund:innen durch dich Erfolg? Hast du einen großen Auftrag bekommen? Dann sag es. Ohne “eigentlich” und “ein bisschen” und “naja, ist ja nichts Besonderes”.

Die anderen können nur mit den Informationen arbeiten, die du ihnen gibst.

[Danke Katharina Lewald für diesen Gedanken.]

Das Notizbuch ist voll

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Wir Lifestyle Entrepreneure sind oft Weltmeister im Sammeln von Erkenntnissen. Nach jedem Kundengespräch eine Notiz. Nach jedem Meeting ein Protokoll. Nach jedem Webinar drei Seiten voller Aha-Momente. Die Notizbücher quellen über, die Notion-Datenbanken werden immer umfangreicher, das Evernote-Archiv-System immer ausgeklügelter.

Aber dann?

Malcolm Werchota bringt es auf den Punkt: “Das Protokoll ist nicht wichtig. Was wir aus dem Protokoll machen, ist wichtig.” Der Moment, wo aus der notierten Erkenntnis eine konkrete Handlung wird – den lassen wir gerne aus. Wir bleiben im Dokumentationsmodus stecken.

Das gilt für Kundengespräche (notiert, aber nicht umgesetzt), für Feedback (gesammelt, aber nie integriert), für strategische Erkenntnisse (analysiert, aber nichts verändert).

Die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn das Notizbuch geschlossen wird.

Genug

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Echte unternehmerische Freiheit beginnt, wenn du “genug” für dich definiert hast. Nicht das nächste Umsatzziel – sondern der Punkt, an dem du sagst: Das reicht.

Wer “genug” hat, rebelliert gegen ein System, das auf ewigem Wachstum, permanenter Unzufriedenheit und Konsum aufbaut. Nicht durch laute Parolen, sondern durch eine bewusste persönliche Grenzziehung.

Du spielst einfach nicht mehr mit. Das ist radikaler, als es klingt.

Niemand verliert gegen die Konkurrenz

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Die meisten Solopreneure verlieren nicht gegen die Konkurrenz. Sie verlieren gegen sich selbst. Gegen die Dinge, die sie für unwichtig halten, weil sie nicht direkt mit dem Produkt zu tun haben. Kommunikation. Erwartungsmanagement. Messaging. Erreichbarkeit… fallen mir ein.

Es sind viele Kleinigkeiten, aber diese Kleinigkeiten summieren sich. Nicht sofort. Aber über die Zeit.

Mein Tipp: Mach jeden Tag eine kleine Sache besser in deinem Solo-Business. Nicht (nur) besser für dich, sondern für deine Kund:innen. Denn auch diese kleinen Verbesserungen werden sich über die Zeit summieren.