Tag#notetoself

Der strengste Chef

D

Ich merke immer wieder: Mein Denken ist sehr Defizit-orientiert. Zumindest gegenüber mir selbst, bei anderen Menschen bin ich viel großzügiger.

Das hat ein paar Vorteile (z.B. treibt es mich an, besser zu werden), aber auch viele Nachteile. Einer davon: Ich kann mich über kaum was freuen, weil ich immer im Auge habe, was noch fehlt.

Die Frage ist: Will der Mitarbeiter in mir so einen Chef haben? Will ich für so jemanden arbeiten? Wer würde für so jemanden arbeiten wollen?

Kann sein, dass der Chef in mir mal zur Personalentwicklung müsste.

Lass los!

L

Wenn du, Hand auf’s Herz, deine eigenen Angebote nicht kaufen würdest oder gekauft hättest, dann hör heute damit auf, sie anzubieten. Heute!

Hör auf damit. Hör einfach auf damit!

Bemühen

B

Ich will meinen potenziellen Kund:innen nicht auf die Nerven gehen. Ich will ihnen nichts andrehen, und ich will sie zu nichts überreden.

Aber ich werde versuchen, ihnen den Nutzen meiner Angebote so gut ich nur irgendwie kann zu erklären.

Und: Ich will mich intensiv um sie bemühen.

Nie ist Ruhe

N

In unserem Wirtschaftssystem kann niemals Ruhe sein, weil der Kapitalismus so nicht funktioniert.

Kapitalismus bedeutet ständige Veränderung, lauter Vorläufigkeiten und immerwährende Instabilität. Was heute noch normal ist, wird morgen in Frage gestellt. Was sich heute keiner vorstellen kann, ist übermorgen nicht mehr wegzudenken. Kapitalismus, das ist auch die ständige Suche nach dem Neuen, nach dem Besseren.

Wer ein Unternehmen gründet, der baut ein Haus in einem Erdbebengebiet, wo jeden Tag die Wände wackeln.

Bereite dich besser darauf vor!

Gaunerei

G

Chris Williamson sagt: Gaunerei ist, wenn du was verkaufst (oder promotest), das du selber nie nützen würdest oder woran du selber nicht glaubst.

Hand auf’s Herz: Bist du ein Gauner?

Mehr Bälle

M

Du lebst in der Illusion, dass insgesamt mehr weitergeht, wenn du mehr Dinge anfängst.

Du bringst mehr Bälle ins Spiel, das Spiel wird dadurch bunter – aber in Wirklichkeit verteilst du dadurch deine Energie nur.

Mehr wird sie dadurch nicht. 

Die Innere Goldene Regel

D

Von Chris Williamson gelernt:

Die Goldene Regel lautet bekanntlich: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.“

Die Innere Goldene Regel lautet: „Behandle dich selbst so, wie andere dich hätten behandeln sollen.“

Eine einfache Erklärung

E

Du bist kein Perfektionist, du hast nur Angst.

Versteck dich nicht hinter deinem (eingebildeten) Perfektionismus. Denn damit ist niemandem geholfen.

Über die Angst

Ü

Im Buch “The Life of Pi” gibt es in Kapitel 56 eine sehr treffende Beschreibung der menschlichen Angst:

Angst ist der einzige echte Feind des Lebens. Nur Angst kann das Leben bezwingen. Angst ist ein kluger, raffinierter Gegner, das weiß ich aus Erfahrung. Sie kennt keine Moral, akzeptiert kein Gesetz und keine Konvention, sie ist unerbittlich. Sie sucht sich bei jedem den schwächsten Punkt und findet ihn ohne Mühe.

Als Gründungsberater weiß ich: Wo die Angst ist, da liegt auch das größte Potenzial, in einem Lifestyle Business wirklich was zu verändern.

Durchhalten vs. dranbleiben

D

Durchhalten = eine Situation aussitzen. Passiv. Warten, bis es vorüber ist in dem Wissen: Irgendwann wird es vorbei sein.

Dranbleiben = weitermachen. Aktiv sein. Einen Schritt vor den anderen setzen. Nicht zu wissen, wann man angekommen sein wird, aber trotzdem beharrlich weitergehen.

Die Angst vor uns selbst

D

Wir haben kulturell und gesellschaftlich ziemlich klare Vorstellungen davon, was ein gutes Leben ausmacht. Wie man sich in einem Restaurant benimmt. Wie eine gute Ehe aussieht. Wie brave Kinder sein sollen. Was Arbeit ist und was nicht.

Wenn wir individuelle Antworten auf diese Lebensfragen suchen, dann tun wir das auf eigenes Risiko. Wenn wir einen abweichenden Lebensentwurf leben, dann dürfen wir uns keinen Applaus dafür erwarten.

Deswegen tun es die meisten Menschen nicht. Den meisten von uns ist sehr wichtig, was die anderen von uns denken.

Die meisten Menschen haben große Angst vor dem, was sie eigentlich wollen und brauchen.

[Danke Robert Brooks Cohen für diesen Gedanken.]

Das Schicksal der Wissensarbeiter

D

Wenn du Wissensarbeiter:in bist – das heißt, wenn du dein Geld damit verdienst, dein Wissen für andere Menschen in den Dienst zu stellen, es nutzbar und nützlich zu machen – dann wird es notwendig sein, dass du dich mit einem Problem abzufinden lernst:

Du wirst NIE das Gefühl haben, mit deiner Arbeit fertig zu sein.

Dieses Gefühl ist keine individuelle Schwäche von dir, sondern es ist dem System Wissensarbeit immanent. Es geht allen Wissensarbeiter:innen so, nicht nur dir.

Ja, du könntest noch mehr machen. Und ja, du wirst auch an deinem Lebensende noch nicht “fertig” sein, egal wie sehr du dich reingehängt hast. Gewöhn dich dran, und möglichst schnell.

Oder werde Handwerker.

Wann ist ein Podcast erfolgreich?

W

Wenn du einen Podcast betreibst und ab und zu jammerst, dass nicht (noch) mehr Menschen deinen Podcast hören, dann vergiss nicht: Jede:r einzelne Hörer:in ist wertvoll!

Jede:r einzelne Hörer:in ist ein Mensch mit einer Geschichte, mit einer Familie, mit Wünschen, Träumen und Sorgen. Diese Menschen interessieren sich jetzt gerade für dich und das, was du zu sagen hast. Sie widmen dir einen Teil ihrer wertvollen Lebenszeit. Was für ein Geschenk!

So wenige Hörer:innen kann dein Podcast gar nicht haben, dass es sich nicht lohnen würde, dich für jede:n einzelne:n anzustrengen.

Sich trauen zu fragen

S

Sich trauen zu fragen, ist eine Superkraft. Fragen sind eine Wunderwaffe – beim Lernen, in der Beratung und in Beziehungen.

Wer sich traut, viel zu fragen, hat auch einen ganz entscheidenden Wettbewerbsvorteil im Business.

Sich trauen zu fragen bedeutet auch, dankbar anzunehmen, was als Antwort kommt — egal, was da kommt. Es bedeutet, im Vertrauen zu sein, dass die Antwort, die man bekommt, mitunter nicht die ist, die man gerne gehört hätte, aber in jedem Fall die richtige Antwort ist — langfristig, im Big Picture.

Dann kann es auch keine Angst vor einer „negativen” Antwort geben.

Die Thermomix-Falle

D

Unlängst hat eine liebe Freundin von uns einen Thermomix bekommen. Das ist ein Wunderding, das einem die Arbeit in der Küche erheblich erleichtert.

Nun hat sie uns erzählt, dass der Thermomix zwar super ist, aber: Kochen mit dem Thermomix fühlt sich, sagt sie, nicht wie „richtiges“ Kochen an. Sondern eher wie Schummeln.

Vielen von uns Lifestyle Entrepreneuren geht’s bei der Verwendung von KI ähnlich: Wenn wir KI verwenden, z.B. zum Erstellen von Texten, dann fühlen sich diese Texte irgendwie „geschummelt“ an. 

Dabei stehen in jeder Profiküche mindestens drei Thermomixe. Dabei haben die echten Business-Profis seit jeher Copywriter engagiert, um möglichst attraktiv auszudrücken, was sie für ihre Kunden tun können. 

Statt dass wir uns freuen, dass wir jetzt Top-Copywriter-Leistung für einen Apfel und ein Ei bekommen, stehen wir uns selbst im Weg mit dem Glaubenssatz, dass nur wertvoll ist, was auch anstrengend ist.

Hör auf damit, bitte.

Zum Wohle deines Lifestyle Business, und zum Wohle deiner Kund:innen.

WKO-Rechnung

W

Ich habe 2024 an die Wirtschaftskammer Niederösterreich 122 Euro an Grundumlage bezahlt.

Dafür habe ich als Gegenwert im Laufe des Jahres 2024 bekommen:

  • EPU-Convention in Baden – gratis; geschätzter Wert eines Tickets: 100 Euro
  • WKO Bildungsscheck – 1x jährlich: 100 Euro
  • UBIT NÖ Klimaticket-Förderung: 450 Euro
  • Gratis-Meetingräume bei der WK Wien – geschätzter Gegenwert: 57 Stunden x 20 Euro = 1.440 Euro
  • UBIT NÖ Co-Working-Space-Förderung: 162,50
  • 8 einstündige WKO Webinare – gratis; geschätzter Wert: 400 Euro
  • Gesamtsumme: ca. 2.660 Euro

Ich bin nicht immer ein Fan davon, was die WKO an politischer Arbeit für Ein-Personen-Unternehmen leistet.

Aber eines muss ich in aller Klarheit und Dankbarkeit auch sagen: Ich werde als Mitglied von der WKO nicht abgezockt. Im Gegenteil: Ich bekomme von der WKO ein Vielfaches dessen zurück, was ich an Grundumlage zu zahlen hatte.

Und das nicht nur 2024, sondern jedes Jahr.

Spielverderber

S

Wenn du immer was zum Meckern hast, brauchst du dich nicht wundern, wenn du irgendwann nicht mehr eingeladen wirst.

Leichtigkeit im Ehrenamt

L

Unlängst habe ich mit einem Freund über das Ehrenamt gesprochen. Er leitet in seiner Heimatgemeinde das örtliche Museum und hat erzählt, welche Herausforderungen so kleine Museen im daily business haben.

Kurz gesagt: Die allermeisten Probleme hängen mit den handelnden Personen zusammen. Oder, wie er es auf den Punkt gebracht hat: Die meisten Museumsleiter nehmen sich selbst zu wichtig. Sie gehen zu verkrampft an ihr Ehrenamt heran. Ihnen fehlt die Leichtigkeit, auch mal zu sagen: Na dann halt nicht!

Ich halte Leichtigkeit für den zentralen Erfolgsfaktor im Leben, im (Lifestyle) Business und jetzt auch im Ehrenamt.

Wenn’s leicht geht, bist du am richtigen Weg. Wenn’s nicht leicht geht, dann bist du wahrscheinlich zu sehr mit dir selbst beschäftigt statt mit den Menschen, für die du es eigentlich machst.

Was ein freier Tag ist

W

Falls du es vergessen haben solltest:

Einen FREIEN Tag erkennst du daran, dass:

  • du keine To-Do-Liste abzuarbeiten hast
  • du dich um nichts kümmern musst
  • alle Aktivitäten des Tages optional sind.

Ein Witz

E

Ein Radfahrer stürzt und bleibt bewusstlos liegen.

Eine Frau beugt sich über den Verletzten, um ihm zu helfen. Aus der Menschenmenge kommt ein Mann gelaufen, tippt die Dame auf die Schulter und sagt: “Lassen Sie mich das machen, ich kenne mich aus, ich habe letzte Woche einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.”

Die Frau tritt zur Seite, schaut dem Mann eine Weile zu und sagt dann: “Gut, wenn Sie an die Stelle kommen, wo Sie den Arzt rufen sollen: Ich bin schon da.”