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Der Spinner

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Wenn du, wie ich, jemand bist, der sich gerne tiefgründige philosophische Gedanken macht und Spaß dran hast, diese Gedanken auszuloten und zu diskutieren, dann kennst du wahrscheinlich folgende Schwierigkeit:

Deine tiefgründigen Gedanken sind grundsätzlich wahrhaftig, daran brauchst du nicht zu zweifeln. Aber es kann mitunter Folgendes passieren:

  1. Du überforderst damit deine Mitmenschen, weil sie deine Gedanken nicht nachvollziehen können. Weil sie nicht denken, wie du denkst.
  2. Du überforderst damit dich selbst, weil es nicht leicht ist, für tiefgründige Gedanken die richtigen Worte, Bilder und Beispiele zu finden. Es ist nicht leicht, diese Gedanken auszudrücken und zu erklären, ohne dass du dich selber in ein Wirrwarr redest und dich in Widersprüche verstrickst.

Tiefgründige Gedanken sind spannend, und sie sind die Voraussetzung dafür, dass man auch tiefgreifende Aha-Erlebnisse hat. Und damit die Bedingung für echte Veränderungen im Business und im Leben.

Aber du läufst halt Gefahr, dass sich mitunter wer denkt: Was für ein Spinner!

brand eins hat Geburtstag

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Das Wirtschaftsmagazin brand eins feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen.

Ich mag brand eins. Ich bin Abonnent, und man könnte sagen: Ich bin ein Fan.

Ich wurde, wie alle Leser:innen, von brand eins (mehrmals) eingeladen, ein paar Geburtstags-Worte an den Verlag und die Redaktion zu senden. Es wäre ja auch nicht viel verlangt gewesen: Ein paar nette Worte an die tollen Leute, die das einzige Magazin machen, das ich abonniert habe und regelmäßig und gerne lese.

Ich hab’s nicht getan. Ich habe mir keine Zeit dafür genommen. brand eins ist mir wichtig, aber scheinbar doch nicht wichtig genug, um mich in Aktion zu bringen.

So, wie es mir mit brand eins geht, geht es mir oft. Und so, wie es mir mit brand eins geht, geht es vielen Menschen.

Gute Projekte und Initiativen werden dadurch mit Schweigen, Desinteresse und Apathie bestraft. Es kommt scheinbar nichts zurück, nicht mal bei besonderen Anlässen.

Und so geht es uns auch, wenn wir versuchen, für unser Lifestyle Business Aufmerksamkeit und engagement zu bekommen. Es ist verdammt schwer heutzutage, irgendein Feedback zu bekommen auf unsere Podcasts, Social-Media-Beiträge, Videos, Newsletter etc.

Aber lass uns nicht vergessen: Ich bin und bleibe Abonnent und Fan von brand eins. Das Magazin ist mir nicht wurscht. Ich habe nicht reagiert, aber das bedeutet nicht, dass es mir nicht wichtig ist.

Was du tust, kümmert viel mehr Menschen, als es scheint.

Sorgen verstehen

S

Meine Sorgen entspringen meiner Sicht der Dinge. Es ist unwahrscheinlich, dass sie von anderen Menschen geteilt werden. (“Kommunikation ist unwahrscheinlich”, sagt Niklas Luhmann.)

Es ist genauso unwahrscheinlich, dass du die Sorgen eines Anderen wirklich verstehst. Es entsteht die Illusion des Verstehens, wenn deine und ihre Sorgen ähnlich sind. Aber ähnlich ist nicht gleich. 

Aber oft ist ähnlich gut genug.

Nicht nein sagen

N

So wie dir, so geht es vielen: Sie können nicht “nein” sagen.

Vielleicht solltest du diesen Umstand öfter mal einfach ausnutzen.

Aus guter Absicht

A

Dinge aus einer guten Absicht heraus zu machen (mit Benevolenz), schützt dich leider nicht davor, einen (gewaltigen) Blödsinn zu machen.

Aber es wird dir leichter fallen, dir diesen Fehler zu verzeihen. 

Die Wächter in uns

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Wir alle haben sie – diese inneren Stimmen, die flüstern, rufen und manchmal miteinander streiten. Der Zauberer, voller Kreativität und Möglichkeiten. Die Resistance, stets vorsichtig und beschützend. Der Zen-Meister, auf der Suche nach Balance und Gegenwärtigkeit.

Das sind keine zufälligen Gedanken. Es sind unsere Wächter, unser Inneres Team.

Wir sollten nicht versuchen, einzelne Wächter zum Schweigen zu bringen oder Favoriten unter ihnen zu wählen. Es geht darum, ihnen zuzuhören, ihre Rollen zu verstehen und Harmonie in ihrer Dissonanz zu finden.

Denn wenn wir unseren gesamten inneren Chor annehmen – die Optimisten und die Pessimisten, die Träumer und die Pragmatiker – erschließen wir eine Quelle der Weisheit, die viel tiefer ist als jede einzelne Stimme allein es sein könnte.

Dein Inneres Team ist deine größte Ressource.

Ein bisschen länger neugierig

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Wie es normalerweise läuft: Jemand schlägt mir eine Idee vor, die ich mir selber auch schon überlegt, aber (noch) nicht umgesetzt habe. Und ich fange sofort an, all die Punkte zu nennen, die ich mir überlegt habe, warum diese Idee (jetzt) nicht umsetzbar ist.

Wie ich es gern hätte: Jemand schlägt mir eine Idee vor, und ich sage: Ah, interessant, daran habe ich auch schon gedacht. Warum glaubst du, dass das eine gute Idee ist? Wie könntest du dir vorstellen, dass das funktionieren könnte? Was würdest du sagen, könnte ich tun, damit es mir leichter fällt? usw.

Ich bin ein Problemdenker, damit muss ich leben.

Aber ich hätte total gerne, dass ich öfter ein bisschen länger neugierig bleiben könnte…

Der einfachste Plan

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Der einfachste Plan der Welt ist nicht der Plan, in den du alles, was gut und richtig sein könnte, ungefiltert hineinpackst. Das ist kurzfristig einfach, aber langfristig schwer.

Der einfachste Plan der Welt ist der Plan, aus dem du alles, was nicht “deines” ist, gnadenlos rausstreichst. Das ist kurzfristig schwer, aber langfristig einfach.

Überraschungs-Effekt

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Wenn du aufhörst, dich in deinem Business pausenlos darum zu kümmern, was die anderen denken, wenn du aufhörst es allen recht machen zu wollen, wenn du mit den „Bloß nicht anecken“-Strategien Schluss machst, dann passiert etwas Tolles.

Es stellt sich die von vielen oft gepriesene, aber von kaum jemand tatsächlich gelebte Authentizität ein.

Ein guter Coach (2)

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Niemand, der im (Online-)Business erfolgreich ist, hat es ohne Hilfe von außen geschafft. 

Du brauchst den Blick von außen – sowohl um overconfidence zu entlarven, als auch um eingebildete Defizite aufzulösen. 

Das kriegst du allein nicht hin, so selbstreflektiert kannst du gar nicht sein.

Ein guter Coach (1)

E

Du brauchst jemanden, die es als ihre Aufgabe sieht, dich zu unterstützen.

Ein guter Coach arbeitet für dich. Er ist dein Mitstreiter und hat daneben überhaupt keine Eigeninteressen, keine eigene Agenda. 

Ein guter Coach ist ein professioneller Unterstützer. Für einen bestimmten Zeitrahmen, vielleicht für einen knappen Zeitrahmen, ist sie voll und ganz für dich da.

Ein guter Coach, das ist keine Mastermind-Gruppe. 

Das eigene Wasser trinken

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Unlängst hat mich ein guter Freund gefragt, ob ich eigentlich selbst auch das Wasser trinke, das ich in meinem Podcast predige.

Völlig berechtigte Frage. Meine ehrliche Antwort konnte nur lauten: Manchmal ja, manchmal nein.

Es ist das Eine zu wissen, was zu tun ist. Und es ist etwas völlig Anderes, es tatsächlich auch zu tun.

Das gilt natürlich auch für Gründungsberater, und das gilt ganz sicher auch für mich.

Einfach nur da sein

E

Ich brauche einfach nur da sein.

Ich muss nichts leisten.

Ich brauche einfach nur offen sein, aufmerksam sein, präsent sein.

Dann werde ich erkennen, was zu tun ist. 

Ich muss keine Erwartungen erfüllen. Es gibt keine Erwartungen an mich. Das kommt nur aus meinem Ego.

Setze das Ego auf Pause und lass das Herz die Führung übernehmen.

Nur jetzt, nur für diesen einen Tag.

Selbst Pumuckl

S

Die Studierenden meiner Kostenrechnungs-Lehrveranstaltung an der FH St. Pölten hatten die Aufgabe, Erklärvideos zu Begriffen aus der Kostenrechnung zu produzieren.

In einem dieser Videos hat eine Studentin einen Satz gesagt, der mit Kostenrechnung direkt nichts zu tun hat, aber der das Dilemma vieler Lifestyle Entrepreneure im Marketing einfängt:

Selbst Pumuckl hat Hater!

Auch wenn wir die besten Absichten haben: Wir können es nicht allen Recht machen.

Das müssen wir endlich kapieren.

Überkorrektur

Ü

Wenn wir vor etwas Angst haben – und Ängste sind bei der Gründung und in der Selbständigkeit ein ständiger Begleiter –, dann versuchen wir natürlich, alles zu unternehmen, damit diese Angstsituation nicht eintritt.

Mitunter passiert es dabei aber, dass wir damit überkorrigieren bzw. überkompensieren. In der Absicht, das Risiko zu minimieren, schießen wir über das Ziel hinaus und treffen Gegenmaßnahmen, die in keiner vernünftigen Relation mehr zur Bedrohung stehen: Ein übermäßig großer Sicherheitspolster, ein dreifach abgeschliffener Marketing-Text oder elf Feedbacks, wenn auch drei gereicht hätten.

Überkorrekturen bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt deshalb, weil Überkorrektur sehr teuer ist. Oft tatsächlich im finanziellen Sinn, aber sicher in emotionaler Hinsicht.

Schau, dass du in deinem Risikomanagement Überkorrekturen aufdeckst und auf ein vernünftiges Maß reduzierst.

Das macht Ressourcen und Energie frei für das, worum es dir eigentlich geht.

In die Zukunft gedacht

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Matthias Horx sagt: Wenn wir über die Zukunft nachdenken, dann denken wir in Wirklichkeit in unserer Vergangenheit. Wir kramen in unseren Erinnerungen und schustern uns daraus eine vorstellbare Zukunft zusammen.

Wir können uns unsere Zukunft also nicht frei von der Vergangenheit vorstellen.

Denk mal, was in deiner Zukunft alles möglich wäre, wenn du deine Vergangenheit vollständig hinter dir lassen könntest!

Der beste ROI

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Jede Minute, die du mit (potenziellen) Kund:innen verbringst und ihnen wirklich zuhörst und versuchst, sie als Menschen zu verstehen und von ihnen zu lernen, wie du noch besser helfen kannst, bringt dir die besten Zinsen der Welt.

Es gibt keinen besseren Return On Investment.

Und damit meine ich nicht nur den ROI, den man in Geld messen kann.

Geisterbahn

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Thomas Müller sagt: Die Menschen im 21. Jahrhundert gehen “in einer militanten Art und Weise” allen Situationen aus dem Weg, die ihnen Angst machen könnten. Deswegen haben heute so viele Menschen Angst wie nie zuvor.

Mutig wirst du nicht dadurch, dass du der Angst aus dem Weg gehst. Durch Angst-Vermeidung wird es dir nicht besser gehen, sondern du wirst nur noch ängstlicher werden.

Mutig wirst du dadurch, dass du dich angsteinflößenden Situationen stellst und durch sie hindurch gehst.

Immer und immer wieder. 

Volle Hose

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Wenn du dir nicht sicher bist, woran es liegt, dass du auf der Stelle trittst und nicht weiterkommst…

Geh davon aus, dass es deine Resistance ist. Du machst dir einfach in die Hosen.

More often than not wirst du damit richtig liegen.

Nachdenken ohne Geld

N

Wenn Geld kein Thema wäre, würdest du dich genauso entscheiden?

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würdest du dann genauso handeln?

Wenn für deine materielle Sicherheit gesorgt wäre, würdest du dich mit diesem Thema überhaupt beschäftigen?