Tag#PersonalProjects

Zwei Paar Schuhe tragen

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Es käme nie jemandem in den Sinn, zwei Paar Schuhe gleichzeitig tragen zu wollen.

Es ist ganz klar, dass man die Schuhe anzieht, die im Moment am besten passen und alle anderen im Schrank lässt, bis deren Zeit gekommen ist. Was hätte es auch für einen Sinn, zwei Paar Schuhe gleichzeitig zu tragen?

Aber wenn es darum geht, unsere Arbeit zu machen, tragen wir oft drei Paar Schuhe gleichzeitig. Es würde Sinn machen, sie nacheinander zu tragen, aber wir glauben, dass wir besser dran sind, wenn wir sie gleichzeitig tragen.

Schon komisch, oder?

Nicht nein sagen

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So wie dir, so geht es vielen: Sie können nicht “nein” sagen.

Vielleicht solltest du diesen Umstand öfter mal einfach ausnutzen.

Naivität

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Naivität kann wirklich eine große Hilfe sein.

Kann.

Der einfachste Plan

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Der einfachste Plan der Welt ist nicht der Plan, in den du alles, was gut und richtig sein könnte, ungefiltert hineinpackst. Das ist kurzfristig einfach, aber langfristig schwer.

Der einfachste Plan der Welt ist der Plan, aus dem du alles, was nicht “deines” ist, gnadenlos rausstreichst. Das ist kurzfristig schwer, aber langfristig einfach.

Kann es ein Star werden?

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Bevor du in ein neues Abenteuer startest: Hat es das Potenzial, ein Star zu werden? Oder ist es von Beginn an half-assed?

Was wäre, wenn du nur die Dinge starten würdest, mit denen du wirklich Großes schaffen kannst, mit denen du den berühmten dent in the universe hinterlassen kannst?

Was wäre, wenn du zu allem nein sagst, das diesen Anspruch nicht erfüllt – auch und gerade dann, wenn du andere Menschen dadurch enttäuscht?

Was wäre möglich, wenn du dir das erlauben würdest?  

Was wäre möglich, wenn du dich traust, nur mehr Stars in deinem Leben zu haben?

Reife Ringlotten

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Ja, du kannst dir eine Leiter nehmen und die Ringlotten vom Baum pflücken. Kann aber sein, dass da ein paar dabei sind, die noch nicht richtig reif und entsprechend sauer sind.

Besser ist, die Ringlotten aufzuklauben, die gerade frisch vom Baum runter gefallen sind. Weil die sind tatsächlich alle reif.

Das Leben wird ein bisschen leichter, wenn man lernt, auf den richtigen Zeitpunkt zu warten.

Baustellen schließen

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Es kann sein, dass heute deine wichtigste Aufgabe nicht ist, dein neuestes Projekt voranzubringen, sondern ein altes abzuschließen.

Du tust gut daran, dir Zeit zu nehmen für das Schließen von Baustellen. Baustellen müssen nämlich bewusst geschlossen werden, sonst dümpeln sie vor sich hin und nehmen dir Energie.

Also schließ was ab, nimm dir die Zeit, die dafür nötig ist, und dann geh mit voller Energie an das Neue.

Oder in die Sommerferien.

Ehrgeizige Tagesetappen

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Ein guter Freund von mir war unlängst einige Tage wandern.

Danach hat er mir erzählt, dass er bei diesem Wanderurlaub gelernt hat, die Tagesetappen nicht zu ehrgeizig zu planen. Selbst, wenn der Wanderweg gut ausgeschildert ist – es passiert immer was, das Zeit kostet. Also: Nicht zu viel vornehmen.

Und jetzt wirf mal einen Blick auf deine To-Do-Liste für heute.

Wie ehrgeizig ist deine Tagesetappe?

Buchverkäufe

B

Seth Godin hat unlängst eine spannende Grafik über den Buchmarkt in den USA geteilt:

In den USA erscheinen pro Jahr mehr als 450.000 Bücher. Davon verkaufen nur 163 Bücher mehr als 100.000 Stück. Mit anderen Worten: Nur 0,04 % aller Neuerscheinungen sind echte Bestseller.

Noch spannender ist die untere Hälfte der Grafik: 85 % aller Neuerscheinungen verkaufen weniger als 5.000 Stück. Und: Die allermeisten Neuerscheinungen würden heilfroh sein, wenn sie überhaupt dreistellige Verkaufszahlen erreichen könnten – oder überhaupt mehr als ein Exemplar verkaufen.

Als jemand, der schon mal ein Buch geschrieben hat, kann ich sagen: Das ist eine Mordshack’n. Aber es lohnt sich. Man lernt viel dabei.

Aber wenn du ein Buch schreiben willst in der Hoffnung, damit ein ordentliches Knedl zu machen oder weltberühmt zu werden, dann würde ich sagen: Träum weiter.

Erfolg vs. Entwicklung

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Was ist dir in deinem Lifestyle Business gefühlt wichtiger:

Der Erfolg, also dass du mit deiner Selbständigkeit ein bestimmtes Ergebnis erreichst, z.B. Umsatz- oder Gewinnziele, eine bestimmte Anzahl von Kund:innen oder eine gewisse Größe oder Status?

Oder die Entwicklung, also die Erfahrungen, die du in deiner Selbständigkeit machst. Das Lernen, das Wachsen, die Schritte vorwärts und die Schritte zurück?

Eines schließt das andere nicht aus, aber jeder von uns hat eine intuitive Präferenz. Manche sind eher ergebnisorientiert, manche eher entwicklungsorientiert.

Wenn du herausgefunden hast, wozu du eher tendierst, hast du möglicherweise viel gelernt über deine intuitive Herangehensweise an dein Business – und darüber, was dich eigentlich motiviert.

[P.S: Ich habe mal einen recht leiwanden Podcast gemacht über den Unterschied zwischen Ergebnisprojekten und Beziehungsprojekten. Der schlägt in die gleiche Kerbe. Eine Hörempfehlung, wenn dich diese Frage näher interessiert.]

Wunschdenken

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Orientiere dich nicht am dem, was wünschenswert wäre.

Orientiere dich an dem, was dir heute möglich ist. 

Nachdenken ohne Geld

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Wenn Geld kein Thema wäre, würdest du dich genauso entscheiden?

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würdest du dann genauso handeln?

Wenn für deine materielle Sicherheit gesorgt wäre, würdest du dich mit diesem Thema überhaupt beschäftigen?

Günter kocht (2)

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Das Personal Project “Günter kocht” hat eine hidden agenda.

Ja, es geht natürlich darum, dass ich kochen lerne. Dass ich mir und meiner Familie ein gutes Essen kochen kann, ohne dass das zu einem Riesentamtam für mich wird.

Darüber hinaus geht es aber noch um zwei weitere wichtige Punkte:

  1. Ich will meine Inkompetenz normalisieren.
  2. Ich will üben, mutig zu sein, indem ich Dinge ausprobiere, die ich noch nie gemacht habe.

All das in der Sicherheit meiner eigenen Küche. Niemand schaut mir zu.

Und trotzdem bewegt sich was in mir… in die richtige Richtung.

Günter kocht (1)

G

Seit Jahresanfang habe ich ein neues Personal Project. Es heißt: Günter kocht. Jedes Monat probiere ich, ein Gericht zu kochen, nach Rezept.

Für viele ist das keine große Sache, für mich schon. Weil: Ich bin ein Anfänger in der Küche.

Und deshalb mache ich bei diesem Projekt auch ständig Anfängerfehler:

  • Ich lese mir das Rezept vor dem Kochen nicht vollständig durch.
  • Ich richte mir fast alle, aber eben nicht komplett alle Zutaten und Werkzeuge vorher her.
  • Ich unterschätze die Arbeitszeit, die ich für ein Gericht brauche.
  • Ich wähle viel zu schwierige Rezepte für mein Kompetenzlevel aus.
  • Ich ärgere mich, wenn etwas nicht nach Wunsch gelingt.

Es ist nicht angenehm, so inkompetent zu sein. Aber das muss ich aushalten (auch wenn mir das nicht leicht fällt). Denn so funktioniert Lernen: Du bist ein Anfänger und machst Anfängerfehler, bis du es nicht mehr bist und die Fehler von Fortgeschrittenen machst.

Vorausgesetzt, du bleibst dran. Und Dranbleiben ist exakt das, was ich vorhabe.

Ich werde meine Anfängerfehler einfach aussitzen.

Wieder anfangen

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Es ist relativ leicht, mit einer guten Gewohnheit aufzuhören.

Es ist viel schwerer, mit dieser guten Gewohnheit wieder anzufangen.

Note to self: Auch wenn die Laufrunde mühsam war wegen der langen Pause: Klopf dir auf die Schulter, denn heute bist du ein Held. Weil du wieder angefangen hast.

Doch noch drei Schnaps-Metaphern

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Ein Zwanziger nützt dir nichts, wenn du ihn nicht ansagen kannst.

Ein Vierziger nützt dir nichts, wenn ihn dir der Gegner zerreißt.

Manchmal gewinnst du, und du weißt: Das war jetzt das reinste Glück.

Noch drei Schnaps-Metaphern

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Es nützt dir nichts, wenn du vier Asse auf der Hand hast und du sie nicht ausspielen kannst.

Manchmal musst du einen Zwanziger zerreißen, auch wenn’s weh tut.

Ob deine Karten gut oder schlecht sind, hängt zu einem guten Teil auch von deinem Gegenüber ab.

Drei Schnaps-Metaphern

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Wenn man alle Atout auf der Hand hat, ist es schwer, zu verlieren.

Es hilft ungemein, wenn man gleich am Anfang einen Vierziger hat.

Aber: Zur Not kannst du immer auf den letzten Stich spielen.

Wir kaufen Potenziale

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Sagt der Soziologe Hartmut Rosa.

Wir kaufen immer mehr Dinge, ohne sie zu konsumieren.

Beispiel: Ich kaufe ein Buch, lese es aber nicht. Ich kaufe das Potenzial des Buches ein, ohne das Potenzial tatsächlich zu nutzen. Der Konsum, also das Lesen des Buches, ist nämlich sehr zeitintensiv. Daher macht es mir viel mehr Spaß, ein neues Buch zu kaufen als ein bereits gekauftes zu konsumieren.

Und das betrifft ganz viele Dinge. Ich kaufe ganz viel Potenzial ein, “auf Vorrat”. Aber dieses Potenzial bleibt zum großen Teil ungenutzt.

Dieses Potenzial “auf Vorrat” empfinde ich aber nicht als ermächtigend, sondern im Gegenteil: Es blockiert mich. Das viele Potenzial, das ich mir nie erschließe, erdrückt mich, lähmt mich, macht meinen gedanklichen Rucksack schwerer.

Ungenutztes Potenzial ist nicht nur kein Gewinn, sondern ein Netto-Verlust.