Günter Faltin: Entrepreneurship für unsere Zukunft – KI verteilt die ökonomischen Chancen neu
Über KI: “Sie bekommen eigentlich das Wissen dieser Welt auf Klick zur Verfügung. Ein Menschheitstraum! Und das verändert das Gründen radikal. Davon bin ich fest überzeugt.”
“Sie alle bekommen einen großen Bruder, der Ihnen hilft.”
- Ja, KI ist ein big brother.
- Aber es ist auch ein “Wahnsinnswerkzeug”.
FrĂĽher war die Idee: Ideen gibt es viele, aber das Problem ist die Umsetzung. (vgl. Derek Sivers)
- Mit KI ändert sich das. Die execution wird von einer KI übernommen — wie von einem “Sklaven”, wie es sich die Antike nicht hätte erträumen können.
- Das ist ein massiver Produktivitäts-Sprung!
“Die ökonomischen Chancen der Welt werden gerade neu verteilt. Das ist kein geringer Satz.”
Günter Faltin zeigt, wie er mit KI die Firma Mars mit seinem höchst ungesunden Riegel “angreifen” würde.
- Die Idee des “Angreifens” scheint für Faltin zentral zu sein. Er sucht sich einen Player am Markt aus, der angreifbar ist (weil man seine Arbeit bzw. sein Produkt besser machen könnte; weil diese Firma nur seinen eigenen Vorteil im Blick hat) und den man ruhig auch angreifen kann (bei der Mars-Familie trifft es keine Armen).
- Das ist ja auch die Grundidee der Teekampagne.
- Und wahrscheinlich ist das auch das zentrale Motiv seines Buches David gegen Goliath = Wir sind das Kapital.
- Faltins Aufruf ist “ein Stück weit nicht völlig friedlich”, aber eine Chance für junge Unternehmer:innen und “eine Chance für die Gesellschaft”.
“Wenn Sie der Reichste auf dem Friedhof sind… Kein geglücktes Leben!”
“Die Frage nach dem Sinn… Das ist etwas sehr Entscheidendes.” Weil Gründen ist ein Marathon — “in Wirklichkeit noch mehr”.
- “Aber wenn Sie Sinn in Ihrer Arbeit erkennen, dann sind Sie ausdauernder.”
- Sinn steigert die Chancen — erstens selber durchzuhalten, und zweitens Unterstützung zu bekommen.
“Wir stehen an der Tür zum Paradies.” Warum? “Wir haben die Maschinen, die uns die Arbeit abnehmen. Wir stehen vor einer Ökonomie, die weitgehend automatisierbar ist. Wir haben alles. Ein Menschheitstraum geht in Erfüllung.”
- Aber: “Es sieht alles so aus, als würden wir es vermasseln.” Wir gehen nicht durch die Tür, sondern tun das Gegenteil davon.
“Genug ist genug.” – vgl. Sufficiency. Wir haben eigentlich alles.
- Karl Marx: Vom “Reich der Notwendigkeit” zum “Reich der Freiheit”. Das wäre heute möglich. Was wäre das für ein wunderbares Leben!
- Warum schaffen wir es nicht, durch die TĂĽr zu gehen?
- Weil die Unternehmen weiterhin im “kapitalistischen Schwungrad” des immer mehr Umsatz/Gewinn laufen. “Es ist gar nicht so einfach, dieses Schwungrad zu bremsen. Aber wir müssen es bremsen. Wir müssen aktiv werden mit unseren Unternehmen!” → Wir müssen “Breschen schlagen” in dieses ökonomische Schwungrad.
- Gewinne sind okay. Man braucht sie für schlechtere Zeiten. Aber man muss sie nicht immer maximieren.
- Auch die Politik ist in diesem Schwungrad gefangen. Es ist systemisch. Auch die Politik sorgt sich um das Wachstum, weil sonst Arbeitsplätze verloren gingen, die Pensionen nicht mehr finanzierbar seien und so…
Wir müssen nicht auf den “besseren Menschen” warten. Es gibt sie bereits. Es gibt viel mehr Menschen als früher, die nicht mehr diese “brutale wirtschaftliche Orientierung” haben.
- Er redet damit indirekt dem Wassermann-Zeitalter bzw. dem Wassermann-Unternehmer das Wort.
Günter Faltins These: Mit höherem Einkommen werden nicht bessere, sondern schlechtere Entscheidungen getroffen. Die CEOs der großen Konzerne treffen gerade schlechte Entscheidungen, weil sie “verwurzelt sind in der alten Ökonomie” (der “Fische-Ökonomie”).
- Faltin meint damit, dass die “großen Wirtschaftslenker” out of touch sind. Ihre Lösungen sind vergangenheitsorientiert und werden an der Zukunft (oder bereits an der Gegenwart) zerschellen.
Carsten Waldeck: GrĂĽnden mit Purpose
Alles hat Purpose. Auch Gewinnmaximierung ist ein Purpose. Die Frage ist: Welchen Purpose verfolgen wir? Wie wichtig ist dieser Purpose?
Die Frage ist auch nicht: Profit oder nicht? Die Frage ist: Was tut man mit dem Profit? WofĂĽr verwendet man den erwirtschafteten Gewinn?
Auch Carsten Waldeck spricht von einem “Shift”, der auf uns zukommt, und meint damit (ebenfalls, sinngemäß) den Übergang vom Fische- zum Wassermann-Unternehmer.
Weitere Gedanken aus anderen Vorträgen
Aus der Eröffnung:
- “Alle reden von KI, also tun wir’s natürlich auch.”
- In der Stiftung Entrepreneurship arbeiten “sieben kleine people”.
Bodo Jansen fragt (mich): Wofür bin ich heute hier? Was möchte ich?
- Die Intention, die Absicht ist entscheidend.
Man kann Gefühle “bewirtschaften” — ganz besonders die Angst. Man kann mit Angst sehr gut Geschäfte machen, in der Wirtschaft und in der Politik. Besonders dann, wenn eine diffuse Angst angesprochen wird. (Harald Welzer)
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