Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Jeder ist egoistisch

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Jeder Mensch ist egoistisch. Selbst die Menschen, die dich mögen, sind egoistisch.

Wenn du als Lifestyle Entrepreneur das ignorierst, tust du das zu deinem eigenen Schaden.

Helfer in der Not

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Ein Helfer, der zur richtigen Zeit ganz unerwartet da ist, ist unbezahlbar.

Oder anders formuliert: Sich die Mühe zu machen und stehen zu bleiben, wenn jemand wirklich Hilfe braucht, wird sich immer und in jeder Hinsicht lohnen.

Kompetenz wird zugeschrieben

K

Oft glauben wir, dass man sich Kompetenz und Autorität durch viel Wissen und harte Arbeit erwerben muss.

Dabei stelle ich aber immer wieder fest: Kompetenz wird in den allermeisten Fällen von anderen Menschen zugeschrieben, und das meist bereitwillig und ohne viel Kritik.

Nach dem Motto: „Wenn er sagt, dass er das kann, dann kann er das auch.“

Das ist vielleicht nicht ganz intuitiv, aber deswegen ist es nicht weniger wahr.

Einfache Rezepte

E

Manchmal bestehen erfolgreiche Geschäftsmodelle nur aus ganz wenigen Komponenten: Einem hervorragenden Produkt, einer exzellenten Distribution und einem großartigen Marketing.

Wie beim Essen können aus ganz wenigen Zutaten die köstlichsten Speisen entstehen. Bei diesen einfachen Rezepten kommt es jedoch ganz entscheidend auf die Qualität der Zutaten an: Je weniger Zutaten, desto höher muss die Qualität der einzelnen Zutaten sein, weil man jede einzelne davon schmeckt. Ist nur eine Zutat nicht in Ordnung, ist das ganze Gericht ruiniert.

So ist es auch bei diesen „einfachen“ Geschäftsmodellen: Ist nur eine dieser wenigen Komponenten nicht hervorragend, fällt das gesamte Geschäftsmodell wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Schlechte Zeiten

S

Auch wenn wir Lifestyle Entrepreneure unser Business noch so lieben… Wir alle haben mit schweren Zeiten zu kämpfen.

Es wird Zeiten geben, in denen uns unser Privatleben von unserem Business ablenkt. Es wird Zeiten geben, wo uns Sorgen um unsere Lieben mehr beschäftigen als unsere Kunden. Es wird Zeiten geben, wo sich die Arbeit, die uns normalerweise Spaß macht, zäh und über die Maßen anstrengend anfühlt.

Keine Selbstmanagement-Technik der Welt kann uns vor diesen schweren Zeiten bewahren. Wir können uns darauf nicht vorbereiten, wir können uns davor nicht schützen.

Alles, was wir tun können, ist, die Vision unseres Lifestyle Businesses nicht zu verlieren und darauf zu vertrauen, dass auch wieder gute Zeiten kommen werden.

Die letzten Meter

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Da ist dieses Projekt… Es war lang und kräftezehrend. Endlich, nach vielen Wochen, ist das Licht am Ende sichtbar. Das Projektende ist zum greifen nah.

Natürlich ist die Versuchung groß, die letzten Meter im Projekt einfach irgendwie über die Runden zu bringen. Sich mit so wenig Anstrengung wie möglich, nur mehr das Allernotwendigste investierend, irgendwie ins Ziel retten.

Und doch sind es die letzten Meter im Projekt, die den Unterschied machen. Hier trennen sich die Profis von den Amateuren. Der Amateur lässt nach, der Profi gibt bis zur Ziellinie sein Bestes – auch wenn es schwer fällt.

Zu welcher Gruppe willst du gehören: zu den Profis, oder zu den Amateuren?

Soft Skills

S

Das, was wir gerne “soft skills” nennen, das sind in Wirklichkeit die “hard skills” unserer Zeit.

Empathie zeigen, zuhören können, Widersprüche aushalten können, verletzlich sein, Probleme erkennen und lösen…

Viel “harder” geht es kaum, aber gerade deswegen sind diese Fähigkeiten umso wichtiger für uns Lifestyle Entrepreneure des 21. Jahrhunderts.

Der verrückteste Traum

D

“Be crazy about what could be cool in your life!”

Das schreibt David Allen uns Lifestyle Entrepreneuren ins Herz.

Wenn wir schon ein eigenes Business wagen, wenn wir schon unserem Traum folgen, wenn wir schon Sinn und Freude in unser Leben bringen wollen…

Warum streben wir dann nicht nach dem absolut Schönsten, Besten, Beglückendsten, Freudvollsten, Erfolgreichsten, das wir uns überhaupt nur vorstellen können? Warum setzen wir dann nicht jede Minute unseres noch verbleibenden Lebens daran, genau diesen verrückten Traum wahr werden zu lassen?

Wenn wir schon einem Traum folgen, dann sollten nicht weniger als den allerschönsten Traum für uns wählen.

Denn worauf wollen wir noch warten?

Gummiringerl

G

Menschen, die etwas in ihrem Leben stört, sind wie Gummiringerl: Sie sind permanent im Spannungszustand von “Ich sollte etwas ändern, aber ich will nicht”.

Unsere Aufgabe als Marketer, als Berater und als Lehrer ist es, diese Spannung so hoch wie möglich halten. Diese Spannung immer und immer wieder zu erzeugen – nicht unseretwillen, sondern für die Menschen, die wirklich etwas verändern möchten in ihrem Leben.

Irgendwann wird die Spannung zu groß, und das Gummiringerl schnalzt schließlich in Richtung der Veränderung – und damit hin zu uns, die wir nun als Geburtshelfer der Veränderung bereit stehen.

Aus Spannung wird “enrollment”, wie Seth Godin es nennt. Wir sitzen nun gemeinsam im selben Bus, und wir steigen erst aus, wenn wir dort angekommen sind, wo wir hin wollen.

Nahes und fernes Klauen

N

Es ist nichts dagegen zu sagen, dass wir uns gute Ideen von anderen “ausborgen”. Ich meine damit nicht ein plumpes Stehlen von Ideen, sondern sich inspirieren zu lassen und seine eigene Version daraus zu machen – die dann wiederum andere zum Ausborgen anregen kann.

Dabei gibt es aber Folgendes zu beachten: Wenn wir uns Ideen ausborgen von Menschen, die sehr nah an dem sind, was wir selbst auch machen (kurz: von unseren Mitbewerbern), dann werden Menschen, die auch in unserer Nische unterwegs sind, kommen und sagen: “Ah, da schau her, jetzt macht er/sie es genau so wie XY!”

Viel besser ist es, sich seine Ideen von weit weg zu holen. Zum Beispiel aus Branchen, die mit der eigenen überhaupt nichts zu tun haben. Oder von AutorInnen, die gerade nicht besonders en vogue sind. Oder von den alten Klassikern, die eh keiner mehr kennt.

Wer “zu nah” klaut, steht als Imitator da. Wer von “weit weg” klaut, bringt Innovationen in die Nische und ist ein Held.

Der Berater, dein Feind

D

Das Verhältnis zwischen Berater:in und Klient:in ist nicht einfach. Es sollte ein Verhältnis auf Augenhöhe sein, und doch basiert es auf einem Kompetenzunterschied: Der/Die Berater:in weiß etwas, das seine Kund:innen nicht wissen. Deswegen suchen sie ihn/sie ja auf.

Dieser Kompetenzunterschied führt aber fast zwangsläufig zu einem Hierarchieunterschied: Der/Die Berater:in ist mächtig, der/die Kund:in in gewissem Maße unterlegen und ausgeliefert.

Das Spannungsfeld, das aus diesem Machtgefälle resultiert, kann mitunter eskalieren, sodass sich eine Kundin in die Ecke gedrängt fühlt und im schlimmsten Fall ihre Beraterin als ihre Feindin wahrnimmt. Dass kann die Schuld der Beraterin sein, aber auch „nur“ eine Projektion der Klientin.

Das Resultat bleibt das gleiche: Wenn das passiert, ist die Basis für eine weitere Zusammenarbeit untergraben. Für Beraterin und Kundin bleibt nur noch, sich in Würde zu trennen.

Wenn das gelingt, ist das Optimum dessen gelungen, was in dieser Beziehung gelingen konnte.

Nützliche und unnütze Fragen

N

Unnütze Fragen: Wer hat daran Schuld? Wer hat das verbockt? Wem ist dieser Blödsinn eingefallen?

Nützliche Fragen: Was können wir aus diesem Schlamassel lernen? Was macht diese scheinbar verkorkste Situation für uns möglich? Wie sorgen wir gemeinsam dafür, dass uns das in Zukunft nicht mehr passiert?

In der größten Not warst du nicht da

I

Ein Gründer hat mir folgenden Gedanken mitgegeben:

Viele Kunden. aber auch viele Mitarbeiter wurden in der Corona-Krise enttäuscht, nämlich von ihren Lieferanten bzw. ihren Arbeitgebern. In einer Zeit, wo alle zusammenarbeiten müssten, wo wir besonders aufeinander angewiesen sind, haben sich einige Firmen(-Chefs) absentiert. Sie waren sie nicht erreichbar, weder im wörtlichen Sinn (z.B. am Telefon), noch im übertragenen, emotionalen Sinn.

Diese Enttäuschung wird noch lange nachwirken. Sie wirkt nach bei den Kunden, die in dieser Zeit andere Lieferanten gefunden haben, die da waren. Sie wirkt nach bei Mitarbeitern, die nun ebenfalls mit Wurstigkeit reagieren oder das eine oder andere Revanchefoul begehen.

„A friend in need is a friend indeed“, heißt es. Das gilt dieser Tage in besonderem Maße. Jetzt „da zu sein“ kann den Grundstein für eine lange und erfolgreiche (weil vertrauensvolle) Zusammenarbeit legen.

Die Chance ist da. Wirst du sie nutzen?

Hamsterräder

H

Es gibt Gründer, die suchen den Weg in die Selbständigkeit als Ausweg aus einer Anstellung, die sie zermürbt hat. „12 Jahre Gastronomie haben mich zerstört“, sagt ein ehemaliger Kellner, der nach Burn-Out seinen eigenen Waffelstand in einem Shopping-Center oder einen Kosmetikladen aufmachen möchte.

Es ist der Wunsch nach Freiheit, nach weniger Stress, nach Selbstbestimmung, der viele Lifestyle Entrepreneure antreibt. Das Problem dabei: Ist ein Waffelstand, der zehn Stunden am Tag an sechs Tagen die Woche geöffnet hat, wirklich weniger stressig – zumal er nur mit zwei Aushilfskräften kalkuliert? Sind eigene Mitarbeiter nicht nur eine andere Form von Stress?

Ist diese angestrebte Lösung wirklich erlösend? Oder wechselt hier nur jemand von einem Hamsterrad in das nächste?

„Die Menschen verwenden ihre Freiheit, um sich ihre eigene Versklavung zu schaffen“, sagt Paolo Coelho.

Das, was möglich war

D

Wenn wir unser Bestes gegeben haben, wenn wir uns ehrlich bemüht haben, wenn wir nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt haben… dann ist das Ergebnis immer das Beste, das zu diesem Zeitpunkt möglich war.

Unser Bestes ist nicht immer gleich gut, aber es ist stets das Beste, das eben diesmal möglich war.

Darum dürfen wir aufhören, uns zu quälen mit dem Grübeln darüber, ob das Ergebnis gut genug ist, ob wir es besser hätten machen können. Es ist das Beste, das möglich war. Punkt. Es wäre diesmal nicht besser gegangen, es hätte diesmal nicht besser sein können, unter keinen Umständen.

Wenn wir uns das vor Augen halten, und wenn das Ergebnis in den Augen anderer trotzdem nicht ausreichend sein sollte, dann haben wir uns nichts vorzuwerfen. Wir haben unser Bestes gegeben und können das Spielfeld erhobenen Hauptes verlassen.

Das nächste Spiel kommt bestimmt. Wir werden dann wieder die Chance haben, unser Bestes zu geben. Neues Spiel, neues Glück. Aber dieses Spiel ist abgepfiffen. Undefeated, everybody goes home.

Pionierarbeit

P

Es kommt gar nicht so selten vor, dass wir Lifestyle Entrepreneure auf Unverständnis innerhalb unserer Familie stoßen.

Das äußert sich z.B. in der Frage der Eltern, ob wir denn von allen guten Geistern verlassen sind, dass wir einen sicheren Job aufgeben wollen für die unsichere Existenz als Selbstständige?

Oder es äußert sich dadurch, dass dich beim großen Familientreffen zu Weihnachten niemand nach deinem Business fragt und du das Gefühl hast, dass neun von zehn deiner Verwandten gar nicht genau sagen könnten, was du eigentlich genau machst.

Dieses Unverständnis, dieses Desinteresse oder sogar eine offene Ablehnung zu spüren, ist schmerzhaft. Natürlich empfinden wir das als Hemmnis.

Aber vielleicht liegt es ja gerade an uns, in unserer Familie eine neue Tradition zu begründen und in zweihundert Jahren als der Ahne zu gelten, der damals den Mut hatte, als erste/r den Weg des Lifestyle Entrepreneurship zu gehen und damit zum Vorbild für alle kommenden Generationen zu werden.

Pioniere verdienen ihren Ruhm selten in der Gegenwart, also sollten wir hier auch nicht danach suchen.

Who is it for?

W

Ein Gedanke von Derek Sivers: Wenn du Lifestyle Entrepreneur werden willst, aber du keine Ahnung hast, wie dein Lifestyle Business aussehen soll, dann ist der Grund dafür vielleicht folgender:

Du bist dir nicht im Klaren darüber, für wen du dein Lifestyle Business machen willst.

  1. Möglichkeit: Du machst es nur für dich. Dann kannst du völlig ignorieren, was andere über dein Lifestyle Business denken. Du brauchst dir keine Gedanken über Produkt- oder Marketingstrategien machen. Das einzige Kriterium für den Erfolg eines solchen Lifestyle Business: Gibt es dir Sinn, Freude und Motivation? Allerdings ist fraglich, ob du auf diese Weise (genug) Geld verdienen wirst. So ein Lifestyle Business ist näher beim Hobby als bei einem richtigen Unternehmen.
  2. Möglichkeit: Du macht es für jemand anderen, nämlich für deine Kunden. Dann hast du ein Business, und dann ist für dein Business sehr wichtig zu wissen, was deine Kunden von deinem Angebot halten. Es ist wichtig, dass du dir überlegst, wie potenzielle Kunden von deinen Angeboten erfahren. “Der Kunde ist König”, und die Entscheidungen deiner Kunden sind wichtiger als deine eigenen Vorlieben. Dieses Lifestyle Business ist ein ernstzunehmendes Unternehmen, weil es darauf ausgerichtet ist, langfristig (genug) Geld zu erwirtschaften.

So weit, so klar. Aber ich frage mich schon länger, ob es für uns Lifestyle Entrepreneure nicht noch einen “dritten Weg” gibt. Ich glaube, ich bin diesem “dritten Weg” auf der Spur, aber ich kann ihn noch nicht in Worte fassen.

Unternehmergeist

U

Unternehmer sind Freigeister.

Wir tun uns schwer mit Menschen, Umständen und Situationen, die unsere Freiheit einschränken. Wir tun uns schwer, wenn wir nicht so können, wie wir wollen. Wir tun uns schwer, wenn wenn wir das Gefühl haben, der “Diener” für andere zu sein und unsere eigenen Projekte darüber zu vernachlässigen.

Mit ein Grund, warum diese Corona-Zeit so herausfordernd für viele Lifestyle Entrepreneure ist.

Nicht im Reinen

N

Eine Gründerin sagte kürzlich zu mir:

Ein Kunde spürt, wenn das Unternehmen nicht im Reinen ist.

Ich glaube, besser kann man es nicht auf den Punkt bringen – und besser kann man auch nicht begründen, warum es so wichtig ist, dass wir Lifestyle Entrepreneure darauf schauen, dass unser Business zuallererst mal zu uns passt.

Denn nur dann können wir wirklich für unsere Kunden da sein.