Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Spott

S

Es wird immer Leute geben, die ihre Bewunderung nur dadurch ausdrücken können, dass sie sich lustig machen.

Der Fluch der Begeisterung

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Ein Kollege von mir meinte heute zu einem Gründer: „Nur, weil du eine Eingebung hast, heißt das noch lange nicht, dass das der richtige Weg ist.“

Oft genug verlieben wir uns in eine Idee und werden von Wogen der Begeisterung erfasst. Und wie das halt so ist, wenn man verliebt ist: Man sieht die Welt nicht mehr 100% objektiv. Stichwort: Rosarote Brille.

Da hilft es, mit anderen Menschen – und speziell mit möglichen Kund*innen – zu reden und sich so wieder ein bisschen Bodenhaftung zu holen. Sonst kann es sein, dass der Liebeskummer sehr schmerzhaft wird.

Engel und Teufel

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Da ist dieses Lied, “Broken Radio” von Jesse Malin, ein Duett mit Bruce Springsteen (Youtube). Im Refrain heißt es: “The angels love you more than you know.”

Das hat mich auf folgende Idee gebracht: Was, wenn alles, was wir in unserem Leben als Benachteiligung, als Ungerechtigkeit oder als Schwierigkeit empfinden, in Wirklichkeit genau das Gegenteil ist? Was, wenn alles, was uns geschieht, in Wahrheit uneingeschränkt zu unserem Vorteil ist? Was, wenn alles in unserem Leben letztlich zu unseren Gunsten passiert? Was, wenn wir uns darauf bedingungslos verlassen könnten?

Ich glaube, wir wären viel, viel mutiger mit dem, was wir aus dem Leben, das wir geschenkt bekommen haben, machen.

Wiedersehen

W

Nach vielen Wochen Corona-bedingter „virtueller“ Beratung mit Zoom & Co, finden nun wieder persönliche Beratungen mit meinen Gründer*innen statt.

Bei vielen von ihnen freue ich mich auf das Wiedersehen. Ich habe sie vermisst.

Ich habe für mich festgestellt: „Virtuelle Beratung“ ist etwas, das ich kann. Aber persönliche Beratung ist das, was ich will.

Es geht zu langsam!

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Ungeduld ist ein Gefühl, das viele Gründer*innen begleitet. Die Youtube-Abonnenten werden nicht schnell genug mehr, die Newsletter-Liste wächst nicht rasch genug, beim Webinar waren nicht so viele Teilnehmer*innen wie erwartet.

Wir Unternehmer*innen unterschätzen regelmäßig, wie lange der Beziehungsaufbau mit unseren Kund*innen dauert. Wie viel wir investieren müssen, bis es zu einem Return On Investment kommt. Wie viel Zeit vergehen kann, bis unsere Kund*innen (endlich) kaufen.

Wenn alles einfach und schnell ginge, würde ja jede*r Unternehmer*in werden.

Flow

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Du weißt, dass deine Arbeit Sinn hat, wenn du dir am Ende deines Arbeitstages denkst: Was? Schon wieder vorbei? Wo ist die Zeit hin?

Solche Flow-Gefühle in seiner Arbeit zu erleben, ist ein Geschenk. Es ist ein Privileg und gleichzeitig der Auftrag, so viel wie möglich von dieser Arbeit zu tun.

Haben wir dieses Flow-Gefühl erleben dürfen, sind wir quasi verpflichtet, unsere Arbeit, unser Business, ja unser ganzes Leben darauf auszurichten, nie wieder etwas anderes zu tun.

Gitarre spielen

G

Ich habe nie gelernt, Gitarre zu spielen. Ich kann Keyboard spielen, leidlich gut, aber Gitarre… leider nicht.

Und so passiert es immer wieder, dass ich jemanden sehe, der/die voll Hingabe Gitarre spielt und ich mir denke: “Ach, Gitarre spielen… das hätte ich auch gerne gelernt. Schade, dass ich es nicht kann. Aber immerhin… ich kann ja Keyboard spielen. Auch nicht schlecht.”

Es stimmt schon: Wir dürfen durchaus dankbar sein für das, was wir an Kompetenzen bisher im Leben gesammelt haben. Aber warum hier stehen bleiben? Warum nicht auch Gitarre spielen lernen? Etwa, weil es dafür zu spät wäre?

Hammer und Nagel

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Als Gründungsberater beobachte ich folgendes Phänomen immer wieder: Die Leute nehmen sich zu viel vor – nämlich zu viel gleichzeitig.

Jeden Tag sage ich mindestens einem Gründer/einer Gründerin, dass es besser ist, sich auf eine Idee wirklich zu konzentrieren und alle Energie da reinzulegen, als zwei oder drei Ideen gleichzeitig zum Laufen bringen zu wollen.

Stell dir vor, du hast einen Hammer. Was ist gescheiter: Mit dem Hammer mit voller Kraft auf einen Nagel zu schlagen oder zu versuchen, drei gleichzeitig einzuschlagen?

PS: Erst heute habe ich wieder einen Unternehmer an das Hammer-Prinzip erinnert – nämlich mich selbst.

Besser als erwartet

B

Was bedeutet es eigentlich, wenn der Kunde sagt: “Das war viel besser als erwartet.”?

Natürlich freut man sich. Es ist schön, einen zufriedenen Kunden zu haben.

Aber: Was sagt das über das Unternehmen/Produkt aus? Sehr viel erwartet scheint sich der Kunde nicht zu haben. Warum eigentlich nicht?

Highway To Hell

H

Es hat zwei Jahre gedauert, aber es war alle Mühe wert:

Dieser Tage ist mein erstes Buch erschienen. Es trägt den Titel “Highway To Hell – Die 11 größten Fehler im Projektmanagement” und handelt, man würde es kaum glauben, von genau den Fehlern, die jedes ambitionierte Projekt zu einem Höllentrip werden lassen.

Ich bin vielleicht etwas voreingenommen, aber: Das Buch ist gut.

Kommen Sie, kaufen Sie!

Ehrlichkeit

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Die Dinge beim Namen nennen. Sagen, wie es ist. Nicht beschönigen, nicht herumlavieren. Verantwortung übernehmen. Nichts sagen, von dem man weiß, dass es falsch ist.

„Ehrlich währt am längsten“, sagt man.

Es hat fast vierzig Jahre gedauert, bis ich kapiert habe, wie essenziell Ehrlichkeit in allen Bereichen und allen Beziehungen meines Lebens ist.

Ohne Kunden kein Business

O

Die Gleichung ist ziemlich einfach:

  1. Ohne Kunden kein Umsatz.
  2. Ohne Umsatz kein Gewinn.
  3. Ohne Gewinn kein Business

Oder, kurz gesagt: Ohne Kunden kein Business. Dann kann es immer noch ein lohnendes Hobby sein, aber es ist eben kein Unternehmen.

Immer wieder erstaunlich, wie viele „UnternehmerInnen“ diese Tatsache lieber ignorieren wollen.

Unternehmer sind risikoscheu!

U

Es ist ein weit verbreitetes Missverständnis, dass man als Unternehmer sehr risikoaffin sein muss. Das Gegenteil ist der Fall: Die erfolgreichsten Unternehmer scheuen das Risiko wie der Teufel das Weihwasser.

Wenn man ein Unternehmen aufbaut, sollte es das Ziel jedes Gründers sein, ein Geschäftskonzept zu entwickeln, das sicher funktionieren wird. Das bedeutet, dass vor der Gründung die wesentlichen Annahmen des Geschäftskonzept intensiv überprüft und getestet werden müssen. Wohlgemerkt: VOR der Gründung, nicht nach der Gründung!

Gründen bedeutet nicht, mit irgendeiner Idee ins kalte Wasser zu springen. Gründen bedeutet, mit gut abgesicherten Annahmen ein Unternehmen aufzubauen, dass zu einem selbst passt und gleichzeitig zur Gesellschaft. Das bedeutet viel Nachdenk-Arbeit, und das braucht Zeit, und das braucht Muße – das genaue Gegenteil von Risiko.

Feuer der Begeisterung

F

Wenn das Feuer der Begeisterung nicht in uns brennt, wenn wir selbst nicht überzeugt sind von unserem Business, wenn Zweifel an uns nagen… der Kunde wird das spüren.

Und der Kunde wird uns diese Zweifel bestätigen, immer und immer wieder. Es ist ein Teufelskreis.

Darum ist es so immens wichtig, gerade für Lifestyle Entrepreneure, dass wir uns wohl fühlen in unserer Haut, dass wir an das glauben, was wir tun. Wie sollen wir jemanden anzünden, wenn wir selbst nicht brennen?

Vom warmen Eislutscher träumen

V

Die Abwägung ist schwierig: Einerseits ist es für jede/n GründerIn wichtig, eine Vision für ihr Unternehmen zu haben, die kraftvoll ist, die motivierend ist und die auch etwas gewagt erscheint.

Gleichzeitig heißt es, realistisch zu sein in Hinblick auf das, was möglich ist. Sich nicht mit Erwartungen zu überfordern, die nicht einlösbar sind. Nicht Potenziale zu erträumen, welche die Realität nicht hergibt.

An dieser Stelle zeigt sich der Wert von Mentoren besonders deutlich. Sie weisen uns darauf hin, wenn wir zu sehr oder zu selten träumen, wenn wir zu viel oder zu wenig wagen oder wenn wir uns zu viel oder zu wenig zutrauen. Sie helfen uns, den “warmen Eislutscher” von einem echten, kraftvollen Unternehmertraum zu unterscheiden.

Endlichkeit

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„Vor Kurzem ist mein Papa gestorben“, sagte letztens eine Gründerin zu mir auf meine Frage, warum sie gerade jetzt gründen möchte, nachdem sie so lange überlegt hatte.

Der Tod eines geliebten Menschen hält uns vor Augen, dass auch wir nicht ewig leben werden.

Wenn du also immer schon ein Unternehmen gründen wolltest: Worauf willst du noch warten? Fang heute an. Auch in deinem Leben wird es keine Nachspielzeit geben.

Irreparabel

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Manchmal verändert ein unbedacht ausgesprochener Satz alles. Manchmal fallen Worte, nach denen nichts mehr ist als zuvor.

Worte sind mächtig. Worte können auch mächtig verletzen. Mit wenigen Worten kann eine Beziehung, die über Jahre aufgebaut wurde, irreparabel beschädigt werden.

Worte können nicht nur zerstören, Worte können auch heilen. Aber manchmal lässt sich nichts mehr sagen, manchmal ist alles gesagt, manchmal ist Schweigen das einzige, was auf verwundende Worte noch folgen kann.

Was klar ist, ist einfach

W

„Jetzt ist mir das zum ersten Mal klar! Das ist ja gar nicht so kompliziert, das ist ja machbar!“, sagte unlängst ein Kunde nach einer Beratung zu mir.

Ob uns etwas schwer erscheint oder leicht, hängt in erster Linie davon ab, wie klar wir wissen, was genau wir zu tun haben. Je unklarer eine Aufgabe, desto schwieriger empfinden wir sie, je klarer, desto leichter. Wobei die Aufgabe an sich ja objektiv gesehen immer gleich schwer oder leicht ist.

Wir helfen oft am besten, indem wir für Klarheit sorgen. Wenn wir klar ausdrücken können, was zu tun ist, erhöhen wir die Chancen auf Umsetzung um ein Vielfaches.

Die Pflicht, hinzusehen

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Als Berater stelle ich immer wieder fest, dass es eine meiner wichtigsten Aufgaben ist, schmerzliche Dinge anzusprechen.

Dazu bedarf es zunächst der Fähigkeit und des Willens, hinzusehen und hinzuhören – gerade in den Momenten, wo es unangenehm ist.

Und schließlich braucht es das Gefühl für die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Nicht, um Dinge zu beschönigen, sondern um dem einzigen Weg zu dienen, der uns in der Beratung weiterbringt: Dem Weg des ehrlichen Wohlwollens.

Zuvorkommend

Z

Es ist schon gut, wenn du versuchst, Probleme schnell und unkompliziert zu lösen. Es ist auch gut, wenn du zu diesem Zweck ein, zwei Schritte auf den anderen zugehst und so dafür sorgst, dass das eine oder andere Problem erst gar nicht entsteht.

Die Schwierigkeiten entstehen dann, wenn sich die anderen darauf zu verlassen beginnen. Wenn sie die zwei Schritte, die sie eigentlich gehen müssten, nicht mehr gehen, weil sie darauf warten, dass du sie für sie gehen wirst.

Der Grad zwischen “zuvorkommend sein” und “ausgenützt werden” ist (wie so Vieles im Leben) sehr schmal. Daher ist es gerade an sehr zuvorkommenden Menschen, diese Grenze immer wieder aufzuzeigen – zum Wohle aller Beteiligten.