Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Politische Fragen

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Ein Politiker sagt mal das Eine und an einem anderen Tag das genaue Gegenteil. Ist dieser Politiker opportunistisch, weil er sagt, was ihm gerade in den Kram passt? Oder ist er ein Mensch, der dazugelernt und seine falsche Meinung geändert hat?

Eine Politikerin sagt Dinge, die noch nie jemand vorher gedacht oder gesagt hat und wo sich die politischen Kommentator:innen auf den Kopf greifen. Ist diese Politikerin exzentrisch bis verrückt und für ihr Amt nicht geeignet? Oder versucht sie mit paradoxen Interventionen eingefahrene Denkmuster zu brechen, um vollkommen verfahrene Diskussionen wieder neu in Gang zu bringen?

All diese Fragen entscheiden sich entlang einer weiteren Frage: Was ist die Absicht dahinter?

Das fragmentierte Business

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Das “fragmentierte Business” ist die vielleicht größte Herausforderung für Solopreneure überhaupt.

Wir entwickeln ein leiwandes neues Produkt, aber es hängt in der Luft, weil es keine Gesamtstrategie gibt, in die es sich einordnen könnte.

Oder vielleicht gibt es sogar sowas wie eine Produkt-Strategie, aber wir scheren uns gerade nicht drum, weil wir dieses neue Produkt für so genial und revolutionär halten, dass wir es einfach machen müssen.

Die besten Solo-Businesses sind “langweilig” in dem Sinn, dass alles seinen Platz hat. Es gibt keine Lücken, und es gibt keine Irrläufer. Eines folgt logisch auf das andere. Es gibt keine Ablenkungen – nicht für die Kund:innen und nicht für den Solopreneur.

Ein gutes Solo-Business wird regelmäßig “defragmentiert” – wie eine Festplatte. Ein gutes Solo-Business ist “sauber”. Diese Sauberkeit ist aber kein Zufall, sondern zeugt von der Meisterschaft eines Solopreneurs im Vermeinden der Fragmentierungsfalle.

[Danke Monika Birkner für dieses wichtige Konzept!]

#underconsumption

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Das ist ein Trend auf Social Media.

Die Idee dahinter: In einer Gesellschaft, die stark konsumgetrieben ist, werden Kaufgewohnheiten hinterfragt. Denn: Wer weniger Geld ausgibt für den alltäglichen Überfluss im Kleiderschrank, im Bad-Kastl oder im Kühlschrank, dem bleibt mehr Geld für größere Projekte wie Hauskauf, Ausbildung oder Altersvorsorge.

Diese Idee ist natürlich nicht neu. Aber dieser Trend wird hauptsächlich von jungen Menschen, der Generation Z, getragen. Es geht ihnen nicht um altfaderische Sparsamkeit, sondern um eine bewusste Entscheidung gegen den Überfluss. Es geht um einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen – und darum, Dinge zu tun, die für uns tatsächlich langfristig wichtig sind.

Vielleicht auch für ältere Semester ein Impuls, sich öfters mal (wieder) zu fragen: Brauche ich das wirklich?

Scham im Business

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Scham spielt eine große Rolle im Business.

Viele Solopreneur:innen, die Schwierigkeiten im Business haben, die an den Mühen der Ebene verzweifeln, gehen lieber in die Komfortzone einer Anstellung zurück, als sich für den Marsch durch die Wüste einen Lehrer/Helfer/Mentor zu suchen.

Aus Scham, sich und anderen eingestehen zu müssen, dass man es alleine nicht schafft.

Das ist sehr schade.

Das beste Marketing

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Unlängst beobachtet im Urlaub an einem Gasthaus bei Salzburg:

Das beste Marketing ist ein gutes Produkt. Das Essen war super, und die experience war rundum leiwand.

Ja, sie haben auch einen coolen Slogan (“Hendl With Care”). Aber der ist nicht spielentscheidend.

Das beste Marketing ist ein gutes Produkt, und die beste Werbung ist der volle Parkplatz.

Lehrbuch-BWL

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Die “reine Lehre” der BWL wäre in der Praxis gar nicht umsetzbar.

Es gibt in der Praxis keinen einzigen Betrieb, der sich nach einem BWL-Lehrbuch, also “lehrbuchmäßig” führen lassen würde.

Auch insofern stellt sich die Frage, warum die BWLer auf so einem hohen Ross sitzen?!

BWL: Teuer, aber nutzlos

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Wenn jemand 5 Jahre in der HAK war und danach BWL studiert hat (3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master), dann hat er/sie 10 Jahre BWL-Ausbildung intus.

10 Jahre!

Bei allem Respekt vor der BWL: Die Betriebswirtschaftslehre ist keine Raketenwissenschaft, die man 10 Jahre studieren müsste, um sie zu verstehen. Wirklich nicht.

So lange BWL-Ausbildungen verursachen hohe volkswirtschaftliche Kosten für stark abnehmende Grenzerträge. Soll heißen: Der Nutzen von BWL-Ausbildungen ist im ersten Jahr am höchsten und nimmt mit jedem weiteren Jahr deutlich ab. Ich gehe so weit zu behaupten: Der Grenznutzen wird in den letzten Ausbildungsjahren sogar negativ!

Mit anderen Worten: Die Inhalte, die man in den letzten Ausbildungsjahren lernt, schaden dem Verständnis für BWL sogar. Die Lehre muss ja mit den Jahren immer “theoretischer” werden (mit den wirklich relevanten praktischen Inhalte ist man ja in kürzester Zeit “durch”), und es ist daher kein Wunder, dass viele BWL-Student:innen sagen, dass sie im Studium kaum was gelernt haben, das sie später tatsächlich “brauchen”.

Ich behaupte: Durch eine so lange BWL-Ausbildung wird das Verständnis für die tatsächlich wichtigen BWL-Grundkonzepte nicht gefördert, sondern erschwert.

Das klingt paradox, aber ich bin mir sicher: Weniger wäre viel mehr im BWL-Studium.

Fachkräftemangel gelöst

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Es klingt ja auf’s erste Hinhören sehr schlau: Wenn es zu wenige Köche gibt, dann muss man sie halt besser bezahlen! Dann wird es auch mehr Köche geben!

Ja, stimmt schon. Wenn man das Gehalt der Köche verdoppelt, dann hat man doppelt so viele Bewerber – aber nur mehr halb so viele Gäste. 

Weil die Gastronomiebetriebe diese höheren Personalkosten an ihre Gäste weitergeben müssen, aber die Gäste nicht bereit sind, mehr für’s Essen im Gasthaus zu bezahlen. Dass ein Rechtsanwalt teuer ist, okay – aber beim Schnitzel hört sich das Verständnis auf!

Aus dem Fachkräftemangel in der Gastronomie kommt man nicht so leicht raus, wie man auf den ersten Blick vielleicht glaubt.

Es sind nämlich nicht (immer) die gierigen Kapitalisten, die ihr Personal ausbeuten und höhere Löhne verhindern — sondern (oft) die gierigen Konsumenten.

Der Selfcare-Imperativ

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Unlängst bei mir selbst beobachtet:

Selfcare ist wichtig, besonders für Solopreneur:innen. Weil wir haben ja nur uns, und wer soll denn bitte unser Business führen, wenn nicht wir selbst? Deswegen müssen wir fit und gesund sein, und dafür tragen wir selbst die Verantwortung. Wird uns ja auch immer wieder so gesagt.

Diese oft gut gemeinten Hinweise, auf Selfcare zu achten, sich nicht zu überarbeiten, rechtzeitig und regelmäßig Pausen zu machen usw., haben bei mir zu einem paradoxen Effekt geführt: Aus Sorge, dass ich sonst irgendein mögliches Burnout “übersehe”, mache ich vorsorglich Urlaub, obwohl es mir im Moment rundum gut geht.

Nichts gegen Urlaub, und nichts gegen Urlaub, wenn man nicht schon am Zahnfleisch daher geht. Alles gut. Für Urlaub gibt es keinen “falschen” Zeitpunkt.

Aber meinem eigenen Gefühl über mein derzeitiges Wohlbefinden nicht mehr zu vertrauen, ist Selfcare, die über das Ziel hinausschießt.

Weisheit und Mut

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Beides braucht es in jeder Beziehung – und bei jeder Unternehmung. 

Weisheit, um kluge Entscheidungen zu treffen.

Mut, um diese Entscheidenden umzusetzen und durchzuhalten.

[Danke für diesen schönen Gedanken, Sarah Spiekermann!]

Aufruf zum Gestalten

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Eine Selbständigkeit ist, wie alles im Leben, nicht vorhersehbar.

Aber sie ist gestaltbar.

In diesem Gestaltungsspielraum liegt unsere Chance für unternehmerisches Denken und Handeln.

Und diese Chance sind wir aufgerufen zu nutzen — zum Wohle unserer Kund:innen, und damit letztlich auch für unseren eigenen Erfolg.

[Danke Götz Werner für diese Gedanken.]

Die Generaldebatte

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Unlängst (wieder) beobachtet bei der Hauptversammlung der Josef Manner & Comp. AG:

Die Fragen, die von den anwesenden Aktionär:innen gestellt werden, haben ganz oft nicht die Intention, mehr über das Unternehmen und dessen Finanzgebaren zu erfahren.

Das wahre Motiv ist häufig, seine eigene Agenda vorzubringen. Die Dinge zu “hinterfragen”, die man für besonders wichtig hält. Oder einfach nur zu fragen, um sich wichtig zu machen.

Konstruktiv ist das nicht. Aber bisweilen unterhaltsam.

Was mich als Lehrer antreibt

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Ich will nicht etwas erzählen, damit ich Recht habe

Ich will etwas erzählen, das etwas bewirkt.

Enabling Spaces

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Wenn man sich weiterentwickeln will, braucht man einen Raum dafür. Einen Rahmen. Man kann sich nicht ins Grenzenlose hinein entwickeln. Es braucht Leitlinien und Orientierung, Anfänge und Enden.

Diese Räume müssen nicht perfekt sein. Sie können ruhig ein bisschen chaotisch und improvisiert sein, aber die Intention der Raum-Geber muss gut (righteous) sein.

Sitzen wir alle im selben Bus, ist es wurscht, wenn der Bus ein bisschen holprig daher kommt, solange wir alle in dieselbe Richtung unterwegs sind.

Outcoached

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Im Fußball kann eine Mannschaft “outcoached” werden. Nämlich dann, wenn der Trainer des Gegners dem eigenen Trainer taktisch überlegen war.

Ein Trainer wurde outcoached, wenn er während des Spiels nicht die richtigen Anpassungen gemacht hat, seine Strategie durchschaut wurde oder er auf gegnerische Veränderungen zu spät oder falsch reagiert hat.

Das ist kein Vorwurf mangelnder Kompetenz – eher ein Hinweis auf ein taktisches „Verlieren im Kopf“, ein Schachspiel, das man auf der Bank verloren hat.

Auch in der Gründungsberatung kann der Berater “outcoached” werden. Allerdings nicht durch einen “gegnerischen Gründungsberater”, sondern auf subtilere Art.

Wenn der Berater zu sehr seiner eigenen Agenda folgt und nicht merkt, dass die Gründerin längst woanders ist – mental, emotional oder strategisch. Beispiel: Der Berater hat einen fixen Plan für die Finanzplanung, aber seine Klientin ringt innerlich gerade mit einer Sinnkrise. Er „coacht“ über das eigentliche Thema hinweg. Zack: outcoached.

Oder: Äußere Faktoren (Markt, KI, Förderlandschaft) können die Beratungsbranche verändern – und die Gründungsberater:in reagiert nicht schnell genug. Outcoached. Oder: Wenn ein Berater zu stark an seinen Methoden hängt und nicht erkennt, dass eine neue Denkweise gefragt wäre. Outcoached.

Wie ein guter Fußballcoach sollte auch ein:e gute:r Gründungsberater:in nicht nur seinem Plan folgen, sondern live beobachten, Muster erkennen, flexibel reagieren. Kurz: Mitdenken.

Gute Gründungsberater:innen sind wie ein Jazzmusiker:innen: Sie kennen die Noten, aber ihr wahres Können zeigen sie in der Improvisation.

Die Mühen der Ebene

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Wir sprechen nicht viel über die Misserfolge im Business.

Ja, es gibt die Fuckup Nights. Die sind gut und wichtig. Aber da wird über die spektakulären Misserfolge gesprochen, weil die spannend sind.

Die Mühen der Ebene jedoch, wenn scheinbar nichts weitergeht, wenn alle Bemühungen im Sand zu verlaufen scheinen, wenn die Oase des Erfolgs noch nicht mal in Sichtweite ist – darüber wird sehr selten gesprochen. Weil die Mühen der Ebene sehr unspektakulär sind. Es gibt kein Drama, das eine Schlagzeile hergeben würde.

Aber jedes Mal, wenn ich mit Lifestyle Entrepreneur:innen über die Mühen der Ebene spreche, ist sofort Kopfnicken und Zustimmung. Weil wir alle dieses Gefühl kennen.

Und trotzdem glauben wir oft, wir sind allein auf dem Weg durch die Wüste.

Radikale Freundlichkeit

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Spannende Gedanken von Nora Blum zum Thema Freundlichkeit:

In unserer Gesellschaft wird Freundlichkeit oft mit Schwäche und Nachgiebigkeit gleichgesetzt.

In Wirklichkeit ist Freundlichkeit aber Zuwendung, Offenheit, Respekt, Verbundenheit und Wohlwollen.

Freundlichkeit bedeutet nicht, dass man sich ständig auf den Schädel sch***en lässt. Im Gegenteil: Klare Grenzen sind freundlich sich selbst und den Anderen gegenüber. Clear is kind.

Radikale Freundlichkeit bedeutet, auch dann freundlich zu sein, wenn es einem nicht leicht fällt. 

Wir wollen frei sein

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Lifestyle Entrepreneure streben in erster Linie nach Freiheit.

Es dreht sich immer um die Freiheit, aber in verschiedenen Formen und Ausprägungen. Freiheit und immer wieder Freiheit.

Das Streben nach größtmöglicher Freiheit ist das verbindende Element aller Lifestyle Entrepreneure, so unterschiedlich sie sonst auch sein mögen

Das Spielfeld abstecken

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Du brauchst dich nicht um alles kümmern. Du bist nicht für alle(s) zuständig.

Wähle weise!

Überall ist Lehre

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Als Lehrer sehe ich überall, wo ich hinkomme, Lehrveranstaltungen.

Hier eine spannende von Simon Sinek auf Instagram:

Was ich darin sehe?

  1. Sowas ist interessant für’s Auge. Man will es “auflösen”. Damit kann man Aufmerksamkeit gewinnen.
  2. Man kann durch diese Darstellung einen bedeutsamen Satz in seine Einzelteile zerlegen. Man kann jeden Satzteil einzeln betrachten, herausheben, Gewicht geben und in seiner Bedeutung interpretieren. Man schafft ein Raster, um eine Konversation zu beginnen.

Ich bin auf jeden Fall inspiriert!