Und es ist gut so.
Hör auf, gegen das Leben zu kämpfen.
Und es ist gut so.
Hör auf, gegen das Leben zu kämpfen.
Bruce Springsteen sagt über sich selbst: “I’m a better man when I’m working,”
Ich glaube, das gilt auch für mich. Es ist ein guter Tag, wenn ich das Gefühl habe, dass ich was geschafft habe.
“I feel like I’ve got plenty of work left in me”, sagt Springsteen weiter. Wäre schön, wenn ich mit 74 das auch sagen könnte.
Das würde nämlich bedeuten, dass ich bis ans Ende meiner Tage gute Tage haben werde.
Klassischerweise läuft es ja so: Ein Unternehmer, sagen wir ein Installateur, will in Pension gehen und sucht einen Nachfolger für seinen Betrieb. Der Nachfolger kann den Betrieb inkl. Gebäude, Mitarbeiter, Werkzeuge, Materiallager und Kunden übernehmen – und zahlt dem Unternehmer dafür eine “Ablöse” (in welcher Form auch immer).
Nun sehe ich es aber kommen, dass in ein paar Jahrzehnten eine Menge Solopreneure in Pension gehen wollen werden. Auch sie haben sich einen Betrieb geschaffen – aber der ist nicht veräußerlich. Denken wir an eine Unternehmensberaterin: Da gibt es kein nennenswertes Vermögen, das man verkaufen könnte. Keine Mitarbeiter, kein Lager, vielleicht nicht mal ein Büro. Die Kundenbeziehungen hängen so sehr an der Beraterin, dass man die nicht einfach an jemanden weitergeben kann.
Wer würde so einen Betrieb kaufen wollen? Praktisch niemand.
Gleichzeitig fände es diese Beraterin aber herzzerreißend, wenn das, was sie ihr Leben lang aufgebaut hat, einfach vor die Hunde gehen würde. Ein Lebenswerk, das nicht fortgesetzt wird, das niemanden mehr interessiert… Eine traurige Vorstellung.
Deshalb glaube ich, dass sich der Betriebs-Nachfolge-Markt umkehren könnte: Nicht der Nachfolger bezahlt dafür, dass er den Betrieb übernehmen kann, sondern der Unternehmer bezahlt den Nachfolger dafür, dass jemand sein Lebenswerk vor der Bedeutungslosigkeit rettet.
Meine Interpretation von Lifelong Learning (LLL): Locker, leicht und leiwand!
Social Media eignen sich nicht zum Austausch von Ideen, sondern nur zum Austausch von Identitäten, sagt Hannah Metzler.
Man kann auf Social Media nicht ernsthaft, fachlich und sachlich mit anderen diskutieren. Das geben die Plattformen mit ihren Algorithmen und Geschäftsmodellen einfach nicht her.
Was geht, ist, dass man Leute findet, die gut widerspiegeln, was man selber denkt. Und die kann man dann liken, denen kann man folgen, die kann man online leiwand finden.
Aber für echte Gespräche, für deep talk, braucht es andere Räume.
Es gibt kein besseres Beruhigungsmittel im Solo-Business als eine hohe Liquidität.
Ein gut gefülltes Bankkonto sorgt dafür, dass du besser schläfst. Wer besser schläft, trifft bessere Entscheidungen. Wer bessere Entscheidungen trifft, entwickelt nützlichere Produkte. Und wer nützliche Produkte hat, wird das positiv am Bankkonto spüren.
Es ist also ein sich selbst verstärkenden Kreislauf. Aber alles beginnt bei deinem finanziellen Polster.
Alles, was wir in unserem Business machen, machen wir für unsere Kunden.
Ja, schon auch für uns selbst. Aber es sind die Kunden, die unserem Business Leben einhauchen.
Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen:
Bernhard Pörksen meint: Manchmal muss man sich abwenden, um sich dann wieder neu zuzuwenden.
Deshalb gehe ich jetzt zwei Wochen in Urlaub. Urlaub von meinem Business, das ich eigentlich sehr, sehr mag.
Ich werde versuchen, den “Lärm” zu reduzieren, der mich als Solo-Selbständigen täglich umgibt – im Internet, in meinen Projekten, in meinen Posteingängen, in den Podcasts, die ich höre – ja selbst in den Büchern, die ich lese. So viel Lärm.
Ich möchte ein bisschen stiller und ein bisschen ruhiger werden.
Um danach umso klarer und lauter sagen zu können, wer ich bin und was ich will.
Unternehmer:innen mit Mitarbeiter:innen sagen über eben diese Mitarbeiter:innen oft Sachen wie:
Unternehmer:innen mit Mitarbeiter:innen haben in der Regel höhere Umsätze als Solopreneur:innen.
Aber sie zahlen auch ihren Preis dafür.
Wir haben Blinde Flecken in unserem Business. Dinge, die für andere offensichtlich sind, die wir aber beim besten Willen nicht selbst erkennen können.
Aber warum haben wir diese Blinden Flecken?
Weil wir eine “Business-Biographie” haben. Wir sind mit biografischen Erfahrungen in unsere Selbständigkeit gestartet. Und diese Erfahrungen (dieses Wissen) stammen ganz häufig aus unseren Angestellten-Jobs.
Wir wenden die Strategien, die uns in der Unselbständigkeit zum Erfolg geführt haben, auch in der Selbständigkeit an — klarerweise, denn wir kennen ja keine anderen/besseren.
Am besten wäre es, wenn wir bei der Gründung unser ganzes Vor-Wissen löschen könnten. Denn dann wüssten wir wenigstens, dass wir nichts wissen und dass wir das Unternehmertum von der Pike auf neu lernen müssen.
So aber greifen wir immer wieder auf das untaugliche Angestellten-Wissen zurück und kreieren damit untauglich zusammengezimmerte Konstrukte, von denen wir aber gar nicht sehen, dass sie von Haus aus nicht funktionieren können.
Andere Menschen sehen das aber sofort.
Deshalb sollten wir Solopreneure mehr miteinander reden.
Lokale Märkte, wie ihn Kaffeehäuser, Barber Shops oder Kinderspielplätze haben, sind mitunter “einfacher” zu bearbeiten als der grenzenlose digitale Markt vieler Solo-Selbständiger
Weil es bei lokalen Märkten eine natürliche Begrenzung (ein “Einzugsgebiet”) gibt, wird es leichter, einen lokalen Markt zu “beherrschen”: Es gibt nur endlich viele Treffpunkte der Zielgruppe, nur endlich viele Möglichkeiten, Werbung zu machen, nur endlich viele Menschen, die Stammkunden werden könnten.
Diese Begrenzungen gibt es in globalen digitalen Märkten nicht. Oder, besser gesagt: Diese Begrenzungen müssen wir uns in digitalen Märkten erst selber schaffen.
Und daran scheitern die meisten von uns.
Aus meiner Erfahrung als Gründungsberater: Die drei größten Fehler von Solopreneur:innen, wenn sie ihre:n erste:n Mitarbeiter:in aufnehmen:
Nur Herz und kein Hirn…
Das funktioniert auf Dauer nicht.
[Danke Viki für diesen Gedanken!]
Unlängst war ich bei der Hauptversammlung von Do&Co. Dort habe ich vom CEO, Attila Dogudan, folgendes gelernt:
Wir Solopreneur:innen kämpfen mitunter mit dieser Frage – besonders dann, wenn wir das Gefühl haben, uns anderen gegenüber für das rechtfertigen zu müssen, was wir den ganzen Tag so tun.
Österreich ist ein Angestellten-Land. Deshalb haben die meisten Menschen gelernt: “Richtige” Arbeit ist es dann, wenn es anstrengend ist. Wenn man den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt und in den Computer schaut. Wenn man am Ende des Arbeitstags erschöpft und froh ist, dass die Zeit um ist.
Was aus dieser Sicht keine “richtige” Arbeit ist:
Wohlgemerkt: Genau diese Punkte sind Merkmale eines funktionierenden Lifestyle Business. Nur dann, wenn du dir Zeit nimmst für diese “nicht-richtige” Arbeit, wirst du ein leiwandes Business haben.
Ich gehe noch einen Schritt weiter: Diese “nicht-richtige” Arbeit ist die wichtigste Arbeit in einem Lifestyle Business! Mit dieser Arbeit sollte dein Tag beginnen!
Und: Den Wert dieser Arbeit musst du anderen Menschen (und auch dir) gegenüber immer wieder verteidigen. Diese Arbeit ist höchst produktiv und wertschöpfend – auch wenn sie im Angestellten-Land Österreich nur selten wertgeschätzt wird.
Meine Tochter (7) hat mich unlängst darauf hingewiesen, dass man sich beim Tanzen Gedanken machen muss über die Schluss-Pose. Es ist nicht egal, wie man einen Tanz beendet.
Sie hat vollkommen recht. Und was sie sagt, gilt umso mehr für die vielen Tänze, die wir jeden Tag in unserem Business tanzen – mit unseren Kund:innen, mit zukünftigen Kund:innen und mit unseren Konkurrent:innen am Markt.
Wenn du ein Profi sein willst, dann muss die Pointe am Ende einfach sitzen.
Wir versprechen unseren Kund:innen oft Selbstverständlichkeiten – halten das aber für wow!
Wenn wir Selbstverständlichkeiten versprechen, dann versprechen wir nicht viel. Dann haben wir ein sehr schwaches Angebot.
Wenn unser Angebot aus lauter Selbstverständlichkeiten besteht, dann brauchen wir uns auch nicht wundern, wenn unsere Kunden anfangen, beim Preis herumzuverhandeln.
Weil Selbstverständlichkeiten bekommen sie überall.
Selbstverständlichkeiten sind nichts wert.
Meta hat in letzter Zeit massenhaft Accounts gesperrt. Kommentarlos. Ohne nachvollziehbare Begründung. Und angeblich ist es alles andere als leicht, die Sperre wieder rückgängig machen zu lassen.
Viele Solopreneure haben von der Reichweite profitiert, die durch die Quasi-Monopolstellung von Facebook und Instagram entstanden ist.
Jetzt müssen sie mit der dunklen Seite des Monopols klarkommen.
Ca. 350 Milliarden Euro (!) liegen in Österreich auf Bankkonten, die null- oder schlecht verzinst sind.
Das sind sicher nicht alles nur Notgroschen.
Wenn man die Hälfte davon anders anlegen würde (z.B. in breit gestreuten ETFs), dann würde das ca. 14 Milliarden Euro im Jahr an zusätzlicher Rendite bringen — bei immer noch überschaubarem Risiko.
Was man mit diesem Geld alles machen könnte!
Die Skepsis, Unsicherheit und Verlustangst, welche die Österreicher:innen den Kapitalmarkt scheuen lässt, kommt sie wirklich teuer zu stehen.
Ich bin wirklich nicht gut darin, mich um unsere Zimmerpflanzen zu kümmern. Aber ich weiß immerhin genau, warum das so ist.
Ich tue nämlich nur das Nötigste. Ich behandle sie alle gleich. Ich stelle sie alle an den gleichen Ort, alle werden einmal in der Woche gegossen und keine Pflanze bekommt irgendwelche Extrawürstel.
Mache Pflanzen kommen damit gut zurecht, andere weniger. Natürliche Selektion.
Ich habe weder Zeit noch Lust noch Interesse, mich ins Thema Zimmerpflanzenpflege einzufuchsen und darin besser zu werden. Das ist auch okay, man kann nicht in allen Aufgaben seines Lebens kompetent sein. Das geht sich einfach nicht aus.
Aber gleichzeitig akzeptiere ich damit, dass unsere Zimmerpflanzen immer ein bisschen einen traurigen Eindruck machen werden.