Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Praktisch

P

Eine gute Daumenregel: Mach deine Arbeit so, dass es für dich praktisch ist.

Verschwende keine unnötige Energie.

Irgendwas

I

Wenn Menschen länger arbeitslos sind, dann kommen sie häufig irgendwann in die Situation, dass sie endlich wieder aktiv werden wollen. Endlich wieder was arbeiten wollen.

Irgendwas.

Und wenn sich Menschen aus der Arbeitslosigkeit selbständig machen möchten, dann merke ich: Sie wollen endlich was gründen.

Irgendwas.

Ein Grund zum Feiern

E

Ostern ist schwer zu begreifen, auch für Erwachsene. Ich glaube, kaum jemand begreift das Fest. Deswegen wird es auch so wenig gefeiert.

Ich glaube, wir feiern zu Ostern, dass wir “vom Tod auferstehen” (= unsterblich) werden, wenn wir unser Leben zur Gänze annehmen und ohne Furcht leben. Dann kann uns nichts einmal der Tod etwas anhaben. 

Wäre das nicht eine wundervolle, befreiende, „rettende“ Nachricht? Wäre das nicht der allergrößte Grund zu feiern?

KI und Kapitalismus

K

Kevin Kelly sagt: Wenn Menschen KI kritisieren, dann kritisieren Sie in Wirklichkeit den Kapitalismus. Ich würde sagen, das gilt auch für Social Media.

Nicht KI oder Social Media an sich sind das Problem, sondern das Geschäftsmodell dahinter.

Die Art und Weise, wie diese Tools verwendet werden, um Geld zu machen, muss sich in der Tat viel Kritik gefallen lassen.

Ohne Motivation weitergehen

O

Die spielentscheidenden Momente im Unternehmerleben kommen dann, wenn du keine Motivation hast.

Echte Profis haben gelernt, auch ohne Motivation zu performen. Und die Allerbesten unter uns schaffen es, selbst dann ihr bestes Selbst zu sein, wenn sie am wenigsten motiviert sind.

Wenn du dich auf deine Motivation verlässt, wirst du nicht dort hinkommen, wo du hin willst.

Social Media Content Strategie

S

Isabella Ošaben empfiehlt folgende Daumenregel für Social Media Content:

60% zu deiner Zielgruppe sprechen.

  • Welche Probleme hat deine Zielgruppe?
  • Und: Welche Fehler macht die Zielgruppe, um zu diesen Problemen zu kommen?

20% über deine Arbeit sprechen.

20% über dich sprechen.

Unbehagen

U

Der Grund, warum wir nicht vom Denken ins Handeln kommen, ist meistens die Angst.

Und unter Gründer*innen ganz besonders die Angst vor ehemaligen Lehrer*innen und Kolleg*innen.

Was die wohl sagen werden, wenn wir auf einmal hergehen und sagen: So, jetzt bin ich Experte für…

Größer

G

Sich selbständig zu machen ist eine große Herausforderung. 

Aber die Freude daran ist noch größer.

Das Spiel

D

Wer auf Social Media erfolgreich sein will (soll heißen: wer dort Aufmerksamkeit bekommen möchte), muss bereit sein, deren Spiel zu spielen.

Bei diesem Spiel braucht man nicht nur guten Content, den sich ein paar Leute anschauen. Es braucht viel, viel mehr. Man muss sich mit den Eigenheiten der Plattform auseinandersetzen, muss viel über dessen Vorlieben und Abneigungen lernen und seinen Content konsequent darauf abstimmen.

Was bedeutet: Das Spiel zu spielen ist viel, viel Arbeit.

(K)eine Ahnung

(

Ich ertappe mich immer wieder dabei, dass ich sage “Keine Ahnung!”, wenn ich etwas nicht weiß.

Ich tue das, weil ich mich immer wieder daran erinnern möchte, dass ich nicht der Arroganz vieler Berater*innen verfalle, die glauben, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben.

Aber ich glaube, ich gehe damit ein bisschen zu weit. Es stimmt schon, dass ich vieles nicht weiß. Aber eine Ahnung habe ich schon. Ein Gefühl, eine Tendenz, eine Meinung.

Und das ist meistens auch das, was meine Kund*innen von mir erwarten, wenn sie mir eine Frage stellen.

Klein halten

K

Andere Menschen haben dich nicht gerne groß. Den meisten Menschen geht es besser, wenn du klein bist: nicht zu auffällig, nicht zu erfolgreich und schon gar nicht zu glücklich. Zumindest nicht glücklicher als sie.

Das geht bis in den Freundeskreis und sogar in die engste Familie hinein. Weil jede Form von Glück und Erfolg immer auch eine Provokation ist: Warum geht es dem so gut und mir nicht?

Im Anderen sehen wir, welches Potenzial wir selbst auch hätten, aber (noch) nicht ausschöpfen. Und anstatt davon motiviert zu werden, reagieren viele Menschen mit Neid und Missgunst und machen andere nieder.

Das muss allen bewusst sein, die sich selbständig machen und ganz besonders allen Lifestyle Entrepreneuren. Glaub ja nicht, dass sich jede*r in deinem Umfeld mit dir freut, wenn du mit deinem Lifestyle Business erfolgreich und glücklich bist.

Haptisch

H

Ich habe es unlängst wieder ganz stark gemerkt:

Ein großer Nachteil eines digitalen Business wie der Gründungsberatung ist, dass es digital ist. Sprich: Dass es kein sichtbares Produkt gibt. Es gibt nichts, das man angreifen könnte und an dem man den Fortschritt klar vor Augen hätte.

Mir tut es sehr gut, mir dieses haptische Erlebnis trotzdem irgendwie herzustellen. Indem ich mit Moderationskarten arbeite oder den Projektfortschritt mit Kanban-Boards visualisiere. Oder indem ich mir Symbole und Figuren im Raum aufstelle, die digitale Artefakte meines Business repräsentieren.

Wir Menschen haben jahrtausendelang unsere Arbeit mit unseren Händen vollbracht. Das können (und sollen) wir auch im 21. Jahrhundert nicht einfach so ablegen.

Aufwendig

A

Videos sind nicht aufwendig.

Es ist dein Perfektionismus, der sie aufwendig macht!

[Danke Isabella Ošaben für diesen Gedanken.]

Die höchste Schule

D

“Die wichtigste Bildungseinrichtung, die bedeutendste und höchste Schule, das sind wir selbst”, sagt Wolf Lotter.

Wir lernen nirgends sonst so schnell wie durch die eigene Erfahrung, besonders durch schmerzhafte Fehler.

Wir irren uns vorwärts. Und dafür gibt es auch keine Abkürzungen.

Blinde Flecken bei der Gründung

B

Jede*r Gründer*in hat einen Blinden Fleck bei ihrem/seinem Gründungsprojekt.

Dinge, die sie nicht wissen, von denen sie aber (noch) nicht wissen, dass sie sie nicht wissen. 

Ich sehe es als meine Aufgabe als Gründungsberater, meine Gründer*innen beim Auffinden dieser Blinden Flecken systematisch zu unterstützen.

Teilzeit-Diskussion

T

Bei uns in Österreich wird gerade eine Diskussion geführt, ob Menschen, die in Teilzeit arbeiten, nicht auch weniger Sozialleistungen bekommen sollte (z.B. hier). Nach dem Motto: Wer weniger leistet, soll auch weniger bekommen.

Mich verstört Diskussion, weil ich mich frage: Was ist die Agenda dahinter?

Warum kommt das Thema ausgerechnet jetzt auf? Wer will da was für wen erreichen? Welche Argumente sind echt, und welche sind nur vorgeschoben?

Wem nützt es, eine Neiddiskussion auszulösen und Vollzeitmitarbeiter gegen Teilzeitmitarbeiter auszuspielen?

Existieren diese unterstellten “faulen Schweine”, die nur Teilzeit arbeiten und dann den Rest des Tages nur Netflix schauen, überhaupt? Und wenn ja, wie viel Prozent der Teilzeitkräfte sind das wirklich? Wer kann diese Zahlen liefern, und warum werden sie nicht geliefert?

Oder ist das womöglich überhaupt eine reine Phantomdiskussion, die hier inszeniert wird?

(Und ganz abgesehen davon: Die reine Arbeitszeit als Maßstab dafür herzunehmen, wer wie viel Sozialleistung “verdient”, ist höchst fragwürdig. Teilzeitkräfte sind oft produktiver als Vollzeitkräfte, das weiß man schon sehr lange. Die Produktivität wäre der viel geeignetere Indikator, wenn schon über Leistung diskutiert wird. Aber damit würden wir eine viel tiefgreifendere und substanziellere Diskussion führen müssen. Und wer würde das wollen?)

Expertengespräche

E

Expert*innen, die aus ihrer Profession ein Business machen möchten, haben ein besonderes Problem: 

Das, worüber Expert*innen reden wollen und das, worüber ihre Kunden reden wollen, ist nicht immer das gleiche. 

Rat geben und nehmen

R

Es ist die Aufgabe und das Handwerk von Berater*innen, zum richtigen Zeitpunkt den passenden Rat zu geben.

Aber damit ist es nicht getan. Das Gegenüber muss unseren Rat auch nehmen können. Das hat mit den Worten zu tun, die wir wählen, aber noch viel mehr hat es mit unserer Persönlichkeit zu tun.

Findet uns unser Gegenüber sympathisch, wird es unseren Rat zumeist nehmen können.

Tut es das nicht, wird’s schwierig – egal, wie gut der Rat ist.

Mit Hausverstand

M

Unlängst habe ich in der Kronenzeitung gelesen, dass sie fordert, “Klimaschutz mit Hausverstand” zu betreiben.

Das finde ich spannend. Weil nämlich überhaupt nicht klar ist, was damit eigentlich genau gemeint ist. Gleichzeitig aber kann sich jede Leserin und jeder Leser sich seine eigene Interpretation davon schaffen, wie “Klimaschutz mit Hausverstand” aussehen würde. Und am Ende wären sich alle einig und würden sagen: “Jawoll, Klimaschutz mit Hausverstand, so gehört das!” – obwohl wahrscheinlich radikal unterschiedliche Vorstellungen herrschen würden, was konkret zu tun ist.

Einigkeit durch Vagheit. Sehr effektiv in der Meinungsmache, aber wenig hilfreich bei der Problemlösung.

Namen merken

N

Ich mache es mir wichtig, mir die Namen meiner Studierenden zu merken und sie auch mit ihrem Namen anzusprechen.

Das ist gar nicht einfach, weil ich in jedem Studienjahr an die hundert neue Studierende habe. Und es gelingt mir mehr schlecht als recht, aber ich bemühe mich.

Warum? Weil es für mich ein Ausdruck von Respekt ist. Weil es sagt: Ich sehe dich und ich nehme dich wahr. Ich nenne dich bei deinem Namen, und damit ich nehme dich ernst.