Tag#Gründungsberatung

Hamsterräder

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Es gibt Gründer, die suchen den Weg in die Selbständigkeit als Ausweg aus einer Anstellung, die sie zermürbt hat. „12 Jahre Gastronomie haben mich zerstört“, sagt ein ehemaliger Kellner, der nach Burn-Out seinen eigenen Waffelstand in einem Shopping-Center oder einen Kosmetikladen aufmachen möchte.

Es ist der Wunsch nach Freiheit, nach weniger Stress, nach Selbstbestimmung, der viele Lifestyle Entrepreneure antreibt. Das Problem dabei: Ist ein Waffelstand, der zehn Stunden am Tag an sechs Tagen die Woche geöffnet hat, wirklich weniger stressig – zumal er nur mit zwei Aushilfskräften kalkuliert? Sind eigene Mitarbeiter nicht nur eine andere Form von Stress?

Ist diese angestrebte Lösung wirklich erlösend? Oder wechselt hier nur jemand von einem Hamsterrad in das nächste?

„Die Menschen verwenden ihre Freiheit, um sich ihre eigene Versklavung zu schaffen“, sagt Paolo Coelho.

Unternehmerische Selbstverantwortung

U

Jede/r UnternehmerIn kann sich glücklich schätzen, wenn er/sie Menschen um sich hat, die sie unterstützen, die mit Rat und Tat zur Seite stehen, die auch mal einen Teil der Last auf sich nehmen.

Aber etwas können sie niemals abgeben: Ihre Verantwortung als Unternehmer für ihr Handeln, ihre Entscheidungen und deren Folgen.

Daran müssen besonders jene Helfer immer wieder erinnert werden, die sich besonders beherzt einsetzen.

Begeisterung

B

Es gibt kaum etwas Schöneres, als einen Lifestyle Entrepreneur zuzuhören, wenn er voll Begeisterung von seinem Unternehmen erzählt. Von der Herzensangelegenheit, die er damit voranbringen möchte. Von der Freiheit und Selbstbestimmtheit, die er sich damit schafft. Von der Herausforderung, die ihn jeden Tag motiviert aus dem Bett springen lässt.

Diese Begeisterung ist ansteckend. Deswegen sollten wir Lifestyle Entrepreneure immer wieder Zeit mit anderen Lifestyle Entrepreneuren verbringen, damit wir uns von deren Begeisterung anstecken lassen oder damit wir unser eigenes Feuer an andere übertragen können.

Instruktor und Facilitator

I

Ein Instruktor ist jemand, der Wissen hat und es an andere weitergibt. Eine Instrukturin bemüht sich, das, was sie weiß, bestmöglich zu erklären, um Aha-Momente bei seinen Schülerinnen und Schülern auszulösen.

Ein Facilitator ist jemand, der davon überzeugt ist, dass alles notwendige Wissen schon bei seinen Schülerinnen und Schülern vorhanden ist. Ihr geht es vor allem darum, die Stolpersteine und Blockaden aus dem Weg räumen zu helfen, die verhindern, dass ihre Schülerinnen und Schüler ihre besten Leistungen abrufen können.

Als Lehrer:in bist du immer beides, Instruktor und Facilitator. Aber du bist nicht immer beides zu gleichen Teilen: Mal bist du vor allem Instruktor, mal bist du vor allem Facilitator.

Wähle weise, in welchem Format du welche Rolle einnehmen willst – und dann bleib dabei!

Die neuen Selbstlerner

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Wir leben in einer Zeit, in der die traditionelle Bildungsinstitutionen wie Schulen, Hochschulen, Erwachsenenbildungszentren an ihre Grenzen stoßen.

Wir Lifestyle Entrepreneure spüren das besonders deutlich: An welcher Schule kann man lernen, wie man ein Lifestyle Business entwirft? An welcher Hochschule kann man Lifestyle Entrepreneurship studieren? Wo kann ich einen Abendkurs finden, der mir beibringt, wie ich ein passendes Geschäftsmodell für mein Lifestyle Business entwickle?

Nirgends. Wir Lifestyle Entrepreneure sind eine große Gruppe von Selbstlernern, die sich ihre Informationen aus verschiedensten Quellen selbst zusammenstellen. Jeder von uns entwickelt sein/ihr eigenes Curriculum. Das Internet bietet dafür auch die besten Voraussetzungen: Wir können uns unser Wissen von den besten Experten auf der ganzen Welt holen. Es war nie leichter, sich sein ideales Studium selbst zusammenzubasteln.

Und doch würden wir uns mitunter wünschen, uns nicht ganz allein auf diesem Weg zu fühlen. Von den Erfahrungen anderer Lifestyle Entrepreneure lernen zu können. Im Austausch mit anderen Lifestyle Entrepreneuren bessere Ideen entwickeln zu können.

Vielleicht ist die Zeit reif für eine “Universität für Lifestyle Business und Lifestyle Entrepreneurship”?

Der Lackmustest

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In Zeiten der Unsicherheit, wenn Dinge in Bewegung kommen und Altbewährtes in Frage gestellt wird, zeigt sich auch, was “echt” ist und was nicht.

Coaches, denen es mehr um ihr Business geht als um ihre Klienten, werden entlarvt. Bei Unternehmensgründern, die von Anfang an unsicher waren, ob sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen sollen, wird diese Unsicherheit verstärkt. Wer zuvor sein Business auf sandigem Boden gebaut hat, kann die Risse nun nicht mehr übersehen.

Krisen lösen oft die Dinge nicht aus, sondern sie verstärken sie, wirken als Katalysator für Prozesse, die längst im Gang sind.

Insofern ist eine Krise immer auch die Chance wahrzunehmen, welche unserer Projekte in ihren Grundfesten erschüttert werden, aber auch welche Projekte wie ein Fels in der Brandung bestehen bleiben.

Tun, ohne zu fragen

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Es geschieht oft aus den besten Absichten: Wir tun etwas, weil wir glauben, dass wir dem Anderen damit helfen.

Dabei wäre die beste Hilfe zu fragen: “Wie kann ich dir helfen?”, statt einfach davon auszugehen, dass wir die Antwort eh schon kennen.

Das würde uns auch davor bewahren, dass wir beleidigt sind, wenn unsere ungefragte Hilfe nicht den Dank erhält, den wir selbstgerechter Weise erwartet hätten.

Verstanden werden

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Nur, weil jemand (d)einen Gedanken nicht versteht, muss er nicht falsch gewesen sein. „Richtig” und „falsch” sind überhaupt wenig hilfreiche Kategorien in diesem Zusammenhang.

In vielen, vielen Fällen gibt es gar kein „richtig” oder „falsch”, sondern nur verschiedene mehr oder weniger plausible Interpretationen einer Situation.

Auch, wenn deine Interpretation nicht verstanden wird oder eine andere Interpretation attraktiver ist (aus welchem Grund auch immer), hast du dennoch den Mut gehabt, deinen Gedanken auszudrücken.

Das ist an sich schon wertvoll, weil du damit zur Konversation beigetragen hast.

Zuspruch

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Worte des Zuspruchs, der Hoffnung und des Glaubens and eine gute Sache sind vielleicht das Wertvollste, was ich als Gründungsberater geben kann.

Das Licht am Ende des Tunnels anzünden. 

Thinking about thinking

T

Dan Sullivan sagt, es gibt “four levels of thinking”:

  1. thinking about things 
  2. thinking about people
  3. thinking about thoughts (of other people)
  4. thinking about thinking 

Die allermeisten Menschen sind mit 1 und 2 beschäftigt und tun ihr ganzes Leben nichts anderes. (Social Media liefern dafür täglich den Beweis.)

3 ist die Voraussetzung dafür, dass jemand Lehrer oder Professor oder Experte werden kann. Aber es sind immer die Gedanken von anderen Menschen, die diese Menschen beschäftigen.

4 machen nur sehr wenige. “Thinking about thinking” bedeutet nämlich, immer wieder innezuhalten und sich zu fragen: “Ja, was denke ich denn eigentlich über diese diese Situation/diese Gelegenheit/dieses Problem? Was wäre, wenn ich darüber anders denken würde? Wie kann ich das anders denken?”

Über sein eigenes Denken nachzudenken ist eine sehr lohnenswerte Tätigkeit für jede/n Gründer/in und Lifestyle Entrepreneur – vielleicht sogar die beste Investition überhaupt.