Tag#Gründungsberatung

Gratis-Angebote

G

Ein Gratis-Angebot ist ein Geschenk, das du deinen Kund*innen machst. Du schenkst jemandem deine Zeit, dein Know-How, deine Empathie etc.

Also ist es auch dein Recht, ja deine Pflicht, dieses Geschenk so zu gestalten, dass du es immer und immer wieder geben kannst. 30 intensive Beratungsminuten sind mindestens so wertvoll wie 60 Minuten Beratung, von denen du aber nur 45 Minuten in deiner Kraft bist.

Wähle also, was für dich passt, und beeindrucke deine Kund*innen in dieser Zeit, die dir zur Verfügung steht!

Das Geschenk einer guten Idee

D

Eine gute Geschäftsidee zu haben, ist ein Geschenk des Himmels. Mit diesem Geschenk ist jedoch auch eine Verpflichtung verbunden.

Indem der Empfänger dieses Geschenk annimmt, verpflichtet er sich, die Idee nach besten Kräften in die Welt zu bringen. Er verpflichtet sich, alles zu tun, um diese Idee tatsächlich umzusetzen.

Diese Verpflichtung sollte man nicht leichtfertig eingehen. Die Aufgaben, die damit verbunden sind, sind nicht alle angenehm und einfach. Im Gegenteil: Viele davon werden anstrengend, mühsam und hart sein. Aber all das ist Teil des Geschenks.

Wer nicht bereit ist, das Geschenk einer guten Idee mit all seinen Verpflichtungen anzunehmen, sollte die Idee lieber wieder freigeben, sodass sie jemand anderen finden kann, der ihr tatsächlich gewachsen ist.

Professionelle Herzlichkeit

P

In der Beratung ist sind “Abgrenzung” und “Professionalität” immer wieder ein Thema: Wie kann man seine Rolle als Berater*in bestmöglich erfüllen, ohne von all den großen und kleinen privaten Problemen der Kund*innen überwältigt zu werden?

Gerade in der Beratung von Lifestyle Entrepreneuren ist diese Trennung besonders schwierig. Denn per definitionem ist ein Lifestyle Business sehr stark verknüpft mit dem Privatleben des Lifestyle Entrepreneurs, und eine klare Trennung ist nicht nur nicht möglich, sie ist auch alles andere als sinnvoll.

Das Ziel wäre, den Lifestyle Entrepreneuren mit professioneller Herzlichkeit gegenüber zu treten: Wir arbeiten zusammen wie Profis (und nicht wie Amateure), und gleichzeitig anerkennen wir, dass sich hier zwei Menschen gegenüber sitzen – mit all ihrer individuellen Stärke und Verletzlichkeit.

Gründen zum Abgewöhnen

G

Ich sehe als Gründungsberater so viele Angebote da draußen, wo sich Gründer*innen über das Gründen informieren können: Kompakte Infos in Form von Booklets, Videos, Webinaren und Live-Workshops.

So viele dieser Angebote kümmern sich fast ausschließlich um die technischen Aspekte der Gründung: Administrative To-Dos, Steuern, Sozialversicherung, Rechtsformen und so weiter.

So viele dieser Angebote haben deswegen weder Herz noch Seele. Nicht, dass sie inhaltlich nicht gut wären, aber sie holen die Gründer*innen nicht dort ab, wo die Gründung eigentlich beginnt: Bei ihren Emotionen, bei ihren Träumen und Unsicherheiten.

Die meisten Gründer*innen gründen ihr Unternehmen, weil es ihr Herzensprojekt ist. Dieses Herz sollte auch in den Angeboten für Gründer*innen spürbar sein – nicht als Nice-to-have, sondern als Ausgangspunkt für alles, was danach an (notwendigen) technischen Infos folgt.

Schlechtes Gefühl

S

Nicht oft, aber hin und wieder habe ich ein schlechtes Gefühl, wenn ich eine*n Gründer*in in die Selbständigkeit “entlasse”. Ich habe den Eindruck, dass ich da jemanden sehenden Auges aus sein/ihr Unglück zusteuern lasse.

Es fällt mir nicht leicht, damit umzugehen. Einerseits weiß ich, dass ich mich irren könnte. Nur, weil mein Gefühl nicht gut ist, heißt das nicht, dass der/die Gründer*in nicht seinen/ihren Weg finden und Erfolg haben wird. Was weiß denn ich schon?

Andererseits sehe ich es als meine Verantwortung als Berater, das zu artikulieren, was ich wahrnehme – ganz besonders dann, wenn da jemand böse auf die Nase fallen könnte. Wozu hat man denn einen Berater?

Ich entscheide mich dann meistens dafür, den Dingen seinen Lauf zu lassen und auf das Leben zu vertrauen. Ganz im Sinne von Dan Sullivan: Entweder stellt sich der Erfolg in Form von Umsatz ein, oder er stellt sich in Form dessen ein, was man aus dem Misserfolg gelernt hat.

Beides ist okay, beides hat seinen Wert.

Ein unbeschriebenes Blatt

E

Ein nützlicher Zugang für Beratungen aller Art: Jede Kundin, jeder Kunde ist ein vollkommen unbeschriebenes Blatt. Jede Beratung beginnt vollkommen von Neuem – ohne dass Vorurteile, Vorerfahrungen oder Vorgeschichten der Berater*innen eine Rolle spielen.

Jede Kundin und jeder Kunde hat es verdient, die unvoreingenommene Aufmerksamkeit ihrer Berater*innen zu bekommen, sodass diese wirklich sie oder ihn wahrnehmen und nicht ein von Vor-Stellungen entstelltes Zerrbild.

Dieses Ideal wird natürlich nie vollständig gelingen, aber das Bemühen darum ehrt und lohnt jede*n Berater*in.

Sinn der Gründungsberatung

S

Vielleicht ist der Sinn einer Gründungsberatung, den Gründer*innen dabei zu helfen, eine “innere Story” zu finden, die sie motiviert, stärkt und ermächtigt.

Eine Story über ihre Unternehmung, die ihnen Kraft gibt. Eine Story, die sie gerne von sich erzählen. Eine Story, die sowohl das Herz als auch das Hirn anspricht.

Vielleicht ist es tatsächlich nicht mehr – aber auch nicht weniger. Vielleicht ist das tatsächlich schon sehr viel. Vielleicht ist es sogar alles, was im Rahmen einer Gründungsberatung möglich ist.

Bittere Wahrheiten

B

Die Corona-Krise hat “meine” Gründer*innen sehr unterschiedlich getroffen: Einigen geht es sehr gut, andere leiden erheblich unter der wirtschaftlichen Krise.

Mit so einem Gründer am Telefon zu sprechen und von seinen Problemen zu hören, das ist nicht leicht. Irgendwann im Gespräch folgt die unausweichliche Frage: “Gibt es irgendwelche Förderungen für mich?” Und was nicht gesagt wird: “Denn sonst muss ich meinen Unternehmertraum begraben. Sonst kann ich zusperren.”

Die bittere Wahrheit ist: Ja, es gibt staatliche Hilfen, aber es ist nicht viel. Es wird dir deinen Umsatzentgang nicht vollständig ersetzen können. Wahrscheinlich wird es nicht reichen, um dein Business am Leben zu behalten.

Es hilft nicht, hier um den heißen Brei herumzureden. Klar ausgesprochen, sind bittere Wahrheiten immer noch am besten zu verdauen.

Ein bisschen Liebe

E

Ein bisschen Liebe bei dem, was wir Lifestyle Entrepreneure in unserem Business tun, kann einen großen Unterschied machen.

Ich bekomme bei meinen Gründungsberatungen leider auch sehr viel Liebloses zu sehen. Texte, Websites, Designs usw., die zwar ihren Zweck erfüllen, aber auch nicht viel mehr.

Ein bisschen Liebe könnte alles verändern. Dinge, die mit Liebe gemacht sind… Das ist spürbar, das ist sichtbar. Und wenn wir diese Liebe selber nicht aufbringen können, dann sind wir aufgerufen jemanden zu finden, der/die das kann.

Gefährdet

G

„Gefährdet” sind nicht so sehr die komplett Unwissenden unter den Gründer*innen. Denen ist klar, dass sie Defizite in wirtschaftlichem Denken, in Marketing und Verkauf haben. Die sind meistens sehr gerne bereit, an ihrem Unwissen zu arbeiten und wissen, dass sie noch einen weiten Weg vor sich haben.

Gefährdet sind vielmehr die Halbwissenden. Zum Beispiel die BWL-Student*innen, die glauben, dass sie aus ihrem Studium eh alles Wichtige mitbekommen haben und dass ihnen keiner mehr was erzählen braucht. Die gehen dann schlampig und mit viel Arroganz an die Sache heran.

Oft ist es besser, zu wissen, dass man nichts weiß, als sein Halbwissen für der Weisheit letzten Schluss zu halten. (Gilt übrigens nicht nur für Gründer*innen. Eh klar.)

Tränen

T

Heute hat eine Gründerin in meiner Beratung geweint – leider nicht vor Freude.

Das kommt nicht oft vor, und es fällt mir nicht leicht, damit umzugehen. Manchmal laufen Dinge einfach schief, ohne dass jemand etwas dafür kann.

Da gibt es nichts zu richten, nichts zu beraten. Das einzige, was ich tun kann: Gemeinsam mit meiner Kundin den Schmerz aushalten.

Das Offensichtliche sehen

D

Es passiert mir in meinen Beratungen immer wieder, dass ich das – für mich – Offensichtliche ausspreche, aber damit bei meinen Gründer*innen Aha-Erlebnisse auslöse.

Was für mich offensichtlich ist, ist ihnen verborgen geblieben. Es war versteckt, aber nicht im Dunklen, sondern am helllichten Tag. Die geringe Distanz hat verhindert, dass sie das große Ganze sehen können.

Deshalb sollte man das Offensichtliche nie gering schätzen. Als Berater*in sollte man sich nie zu schade sein, das Offensichtliche auszusprechen.

Es kann nämlich gut sein, dass das Offensichtliche nicht für jeden offensichtlich ist.

Der richtige Preis

D

Eines der Themen, das ich am häufigsten mit meinen Gründer*innen bespreche: Der richtige Preis für die Angebote/Produkte/Dienstleistungen.

Es scheint eines der mit Abstand schwierigsten zu lösenden unternehmerischen Probleme zu sein. Das liegt unter anderem daran, dass es keine direkte Beziehung zwischen Preis, Wert und Nutzen gibt und dass unser Gehirn sehr irrational auf Preise reagiert. Der richtige Preis ist also ebenso sehr ein psychologisches wie ein rechnerisches Problem.

Es liegt aber auch daran, dass wir Unternehmer nur die Preise verlangen (können), die wir uns selbst erlauben. Der richtige Preis ist also immer auch die Frage nach dem eigenen Selbstwert und der subjektiv empfundenen Kompetenz, mit der man seinen Kund*innen gegenübertritt.

Die Frage nach dem richtigen Preis ist also zuallererst eine Frage der Glaubenssätze und erst an zweiter Stelle eine Excel-Formel.

Wiedersehen

W

Nach vielen Wochen Corona-bedingter „virtueller“ Beratung mit Zoom & Co, finden nun wieder persönliche Beratungen mit meinen Gründer*innen statt.

Bei vielen von ihnen freue ich mich auf das Wiedersehen. Ich habe sie vermisst.

Ich habe für mich festgestellt: „Virtuelle Beratung“ ist etwas, das ich kann. Aber persönliche Beratung ist das, was ich will.

Vom warmen Eislutscher träumen

V

Die Abwägung ist schwierig: Einerseits ist es für jede/n GründerIn wichtig, eine Vision für ihr Unternehmen zu haben, die kraftvoll ist, die motivierend ist und die auch etwas gewagt erscheint.

Gleichzeitig heißt es, realistisch zu sein in Hinblick auf das, was möglich ist. Sich nicht mit Erwartungen zu überfordern, die nicht einlösbar sind. Nicht Potenziale zu erträumen, welche die Realität nicht hergibt.

An dieser Stelle zeigt sich der Wert von Mentoren besonders deutlich. Sie weisen uns darauf hin, wenn wir zu sehr oder zu selten träumen, wenn wir zu viel oder zu wenig wagen oder wenn wir uns zu viel oder zu wenig zutrauen. Sie helfen uns, den “warmen Eislutscher” von einem echten, kraftvollen Unternehmertraum zu unterscheiden.

Was klar ist, ist einfach

W

„Jetzt ist mir das zum ersten Mal klar! Das ist ja gar nicht so kompliziert, das ist ja machbar!“, sagte unlängst ein Kunde nach einer Beratung zu mir.

Ob uns etwas schwer erscheint oder leicht, hängt in erster Linie davon ab, wie klar wir wissen, was genau wir zu tun haben. Je unklarer eine Aufgabe, desto schwieriger empfinden wir sie, je klarer, desto leichter. Wobei die Aufgabe an sich ja objektiv gesehen immer gleich schwer oder leicht ist.

Wir helfen oft am besten, indem wir für Klarheit sorgen. Wenn wir klar ausdrücken können, was zu tun ist, erhöhen wir die Chancen auf Umsetzung um ein Vielfaches.

Die Pflicht, hinzusehen

D

Als Berater stelle ich immer wieder fest, dass es eine meiner wichtigsten Aufgaben ist, schmerzliche Dinge anzusprechen.

Dazu bedarf es zunächst der Fähigkeit und des Willens, hinzusehen und hinzuhören – gerade in den Momenten, wo es unangenehm ist.

Und schließlich braucht es das Gefühl für die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Nicht, um Dinge zu beschönigen, sondern um dem einzigen Weg zu dienen, der uns in der Beratung weiterbringt: Dem Weg des ehrlichen Wohlwollens.

Gummiringerl

G

Menschen, die etwas in ihrem Leben stört, sind wie Gummiringerl: Sie sind permanent im Spannungszustand von “Ich sollte etwas ändern, aber ich will nicht”.

Unsere Aufgabe als Marketer, als Berater und als Lehrer ist es, diese Spannung so hoch wie möglich halten. Diese Spannung immer und immer wieder zu erzeugen – nicht unseretwillen, sondern für die Menschen, die wirklich etwas verändern möchten in ihrem Leben.

Irgendwann wird die Spannung zu groß, und das Gummiringerl schnalzt schließlich in Richtung der Veränderung – und damit hin zu uns, die wir nun als Geburtshelfer der Veränderung bereit stehen.

Aus Spannung wird “enrollment”, wie Seth Godin es nennt. Wir sitzen nun gemeinsam im selben Bus, und wir steigen erst aus, wenn wir dort angekommen sind, wo wir hin wollen.

Der Berater, dein Feind

D

Das Verhältnis zwischen Berater:in und Klient:in ist nicht einfach. Es sollte ein Verhältnis auf Augenhöhe sein, und doch basiert es auf einem Kompetenzunterschied: Der/Die Berater:in weiß etwas, das seine Kund:innen nicht wissen. Deswegen suchen sie ihn/sie ja auf.

Dieser Kompetenzunterschied führt aber fast zwangsläufig zu einem Hierarchieunterschied: Der/Die Berater:in ist mächtig, der/die Kund:in in gewissem Maße unterlegen und ausgeliefert.

Das Spannungsfeld, das aus diesem Machtgefälle resultiert, kann mitunter eskalieren, sodass sich eine Kundin in die Ecke gedrängt fühlt und im schlimmsten Fall ihre Beraterin als ihre Feindin wahrnimmt. Dass kann die Schuld der Beraterin sein, aber auch „nur“ eine Projektion der Klientin.

Das Resultat bleibt das gleiche: Wenn das passiert, ist die Basis für eine weitere Zusammenarbeit untergraben. Für Beraterin und Kundin bleibt nur noch, sich in Würde zu trennen.

Wenn das gelingt, ist das Optimum dessen gelungen, was in dieser Beziehung gelingen konnte.