Meine Notizen zu den besten der 31 Folgen, die bis Oktober 2020 ausgestrahlt wurden.
(mehr …)Online-Beratung
In der Beratung läuft gerade dasselbe, das Anfang der 2000er in der Weiterbildung stattgefunden hat: Online-Beratung und e-Learning haben viel gemeinsam.
Damals, in den Anfängen von e-Learning, dachten auch viele: Sobald man ein pdf ins Internet stellt, ist das schon e-Learning. Und heute denken viele: Sobald ich Beratung über Zoom und Co. mache, ist das schon Video-Beratung.
Qualitativ hochwertiges e-Learning und qualitativ hochwertige Online-Beratung brauchen allerdings mehr: Nämlich ganz spezifische Kompetenzen sowie durchdachte Konzepte.
Und in sowohl in der Online-Beratung als auch bei e-Learning beobachte ich, dass beides nach wie vor Mangelware ist. Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept, wie Westernhagen sagen würde.
High-tech & High-touch digitaler Beratungsmodelle 🙋♂️
1. Digitaler Consultants Competence Circle, UBIT WKNÖ, 20. Oktober 2020, 20:00 – 21:05
(mehr …)Zeit zum Lernen
In meinem Büro hängt ein kleines Plakat, wo drauf steht: „Was hast du heute gelernt?“
Das ist mein Reminder, dass ich nicht nur dahinberaten, sondern von Zeit zu Zeit auch innehalten soll. Damit ich nachdenke, was ich hier eigentlich tue – und warum.
Nur: Dafür muss ich mir auch die Zeit nehmen. Ein Tag, an dem das Lernen vor lauter Geschäftigkeit unter den Tisch fällt, ist eine verpasste Gelegenheit.
Schade drum.
Vielleicht bringt das irgendwas…
“Ich mach jetzt noch diese Ausbildung, vielleicht bringt das ja irgendwas.”
Das sagte eine Gründerin zu mir, die kurz vor der Gründung stand, aber noch auf der Suche nach den nötigen Kund*innen war. Das ist natürlich keine geeignete Strategie, um Kund*innen zu gewinnen. Das ist das Prinzip Hoffnung. Ein Schuss ins Blaue.
Davon halte ich nichts, das ist wohl klar. Aber wie man überhaupt auf eine solche Idee kommen kann, das erstaunt mich immer wieder auf’s Neue.
Lehrer-Schüler-Beziehung
Es ist kompliziert.
Früher dachte ich: Der Lehrer sagt, wo’s lang geht, die Schüler folgen – zumindest die schlauen. Den renitenten ist eh nicht zu helfen.
Mit jedem Jahr als Lehrer wird mir klarer: So einfach ist das nicht. Die Schüler beeinflussen den Lehrer mindestens so sehr wie umgekehrt. Oft ist in einer Lehr-Lern-Situation gar nicht eindeutig zu bestimmen, wer hier eigentlich Lehrer und wer Schüler ist.
Überall, wo Menschen zusammenarbeiten, gibt es Frustpotenzial. Lehrer und Schüler sind keine Ausnahme – im Gegenteil.
Wir wollen etwas bewirken
Es gibt wohl kaum etwas Motivierenderes als das Gefühl, dass für das, was man denkt, sagt oder tut, bei anderen Menschen Interesse besteht.
Es ist nur bedingt erfüllend, Dinge für sich selbst zu tun. Selbst-Projekte sind schon okay, aber wirklich in die Kraft kommen wir oft erst, wenn durch unsere Projekte eine Beziehung zu anderen Menschen entsteht. Wenn wir im Anderen etwas bewirken.
Das gilt natürlich für Lehrer*innen und Berater*innen ganz besonders. Ihnen ist dieser Moment, wo sie dieses Interesse ihrer Schüler*innen bzw. Kund*innen spüren, oft mehr wert als das Geld, das sie mit ihrer Tätigkeit verdienen. (Was übrigens auch ein Grund ist, warum viele Lehrer*innen und Berater*innen schlecht bezahlt sind.)
In guten Händen
In jedem Beratungsprozess kommt irgendwann der Moment, in dem Kund*in und Berater*in Abschied nehmen. Der gemeinsame Weg ist zu Ende.
Der Abschied fällt dem Berater umso leichter, wenn er die Kund*innen in guten Händen weiß – sei es, weil ein Problem gelöst wurde, oder sei es, weil neue Begleiter*innen auf den Plan getreten sind, die den weiteren Weg übernehmen.
Oder sei es, weil der Berater intuitiv spürt, dass die Kund*innen gut aufgehoben sein werden, egal was passiert.
Was Beratung kann
Gute Beratung ist keine Garantie für den Erfolg als Lifestyle Entrepreneur, aber sie erhöht die Chance darauf.
Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Beschleunigen und bremsen
Es gibt Gründer*innen, die könnten einen Turbo gebrauchen. Die unterschätzen, wie viel Arbeit und Zeit es kostet, ein Unternehmen professionell wettbewerbsfähig aufzustellen.
Und dann gibt es Gründer*innen, denen würde ein bisschen weniger Geschwindigkeit gut tun. Ein bisschen verschnaufen, ein bisschen links und rechts schauen.
Gute Gründngsberater*innen haben ein Gespür dafür, ob Bremsen oder Beschleunigen angesagt ist und können wie ein Dirigent den passenden Takt vorgeben.
Berichteschreiben
Ich habe heute einen ganzen Tag damit verbracht, Berichte zu schreiben. Das wäre an sich nicht schlimm, wenn ich nicht den hartnäckigen Verdacht hätte, dass diese Berichte niemand lesen wird.
Ich akzeptiere das Berichteschreiben als Teil meiner Arbeit. Wie jeder Profi erledige ich auch die Aspekte professionell, die mir eigentlich wenig Spaß machen, aber die eben “dazugehören”.
Aber man fragt sich halt schon…
Erlaubnis
Manchmal merke ich, wie meine Gründer*innen sich indirekt meine “Erlaubnis” abholen wollen für eine Entscheidung, die Sie getroffen haben.
Dabei habe ich hier nichts zu erlauben. Genauso wenig, wie ich etwas zu verbieten, zu fordern oder zu vergeben hätte. Es ist nicht mein Projekt, um das es hier geht, sondern um das Projekt meiner Gründer*innen.
Eh klar. Trotzdem bedarf es immer wieder einer Erinnerung.
Günter Faltin: Sinn und Unsinn von Businessplänen 🎙
Günter Faltin im Gespräch mit Sven Ripsas (2015); Entrepreneurship.de Podcast vom 24. März 2018
(mehr …)Es schaut leichter aus
Es ist hart, Unternehmer*in zu werden, es ist hart, Unternehmer*in zu sein, und es ist hart, Unternehmer*in zu bleiben.
Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer, die ein Unternehmen über mehrere Jahre führen oder geführt haben, verdienen unseren Respekt für diese Leistung.
Es ist nämlich nicht so einfach, wie es vielleicht aussieht.
Berater reden gerne
Wir Berater reden gerne. Das ist auch gut so, denn schließlich ist es unsere Aufgabe, unseren Kund*innen mit unserem Wissen neue Blickwinkel zu eröffnen.
Es ist allerdings heilsam, sich ab und zu zu vergegenwärtigen, dass es auch Kund*innen gibt, die uns einfach reden lassen, sich ihren Teil denken und den Herrgott einen guten Mann sein lassen.
Nicht alles, was wir sagen, wird auch Gehör finden.
Konzeptbatzen
Ich finde, schlaue Konzepte gehören zu den nützlichsten Dingen auf dieser Welt. Ein gutes Konzept hilft uns, Dinge über die Welt, in der wir leben, zu sehen und zu verstehen, die uns sonst verborgen geblieben wären.
Wir sollten dabei aber niemals vergessen, dass ein Konzept nicht die Wirklichkeit ist. Ein Konzept ist eine bestimmte Sichtweise auf die Wirklichkeit, eine Vereinfachung, die auch viel weglässt. So wie auch eine Landkarte nicht die echte Welt da draußen darstellt.
Gefährlich werden Konzepte dann, wenn wir uns nicht die Mühe machen, sie wirklich zu durchschauen und wenn wir sie daraufhin mit der Wirklichkeit verwechseln. Dann werden Konzepte zu unförmigen Konzeptbatzen, die nur unser Gehirn verpicken.
Kommen und Gehen
Das Schöne und das Ernüchternde an meiner Arbeit als Gründungsberater: Ich sehe hoffnungsvolle Projekte entstehen, und ich sehe ehemals hoffnungsvolle Projekte wieder verschwinden.
Es ist ein Kommen und Gehen. Wie alles im Leben.
Markus Cerenak: Hast du ein Business Modell? Hast du überhaupt ein Business? 🎙
Erfolg mit Leidenschaft Podcast S3E3 vom 7. Februar 2018
(mehr …)Maik Pfingsten: Ist jetzt die richtige Zeit sich selbständig zu machen? 🎙
Productized Service Podcast #172 vom 21. April 2020
(mehr …)Guter Wille
Lewis Hyde sagt sinngemäß: Wenn uns aus irgendeinem Grund die Empathie für etwas oder jemandem fehlt, dann können wir diese fehlende Empathie auch nicht mit gutem Willen wettmachen.
Bloßer guter Wille nimmt dem, was wir tun, jede Lebendigkeit. Wir sind bemüht, aber was wir tun ist künstlich, unnatürlich, starr.
Wenn Energie und Empathie erschöpft sind, hilft selbst ehrlich gemeintes Bemühen nicht weiter