Wer wirklich ein Experte ist auf einem Gebiet, der weiß, dass er mit dem Lernen niemals fertig sein wird.
Es sind die Pseudo-Experten, die sagen: Ich brauche keine Weiterbildung mehr, ich weiß schon alles.
Echte Profis bilden sich ständig weiter.
Wer wirklich ein Experte ist auf einem Gebiet, der weiß, dass er mit dem Lernen niemals fertig sein wird.
Es sind die Pseudo-Experten, die sagen: Ich brauche keine Weiterbildung mehr, ich weiß schon alles.
Echte Profis bilden sich ständig weiter.
Im Intro von Poundcake klingt Eddie Van Halens Gitarre wie eine Bohrmaschine.
Jeder weiß, dass es keine echte Bohrmaschine ist. Aber Eddie Van Halen schafft es, seine Gitarre wie eine Bohrmaschine klingen zu lassen. Und dadurch wird die Sache noch leiwander, als wenn wir eine echte Bohrmaschine hören würden.
Gekonnte Verfremdung ist MAGISCH!
Das Geheimnis guter (stressfreier) Beratung ist vielleicht, nicht mehr zu wollen, als in dieser einen konkreten Beratungssituation gerade möglich ist.
Es tut manchmal weh, sich das als Lehrender einzugestehen, aber: Wir können niemanden zum Lernen bringen.
Alle didaktischen Impulse funktionieren nur, wenn der andere bereits offen für “den Stoff” ist. Barbara Messer bringt es auf den Punkt: Wir können nicht motivieren, aber wir können locken.
Locken bedeutet: Ich mache etwas so attraktiv für mich selbst, dass du Lust bekommst, dabei zu sein. Wenn ich selbst Lust auf meine eigene Lektion habe, wirkt das wie ein starker Magnet.
Das gilt für die Hochschullehre, für die Gründungsberatung, für jede Form von Wissenstransfer. Menschen spüren den Unterschied. Sie spüren, ob jemand wirklich Freude hat oder nur seinen Job macht.
Und sie folgen der Energie, nicht den Argumenten.
Ich unterrichte BWL, aber ich sage meinen Studierenden immer: Unternehmen sind von Menschen für Menschen gemacht.
Die Zahlen sind nur die Fußspuren ihrer Entscheidungen.
Unlängst ist mir klargeworden: Ich habe gegenüber meinen Studierenden eine Rechenschaftspflicht.
Ich bin nämlich nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Kulturstifter. Ich präge, wie meine Studierenden später arbeiten, denken und handeln werden. Was und wie ich lehre, wirkt über die Lehrveranstaltung hinaus.
Das bedeutet auch: Meine Studierenden haben Anspruch auf professionelle Betreuung. Gute Anleitung in den wissenschaftlichen und fachlichen Methoden. Erreichbarkeit. Faire Behandlung und Bewertung.
Das ist kein Service, den ich anbiete, weil ich nett bin. Das ist ein ethischer Auftrag an meine Rolle als Hochschullehrender. Denn: Wenn ich von meinen Studierenden redliche Arbeit erwarte, muss ich selbst auch redlich arbeiten.
Integrität kann man nicht lehren, nur vorleben.
Es ist nicht wurscht, von wem man sich was sagen lässt.
Sag mir, wer deine Lehrer sind, und ich sage dir, in welche Richtung du dich entwickeln wirst.
Drum prüfe auch bei den Lehrer:innen und Berater:innen, auf die du hörst, wer deren Lehrer:innen eigentlich sind.
Findest du die Vorbilder deiner Lehrer:innen auch leiwand? Dann bist du richtig. Wenn nicht, dann…
Wir Lifestyle Entrepreneure sind oft Weltmeister im Sammeln von Erkenntnissen. Nach jedem Kundengespräch eine Notiz. Nach jedem Meeting ein Protokoll. Nach jedem Webinar drei Seiten voller Aha-Momente. Die Notizbücher quellen über, die Notion-Datenbanken werden immer umfangreicher, das Evernote-Archiv-System immer ausgeklügelter.
Aber dann?
Malcolm Werchota bringt es auf den Punkt: “Das Protokoll ist nicht wichtig. Was wir aus dem Protokoll machen, ist wichtig.” Der Moment, wo aus der notierten Erkenntnis eine konkrete Handlung wird – den lassen wir gerne aus. Wir bleiben im Dokumentationsmodus stecken.
Das gilt für Kundengespräche (notiert, aber nicht umgesetzt), für Feedback (gesammelt, aber nie integriert), für strategische Erkenntnisse (analysiert, aber nichts verändert).
Die eigentliche Arbeit beginnt erst, wenn das Notizbuch geschlossen wird.
Wenn man von Entrepreneurship Education in Schulen spricht, könnte man meinen, es ginge darum, wie man den Kindern Unternehmertum am besten beibringen könnte. Aber das ist die falsche Frage. Die richtige Frage wäre: Wie verhindern wir, dass wir es ihnen systematisch austreiben?
Kinder sind von Natur aus unternehmerisch. Sie probieren aus, sie basteln Lösungen, sie handeln. Ein Kind, das Bücher und Kuscheltiere am Flohmarkt verkauft, hat nicht vorher eine Vorlesung über Geschäftsmodelle gehört. Oder einen Online-Kurs über sein Money Mindset. Es hat eine Idee und macht einfach. Der Unternehmergeist ist da.
Aber: Was passiert, wenn unseren Kinder über Jahre eingetrichtert wird, dass es eine richtige Lösung gibt? Dass es immer jemanden gibt, der diese richtige Lösung kennt und deine Lösung beurteilt? Und dass du erfolgreich bist, wenn du immer die erwarteten Antworten gibst?
Niemand muss Kindern beibringen, unternehmerisch zu sein. Man muss ihnen nur erlauben, es zu bleiben.
Kathrin Gildner sagt: Viele Solopreneure spüren einen mentalen Overload durch die unendliche Anzahl an Dingen, die sie machen müssten, könnten, sollten. Noch ein Framework, noch eine Methode, noch eine Strategie auf der eh schon viel zu langen Liste.
Sie meint deshalb, dass die klassische “Hier sind 5 Schritte”-Pädagogik´ nicht mehr funktioniert, denn eine “neue Methode” wird nicht mehr als Hilfe, sondern als Last empfunden.
Was Solopreneure stattdessen brauchen: Reduktion, nicht Addition. Nicht “Was könnte ich noch machen?”, sondern “Was kann ich weglassen?” Nicht “Welche Strategie fehlt mir noch?”, sondern “Wie bekomme ich dorthin, wo ich eigentlich hin will?”
Die Antwort darauf ist nicht noch irgendein Online-Kurs, den keiner braucht. Das infinite game des Solopreneurship erfordert eine neue, eine andere Didaktik. Eine, die nicht ständig neue Baustellen aufmacht, sondern hilft, auf den bestehenden Baustellen voranzukommen.
Kathrin Gildner beobachtet in ihrer Community: Was gut ankommt, sind Treffen zum Austauschen und Umsetzen – Co-Working-Sessions statt Lern-Angebote.
Das könnte z.B. so ausschauen: Statt “SEO-Webinar: Lerne SEO-Grundlagen” könntest du besser eine “SEO-Stunde: Wir gestalten gemeinsam unsere Website-Startseiten um, damit sie SEO-freundlicher werden” anbieten. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, as ist in Wirklichkeit ein großer Sprung im Leistungsversprechen
Aber es ist noch mehr. Was sich hier ändert, ist die grundsätzliche Rolle von Beratung und Bildung. Nicht mehr “Ich zeige dir, wie’s geht”, sondern “Wir machen’s gemeinsam”. Weg vn der reinen Wissensvermittlung, hin zu begleiteter Umsetzung und Mentoring. Das Versprechen ist nicht “Du lernst etwas Neues”, sondern “Am Ende ist ein konkretes Ding erledigt”.
Weniger Curriculum, mehr gemeinsame Umsetzungszeit. Das verändert, was Berater:innen und Bildungsanbieter leisten müssen. Nicht mehr Wissen vermitteln, sondern Räume schaffen, in denen Dinge passieren.
Kathrin Gildner berichtet aus ihrem Hexenzirkel – ihrer Community für Selbstständige – von einer bemerkenswerten Beobachtung: Neuer Input und neues Wissen stehen nicht mehr hoch im Kurs. Neue Strategien oder Methoden zu lernen fühlt sich nicht nach einer aufregenden Möglichkeit an, sondern nach noch einem To-Do auf der eh schon langen Aufgabenliste.
Das finde ich spannend – und deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung. Wir leben in einer Zeit, in der noch nie so viel Wissen so leicht verfügbar war. Für praktisch jedes Business-Problem gibt es drei Podcasts, fünf Newsletter und sieben Kurse. Und genau das ist das Problem: Die Fülle an verfügbarem Wissen hat dessen gefühlten Wert auf nahezu null reduziert. Ein weiteres Framework zu lernen bedeutet nicht Fortschritt, sondern Ballast.
Der eigentliche Engpass für Solopreneure ist nicht mangelndes Wissen. Es gibt zu viel Wissen. Das Problem ist nicht Was sollte ich tun?, sondern Wie schaffe ich es, auch nur einen Bruchteil davon umzusetzen?
Die klassische Kurse-und-Webinar-Industrie scheint ein Problem geschaffen zu haben, das sie selbst nicht mehr lösen kann.
Mehr Input ist nicht die Lösung. Mehr Input ist das Problem.
Anfang 2025 habe ich eine Lese-Challenge ausgerufen. Einziger Teilnehmer: ich. Aufgrund des großen Erfolges möchte ich die Lese-Challenge 2026 wiederholen und lade dich (ja, DICH!) sehr herzlich ein, mitzumachen!
Die Regeln sind einfach:
Stell dir vor, 2027 um diese Zeit hast du diese 12 Bücher tatsächlich gelesen, studiert, implementiert. Ein Quantensprung für dich, dein Solo-Business und deine Kund:innen!
Zur Inspiration: Die 12 Bücher, die ich mir für 2026 vorgenommen habe:
Gilt!
Scott Adams nannte sich selbst einmal einen “world-class simplifier”. Jemand, der Komplexität herunterbrechen kann. Genau das sei das Geheimnis seiner Dilbert-Comics gewesen.
Dieses Talent, meinte er, ziehe sich durch alle seine Berufe und Projekte. Es ist seine zentrale Fähigkeit.
Die meisten Menschen definieren sich über ihre Domäne. “Ich bin Installateur.” “Ich bin Beraterin.” “Ich bin Designer.” Aber die wirkliche Frage wäre: Was ist das Talent, das sich durch alles zieht, was du tust? Das, was deine Arbeit gut macht, egal in welchem Kontext?
Vielleicht bist du jemand, der Struktur in Chaos bringt. Oder jemand, der Vertrauen aufbaut. Oder jemand, der Dinge zu Ende bringt, die andere liegen lassen.
Ich bin Gründungsberater, Lehrbeauftragter an Hochschulen und schreibe diesen Daily Blog. Das klingt nach drei verschiedenen “Jobs”. Aber das Talent dahinter ist dasselbe: Konzepte und Ideen so runterzubrechen, dass sie spannend sind und jemand ohne Vorwissen sie versteht und nutzen kann.
Und du? Was ist dein Meta-Talent?
Du hast eine brillante Idee. Wirklich gut durchdacht. Vielleicht sogar innovativ. Und sie liegt jetzt da, in deinem Kopf, in deinen Notizen, in deinem Konzeptpapier.
Und nichts passiert.
Weil eine Idee sich nicht von selbst aktiviert. Sie braucht Vermittelbarkeit. Sie muss in eine Form gegossen werden, die andere Menschen “greifen” können. Solange deine Idee nur in ihrer vollen Komplexität existiert – mit allen Nuancen, allen Vorbehalten, allen Abhängigkeiten – bleibt sie umverfügbar.
Das Problem ist nicht die Idee. Das Problem ist die fehlende Übersetzung, die fehlende Zugänglichkeit. Du musst sie so weit reduzieren, dass jemand anderes sie versteht, ohne dein komplettes Vorwissen zu haben. Damit jemand sagen kann: “Ach, das ist wie X, nur für Y.” Erst dann wird aus deinem Gedanken eine Idee, die Wirkung entfalten kann.
Die Idee allein hat keine Power. Die Kraft liegt in der Form, die du ihr gibst.
Wenn du Dinge verändern willst – die großen wie die kleinen –, dann ist es ganz entscheidend, welche Story du darüber erzählst.
Eine durchgängige Story, warum die Dinge sind, wie sie sind. Wie die Dinge in einer besseren Zukunft sein könnten. Und was dafür zu tun ist, wann und von wem.
Natürlich kannst du auch versuchen, ohne so eine Story zu führen, zu lehren oder zu beraten.
Aber: Die durchgängige, stimmige Story ist extrem nützlich.
Ich habe jedes Jahr ca. 150 neue Student:innen. Und jedes Jahr setze ich mir das Ziel, mir die Namen dieser jungen Menschen zu merken. Um zu zeigen: Für mich bist du nicht nur eine Matrikelnummer. Ich nehme dich als Menschen wahr.
Das ist keine leichte Aufgabe, die ich mir da stelle, und ich schaffe es längst nicht, mir jeden Namen zu jedem Gesicht zu merken.
Ein Muster ist mir dabei aufgefallen: Am leichtesten merke ich mir die besonders Guten und die besonders Schlechten. Mit der Mitte tue ich mir am schwersten.
Was herausragt, wird leichter gemerkt. Was in der Mitte liegt, geht in der Masse unter. So geht es mir beim Namen-Merken, und so geht es den Kund:innen auf einem Markt.
Das WIFI Niederösterreich wirbt gerade mit dem Slogan “FIT ohne Schwitzen” für ihre firmen-internen Trainings (FIT).
Das ist wohl der Traum vom warmen Eislutscher: Fit werden, aber sich dabei nicht (übermäßig) anstrengen zu müssen.
Was Podcaster:innen immer wieder beschäftigt: Was kann ich von anderen Podcasts bzw. anderen Podcaster:innen lernen?
Aber ich frage mich: Gibt es tatsächlich Best Practices, von denen ich mir für meinen Podcast etwas abschauen kann, oder sind die Ausgangslagen, die Ziele und das Publikum der verschiedenen Podcasts viel zu unterschiedlich? Sollten wir nicht lieber aufhören, uns zu vergleichen und lieber konsequent unser Ding durchzuziehen?
Und: Welche Rolle spielen Glück oder glückliche Umstände beim Erfolg eines Podcasts? Kann man das Glück “herstellen” oder zumindest begünstigen? Wenn ja, wie?
Und sind die Erfolgsfaktoren, welche die erfolgreichen Podcaster im Nachhinein nennen, tatsächlich ausschlaggebend gewesen oder reimen sie sich, im Sinne des Dunning-Kruger-Effekts, post-hoc irgendwas zusammen?
Esther Perel gab mir unlängst einen Hinweis, warum mir das Lehren so taugt:
Es ist der Prozess an sich, der spannend ist — nicht das Ergebnis. Weil er unvorhersehbar ist. Weil er schief gehen könnte. It might not work.
Es ist ein bisschen wie auf einem Drahtseil. Es kann immer was schief gehen. Es ist eine ständige Herausforderung.
Und genau deswegen fühle ich mich durch das Lehren LEBENDIG!