Tag#LifestyleBusiness

Regierungsprogramm

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Ich habe mir das Regierungsprogramm der neuen Dreier-Koalition angeschaut. Ja, alle 211 Seiten.

Ich war nämlich neugierig, was darin geschrieben steht über Solopreneure (Ein-Personen-Unternehmen, EPU) und Gründer:innen. Welche Änderungen sind geplant? Gibt es Dinge, die sich verbessern könnten? Was wird sich verschlechtern?

Kurz gesagt: Viel steht nicht drin. Eigentlich fast gar nichts.

Was können Gründer:innen erwarten?

  • Die elektronische Gründung soll für möglichst viele Unternehmensformen ermöglicht werden. Insgesamt sollen (digitale) Gründungen rascher gehen und weniger bürokratisch werden. (S. 32, S. 35, S. 181)
  • Die Höhe der Geringfügigkeitsgrenze soll eingefroren werden. (S. 96)
  • Das Zugangsinstrument “individuelle Befähigung” soll gestärkt werden, und das Verfahren zur Feststellung soll beschleunigt werden. (S. 31)
  • Entrepreneurship Education an Schulen soll ausgebaut werden. (S. 189)
  • Österreich soll im Bereich “Female Entrepreneurship” ins Spitzenfeld aufsteigen. (S. 35)

Was können Ein-Personen-Unternehmen erwarten?

  • Die Basispauschalierung (inkl. Vorsteuerpauschale) soll erhöht werden: 2025 zunächst auf 320.000 Euro sowie 13,5 % und ab 2026 dann auf 420.000 Euro sowie 15 %.
  • Selbständige Frauen und Unternehmerinnen sollen gestärkt werden durch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie – vor allem im ländlichen Raum. (S. 134)
  • Die Leistungen des Künstler-Sozialversicherungsfonds sollen gesichert werden. (S. 203)
  • Investitionen in KI und Digitalisierung sollen gefördert werden. (S. 181)
  • Karenz und Kinderbetreuungsgeld für EPU sollen vereinfacht werden. (S. 104)
  • Die Gewerbeordnung soll bundesweit einheitlich(er) vollzogen werden. (S. 32)

Der eine oder andere Punkt mag zwar im Detail ganz nett sein, aber der große Wurf ist das alles nicht. Vor allem berührt das Regierungsprogramm keines der Anliegen, die ich für EPUs am dringendsten empfinde.

Wir Solopreneure sind die längste Zeit schon das Stiefkind der österreichischen (Wirtschafts-) Politik, und ich fürchte, daran wird sich auch in den nächsten fünf Jahren nichts ändern.

Mehr Bälle

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Du lebst in der Illusion, dass insgesamt mehr weitergeht, wenn du mehr Dinge anfängst.

Du bringst mehr Bälle ins Spiel, das Spiel wird dadurch bunter – aber in Wirklichkeit verteilst du dadurch deine Energie nur.

Mehr wird sie dadurch nicht. 

Würde und Wert

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Es ist wichtig, dass du in deinem Lifestyle Business unterscheidest zwischen Würde und Wert:

Deine Würde ist unantastbar und bedingungslos. Du bist würdig als Mensch an und für sich, und jeder einzelne deiner Mitmenschen sollte deine Würde anerkennen und achten.

Aber Wert ist etwas anderes. Wert wird dir verliehen, wenn du für andere Menschen nützlich bist. Und auf der Dimension des Wertes gibt es zwischen den Menschen Unterschiede.

Als Lifestyle Entrepreneur hast du keinen Anspruch auf Erfolg, auf Reichweite, auf Aufmerksamkeit, auf Kunden nur aufgrund deiner Würde. Im Business brauchst du Wert – und davon nicht zu wenig.

Genau wie die Konkurrenz

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Seth Godin fragt: What are you willing to do that your competitors aren‘t?

Wenn die Antwort darauf „nichts“ ist, dann wird es schwierig, Menschen davon zu überzeugen, warum ausgerechnet du der Richtige für sie bist.

Mach einen Unterschied, der einen Unterschied macht!

Wicked Problems

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Die einfachen Probleme sind bereits gelöst.

Was übrig bleibt, sind die wicked problems: Probleme, die viele Ursachen haben. Probleme, die keine eindeutigen Lösungen haben. Probleme, wo man gar nicht weiß, wo man ansetzen soll, weil alles miteinander verwoben ist – wie ein Haufen Mikado-Stäbchen.

Wicked problems brauchen Menschen, welche die Zeit und Mühe auf sich nehmen, ein Problem wirklich zu verstehen. Die es aushalten, verschiedene Perspektiven gleichzeitig einzunehmen. Und die die nötige Geduld haben, den Mikado-Haufen Stäbchen für Stäbchen abzutragen.

Mit einem Wort: Wicked problems sind eine Riesenchance für uns Solopreneure!

Selbstgefällige Unternehmen

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Unlängst habe ich bei einem Webinar Folgendes gehört: Achtzig Prozent der Unternehmen sind davon überzeugt, dass sie ein “überdurchschnittliches Kundenerlebnis” liefern.

Da passt natürlich was nicht zusammen. Es ist statistisch unmöglich, dass die Mehrheit der Unternehmen ein überdurchschnittliches Kundenerlebnis bieten. Maximal 49 Prozent der Unternehmen können über dem Durchschnitt liegen, aber sicher nicht achtzig. (Experten nennen diese Form der Selbstüberschätzung den Dunning-Kruger-Effekt.)

Aber das Problem hat noch eine zweite Facette: Nur acht Prozent der Kund:innen stimmen zu, dass sie tatsächlich ein überdurchschnittliches Kundenerlebnis erfahren haben!

Anders formuliert: Praktisch alle Unternehmen glauben, dass sie besser sind, als sie tatsächlich von ihren Kund:innen wahrgenommen werden.

Ich denke, für Solopreneur:innen ergibt sich daraus eine einfache Daumenregel: Geh davon aus, dass du für deine Kund:innen nichts Besonderes bist. Und wenn du was Besonderes sein willst, dann musst ganz schön hart dafür arbeiten – weil deine Mitbewerber:innen am Markt auch nicht auf der Nudelsuppe daher geschwommen sind.

Nur, wenn du diese demütige Haltung angenommen hast, kannst du ohne Selbstüberschätzung fleißig daran arbeiten, für deine Kund:innen einen echten Unterschied zu machen.

Der schmale Korridor

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Ein-Personen-Unternehmer kämpfen im schmalen Korridor zwischen “kein Auftrag” und dem “Erreichen der Maximalkapazität“. Der Grat zwischen Unterauslastung und Überlastung ist dünn.

Dieser schmale Korridor ist ein Spannungsfeld, das dem System “Ein-Personen-Unternehmen” innewohnt. Er ist part of the game. Er ist ein Resultat der systematisch beschränkten Möglichkeiten von Ein-Personen-Unternehmen, Ressourcen zu beschaffen und Betriebsmittel einzusetzen.

Er ist kein persönliches Versagen.

Über die Angst

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Im Buch “The Life of Pi” gibt es in Kapitel 56 eine sehr treffende Beschreibung der menschlichen Angst:

Angst ist der einzige echte Feind des Lebens. Nur Angst kann das Leben bezwingen. Angst ist ein kluger, raffinierter Gegner, das weiß ich aus Erfahrung. Sie kennt keine Moral, akzeptiert kein Gesetz und keine Konvention, sie ist unerbittlich. Sie sucht sich bei jedem den schwächsten Punkt und findet ihn ohne Mühe.

Als Gründungsberater weiß ich: Wo die Angst ist, da liegt auch das größte Potenzial, in einem Lifestyle Business wirklich was zu verändern.

Bevor wir uns um die Kunden kümmern

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Es ist ganz wichtig, dass wir uns intensiv mit unseren Kund:innen beschäftigen. Der Zielkunde steht im Zentrum jedes Geschäftsmodells. Ohne zu wissen, was unsere Kund:innen bewegt, was sie brauchen und was sie wollen, werden wir mit unserem Lifestyle Business nicht weit hüpfen.

Aber (und es ist ein großes Aber): Um unseren Kund:innen wirklich zuhören zu können, um wirklich sensibel zu sein für die Subtilitäten ihres Lebens, müssen wir zuerst mit uns selbst im Reinen sein.

Nur, wenn im Inneren genug Ruhe herrscht, können wir im Außen aufmerksam sein.

Durchhalten vs. dranbleiben

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Durchhalten = eine Situation aussitzen. Passiv. Warten, bis es vorüber ist in dem Wissen: Irgendwann wird es vorbei sein.

Dranbleiben = weitermachen. Aktiv sein. Einen Schritt vor den anderen setzen. Nicht zu wissen, wann man angekommen sein wird, aber trotzdem beharrlich weitergehen.

Das neue Leistungsversprechen

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Ein schöner Gedanke von Franziska Ambacher:

In Zukunft wird es nicht mehr reichen, dass Unternehmen sich für erfolgreich halten, wenn sie Gewinn erzielen und wenn die Shareholder zufrieden sind.

Das neue Leistungsversprechen muss sein, den Kund:innen und dem Markt etwas Gutes zu tun.

Das Schicksal der Wissensarbeiter

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Wenn du Wissensarbeiter:in bist – das heißt, wenn du dein Geld damit verdienst, dein Wissen für andere Menschen in den Dienst zu stellen, es nutzbar und nützlich zu machen – dann wird es notwendig sein, dass du dich mit einem Problem abzufinden lernst:

Du wirst NIE das Gefühl haben, mit deiner Arbeit fertig zu sein.

Dieses Gefühl ist keine individuelle Schwäche von dir, sondern es ist dem System Wissensarbeit immanent. Es geht allen Wissensarbeiter:innen so, nicht nur dir.

Ja, du könntest noch mehr machen. Und ja, du wirst auch an deinem Lebensende noch nicht “fertig” sein, egal wie sehr du dich reingehängt hast. Gewöhn dich dran, und möglichst schnell.

Oder werde Handwerker.

Der Bösewicht

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Unlängst habe ich am Wohnzimmertisch gearbeitet und nebenbei die Avengers-Zeichentrickserie mitbekommen, die sich mein Sohn (8) angeschaut hat.

Es ging (natürlich) um den Kampf der Guten gegen die Bösen – aber mit einem Twist. Als der Bösewicht nämlich besiegt war, sagte er einen bemerkenswerten Satz: “Wir scheitern niemals! Wir passen uns nur der Situation an.”

Muss wohl ein Lifestyle Entrepreneur gewesen sein, der Schurke.

Ein echt guter Grund

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Als Solopreneur brauchst du eine echt starke Vision. Einen großartigen Unternehmertraum. Einen kraftvollen Purpose. (Wie auch immer man es nennen mag.)

Warum? Weil du es sonst nicht aushältst!

Wer sonst setzt sich freiwillig dem Druck aus, der mit den unsicheren Einkommensströmen einer Selbständigkeit einher gehen kann?

Wer sonst setzt sich freiwillig einer (Social-Media-)Öffentlichkeit aus, in der man auch ungeniert sehr unschöne Sachen zu hören bekommt?

Wer sonst setzt sich freiwillig der nie endenden Herausforderung aus, sich selbst und seine Angebote immer wieder kritisch anzuschauen und zu hinterfragen: Was könnte ich noch besser machen?

Dein Warum muss echt stark sein, wenn sich (mal wieder) die Sinnfrage stellt.

Tante Jolesch, MBA

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Die Tante Jolesch hat gesagt: “Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist”.

Ich sage: Gott soll unser Business hüten vor allem, was eh okay ist.

Fundamental gute Basics

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Wenn du mit deinem Lifestyle Business Erfolg haben willst, dann musst du die fundamentalen Grundlagen in deinem Geschäft einfach exzellent machen.

Wenn du ein erfolgreicher Berater sein willst, dann lerne das Berater-Handwerk wirklich, wirklich gut – und dann berate, berate, berate!

Wenn du eine erfolgreiche Autorin sein willst, dann lerne das Handwerk des Schreibens wirklich, wirklich gut – und dann schreib, schreib, schreib!

Wenn du ein erfolgreicher Podcaster sein willst, dann lerne das Handwerk des Podcastens wirklich, wirklich gut – und dann podcaste, podcaste, podcaste!

Zuerst gut lernen und dann viel üben. So ist jede:r Meister:in entstanden.

Auf der Suche nach…

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Ganz viele Gründer:innen sagen, die wichtigste Motivation für ihre Selbständigkeit ist mehr Freiheit und Selbstbestimmung.

Aber: Vielleicht ist mehr Freiheit nur ein irreführender Ersatz für das, was sie eigentliche suchen: 

Mehr Sinn im Leben.

Der göttliche Funke

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Unlängst habe ich einen Gründungsberater-Kollegen davon sprechen hören, dass eine Geschäftsidee einen “göttlichen Funken” haben kann. Also sowas wie einen ganz besonderen Impuls, der einer Idee Leben einhaucht und der diese Idee einzigartig macht.

Das ist ein sehr spannender Gedanke. Es mag vielleicht schwer sein zu beschreiben, was dieser “göttliche Funke” genau ist, und es ist unmöglich, diesen göttlichen Funken herstellen oder erzwingen zu wollen.

Aber dass es sowas wie einen göttlichen Funken gibt, scheint mir unbestritten. Die besten Gründungsideen, die ich als Gründungsberater begleitet habe, hatten dieses ganz spezielle Etwas. Nicht, weil sie besonders ausgefallen oder spektakulär gewesen wären, sondern weil man merken konnte:

Hier ist jemand mit sehr viel Liebe und Hingabe am Werk. Hier hat jemand Herz und Hände am rechten Fleck.

Wenn keiner kauft

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Klar bist du dein Geld wert!

Aber wenn du ein high ticket offer hast und zwar Interessenten, aber keine Kunden, dann hast du vielleicht trotzdem ein Pricing-Problem.

Unsere Visionen

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Du brauchst eine Vision für dein Solo-Business, und zwar eine große.

Du brauchst eine gerechte Sache, einen Unternehmer-Traum, die dich verlässlich an deinem Business arbeiten lassen und die dafür sorgen, dass du wie ein Stehaufmännlein immer wieder aufstehst. Sonst stehst du die Reise nicht durch.

Aber deine Kund:innen?

Deine Kund:innen wollen Lösungen, keine Visionen.