Die Zukunft muss ja irgendwo beginnen.
Aber wo?
“Die Zukunft beginnt innen”, sagt Matthias Horx.
Macht es Sinn, sich sehr spitz zu positionieren?
Vielleicht.
Aber dafür muss Folgendes gegeben sein: Du musst in deiner spitzen Nische auch ein spitzen Experte sein!
Unlängst, beim einem Kabarett-Abend von Paula Lambert, war eine Frau im Publikum, die sich als “Swinger-Club-Beraterin” zu erkennen gegeben hat.
Das hat mich als Gründungsberater neugierig gemacht. Weil: Das ist mal eine ungewöhnliche Geschäftsidee!
Ihre job description ist, dass sie Paare, die mit dem Gedanken spielen, mal einen Swinger-Club auszuprobieren, zu ihrem ersten Besuch im Club begleitet und ihnen damit Sicherheit und Orientierung. “Als Backup”, wie sie das nennt.
Sie sagt, sie wäre die einzige in ganz Österreich. Kann ich mir vorstellen. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass es grundsätzlich einen Markt gibt dafür – wenngleich ihre Nische schon sehr nischig ist.
Was an diesem Abend aber für mich das Spannendste war: Die Swinger-Club-Beraterin wurde von Paula Lambert gefragt, was ihre Dienstleistung eigentlich kostet. Und sie konnte es nicht auf Anhieb sagen. Sie hat gemeint Es kommt darauf an… und Es hängt davon ab… – und das ist sehr schade.
Jede beliebige, jede ungefähre Zahl, sicher genannt, wäre besser gewesen als beim Preis herumzudrucksen.
Ich hoffe, das hat sie aus diesem Abend gelernt.
PS: Nein, ich weiß den Namen der Swinger-Club-Beraterin leider nicht und kann auch nicht auf ihr Angebot verlinken, obwohl ich das sehr gerne würde. Wenn du, liebe Swinger-Club-Beraterin diesen Artikel jemals lesen solltest: Bitte sag mir bescheid!
Unlängst, beim Frisör, habe ich die Haare gewaschen bekommen.
Am Ende, nach dem Rauswaschen des Shampoos, fragte mich die freundliche junge Frau: “Haben Sie ein gut ausgewaschenes Gefühl?”
Ich war mit dieser Frage völlig überfordert. Nicht nur, dass ich diese Frage zum allerersten Mal in meinem Leben gestellt bekommen habe. Ich konnte die Frage deswegen nicht beantworten, weil ich keine Ahnung habe, wie ich mit meinen Haaren spüren soll, ob meine Haare gut ausgewaschen sind. Meine Ausgewaschenheits-Rezeptoren in meinen Haaren sind anscheinend unterentwickelt.
Also habe ich in meiner Verlegenheit geantwortet: “Ja”. Aber eigentlich hätte ich sagen sollen: “Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden. Ich weiß es nicht, ich spüre es nicht, und es ist mir eigentlich auch ziemlich wurscht. Wird schon passen.”
Ein schöner Reminder dafür, dass manchmal auch unsere Kund:innen “ja” sagen nicht aus Begeisterung, sondern aus Verlegenheit – weil sie keine Ahnung haben, wovon wir da eigentlich schwafeln.
Ich habe seit rund einem Jahr einen neuen Frisör.
Mein neuer Frisör ist ur lieb. Er ist sehr engagiert und bemüht und sympathisch und alles.
Mein neuer Frisör hat nur ein Problem: Er schneidet mir meine Haare nicht so, dass ich restlos zufrieden wäre. Ich habe das auch schon mit ihm besprochen, aber wir kommen auf keinen gemeinsamen Nenner. Entweder kann ich es nicht so ausdrücken, dass er versteht, was ich meine. Oder er versteht mich einfach nicht, egal was ich sage, weil er meine Haare und meinen Kopf einfach anders sieht als ich und er eine andere Vorstellung davon hat, was “gut” für mich ist.
Vorläufig bleibe ich bei meinem neuen Frisör, weil ich keine naheliegende Alternative habe und ich auch keine Lust habe, eine zu suchen.
Aber das kann sich ändern. Denn: Lieb allein, das reicht nicht im Business.
Das Vorläufige, der Zwischenstand, die Übergangslösung…
Das ist im Business nicht die Ausnahme, sondern das ist der Standard. Ein Business ist per definitionem “unfertig”. Anders formuliert: Ein Business ist im Grunde nichts Anderes als eine Aneinanderreihung von Vorläufigkeiten.
Es ist wie bei einem Seifenkistenrennen. Jedes Business da draußen, ob groß oder klein, ist wie eine selbstgebastelte Seifenkiste. Wir alle sind in unseren zusammengeflickten Seifenkisten unterwegs. Da wackelt es bedenklich, da gibt es immer wieder Löcher, da fehlt auch mal das vierte Rad. Wir improvisieren ständig in der Hoffnung, dass uns die Kiste nicht komplett auseinanderfliegt.
Nochmals: Alle Businesses sind solche Seifenkisten – nicht nur dein eigenes. Bei den anderen Businesses sieht man es vielleicht nicht immer gleich, weil deren Seifenkisten dick mit Farbe angestrichen ist.
Und: Manche Unternehmer:in da draußen tut so, als wäre ihre Seifenkiste ein Ferrari.
Wer’s glaubt.
Microsoft Excel ist ein Tool, das sehr, sehr häufig verwendet wird – in kleinen wie in großen Unternehmen.
Eh klar: Es ist leicht zugänglich, es ist relativ einfach zu bedienen, man kennt’s. Kurz: Es ist naheliegend.
Die Schwierigkeiten mit Excel treten dann auf, wenn das Unternehmen wächst. Oder wenn die Anforderungen an das Unternehmen wachsen. Denn dann wachsen Excel (bzw. das Anwenderwissen der Mitarbeiter über Excel) oft nicht mit.
Dann läuft das Unternehmen mit Kinderschuhen herum, die eigentlich längst zu klein sind.
[Danke Camillo Patzl für diesen Gedanken!]
Es ist ziemlich schwer, Eltern für den Elternverein der Schule zu gewinnen. Das gilt auch für Eltern, die eigentlich sehr engagiert sind und denen die Schule ihrer Kinder eigentlich sehr wichtig ist.
Es ist viel leichter, Eltern für einzelne Projekte des Elternvereins zu gewinnen. Wenn der Elternverein fragt, wer einen Tisch beim Flohmarkt übernehmen möchte oder wer Kuchen bringen könnte oder wer einen Adventkranz besorgen würde… da wird sich relativ leicht wer finden.
Junge Eltern, die viel um die Ohren haben, scheuen sich vor einem langfristigen Commitment. Sie haben Angst, etwas zu versprechen, das sie dann nicht einhalten können und das ihnen über den Kopf wächst – zur Enttäuschung aller.
Aber hier und da mal mithelfen, eine Kleinigkeit beitragen, das geht.
Was kannst du für dein Lifestyle Business daraus lernen? Lade die Leute nicht dazu ein, gleich von Anfang an ein großes Commitment abzugeben. Lade sie dazu ein, mal bei einem kleinen Projekt mitzumachen. Und wenn’s leiwand ist, dann werden sie eh von selber wiederkommen und mehr/öfter mitmachen wollen.
Unlängst habe ich bei einem Webinar der WKO teilgenommen zum Thema “KI für EPU”.
Am Ende des Webinars wurden einige Fragen aus dem Chat beantwortet, Bei einigen der Fragen, die da gestellt wurden, habe ich mir (ich muss es leider zugeben) gedacht: Marantana, da sind aber schon ein paar technische Nackerpatzl dabei!
Und dennoch: Diese vermeintlichen “Nackerpatzerl” sind einen Riesenschritt weiter als die Masse der EPU, die sich nicht mal genug für KI interessieren, um sich für so ein Webinar anzumelden.
Gutes Marketing sagt nicht: Schau her, wie gut ich bin!
Gutes Marketing sagt: Ich weiß, dass ich gut bin. Aber es geht hier nicht um mich. Ich lade dich ein, mich kennenzulernen und zu entdecken, wie ich DIR helfen kann.
Was bei Solopreneur:innen häufig klappt: Genug Einkommen zu generieren, um im Business und privat über die Runden zu kommen.
Was bei Solopreneur:innen häufig nicht klappt: Genug Einkommen zu generieren, um in ihr Business investieren zu können – in Weiterbildung, in Beratung, in operative Unterstützung.
Klar, es ist für dich als Lifestyle Entrepreneure total wichtig, dass du authentisch bist und auch mal Kante zeigst. Deine Kund:innen möchten mit einem echten Menschen zusammenarbeiten, nicht mit einer aalglatten Kunst-Person.
Aber: Du darfst in deine authentische Business-Person reinwachsen. Das geht nicht von heute auf morgen.
Eine Freundin hat mir unlängst erzählt, dass eine ihrer langjährigsten Kundinnen von einem Tag auf den anderen verstorben ist.
Das hat meine Freundin persönlich sehr getroffen, weil sie diese Kundin sehr gemocht und für ihre Intelligenz und Weisheit geschätzt hat.
Aber darüber hinaus hat meiner Freundin noch etwas zu denken gegeben: Die Kundin war ein Ein-Personen-Unternehmen. Sie hatte ein Business, das maßgeschneidert war für sie – einzigartig weit und breit, ein echtes Lifestyle Business.
Und dafür gibt es jetzt (natürlich) keine:n Nachfolger:in. Ein Business, das so sehr auf eine Person und deren Lebensmodell ausgerichtet ist, lässt sich nicht einfach jemand anderem übergeben. Ein Maßanzug passt eben nur der Person, für die er geschneidert wurde.
Also wird dieses wunderbare Lifestyle Business einfach verschwinden. Mit dem Tod der Unternehmerin sterben auch das ganze Wissen, die Kontakte, die ganze Zeit und Energie, die in dieses Business investiert wurden.
Da kann man sich natürlich denken: Wie schade! Was für eine Verschwendung!
Aber man kann es auch so sehen: Ist es nicht ein faszinierendes Leben, das so großzügig und verschwenderisch sein kann, dass es über viele Jahre wunderschöne Dinge aufbaut, nur um sie von einen Tag auf den anderen sterben zu lassen?
Niemand hat genug Reichweite. Niemand.
Also: Wenn du das Reichweiten-Spiel (auf Social Media, mit deinem Podcast usw.) spielst, dann sei dir bewusst, dass du es wahrscheinlich nicht gewinnen kannst.
Jeder Lifestyle Entrepreneur schließt einen „psychologischen Vertrag” mit sich selbst. Ob ihm/ihr das bewusst ist oder nicht.
In diesem Vertrag legt er/sie fest, was in seinem/ihren Lifestyle Business wichtig ist und was nicht. Welche Kompromisse er/sie bereit ist einzugehen und welche nicht. Wie er/sie definiert, ob das Business erfolgreich läuft oder nicht.
Diesen psychologischen Vertrag müssen transparent (und damit “besprechbar”) machen, wenn wir in unserem Lifestyle Business etwas verändern wollen. Weil er die Grundlage für alle vergangenen und zukünftigen Entscheidungen bildet.
Wie lautet dein psycholgischer Gründungsvertrag?
Drei spannende Aspekte zum Thema Schwarzarbeit aus einem leiwanden Podcast des Standard mit Steuerberater und Finanzstrafrecht-Experten Klaus Hübner:
1. Schwarzarbeit ≠ Schwarzeinnahmen
2. In Österreich gab es 2023 ca. 23.000 Betriebsprüfungen, die von ca. 2.000 – 2.500 „Prüfungsorganen“ durchgeführt wurden. Dabei werden ca. 1 – 1,5 Mrd. Euro an hinterzogenen Abgaben „aufgespürt“.
3. “Das Entdeckungsrisiko ist im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen”, sagt Klaus Hübner.
Wenn du dir vorgenommen hast, drei Monate lang zu versuchen, jeden Tag auf Instagram zu posten…
Wenn du dir vorgenommen hast, bis Weihnachten TikTok einfach mal auszuprobieren…
Wenn du dir vorgenommen hast, drei Jahre lang an dem Aufbau deines Lifestyle Business zu arbeiten…
Dann schau dir nicht zwischendurch den halbfertigen Prozess an uns sag: Jössasna, da geht ja gar nichts weiter! Das wird ja nie was!
Alle diese Projekte sind Lern-Projekte, und Lern-Projekte entwickeln sich nicht linear. Bei Lern-Projekten kommt die reiche Ernte ganz am Schluss.
Also widerstehe der Versuchung, die unreifen Früchte zu kosten. Sie werden nicht gut schmecken. Lass die Früchte reifen, und ernte sie zu gegebener Zeit.
Ich befürchte, die allermeisten EPU in Österreich haben (noch) nicht kapiert, welche gewaltige Revolution gerade durch KI in ihrem Business ausgelöst wird.
Ich befürchte, die allermeisten EPU in Österreich begegnen dieser Revolution mit der simplen, aber wenig effektiven Kopf-in-den-Sand-Strategie.
Ich befürchte, die allermeisten EPU in Österreich sind weitgehend ignorant gegenüber dem Potenzial, das KI für ihr eigenes Business hätte – für die gewaltigen Produktivitäts-Chancen.
Ich befürchte, die allermeisten EPU in Österreich haben eine diffuse Angst vor den Veränderungen, die durch KI ausgelöst werden können – oder hoffen, dass auch dieser “Trend” genauso wieder vorbeigehen wird wie anderes neumodisches Zeug.
Ich befürchte, die allermeisten EPU in Österreich werden noch sehr, sehr viel zu lernen haben.
Wenn es dir passiert, dass du aufgrund deiner Entscheidungen in der Vergangenheit einem Deal drinnenhängst, der ziemlich schlecht ist…
Dann steh zu deinem Wort, erfülle den Deal, auch wenn’s mühsam ist – und schau nicht zurück. Reue und Selbstvorwürfe bringen dich nicht weiter. Wer die Hand an den Pflug legt, soll nicht zurückblicken, heißt es in der Bibel.
Wenn der Deal erledigt ist, dann zieh weiter. Und nimm dir die Learnings mit, die dir helfen werden, keine so schlechten Deals mehr einzugehen.
So machen es alle, die (Business-)Deals eingehen – auch (und gerade) die Allerbesten.
Spannende Frage, die mir unlängst ein Freund gestellt hat:
Kann es sein, dass in manchen Lebenssituationen ein Verlust tatsächlich ein Gewinn ist?
Also nicht aus der strengen Sicht des Rechnungswesens, wo ein Gewinn immer ein Gewinn ist und ein Verlust immer ein Verlust.
Sondern aus der Sicht unserer Unternehmer- und Lebenspraxis. Wenn dir dein Instagram-Konto gesperrt wird: Gewinn oder Verlust? Wenn deine erste Mitarbeiterin kündigt: Gewinn oder Verlust? Wenn du einen Auftrag nicht bekommst, um den du dich monatelang bemüht hast: Gewinn oder Verlust?
Meine Beobachtung: Vieles, das kurzfristig ein schmerzhafter Verlust ist, kann sich in der Gesamtsicht deines Lebens in einen Gewinn verwandeln.