Tag#Marketing

Marketing-Ursulas

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So nennt Larissa Fessl die Frauen auf Instagram, „die dann immer so sagen, du musst das und das machen“, wenn du mit deinem Business Erfolg haben willst.

Die dir sagen: “Du brauchst einen Online-Kurs. Und dann musst du hier einen Funnel aufbauen. Und e-Mail-Marketing machen und irgendwie tausend e-Mail-Sequenzen schreiben.“

Die “Marketing-Ursulas” sagen dir genau, wie’s geht. Und trotzdem spürst du: Da stimmt was nicht. „Ich hab auch irgendwie jetzt festgestellt: Ich kauf das ja selber nicht, wenn ich solche e-Mails bekomme!“, sagt Larissa Fessl.

Nimm dich in Acht vor den “Marketing-Ursulas”. (Es ist gar nicht leicht, ihnen zu entkommen.)

Erdnüsse nach Bangkok

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Eine der entscheidendsten Überlegungen in deinem Solo-Business: Was verkaufst du eigentlich – und was kauft dein Kunde?

Stell dir vor, eine Fluglinie würde so werben: “Economy Class: Sitzgröße DIN A4, Beinfreiheit 12 cm, 3 Erdnüsse.”

Das macht keine Airline. Die werben mit: “Bangkok ab 699 €”

Sie verkaufen nicht die Erdnüsse. Sie verkaufen Bangkok.

Wir Solopreneure reden meistens über unsere Erdnüsse. Über Features, Methoden, Zertifikate. Über das, was wir tun.

Aber der Kunde kauft Bangkok. Er kauft, wo er nachher sein wird. Die Transformation. Das Ergebnis. Die Methode ist ihm wurscht. Das Ziel zählt.

Wenn du Menschen von A nach B bringst, dann fokussiere auf B. Alles andere sind nur Erdnüsse.

[Danke Matthias Barth für diesen Gedanken.]

Argumente verkaufen

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„Argumente soll man nie verkaufen“, sagt Matthias Horx.

Soll heißen (glaube ich): Wenn du ein gutes Argument hast, dann kann das für sich stehen.

Du musst nichts unternehmen, um es anderen Menschen “schmackhaft” zu machen. Meistens nimmst du dem Argument dadurch nämlich Schärfe, Stärke und Genauigkeit. 

Kein Gefallen

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Seth Godin schreibt in seinem gescheiten Buch Tribes:

“Tribes grow when people recruit other people. […] The tribe doesn’t do it for you, of course. They do it for each other.” (S. 110)

Wenn du von anderen weiterempfohlen wirst, tun sie das nicht (in erster Linie) deswegen, um dir einen Gefallen zu tun. Sie tun es, weil der Empfänger der Empfehlung etwas davon hat — und der Empfehlungsgeber hat auch etwas davon, wenn er eine wirklich leiwande Empfehlung geben kann. Aber nur dann.

Eine Empfehlung braucht einen echt guten Grund – nicht für dich, sondern für deine Kund:innen.

Fit ohne Schwitzen

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Das WIFI Niederösterreich wirbt gerade mit dem Slogan “FIT ohne Schwitzen” für ihre firmen-internen Trainings (FIT).

Das ist wohl der Traum vom warmen Eislutscher: Fit werden, aber sich dabei nicht (übermäßig) anstrengen zu müssen.

Versprochen – Gebrochen

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Zalando hat jahrelang mit „Schrei vor Glück oder schick’s zurück!” Kund:innen angelockt. Jetzt drohen sie genau diesen Kund:innen mit Bestellverboten, wenn sie zu oft retournieren.

Das Muster dahinter: Erst bauen sie sich einen Kundenstock mit einem leiwanden Versprechen auf. Dann kommen sie drauf, dass dieses Versprechen zu halten teuer ist. Und dann, wenn sie groß genug sind, streichen sie es wieder – aus Kosten- oder „Nachhaltigkeits”-Gründen.

Es stimmt schon: Wenn du ein großzügiges Versprechen gibst, wird es immer einige geben, die es über Gebühr ausnützen. Aber das musst du dir überlegen, bevor du dein Versprechen gibst. Das war ja abzusehen. Entweder gilt dein Versprechen – oder nicht.

Große Konzerne können sich so ein Theater leisten. Sie schwindeln sich raus, verlieren dabei Vertrauen, aber haben genug Marktmacht, dass es wurscht ist.

Wir Solopreneure können uns das nicht leisten. Wenn wir ein Versprechen geben, müssen wir es halten. Punkt.

Deshalb: Überlege dir vorher, was du versprichst. Kalkuliere die Kosten mit ein. Und dann stehe dazu – auch wenn’s manchmal teuer wird.

Neu und billig

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Ein intuitiver Zugang von Gründer:innen, v.a. wenn sie neu in einer Branche sind: Ich habe auf dem Markt (noch) keinen Namen, also mache ich es billiger. Viel billiger. Für einen Bruchteil des Geldes. Sodass mein Angebot quasi ein no-brainer ist.

Ich bin skeptisch, ob das bei Wissensprodukten wie z.B. einem Online-Kurs funktioniert. Weil: Wissensprodukte sind Vertrauensgüter. Und bei Vertrauensgütern geht es zuerst um Vertrauen und erst dann um den Preis.

Oder umgekehrt ausgedrückt: Ein sehr niedriger (zu niedriger?) Preis kostet Vertrauen. Und dann wird es passieren, dass die Verkäufe nicht stattfinden, weil der Preis so niedrig ist (so paradox das auch klingen mag).

Weiches Ei?

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Ein konkretes Angebot ist extrem wichtig, damit man sieht, was bei dir überhaupt möglich ist.

Es macht einen Riesenunterschied, ob man ein weiches Ei angeboten bekommt oder ob man danach fragen muss.

Erfolgreiche Podcasts

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Was Podcaster:innen immer wieder beschäftigt: Was kann ich von anderen Podcasts bzw. anderen Podcaster:innen lernen? 

Aber ich frage mich: Gibt es tatsächlich Best Practices, von denen ich mir für meinen Podcast etwas abschauen kann, oder sind die Ausgangslagen, die Ziele und das Publikum der verschiedenen Podcasts viel zu unterschiedlich? Sollten wir nicht lieber aufhören, uns zu vergleichen und lieber konsequent unser Ding durchzuziehen?

Und: Welche Rolle spielen Glück oder glückliche Umstände beim Erfolg eines Podcasts? Kann man das Glück “herstellen” oder zumindest begünstigen? Wenn ja, wie?

Und sind die Erfolgsfaktoren, welche die erfolgreichen Podcaster im Nachhinein nennen, tatsächlich ausschlaggebend gewesen oder reimen sie sich, im Sinne des Dunning-Kruger-Effekts, post-hoc irgendwas zusammen?

Sich anbieten vs. etwas anbieten

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Sich anbieten: Sag mir, was ich für dich tun kann. Ich helfe dir gerne und so gut ich kann. Du kannst von mir alles haben. Sag mir einfach, was du brauchst.

Etwas anbieten: Schau her, das mache ich. Das biete ich dir sehr gerne an. Willst du es haben?

Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, und beide Ansätze haben ihren Wert.

Im Business gilt allerdings: Wer sich anbietet, überlässt dem Kunden die Definitionsmacht. Mitunter ist der Kunde mit der Aufgabe zu definieren, was er eigentlich braucht, überfordert.

Und: Wer sich anbietet, der wird entmutigt, wenn die Kunden nur verhalten reagieren und (gerade) nichts brauchen.

Plötzlich einer mehr

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Unlängst war ich bei einer Führung dabei. Am Anfang waren wir zu acht, und irgendwann waren wir plötzlich neun. Ein regulärer Museumsbesucher hat sich der Führung angeschlossen. Einfach so, ohne zu fragen und (natürlich) auch, ohne dafür zu bezahlen.

Eine eigenartige Situation. Für die Teilnehmer der Führung, die sich vielleicht denken: Haltaus! Der hat sich da was erschlichen, wofür ich eigentlich bezahlt habe. Der gehört ja gar nicht dazu! Gesagt hat aber keiner was.

Gesagt hat auch die Führerin nichts, obwohl ich mir sicher bin, dass sie es bemerkt hat. Sie hat ihn einfach in die Gruppe aufgenommen. Wahrscheinlich hat sie sich gedacht: Einer mehr oder weniger, ist ja auch wurscht.

In dieser Anekdote zeigt sich das Grundproblem von Wissen bzw. Wissensprodukten: Anders als die meisten Güter verbraucht sich Wissen nicht. Der Mann, der sich der Gruppe angeschlossen hat, ohne zu bezahlen, nimmt niemandem der zahlenden Besucher Wissen weg. Er schaut ihnen nichts weg, er hört ihnen nichts weg, er denkt ihnen nichts weg.

Den Zugang zu Wissen zu beschränken, ist daher immer mehr oder weniger willkürlich und künstlich (siehe hier). Und das macht das Marketing von Wissensprodukten so besonders herausfordernd (siehe hier).

Unsicherheit ist ansteckend

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Sobald du Unsicherheit in deinen Angeboten hast, überträgt sich diese Unsicherheit auf deine Kunden.

Beispiel: Du bietest auf deiner Website drei sehr ähnlich aussehende Angebote zu unterschiedlichen Preisen an, weil du dir nicht ganz sicher im Angebots-Design und/oder im Pricing bist.

Deine Kunden jedenfalls können den Unterschied zwischen den drei Angeboten nicht erkennen. Und das ist ein Problem.

Denn sie werden jetzt nicht hergehen und sich bei dir melden, damit du ihnen den Unterschied in aller Ruhe erklären kannst.

Sie werden sich denken: Okay, ich kenn mich nicht aus… Dann lieber nicht.

Klarheit erleichtert Entscheidungen. Und diese Klarheit beginnt immer bei dir – und nicht bei deinen Kunden.

Free Walking Tour

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Bei einer Free Walking Tour musst du dich als Tourguide echt ins Zeug legen, damit du am Ende dein Trinkgeld bekommst.

Deswegen sind diese Touren meistens auch sehr gut. 

Bleib bei dir

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Eine gute Faustregel beim Marketing für Solopreneure:

Wir kümmern uns nicht (sehr) um das, was die Konkurrenz macht. Ja, wir überlegen uns, wie wir zu den anderen Angeboten am Markt passen und wo unser sweet spot ist.

Aber wir kümmern uns nicht allzu sehr um unsere Konkurrenz im Sinne einer Wettbewerbsstrategie (Stichwort: Marktanteile). Dazu haben wir gar nicht die Zeit und die Ressourcen. Und es ist für Solo-Businesses auch gar nicht nötig.

Es reicht vollkommen, wenn wir auf uns und unsere Stärken fokussieren und schauen, dass wir das Beste aus dem rausholen, was schon da ist.

Marketing für die Fische

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Wenn dein Geschäftsmodell nicht wasserdicht ist, kann auch gutes Marketing die Löcher nicht flicken. 

Zumindest nicht bei einem Solo-Business. Dazu reichen die Ressourcen nicht.

Wenn man endlos Marketing-Budget hat, dann kann man auch schlechte Produkte verkaufen (siehe: Coca Cola).

Was machst du eigentlich?

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Den besten Freund meiner Frau kenne ich seit dreizehn Jahren.

Unlängst habe ich ihn zufällig beim Warten auf die Badner Bahn getroffen. Wir haben ein bisschen geplaudert, und dann hat er mir eine sehr mutige Frage gestellt: Sag, was machst du in deiner Selbständigkeit eigentlich genau?

Wir dürfen niemals davon ausgehen, dass die Menschen in unserem Freundeskreis eh wissen, was wir genau beruflich machen. Ja, ich wette, nicht mal in deiner Familie ist jedem glasklar, worum es in deinem Business geht.

Nur: Weil man sich ja schon so lange kennt (oder kennen sollte), trauen sich viele diese Wissenslücke nicht zuzugeben. Wie steht man denn dann da?

Was für ein Glück, wenn jemand mutig genug ist, nachzufragen.

Seth Godin: Tribes 📙

S

Ein Klassiker von Seth Godin aus einer Zeit, lange bevor es Influencer gab. Immer noch hoch relevant und spannend für alle Menschen, die leader eines micromovent sind — oder werden wollen.

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Warum Verkaufen so schwer ist

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Ich glaube: Dass wir uns schwer tun beim Promoten und Verkaufen, ist (zu einem großen Teil) eine Folge unserer eigenen Unklarheit:

  • Mangelnde Klarheit über das WHY, die Mission deines Business.
  • Mangelnde Klarheit über die Zielgruppe und deren Bedürfnisse.
  • Mangelnde Klarheit über die Produkte und wie sie zusammenhängen (sich ergänzen; Produkt-Strategie).
  • Mangelnde Klarheit, was wie viel kosten muss, wie viel Umsatz du brauchst (Kalkulation).

Aus dieser Unklarheit heraus zu handeln, ist sehr schwer. Denn: Was sagst du einem potenziellen Kunden über dich und deine Angebote, wenn du diese Dinge selber nicht bombensicher weißt?

Wie sollen wir so unsere potenziellen Kunden “führen”?

Anders formuliert: In dem Moment, wo wir die notwendige (überlebenswichtige!) innere Klarheit haben, wird das Promoten und Verkaufen auch leichter.

Wohlgemerkt: Leichter. Nicht leicht. Es ist immer noch Arbeit, die uns oft unangenehm ist, vor der wir zurückscheuen (Stichwort: Angst vor Zurückweisung).

Aber ohne diese Klarheit ist die Aufgabe fast unbewältigbar.

Eine Erklärung für alles

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Ein wichtiger Reminder von Seth Godin:

When in doubt, look for the fear. Every time in every area. If you don’t understand why humans are acting the way they’re acting, look for the fear.

Eigenlob stinkt

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Das ist ein total hinderlicher Glaubenssatz für unser Marketing, den wir als Solopreneure dringend ablegen oder umdeuten müssen.

Es ist wichtig, dass andere Menschen wissen, was ich für tolle Ergebnisse für meine Kunden erreicht habe. Nicht, weil ich so toll bin, sondern weil es für meine Kunden toll ist.

Es ist wichtig, dass andere Menschen hören, was ich supergut kann. Nicht, weil ich ein Wunderwuzzi bin, sondern damit sie nicht bei Leuten kaufen, die nicht so viel von ihrem Handwerk verstehen.

Es ist wichtig, dass ich mir selbst bewusst bin, wo meine Stärken liegen und ich viel besser bin als Andere. Nicht, damit ich mir darauf was einbilde, sondern damit ich weiß, wo ich am meisten Wert für andere Menschen schaffen kann.

[Danke Stefanie Kneisz für diesen Gedanken.]