Tag#Marketing

Eigenlob stinkt

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Das ist ein total hinderlicher Glaubenssatz für unser Marketing, den wir als Solopreneure dringend ablegen oder umdeuten müssen.

Es ist wichtig, dass andere Menschen wissen, was ich für tolle Ergebnisse für meine Kunden erreicht habe. Nicht, weil ich so toll bin, sondern weil es für meine Kunden toll ist.

Es ist wichtig, dass andere Menschen hören, was ich supergut kann. Nicht, weil ich ein Wunderwuzzi bin, sondern damit sie nicht bei Leuten kaufen, die nicht so viel von ihrem Handwerk verstehen.

Es ist wichtig, dass ich mir selbst bewusst bin, wo meine Stärken liegen und ich viel besser bin als Andere. Nicht, damit ich mir darauf was einbilde, sondern damit ich weiß, wo ich am meisten Wert für andere Menschen schaffen kann.

[Danke Stefanie Kneisz für diesen Gedanken.]

Köder, Fisch und Angler

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Eine alte Marketing-Weisheit lautet: Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. 

Was für ein Blödsinn!

In unseren digitalen, hochkompetitiven und “lauten” Märkten gilt: Der Köder muss so gut sein, dass ihn der Angler auch selbst essen würde!

Mein Podcast ist werbefrei

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Das sagst du, so lange du glaubst, dass eh niemals irgendwer bei dir Werbung schalten würde.

Es ist leicht, sowas zu versprechen, wenn du eh nicht glaubst, dass jemals irgendjemand danach fragt.

Aber wenn dann plötzlich doch eine Werbe-Anfrage reinkommt…

Was machst du dann?

Zu wenig Arbeit

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Geoff Burch sagt: Wenn ein Solo-Business nicht rund läuft, dann ist der häufigste Grund: zu wenig Arbeit.

Gemeint ist: Zu wenig bezahlte Arbeit. Zu wenig Aufträge. Zu geringe Auslastung. Zu wenige Kunden.

Seine Lösung: Ask people to buy something.

Das fällt in die Kategorie “boring advice“, macht seinen Gedanken aber nicht weniger richtig.

Zu viel gratis?

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Bestimmte Dinge werden bei dir gratis sein, für andere Dinge wird man bezahlen müssen, wenn man sie von dir haben will.

Es genügt, wenn du glasklar hast, was was ist.

Don’t be afraid of giving something away for free – as long as you’ve got something else to sell.

Ernste Dinge

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Marketing hat Ernst-Charakter.

Du musst das Thema Marketing schon ernst nehmen. Die Frage, wie du mit den Menschen in Beziehung treten wirst, für die du da sein willst, ist eine der wichtigsten in deinem Business.

Die ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser Frage bist du deinem Business schuldig – und letztendlich auch dir selbst.

Sonst nimmst du deine Verantwortung nicht wahr. Sonst gibst du nicht dein Bestes. 

Die Erkenntnisse liegen auf der Straße

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Es gibt nichts Besseres, als mit seinen Kunden in ein offenes, absichtsloses Gespräch zu kommen.

Meistens haben die Kunden nämlich was zu sagen, das für uns ziemlich interessant wäre. Aber sie wollen gefragt werden. Sie drängen uns ihre Beobachtungen, ihre guten Tipps oder kleinen Verstimmungen nicht auf.

Wenn wir es schaffen, ihnen offen und ehrlich zuzuhören, ohne gleich alles persönlich zu nehmen, dann hätten wir uns eine reichhaltige Quelle an insights erschlossen.

Aber leider… Wir führen solche Gespräche oft lieber nicht. Weil wir Angst vor der Antwort haben. Weil wir etwas hören könnten, das wir gar nicht hören wollen. Weil dadurch kurzfristig unsere Laune vergällt sein könnte.

Ewig schade um den Schatz an Erkenntnissen, der in solchen Gesprächen liegen würde.

Keine Wirkung ohne Klarheit

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Wovon ich fest überzeugt bin:

Marketing ist eine komplette Zeitverschwendung, wenn dir die innere Klarheit fehlt, was du mit deinem Business eigentlich erreichen willst.

Ideen vs. Identitäten

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Social Media eignen sich nicht zum Austausch von Ideen, sondern nur zum Austausch von Identitäten, sagt Hannah Metzler.

Man kann auf Social Media nicht ernsthaft, fachlich und sachlich mit anderen diskutieren. Das geben die Plattformen mit ihren Algorithmen und Geschäftsmodellen einfach nicht her.

Was geht, ist, dass man Leute findet, die gut widerspiegeln, was man selber denkt. Und die kann man dann liken, denen kann man folgen, die kann man online leiwand finden.

Aber für echte Gespräche, für deep talk, braucht es andere Räume.

Alles für die Kunden

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Alles, was wir in unserem Business machen, machen wir für unsere Kunden.

Ja, schon auch für uns selbst. Aber es sind die Kunden, die unserem Business Leben einhauchen.

Daraus ergeben sich zwei Konsequenzen:

  1. Sei wählerisch bei der Definition deiner Zielkunden. Du wirst potenziell viel Zeit und Energie für sie aufwenden.
  2. Leg dich ins Zeug für deine Kunden. Sei nahbar und maximal nützlich. Sonst suchen sie sich jemand anderen.

Lokale Märkte

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Lokale Märkte, wie ihn Kaffeehäuser, Barber Shops oder Kinderspielplätze haben, sind mitunter “einfacher” zu bearbeiten als der grenzenlose digitale Markt vieler Solo-Selbständiger

Weil es bei lokalen Märkten eine natürliche Begrenzung (ein “Einzugsgebiet”) gibt, wird es leichter, einen lokalen Markt zu “beherrschen”: Es gibt nur endlich viele Treffpunkte der Zielgruppe, nur endlich viele Möglichkeiten, Werbung zu machen, nur endlich viele Menschen, die Stammkunden werden könnten.

Diese Begrenzungen gibt es in globalen digitalen Märkten nicht. Oder, besser gesagt: Diese Begrenzungen müssen wir uns in digitalen Märkten erst selber schaffen.

Und daran scheitern die meisten von uns.

Zorres mit Meta

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Meta hat in letzter Zeit massenhaft Accounts gesperrt. Kommentarlos. Ohne nachvollziehbare Begründung. Und angeblich ist es alles andere als leicht, die Sperre wieder rückgängig machen zu lassen.

Viele Solopreneure haben von der Reichweite profitiert, die durch die Quasi-Monopolstellung von Facebook und Instagram entstanden ist.

Jetzt müssen sie mit der dunklen Seite des Monopols klarkommen.

Geoff Burch: Go it Alone! (1997) 📙

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Ein dreißig Jahre altes Buch über Solopreneurship. Viele Weisheiten aus dem Buch sind heute noch genauso gültig wie damals. Das Besondere ist aber: Das Buch ist extrem lustig geschrieben, wie ein Business-Kabarett-Abend zum Lesen. Empfehlung für alle solo-selbständigen Freunde des trockenen britischen Humors.

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Gefühlte Wahrheit

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Justin Vernon (aka Bon Iver) sagt in einem wunderbaren Gespräch mit Krista Tippett etwas ganz Spannendes:

You can’t convince people with words. You just can’t. It’s not happening and it will not happen. You have to convince them with something that is already in there, something that they already have.

Das ist genau das, was Musik macht. Sie berührt uns innerlich, und somit ist sie “wahr”. Nicht wegen dem, was im Song gesagt wird, sondern wegen dem, was wir spüren, wenn wir ihn hören.

Gutes Marketing (oder überhaupt: gute Kommunikation) ist wie gute Musik.

Unzugänglich

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Das Iron Law of the Market besagt: Ein Angebot, das nicht nützlich ist, wird vom Markt verschwinden.

Oft scheitern Angebote aber gar nicht so sehr daran, dass sie nicht nützlich wären.

Sie scheitern daran, dass sie nicht zugänglich sind.

Kurze oder lange Silbe?

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Unlängst wurde ich unfreiwillig Zeuge von schlechtem Unterricht.

Ein Kind sollte den Unterschied zwischen Silben mit langen Vokalen und Silben mit kurzen Vokalen erkennen. Also: BIE-ne (langer Vokal, dann kurzer Vokal) vs. Pin-gu-in (lauter kurze Vokale).

Die Lehrerin war sehr bemüht und geduldig, das muss man ihr wirklich zugute halten. Aber das Problem war: In ihren Erklärungen haben alle Vokale gleich lang geklungen. Das Kind konnte den Unterschied zwischen den langen und den kurzen Vokalen nicht deutlich genug hören.

Mit anderen Worten: Der Kontrast zwischen den verschiedenen Möglichkeiten war nicht stark genug. Und das Ergebnis: Das Kind hat nichts gelernt, sondern bis zum Ende der Übung nur geraten. Weil es bis zum Schluss die Unterscheidung nicht hinbekommen hat. Für das Kind klang beides gleich.

So geht es übrigens auch unseren Kunden oft, wenn sie versuchen, verschiedene Angebote zu vergleichen. Es sieht nur so aus, als ob unsere Kunden sich nicht die Mühe machen wollten, sich genau zu informieren.

In Wirklichkeit bleibt auch ihnen nichts anderes übrig als zu raten, weil die Unterschiede einfach nicht deutlich genug erkennbar sind.

Das beste Marketing

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Unlängst beobachtet im Urlaub an einem Gasthaus bei Salzburg:

Das beste Marketing ist ein gutes Produkt. Das Essen war super, und die experience war rundum leiwand.

Ja, sie haben auch einen coolen Slogan (“Hendl With Care”). Aber der ist nicht spielentscheidend.

Das beste Marketing ist ein gutes Produkt, und die beste Werbung ist der volle Parkplatz.