Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Erfolgreich geirrt

E

Mit dem Erfolg ist es nicht so einfach. Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert.

Wir denken oft, dass alles, was erfolgreich ist, auch gleichzeitig gut ist. Nach dem Motto: Der Erfolg gibt dir recht. Aber das ist nicht so, da muss man aufpassen.

Man kann nämlich auch sehr erfolgreich das Falsche machen – und keinem fällt es auf.

Ein bisschen Liebe

E

Ein bisschen Liebe bei dem, was wir Lifestyle Entrepreneure in unserem Business tun, kann einen großen Unterschied machen.

Ich bekomme bei meinen Gründungsberatungen leider auch sehr viel Liebloses zu sehen. Texte, Websites, Designs usw., die zwar ihren Zweck erfüllen, aber auch nicht viel mehr.

Ein bisschen Liebe könnte alles verändern. Dinge, die mit Liebe gemacht sind… Das ist spürbar, das ist sichtbar. Und wenn wir diese Liebe selber nicht aufbringen können, dann sind wir aufgerufen jemanden zu finden, der/die das kann.

Business braucht Leidenschaft!?

B

Es stimmt schon: Jedes Business – und ganz besonders jedes Lifestyle Business – braucht die Leidenschaft ihrer Gründer*innen, die mit Herzblut bei der Sache sind und die auch an ihre Geschäftsidee glauben, wenn es sonst keiner tut.

Aber da gibt es einen fatalen Irrtum, dem ich immer wieder begegne – nämlich dem Glauben: “Wenn ich etwas mit Leidenschaft tue, dann kommt das Geld ganz von selbst.”

Das stimmt einfach nicht. Das ist naiv. Ja, Leidenschaft ist wichtig, aber sie ist nur einer von drei essenziellen Bausteinen, die deinen Geschäftserfolg ausmachen:

  1. Leidenschaft
  2. Menschen mit Problembewusstsein, die dein Angebot gut finden.
  3. Diese Menschen müssen eine Zahlungsbereitschaft mitbringen.

Wenn nur einer dieser drei Bausteine fehlt, bricht dein Geschäftsmodell wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Besserer Tee

B

Ich trinke seit vielen Jahren viel und gerne Tee. Schwarztee vor allem, aber auch grünen.

Aber erst seit vor Tagen habe ich begonnen, mich wirklich für Tee zu interessieren. Ich habe gelernt, wo Tee herkommt, wie er verarbeitet wird, was guten Tee ausmacht und wie unterschiedlich Tee an verschiedenen Orten der Welt getrunken wird. Es ist eine faszinierende Welt, die Welt des Tees.

Daraus habe ich für mich folgenden Schluss abgeleitet: Je mehr wir über eine Sache wissen, desto weniger wurscht wird uns diese Sache. Wir geben uns nicht mehr mit dem Erstbesten zufrieden, weil wir lernen, das Gute vom Schlechten zu unterscheiden. Es ist, als würden uns die Augen geöffnet – endlich.

Zu sehen und zu verstehen, hilft uns dabei, bessere Entscheidungen zu treffen – für unser Lifestyle Business, aber auch für unser Leben insgesamt. So wertvoll!

[Tipp: Der Zauber des Tees, Dokumentation auf Youtube]

Loben

L

Wir werden alle viel zu wenig gelobt.

Es gibt wahrscheinlich kaum eine größere Freude, die man jemandem machen kann, als wenn wir jemandem beglückwünschen, danken oder loben für etwas, das er*sie getan oder gesagt oder erreicht hat.

Das gilt auch für vermeintlich sehr erfolgreiche Menschen. Wir sind alle, alle hungrig nach Anerkennung.

Intellektuelle Herausforderung

I

Die Gründung eines Lifestyle Business ist (auch) eine intellektuell spannende und anregende Aufgabe.

Es ist ein Projekt, das komplex genug ist, um den Verstand über einen längeren Zeitraum herauszufordern. Es sind Kreativität und Logik und Problemlösungskompetenz gleichermaßen gefordert. Kurz: Es macht einfach Spaß, über sein eigenes Lifestyle Business nachzudenken.

Die Gefahr dabei: Dass es beim Nachdenken darüber bleibt. Dass die vielen Gedanken und guten Ideen nie den Weg ans Licht der Umsetzung finden.

Ja, ein Lifestyle Business ist eine spannende intellektuelle Herausforderung – aber nicht nur.

Umgänglich

U

Es reicht nicht, kompetent zu sein.

Kompetenz ist eine Selbstverständlichkeit, ohne die sich ohnehin nichts abspielt. Was darüber hinaus meist den entscheidenden Unterschied macht: Ist das jemand, mit dem*der ich zusammenarbeiten mag?

Wir Lifestyle Entrepreneure gewinnen und verlieren viel Business aufgrund der Tatsache, wie umgänglich wir (nicht) sind. Einem sympathischen Menschen sieht man meist nach, wenn mal was schief geht. Aber wie lange lässt man sich einen 100 % kompetenten Menschen gefallen, der*die einem zutiefst unsympathisch ist?

Wissen teilen

W

Ich erlebe es immer und immer wieder bei mir: Es fühlt sich gut an, mein Wissen mit anderen Menschen zu teilen. So gut!

Ich freue mich, wenn andere Menschen etwas, das ich sage, schreibe oder tue her nehmen und für sich selbst verwenden. Wenn sie etwas, das ich geben kann, für sich aufgreifen, weiterentwickeln und dann wieder an den*die Nächste*n weitergeben. Was für ein wunderschöner Kreislauf von Lernen und Lehren, der da entsteht!

Großzügig mit Wissen und Erfahrung umzugehen, ist in sich selbst schon die größte Belohnung.

Bühnen

B

Auch wenn du kein Schauspieler oder keine Sängerin bist, hast du als Lifestyle Entrepreneur viele Bühnen, auf denen du auftrittst.

Deine Website ist eine dieser Bühnen. Wie du dich auf auf deiner Website präsentierst, wie du sie inszenierst und welche Rolle du dir dabei auf den Leib schreibst… das alles wird von deinem Publikum wahrgenommen.

Wie geht es dir denn, wenn du an deine Website denkst? Bist du stolz auf diese Bühne und eine Performance darauf? Oder wäre es längst an der Zeit, die Requisiten abzustauben und ein aktuelleres Stück auf deinen Spielplan zu setzen?

Blindflug

B

Manchmal, wenn wir etwas Neues ausprobieren, ist es, als wären wir im Blindflug unterwegs. Wir haben zunächst keine Anhaltspunkte, die uns sagen würden, ob wir in die richtige Richtung unterwegs sind oder nicht.

Diese Orientierungslosigkeit ist sehr unangenehm. Wir halten Ambiguitäten, Unklarheiten und Unsicherheiten nur sehr, sehr schwer aus. Es ist nur zu verständlich, dass wir so schnell wie möglich wieder auf sicheres Terrain zurück möchten.

Das wirklich wertvolle Neue kann aber nur dann entstehen, wenn wir diesen Bildflug aushalten. Wenn wir für eine bestimmte Zeit die Kontrolle abgeben und schauen, was passiert. Das ist schwierig. Das ist unangenehm. Aber wenn es einfach wäre, würden es ja alle tun.

Gefährdet

G

„Gefährdet” sind nicht so sehr die komplett Unwissenden unter den Gründer*innen. Denen ist klar, dass sie Defizite in wirtschaftlichem Denken, in Marketing und Verkauf haben. Die sind meistens sehr gerne bereit, an ihrem Unwissen zu arbeiten und wissen, dass sie noch einen weiten Weg vor sich haben.

Gefährdet sind vielmehr die Halbwissenden. Zum Beispiel die BWL-Student*innen, die glauben, dass sie aus ihrem Studium eh alles Wichtige mitbekommen haben und dass ihnen keiner mehr was erzählen braucht. Die gehen dann schlampig und mit viel Arroganz an die Sache heran.

Oft ist es besser, zu wissen, dass man nichts weiß, als sein Halbwissen für der Weisheit letzten Schluss zu halten. (Gilt übrigens nicht nur für Gründer*innen. Eh klar.)

Meinung

M

Was braucht es, damit du deine Meinung änderst?

Reicht ein gutes Gegenargument? Oder ist es nicht vielmehr so, wenn du ehrlich bist, dass du deine Meinung sowieso nicht ändern würdest, egal welche Argumente, Beispiele und Erklärungen du zu hören bekommst?

Und wenn das so ist: Warum hältst du dich dann überhaupt noch länger mit der Frage auf?

Grantig

G

Wie reagierst du, wenn etwas nicht nach deinem Willen läuft? Was sind die Emotionen, die da in dir hoch kommen?

Im österreichischen Deutsch gibt es das schöne Wort „Grant“, eine Mischung aus Ärger, Wut, Trotz und Rachsucht in veränderlichen Teilen. Das Wort ist wie dafür geschaffen, meine Reaktion darauf zu beschreiben.

Darauf bin ich nicht stolz, und dennoch ist mein Grant ein Teil von mir, mit dem ich meinen Frieden finden muss.

So paradox es klingen mag: Je herzlicher ich meinen Grant willkommen heiße, desto rascher wird er sich auch wieder verabschieden.

Mühlrad

M

Bis ein Mühlrad in Schwung kommt, dauert es eine Weile. Das geht nicht von heute auf morgen.

Wenn das Mühlrad aber erst einmal läuft, dann wirkt es fast mühelos und spielerisch. Es schaut überhaupt nicht mehr nach Arbeit aus.

Wenn das Wasser aber plötzlich versiegt, dann passiert etwas Interessantes: Der Antrieb ist zwar weg, aber das Mühlrad läuft noch ein bisschen weiter wie zuvor – als ob nichts geschehen wäre.

Das ist eine gefährliche Illusion: Auch im Business merken wir oft erst, dass das Wasser schon lange nicht mehr fließt, wenn unser Mühlrad gänzlich zum Stehen gekommen ist.

Keiner rennt, keiner pennt

K

Im amerikanischen Militär gibt es angeblich den Ausdruck “no hurry, no pause”. Gemeint ist damit, dass der beste Weg zum Ziel ist, stetig weiterzugehen. Nicht zu hetzen, aber auch keine Pausen einzulegen. Mein Bruder hat das übersetzt mit: “Keiner rennt, keiner pennt”. Sehr passend.

Ich denke, dieser Gedanke kann auch für uns Lifestyle Entrepreneure sehr hilfreich sein. Unsere Lifestyle Businesses sind “long games“, die sich am besten dadurch verwirklichen lassen, wenn wir konsequent an ihnen arbeiten, ohne aber Druck aufzubauen.

Don Miguel Ruiz hat diesen Gedanken wunderschön ausgedrückt:

„Die Wahrheit ist, dass es keine Rolle spielt, wie lange es dauert. Wir haben keine Eile, aber wir dürfen auch keine Zeit verlieren.”

Plan A

P

Was, wenn es sowas wie einen „Plan B“ gar nicht gibt, gar nicht geben kann?

Wenn alles schief geht, wenn nichts so funktioniert wie gedacht und man sich völlig neu orientieren muss… Was, wenn auch das immer noch der Plan A für dich ist, den das Leben für dich vorgesehen hat?

Überraschungen

Ü

Das Leben ist voller Überraschungen. Fast täglich passiert etwas, mit dem wir nicht gerechnet haben. Mal ist die Überraschung gut, mal ist sie schlecht, aber immer kommt sie unerwartet.

Das ist doch eigentlich paradox: Wenn wir ständig überrascht werden, warum sind wir dann jedes Mal auf’s Neue überrascht, wenn etwas Überraschendes geschieht?

Tränen

T

Heute hat eine Gründerin in meiner Beratung geweint – leider nicht vor Freude.

Das kommt nicht oft vor, und es fällt mir nicht leicht, damit umzugehen. Manchmal laufen Dinge einfach schief, ohne dass jemand etwas dafür kann.

Da gibt es nichts zu richten, nichts zu beraten. Das einzige, was ich tun kann: Gemeinsam mit meiner Kundin den Schmerz aushalten.

Play to win

P

Die Idee von “play to win” ist (im Business) folgende: Wenn du siehst, dass du mit deiner Unternehmung keinen Erfolg haben wirst, dann musst du konsequent damit aufhören und etwas Neues versuchen.

Wenn du merkst, dass du nicht gewinnen kannst, dann hör auf zu spielen und spiel ein anderes Spiel, in dem die Chancen besser stehen.

Dabei sehe ich ein Problem: Wir Lifestyle Entrepreneure definieren meist nur sehr ungenau, was mit “Erfolg” und “gewinnen” eigentlich gemeint ist:

  • Machst du dein Business nur für dich, völlig unabhängig davon, ob du damit Gewinn machst oder nicht?
  • Machst du dein Business in erster Linie für andere, weil sie brauchen, was du anbietest?
  • Machst du dein Business allein dafür, um damit Geld zu verdienen und Gewinn zu machen?

Klar: Je nachdem, wofür und für wen du dein Business machst, definieren sich auch “Erfolg” und “gewinnen” entsprechend.

Bei uns Lifestyle Entrepreneuren ist es aber meistens so, dass unser Business ein Mix aus allen drei Motiven ist: Wir machen das, was wir lieben, damit andere etwas davon haben und damit wir damit Geld verdienen.

Mit dieser Motiv-Verquickung sind eine Vielzahl von Problemen verbunden. Eines davon: Wie können wir jemals feststellen, ob wir “gewinnen”? Und ein weiteres: Wenn wir drauf kommen, dass wir mit unserem Lifestyle Business kein Geld verdienen… dann fällt es uns schwer, das Business loszulassen und was Neues zu versuchen – weil unser Herz dran hängt.

Vielleicht ist “play to win” auch das völlig falsche Konzept, um über Lifestyle Businesses nachzudenken. Vielleicht lässt sich ein Lifestyle Business gar nicht “gewinnen”.

Das Offensichtliche sehen (2)

D

Die Tatsache, dass das Offensichtliche jenen verborgen bleibt, die mit der Nase davor stehen, hat folgende Konsequenz:

Ich sehe das Offensichtliche ebenfalls nicht.

Wenn wir jemand das Offensichtliche sagen oder zeigen möchte: post at schmatzberger punkt com

Danke im Voraus!