Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Prämie

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Sobald jemand Ziele vorgibt und dafür eine Belohnung ansetzt, wird es Menschen geben, die versuchen, diese Belohnung zu ergattern. Sie werden sehr kreativ werden beim Fischen nach der Belohnung. Ob die intendierten Ziele dadurch erreicht werden, steht auf einem anderen Blatt. Die unerwünschten Nebeneffekte von Belohnungen können nämlich erheblich sein.

Gleichzeitig sollten wir Lifestyle Entrepreneure uns von Belohnungen nicht blenden lassen. Sie sollten niemals das Ziel unserer Anstrengungen sein oder werden. Wenn wir tun, was wir sowieso tun wollen und wir dadurch eine Belohnung quasi “nebenbei” einstreifen können – klar, warum nicht.

Aber eine Belohnung darf allein schon deswegen nicht das Ziel unserer Anstrengung werden, weil es das Ziel von jemand anderem ist, das wir dadurch zu unserem eigenen machen würden.

Fragen stellen

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Unlängst, bei einem meiner Betriebswirtschafts-Webinare: Eine Teilnehmerin war mit dem Thema Investitionsrechnung sichtlich überfordert. Auf meine Frage “Hast du eine Frage dazu?” war ihre Antwort: “Ich checke so wenig, dass ich nicht mal eine Frage stellen kann.”

Es stimmt: Um hilfreiche Fragen stellen zu können, muss man zuerst ein bisschen was wissen. Um jemanden um Hilfe bitten zu können, muss man zuerst wissen, wo man eigentlich Hilfe benötigt. Um Lücken füllen zu können, muss zuerst ein gewisses Grundgerüst da sein.

Eine wirklich gute Frage ist also kein Zeichen von Unwissen, sondern im Gegenteil ein Indiz dafür, dass schon ganz, ganz viel Wissen da ist – sonst wäre diese Frage gar nicht möglich gewesen.

Bittere Wahrheiten

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Die Corona-Krise hat “meine” Gründer*innen sehr unterschiedlich getroffen: Einigen geht es sehr gut, andere leiden erheblich unter der wirtschaftlichen Krise.

Mit so einem Gründer am Telefon zu sprechen und von seinen Problemen zu hören, das ist nicht leicht. Irgendwann im Gespräch folgt die unausweichliche Frage: “Gibt es irgendwelche Förderungen für mich?” Und was nicht gesagt wird: “Denn sonst muss ich meinen Unternehmertraum begraben. Sonst kann ich zusperren.”

Die bittere Wahrheit ist: Ja, es gibt staatliche Hilfen, aber es ist nicht viel. Es wird dir deinen Umsatzentgang nicht vollständig ersetzen können. Wahrscheinlich wird es nicht reichen, um dein Business am Leben zu behalten.

Es hilft nicht, hier um den heißen Brei herumzureden. Klar ausgesprochen, sind bittere Wahrheiten immer noch am besten zu verdauen.

Nicht wichtig oder nicht angenehm?

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Manchmal übergehen wir eine Frage, weil wir glauben, sie wäre nicht wichtig.

Bei genauerem Hinsehen könnte sich jedoch herausstellen, dass die Frage sehr wohl wichtig wäre. Wir übergehen die Frage allein deswegen, weil die Auseinandersetzung damit mühsam oder aufwendig oder unangenehm wäre.

Bevor wir uns allzu sehr inkonvenieren, lassen wir es lieber bleiben. Das ist keine Gewohnheit, die jemand haben sollte, der*die ernsthaft anderen Menschen helfen möchte.

Kleiner Brauner

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Gestern waren wir zu Mittag essen in einem Gasthaus, das wir eigentlich sehr mögen. Als ich mir später am Nachmittag die Rechnung genauer angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass darin ein Kleiner Brauner (= Kaffee) inkludiert war, den wir nicht bestellt und auch nicht konsumiert hatten.

Das ist etwas, das mich wahnsinnig stört. Nicht wegen der 2,30 Euro, sondern weil hier mit dem Vertrauen der Kund*innen gespielt wird.

Natürlich kann es sich um einen Irrtum handeln. Passiert auch dem aufmerksamsten Kellner mal. Aber was, wenn es kein Irrtum ist? Was, wenn hier jemand versucht hat, mich über’s Ohr zu hauen?

Am Ende ist es egal, ob das Absicht war oder nicht. Der Zweifel nagt, ich traue diesem Lokal nicht mehr, und damit ist mehr Schaden angerichtet, als 2,30 Euro jemals einbringen könnten.

Kein Einziger

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Gestern hatte meine Website keinen einzigen Besucher. Auch keine Besucherin. Gestern hat meine Website niemanden interessiert.

Es tut gut, immer wieder mal daran erinnert zu werden: Die Welt hat nicht auf dich und deinen Blog gewartet.

Auch wenn’s ein bisschen kränkt.

Unternehmer*in sein vs. sein wollen

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Es genügt nicht, Unternehmer*in sein zu wollen.

Tatsächlich Unternehmer*in zu sein, bedeutet nämlich, sich selbst einzugestehen, wenn man gerade nicht wie eine*r handelt – oder, noch schlimmer, sich selbst einzugestehen, wenn man eigentlich gar kein Business (mehr) hat.

Unternehmer*in zu sein bedeutet, dass das Risiko des Scheiterns real ist. Möchtegern-Unternehmer*innen werden nie in diese Verlegenheit kommen.

Kopf in den Sand

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Angenommen, du hast vor Wochen ein Telefonat für heute vereinbart, auf das du jedoch überhaupt keine Lust hast. Es ist dir unangenehm, es passt dir überhaupt nicht in den Kram, du würdest es am liebsten absagen.

Wie reagierst du?

Schaltest du dein Handy aus, tauchst unter und reagierst auch nicht auf Sprachnachrichten und eMails – in der Hoffnung, dass sich das Problem von selbst lösen wird?

Oder stehst du zu dem, was du vereinbart hast, nimmst den Anruf an, kämpfst dich tapfer durch und kannst dich danach mit Würde in den Spielgel schauen.

Was soll es sein, Selbstwürde oder Selbstsabotage? Die Wahl liegt bei dir.

Pleiten, Pech und Pannen

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Manchmal ist einfach der Wurm drin.

Manchmal läuft nichts zusammen. Wir sind engagiert und tun, tun, tun… aber es kommt nichts Zählbares dabei heraus. Keine Kunden, keine Aufträge, kein Umsatz. Wir gehen am Morgen motiviert aus dem Haus und stehen am Abend mit leeren Händen da.

Es ist schwer, in diesen Phasen motiviert zu bleiben und nicht das “Pleiten, Pech und Pannen”-Gefühl zu bekommen, das uns an uns selbst zweifeln lässt. Ja, der Kopf weiß, dass wir es nicht persönlich nehmen sollten, aber dieses Gefühl des Selbstzweifels nagt beharrlich an unserem Glauben an uns und unserer Unternehmensidee.

Man sagt, nichts ist motivierender als Erfolg. Leider stimmt auch das Gegenteil.

Erfolg der Schüler

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Für wahre Lehrer:innen gibt es nichts Schöneres, als wenn ihre Schüler:innen Erfolg haben.

In diesem Moment entpuppt sich auch der vermeintliche Lehrer, der mit Neid und Missgunst auf die Erfolge seiner Lernenden reagiert.

Wahre Lehrer:innen **streben danach, dass ihre Schüler:innen besser werden als sie selbst. Wer jedoch seine Schüler:innen klein zu halten versucht, ist dieses Berufes nicht würdig.

Brotkrümel

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Wir entwickeln uns weiter, als Menschen und auch als Lifestyle Entrepreneure. Werkzeuge, die uns anfänglich geholfen haben, werden mit der Zeit obsolet. Erkenntnisse, die uns mal in Staunen versetzt haben, werden irgendwann banal. Inspirationen, die wir einst für revolutionär gehalten haben, kommen uns auf einmal sowas von offensichtlich vor.

Deshalb neigen wir dazu, die Artefakte unserer Entwicklungsgeschichte zu entsorgen. Wir brauchen sie nicht mehr, deswegen können sie weg.

Aber nicht so schnell! Die sichtbaren Zwischenschritte unseres Entwicklungsprozesses werden sehr wohl noch gebraucht! Vielleicht nicht von uns, aber sehr wohl noch von unseren Kund*innen. Diese Artefakte wirken wie Brotkrümel, mit deren Hilfe uns jene nachfolgen können, die sich auf den gleichen Weg machen wollen wie wir.

Status

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Viel öfter als nicht, steht uns unser Statusdenken im Weg. “Ich kann doch nicht… Was werden die Anderen denken? Wie schaut denn das aus? Was macht das denn für einen Eindruck?”

Es ist egal, was es für einen Eindruck macht. Wenn es das Richtige ist, dann ist es das Richtige – und dann ist völlig egal, was andere Menschen darüber denken.

Abgesehen davon: Wir überschätzen maßlos, wie viele Gedanken sich Andere über uns machen. Die meisten Menschen sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um überhaupt wahrzunehmen, was in unserem Leben passiert.

Mein Äußeres

M

Es gibt Menschen, die sind sehr auf ihr Äußeres bedacht. Sie legen Wert auf ihre Kleidung, sie gehen regelmäßig zum Frisör, sie leisten sich Maniküre, Pediküre und wer weiß was sonst noch, um sich und ihren Körper im besten Licht zu präsentieren.

Mir waren diese Menschen immer suspekt, weil ich sie in erster Linie für eitel gehalten habe. Eitelkeit war mir stets verdächtig, weil sie für mich mit einer inneren Unsicherheit einhergeht. Wer selbstsicher ist, so mein Gedanke, hat keinen Grund, eitel zu sein – weil ihm/ihr das Urteil anderer ja egal sein kann.

Ich beginne aber, umzudenken. Was, wenn manche Menschen deswegen so viel Wert auf ihr Äußeres legen, nicht weil ihnen wichtig ist, was andere von ihnen denken, sondern das, was sie selbst von sich denken? Was, wenn das, was oberflächlich wie Eitelkeit aussieht, in Wirklichkeit eine Form von Selbstfürsorge, Selbstliebe und Selbstachtung ist?

Wert legen auf mein Äußeres, weil ich es mir wert bin… ?

Influencer

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Die unternehmerische Leistung von (erfolgreichen) Influencer*innen wird regelmäßig unterschätzt.

Die meisten Menschen haben überhaupt keine Vorstellung davon, wie viel Arbeit es bedeutet, einen Social-Media-Kanal professionell zu betreiben. Also einer Strategie zu folgen, regelmäßig (und nicht nur bei Lust und Laune) kreativen Content zu liefern und die steigenden Qualitätserwartungen des Publikums konsistent zu erfüllen.

Ich gebe zu: Auch ich habe das lange unterschätzt und Influencer*innen ein bisschen belächelt. Ich habe mich geirrt, aber sowas von.

[Was mich eines Besseren belehrt hat: klick]

Erfolgreich geirrt

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Mit dem Erfolg ist es nicht so einfach. Erfolg ist ein zweischneidiges Schwert.

Wir denken oft, dass alles, was erfolgreich ist, auch gleichzeitig gut ist. Nach dem Motto: Der Erfolg gibt dir recht. Aber das ist nicht so, da muss man aufpassen.

Man kann nämlich auch sehr erfolgreich das Falsche machen – und keinem fällt es auf.

Ein bisschen Liebe

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Ein bisschen Liebe bei dem, was wir Lifestyle Entrepreneure in unserem Business tun, kann einen großen Unterschied machen.

Ich bekomme bei meinen Gründungsberatungen leider auch sehr viel Liebloses zu sehen. Texte, Websites, Designs usw., die zwar ihren Zweck erfüllen, aber auch nicht viel mehr.

Ein bisschen Liebe könnte alles verändern. Dinge, die mit Liebe gemacht sind… Das ist spürbar, das ist sichtbar. Und wenn wir diese Liebe selber nicht aufbringen können, dann sind wir aufgerufen jemanden zu finden, der/die das kann.

Business braucht Leidenschaft!?

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Es stimmt schon: Jedes Business – und ganz besonders jedes Lifestyle Business – braucht die Leidenschaft ihrer Gründer*innen, die mit Herzblut bei der Sache sind und die auch an ihre Geschäftsidee glauben, wenn es sonst keiner tut.

Aber da gibt es einen fatalen Irrtum, dem ich immer wieder begegne – nämlich dem Glauben: “Wenn ich etwas mit Leidenschaft tue, dann kommt das Geld ganz von selbst.”

Das stimmt einfach nicht. Das ist naiv. Ja, Leidenschaft ist wichtig, aber sie ist nur einer von drei essenziellen Bausteinen, die deinen Geschäftserfolg ausmachen:

  1. Leidenschaft
  2. Menschen mit Problembewusstsein, die dein Angebot gut finden.
  3. Diese Menschen müssen eine Zahlungsbereitschaft mitbringen.

Wenn nur einer dieser drei Bausteine fehlt, bricht dein Geschäftsmodell wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Besserer Tee

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Ich trinke seit vielen Jahren viel und gerne Tee. Schwarztee vor allem, aber auch grünen.

Aber erst seit vor Tagen habe ich begonnen, mich wirklich für Tee zu interessieren. Ich habe gelernt, wo Tee herkommt, wie er verarbeitet wird, was guten Tee ausmacht und wie unterschiedlich Tee an verschiedenen Orten der Welt getrunken wird. Es ist eine faszinierende Welt, die Welt des Tees.

Daraus habe ich für mich folgenden Schluss abgeleitet: Je mehr wir über eine Sache wissen, desto weniger wurscht wird uns diese Sache. Wir geben uns nicht mehr mit dem Erstbesten zufrieden, weil wir lernen, das Gute vom Schlechten zu unterscheiden. Es ist, als würden uns die Augen geöffnet – endlich.

Zu sehen und zu verstehen, hilft uns dabei, bessere Entscheidungen zu treffen – für unser Lifestyle Business, aber auch für unser Leben insgesamt. So wertvoll!

[Tipp: Der Zauber des Tees, Dokumentation auf Youtube]

Loben

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Wir werden alle viel zu wenig gelobt.

Es gibt wahrscheinlich kaum eine größere Freude, die man jemandem machen kann, als wenn wir jemandem beglückwünschen, danken oder loben für etwas, das er*sie getan oder gesagt oder erreicht hat.

Das gilt auch für vermeintlich sehr erfolgreiche Menschen. Wir sind alle, alle hungrig nach Anerkennung.

Intellektuelle Herausforderung

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Die Gründung eines Lifestyle Business ist (auch) eine intellektuell spannende und anregende Aufgabe.

Es ist ein Projekt, das komplex genug ist, um den Verstand über einen längeren Zeitraum herauszufordern. Es sind Kreativität und Logik und Problemlösungskompetenz gleichermaßen gefordert. Kurz: Es macht einfach Spaß, über sein eigenes Lifestyle Business nachzudenken.

Die Gefahr dabei: Dass es beim Nachdenken darüber bleibt. Dass die vielen Gedanken und guten Ideen nie den Weg ans Licht der Umsetzung finden.

Ja, ein Lifestyle Business ist eine spannende intellektuelle Herausforderung – aber nicht nur.