Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Gedankenaustausch

G

Es ist sehr schwierig, die Gedanken in meinem Kopf in einen anderen Kopf zu bringen.

Wenn ich will, dass ich so verstanden werde, wie ich es gemeint habe, dann muss ich versuchen, mich ganz präzise auszudrücken.

Präziser Ausdruck kommt von klaren Gedanken. Wenn der Gedanke noch nicht klar ist, dann wird auch die Formulierung nicht klar sein.

Maßstab

M

Ich sehe es nicht, also ist es nicht da.

Ich höre es nicht, also wird nicht darüber gesprochen.

Ich spüre es nicht, also gibt’s kein Problem.

Wer sich selbst als einzig gültigen Maßstab nimmt, der wird das Wichtigste im Leben nicht mitbekommen.

10x

1

Der Unterschied zwischen 10% besser und 10x besser ist wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht.

“Ein bisschen besser” holt niemanden hinterm Ofen hervor. “Ein bisschen besser” motiviert niemanden, zu deinem Angebot zu wechseln. “Ein bisschen besser” wird oft nicht mal wahr genommen.

“Gewaltig besser” ist der Weg, um Kunden klar zu machen: Mein Angebot ist nicht 08/15. Bei mir bekommst du den Unterschied, der wirklich einen Unterschied für dich machen wird.

Reframing

R

Das Leben kommt selten eindeutig daher. Wir haben oft die Wahl, welche Interpretation wir für wahr halten wollen – und welche nicht.

Dafür müssen wir alternative Sichtweisen aber erst einmal wahrnehmen können.

Reframing ist daher eines der besten Hilfsangebote, die ein Berater anbieten kann.

Nützliches Statusdenken

N

Statusdenken im Business zu berücksichtigen, ist extrem wichtig. Letztenendes dreht sich alles um unseren Status, unser Image in der Gruppe, unseren Platz in der Hierarchiepyramide.

Ziel wäre, das eigene Statusdenken als Solopreneur ganz zurück zu stellen und sich voll und ganz auf das Statusstreben der Kunden zu konzentrieren. Statussignale werden in dem Fall nur dann gesetzt, wenn es dem Kunden hilft.

Beispiel: Ein teuer eingerichtetes Wartezimmer bei einer Ärztin hilft dem Patienten, an die Kompetenz des Arztes und die Wirksamkeit der Behandlung zu glauben. Es dient nicht dazu, dem Ego der Ärztin zu schmeicheln.

Hobby zum Business

H

Es ist eines der schönsten und gleichzeitig eines der schwierigsten Gründundungsprojekte, wenn das Hobby zum Business werden soll.

In dem Moment verändern sich nämlich die Spielregeln. Komplett.

Die Kunst ist, die Freude und Leichtigkeit des Hobbys zu bewahren, während professionelle Erlösstrukturen aufgebaut und erhalten werden müssen.

Und das ist alles andere als trivial.

Ab dem ersten Tag

A

Es gibt eine Gemeinsamkeit ganz vieler Lifestyle Businesses, so unterschiedlich ihre Ausrichtung auch sein mag: Alles dauert immer viel länger, als man denkt.

Es ist möglich, aber unwahrscheinlich, von Anfang an von seinem Lifestyle Business leben zu können. Der Anspruch, ein Lifestyle Business aufzubauen, das existenzsichernd ist, ist an sich schon hoch gegriffen.

Der Anspruch, dass das ab dem ersten Tag gelingen muss, ist schlichtweg realitätsfremd.

Neues Problem

N

Ein sehr schlauer Gründer hat heute ein Problem vieler Solopreneure mit der Digitalisierung auf den Punkt gebracht:

„Sie glauben, sie schaffen sich eine neue Einkommensquelle, dabei schaffen sie sich ein neues Problem.“

Wie wahr.

Die Demokratisierung der BWL

D

Die Vision, die BWL zu demokratisieren, begleitet und fasziniert mich seit 15 Jahren. Die Demokratisierung der BWL ist zu einem Herzensprojekt von mir geworden.

Um diese Vision zu verwirklichen, sind drei gleichermaßen wichtige Aufgaben zu erfüllen:

  1. BWL-Wissen zugänglich machen. In einer Sprache sprechen, die jeder Mensch verstehen kann. Das Wichtige vom Unwichtigen trennen, die übergreifenden Konzepte lehren, nicht die kleinkrämerischen Details. Gebrauchswissen statt Tauschwissen.
  2. BWL-Wissen relevant machen. Die Frage “Was geht mich das an?” mit überzeugenden Argumenten beantworten. Mit jedem Gespräch, mit jedem Auftritt, mit jeder Begegnung “enrollment” holen, Person um Person.
  3. Mit dem vorhandenen BWL-Wissen die Kultur verändern. Eine Bewegung schaffen von Menschen, die sich die BWL zurückholen und damit ihr Business (und ihr Leben) verbessern. Eine Bewegung von Menschen, die stolz darauf sind, die BWL verstanden zu haben und nützen zu können – und die mit ihrer Begeisterung auch andere Menschen anstecken.

Verrückte Ideen

V

Jeder Lifestyle Entrepreneur braucht zumindest einen Menschen in ihrem/seinem Leben, der/die die mitunter verrückten Ideen, die wir haben, ernst nimmt. Oder zumindest nicht darüber lacht, wenn wir ihm/ihr unseren neuesten Spleen anvertrauen.

Wenn du so einen Menschen in deinem Leben hast: Er/Sie zählt zu deinem wertvollsten Vermögen.

Halt ihn/sie gut fest!

Warteschleife

W

Eine schlaue Beobachtung von Stefanie Kneisz:

Viele Unternehmer*innen warten, dass jemand reagiert. Sie warten, dass jemand auf ihre Website kommt. Alles ist vorbereitet – und sie warten.

„Mein Gott, man wird mich schon finden.“ Nein, niemand wird dich einfach so finden.

Wer wartet, verliert.

Zwei Herausforderungen

Z

Alle Berater*innen haben zwei Herausforderungen gemeinsam:

  1. Potenzielle Kund*innen davon zu überzeugen, dass sie ein Problem haben und sie gegen dieses Problem etwas unternehmen sollten – nicht irgendwann, sondern jetzt.
  2. Potenziellen Kund*innen zu vermitteln, dass sie als Berater*innen die passende Lösung für dieses Problem haben.

Welche dieser beiden Herausforderungen die größere ist, hängt vom Standpunkt ab.

Einfach ist keine davon.

Am Markt willkommen

A

Wer am Markt willkommen ist, braucht sich keine großen Gedanken über Marketing etc. machen. Es reicht, den Stein ins Rollen zu bringen.

Wer am Markt willkommen ist, rollt seinen Stein bergab.

Über sich selbst schreiben

Ü

Ich beobachte immer wieder, wie schwer sich Gründer*innen tun, die „Über mich“-Seite ihrer Website zu schreiben.

Über sich selbst zu schreiben, ist viel schwieriger, als man auf den ersten Blick vielleicht denkt. Wer kennt einen besser als man selbst, also wer sollte besser geeignet sein, über sich selbst zu schreiben?

Das Gegenteil ist der Fall. Selbst sehr geschickte Texter*innen tun sich zehnmal leichter, über andere zu schreiben als über sich.

Obwohl wir bereits unser gesamtes Leben mit uns verbringen, wissen wir im Grunde nichts über uns. Kein Wunder, dass wir dann auch nicht die richtigen Worte finden.

Da ist es meist besser, die „Über mich“-Seite von jemand anderen schreiben zu lassen. Das kommt unserem öffentlichen Ich viel näher als das, was wir dafür halten.

Nicht wollen

N

Oft ist es leichter zu sagen, was man nicht will, als was man will.

Immerhin.

Besucher

B

Am anstrengendsten fand ich immer Beratungen, in denen von den Kund*innen wenig kommt. Wo ich das Gefühl hatte, ich bin motivierter als mein*e Kund*in.

Bis ich kapiert habe: Mache Kund*innen sind einfach nur Besucher. Sie kommen vorbei, sagen hallo, plaudern ein bisschen und gehen dann wieder. Sie brauchen nichts, und ich brauche ihnen nichts bieten.

Besucher*innen wollen und brauchen nicht “bemüsserlt” werden.

Auch, wenn ich es vielleicht gerne anders hätte. Auch, wenn ich mir vielleicht denke: Schade um die Zeit.

Verkaufen heißt, entscheiden helfen

V

Thomas Saliger sagt: “Ein guter Verkäufer trifft für den Kunden auch mit die Entscheidung.“

Oft ist das größte (und letzte) Hindernis zwischen dem Jetzt und dem zukünftigen Erfolgserlebnis eine Entscheidung, deren Zeit nun gekommen ist.

Wer bei dieser letzten Entscheidung helfen kann, wird nie als aufdringliche Verkäuferin wahrgenommen werden.

Im Gegenteil: Die Kund*innen werden dankbar dafür sein, dass sie den Kauf ermöglicht hat.

Entspannung

E

Greg McKeown sagt: Relaxing is a responsibility.

Wenn wir gute Arbeit leisten wollen, ist ausreichend Entspannung eine Notwendigkeit, kein Luxus.

Falsche Annahmen

F

Manchmal führen falsche Annahmen trotzdem zu einen im Endeffekt positiven Ergebnis.

Dennoch wäre es besser, wenn dieses positive Ergebnis aufgrund korrekter Annahmen erreicht worden wäre.

Der Zweck heiligt nämlich nicht die Mittel.

Unbedankt

U

Viel wichtige und wertvolle Arbeit wird von Menschen gemacht, die dafür nie angemessenen Dank bekommen werden.

Dankbarkeit ist, scheint es, keine Kategorie im Business.

Wer seine Arbeit gerne tut, ohne dafür Dankbarkeit zu erwarten, erspart sich viel Enttäuschung.