Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Inszenierung

I

Ich habe gestern eine der besten Pizzas meines Lebens gegessen.

Ich wäre in die Pizzeria aber fast nicht hineingegangen. Ich war nicht sicher, ob sie überhaupt geöffnet hatte, und das Interieur war eher aus- als einladend.

Es hilft nicht, nur ein gutes Produkt zu haben. Die Inszenierung ist mindestens genauso wichtig.

Schwerer

S

Es ist eine berechtige Hypothese zu behaupten: Du machst dir das Leben wahrscheinlich gerade schwerer als nötig.

What would it look like if it were easy?

Zurückblicken

Z

Es ist leicht, angesichts einer langen To-Do-List zu verzweifeln und zu sagen: Hat ja alles keinen Sinn, ich werde ja sowieso nie fertig.

In so einem Moment hilft es zurückzublicken und sich zu vergegenwärtigen, wie weit man schon gekommen ist.

Es geht immer nur darum, jeden Tag einen Schritt weiter zu gehen. Jeden Tag ein Prozent besser zu sein als am Tag davor. Jeden Tag sein Bestes zu geben.

Mehr kann man gar nicht verlangen.

Mehr ist gar nicht möglich.

Falsifizieren

F

Oft halten wir Dinge für Wahrheiten, die in Wahrheit nur Behauptungen sind.

Wir sind so felsenfest davon überzeugt, dass etwas wahr ist, dass wir uns gar nicht die Mühe machen zu recherchieren, ob das, was wir die ganze Zeit behaupten, auch wirklich stimmt. Wir nehmen uns keine zehn Minuten Zeit für eine Google-Recherche. Wir behaupten es einfach immer weiter.

Besonders bei wichtigen (Geschäfts-)Entscheidungen sollten wir uns unsere Behauptungen aber genauer ansehen. Wir sollten den Mut haben, unsere gefühlten Wahrheiten als reine Behauptungen zu enttarnen. Und wenn dann noch ein bisschen Mut übrig ist, sollten wir recherchieren, ob wir nicht einem Aberglauben aufgesessen sind. So eine Recherche kann uns vor teuren Fehlern bewahren.

Es hilft manchmal, jemanden mit der Recherche zu beauftragen. Jemanden, die einen neutralen Blick auf die Sache hat. Eine VA zum Beispiel.

Habe ich heute getan.

Beim Kaufen helfen

B

Niemand lässt sich gerne was aufschwatzen. Niemand lässt sich gerne zu was überreden. Niemand möchte sich übervorteilt fühlen.

Deswegen sagen Menschen zu Angeboten instinktiv mal eher “nein”. Persuasion Resistance ist ein großes Hindernis beim Verkaufen.

Die Lösung, nach Zig Ziglar: Verkaufen anders framen, nämlich: Dem Kunden beim Kaufen helfen!

Josh Kaufman formuliert das so:

“Your job is not to sell the prospect a bill of goods: it’s to help them make an informed decision about what’s best for them.
You’re not pressuring them to give you their money; you’re helping to ensure they invest their resources wisely.”

Josh Kaufman, The Personal MBA, S. 135

Markteintrittspunkte

M

Es braucht bestimmte Auslöser, damit Menschen auf einen Markt kommen. Damit sie sich nach Lösungen umschauen und kaufen wollen.

Ohne Problem, kein Markteintritt.

Die Markteintrittspunkte unserer Kunden können sehr unterschiedlich und individuell sein. Nicht immer sind sie transparent, nicht immer ist es so, wie es aussieht.

Es lohnt sich aber, möglichst viel über diese Markteintrittspunkte zu erfahren. Wer seine Kunden an genau diesen Punkten optimal ansprechen kann (z.B. durch Keyword-Optimierung auf genau die Fragen, die sie am Eintrittspunkt typischerweise in die Suchmaschine eintippen), der hat einen verlässlichen Zugang zu immer neuen Kunden.

Keine Angst

K

Wir hätten oft gute Ideen, die man nur umsetzten müsste, doch Angst lässt es nicht zu. Wenn man diese Gefühle besiegt, verändert sich alles. Denn sie manifestieren sich nur in unseren Köpfen. Es ist wichtig, diese Angst nicht gewinnen zu lassen.

Cecilia Havmöller

Return on Luck

R

Spannende Einsicht von Jim Collins:

Erfolgreiche Unternehmen haben nicht mehr Glück als erfolglose. Oder öfter Glück. Oder besseres Glück.

Erfolgreiche Unternehmen verstehen es aber viel besser, aus ihren Glücksmomenten nachhaltig Kapital zu schlagen.

Entscheidend ist also nicht das Glück an sich, sondern wie der „Return on Luck“ maximiert wird.

Andere Branchen

A

Wir Lifestyle Entrepreneure können sehr viel lernen, wenn wir über den Tellerrand in andere Branchen hineinschauen.

In der eigenen Branche gibt es oft Traditionen, die niemand mehr hinterfragt. Diese Traditionen waren irgendwann mal sinnvoll und nützlich, aber sind sie es auch im 21. Jahrhundert, in der Netzwerk- und Zugangsökonomie noch?

Kreative Lösungen aus anderen Branchen in die eigene zu übertragen, ist der smarteste Weg zu Innovation und Disruption.

Wir brauchen Spezialisten

W

Rick Beato auf die Frage, was in der heutigen Musik anders ist als früher:

With the advent of Pro Tools, Logic, all the different home recording systems that there are, people make records on their own without the aid of professionals typically. And what you get is some incredibly creative things and some not so creative things. And I think that the lack of experts involved in some ways diminishes some of the results.

Rick Beato im Bob Lefsetz Podcast vom 8. Juli 2021

Wie gut könnte das sein, was du allein vor dich hin produzierst, wenn du dir die Hilfe von echten Experten holen würdest?

Lieblingsangebote

L

Was sind deine drei Lieblingsangebote aus deinem Portfolio?

Und warum sind das deine Lieblingsangebote?

  • Weil sie dir Spaß machen?
  • Weil sie deinen Kunden Spaß machen?
  • Weil du so am leichtesten Geld verdienst?
  • Weil du so am aufwendigsten Geld verdienst?
  • Weil das Angebot so ausgeklügelt ist?
  • Weil du es immer schon gemacht hast?
  • Weil es bequem ist?

Aberglaube

A

Aberglaube ist weit verbreitet, auch im Business.

Aberglaube ist zum Bespiel: “Ich muss nur ein gutes Produkt entwickeln, dann werde ich auch Erfolg haben.” Oder, eine Variante davon: “Qualität setzt sich früher oder später durch.”

Das gefährliche am Aberglauben und warum er so schwer zu erkennen ist: Es ist nicht so, als würden diese Aussagen nie stimmen. Natürlich gibt es Bespiele dafür, wie jemand ein Produkt entwickelt hat, das ihm quasi aus den Händen gerissen wurde und das ihn blitzartig reich gemacht hat.

Der Aberglaube ist zu glauben, dass das immer so ist.

Einlassen

E

Als Gründungsberater kann ich niemanden vor den Folgen bewahren, die das eigene Unternehmen mit sich bringt. Nicht vor den guten, und nicht vor den schlechten.

Aber ich kann dazu beitragen, dass meine Gründer*innen ein bisschen besser erkennen, worauf sie sich einlassen.

Bequem

B

Wir Menschen sind unglaublich bequem.

Viele Produkte ließen sich mit wenigen Zutaten, ohne viel Know-How und in kurzer Zeit selbst herstellen. Aber auch dieser geringe Aufwand ist uns schon zu viel. Dann doch lieber kaufen.

Wir Menschen sind unglaublich bequem. Denk daran, wenn du dein Lifestyle Business designst.

Edupreneure

E

Sind Menschen, deren Business es ist zu lehren: Psychologen, Pädagogen, Philosophen, Psychotherapeuten und so weiter.

Was müssen sie wissen?

Die meisten Menschen lernen nicht gerne.

Immer wieder

I

Die spannende Frage ist nicht: Wo habe ich gerade einen Fehler gemacht?

Viel besser ist die Frage: Wobei irre ich mich immer wieder?

Irritierend

I

Ein Berater ist dann wertvoll, wenn er seine Kunden irritiert. Nicht vollkommen verstört, aber wenn er zum Nachdenken anregt. Wenn der Kunde aus der Beratung raus geht und sagt: Interessant, so habe ich das noch gar nicht gesehen.

Ein Berater, der nicht ab und zu auch vor den Kopf stößt, bringt seine Kunden auch nicht wirklich weiter.

Erlaubnis (2)

E

Es gibt niemanden, der dir die Erlaubnis geben könnte, dass du dein Lifestyle Business aufbaust – ganz nach deinen eigenen Vorstellungen und Vorlieben.

Niemanden, außer dich selbst.

Was erlaubst du dir?

Schlüsselfrage

S

“Wie kann ich das Leben meiner Kunden leichter machen?”

Das ist die Schlüsselfrage.

Die Antworten darauf sind deine Wegweiser zum Erfolg.

Blue Eyed

B

Was ich aus dem Film Blue Eyed gelernt habe:

  1. Terror ist, wenn eine Gruppe einfach und willkürlich die Regeln ändert. Es für andere unmöglich macht, sich an die Spielregeln zu halten und “brav” zu sein. Die Anderen haben dadurch keine Chance zu gewinnen – weil die terrorisierende Gruppe gar nicht will, dass sie gewinnen. 
  2. Grausamkeit bedeutet, einen Menschen dort zu treffen, wo es ihm/ihr am meisten weh tut. Also nicht den Menschen direkt zu konfrontieren, sondern der Familie zu schaden. Wir Menschen wissen intuitiv erschütternd gut, wie wir anderen Menschen am wirkungsvollsten schaden können – weil wir selber voller Schmerzen sind. 
  3. Ich habe als Lehrer (und als Vater!) eine große Verantwortung. Als jemand, der Sprache verwendet und Worte manipulierend einsetzt, um Prozesse und Transformationen zu initiieren. 
  4. Die Diskriminierung geht immer weiter, einfach weil wir „don‘t care (enough)“. Weil es mich nicht betrifft, kümmere ich mich nicht drum. 
  5. Es ist so perfid, diskriminierte Gruppen gegeneinander aufzuwiegeln. Und so wirkungsvoll.