Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Wackelpudding

W

Derek Sivers sagt: Man kann sich die Welt vorstellen wie einen riesigen Wackelpudding an Gleichgültigkeit (“apathy”). Man braucht ein wirklich sehr scharfes Messer, um durch diesen Pudding zu schneiden.

Das bedeutet für uns Lifestyle Entrepreneure: Wir müssen wirklich auffallen und “memorable” sein, um gegen den den Wackelpudding der Gleichgültigkeit anzukommen.

Die Menschen sind nicht deswegen gleichgültig uns gegenüber, weil sie boshaft sind. Sie haben einfach sehr, sehr viel Anderes zu tun.

Entscheidungshilfen

E

Der Sinn von mentalen Modellen und Konzepten ist, dabei zu helfen, bessere Entscheidungen treffen zu können.

Denn ich beobachte: Nicht getroffene Entscheidungen sind das größte Hindernis für Solopreneure.

Nachhaltig nützlich

N

Um wirklich nachhaltig nützlich zu sein, müssen wir zuerst denken, dann handeln.

Was uns spontan einfällt, was impulsiv aus uns raus kommt, was uns intuitiv als Lösung erscheint, ist nicht immer hilfreich.

Besser gesagt: Es ist in den seltensten Fällen per se hilfreich.

Spielregeln

S

Ein Spiel erfolgreich zu spielen ist schwierig genug, wenn die Regeln des Spiels offengelegt sind.

Noch viel schwieriger ist es, wenn die Spielregeln nicht transparent sind.

Wie z.B. in der Marktwirtschaft.

Kategorien

K

In dem Moment, wo eine Kategorie eröffnet wird, finden Zuteilungen und Ausschlüsse statt.

Mit einer Zuordnung bzw. einem Ausschluss werden immer auch Möglichkeiten und Ressourcen eröffnet bzw. verwehrt.

Das Problem ist also nicht die Zuordnung zu einer Kategorie an sich, sondern die Eigenschaften und v.a. die Folgen (und die Ungleichheiten), die durch eine Zuordnung quasi automatisch ausgelöst werden.

Zwischenmenschlich

Z

Heute hatte ich drei Beratungsgespräche. In keinem einzigen davon war fachliche Beratung notwendig. Und doch war ich in allen drei hilfreich.

Mindestens ebenso wichtig wie Fachkompetenz ist das Vermögen, einem Menschen als Mensch zu begegnen. Ihn von sich erzählen zu lassen. Zuzuhören, ohne zu unterbrechen. Aufzuhören, wenn alles gesagt ist.

Dafür haben die meisten Menschen ohnehin viel zu selten Gelegenheit.

Zu viel

Z

Manchmal verschlimmbessern wir eine an sich gute Idee, indem wir zu viel in sie hineinpacken wollen.

Es ist ja schön, wenn wir viele Ideen haben. Es ist gut, wenn wir viele Interessen haben und viel können. Aber wir müssen beachten, dass jede Idee, jede Fähigkeit und jedes Interesse den Platz bekommt, wo sie hingehören.

Wo sie sich entfalten können, ohne sich gegenseitig auf die Zehen zu treten.

You can’t say you can’t play

Y

Ja, es gibt Regeln in der Marktwirtschaft, einige sehr wichtige sogar.

Aber wenn du die Regeln kennst und sie befolgst, bist du dabei! Es gibt sonst keine anderen Hürden.

Außer vielleicht etwas Mut, der dir noch fehlt.

Nicht nur überleben

N

“I don’t want to just survive”, sagte eine Gründerin unlängst zu mir auf die Frage, was Sie von Ihrer Selbständigkeit erwartet.

Nicht nur überleben. Nicht nur “gerade so” jedes Monat genug verdienen. Nicht nur für Sozialversicherung und Finanzamt arbeiten.

Sie will sich auch was ansparen. Sie will sich auch mal was leisten können. Sie will auch finanziell Erfolg haben.

Das ist ein legitimer und unterstützenswerter Anspruch. Nun geht es darum, diesen Wunsch in eine Strategie umzuwandeln, um diesen Anspruch auch Schritt für Schritt zu erreichen.

Drei Stimmen

D

Jeder Solopreneur hat diese Stimmen im Kopf: Facharbeiter, Manager und Unternehmer.

Diese drei Stimmen “entwerten” sich gegenseitig: Wenn der Facharbeiter am Werk ist, meckern der Unternehmer und der Manager – und umgekehrt.

Es braucht – wie im echten Unternehmen – Arbeitsteilung. Solopreneure erreichen das durch Timeblocking und Ortswechsel.

Experten-Feedback

E

Es ist unglaublich wertvoll, Feedback von Fachexperten zu bekommen.

Von Menschen, die wissen, wovon sie reden. Von Menschen, deren Äußerungen auf Fakten basieren, nicht auf Meinungen. Von Menschen, die unterscheiden können zwischen objektiver Evaluierung und subjektivem Geschmack.

Das heißt nicht, dass das Feedback von Experten immer angenehm ist. Aber wir sollten uns so oft wie möglich darum bemühen.

Urlaub

U

Unlängst hat mich ein sehr engagierter Gründer gefragt, was aus meiner Sicht der beste nächste Schritt wäre.

Meine Antwort: Machen Sie eine Woche Urlaub.

Manchmal ist nämlich das beste, was man tun kann, dem Kopf und der Seele zu erlauben durchzuschnaufen. Die Dinge zu ordnen, wieder ein klares Bild zu bekommen und kreative Energie zurückzubekommen.

Das ist nämlich eine strategisch wichtige Aufgabe, besonders für uns Lifestyle Entrepreneure.

Auf den Punkt

A

Wir verwechseln oft länger mit besser. Oder vollständig mit qualitätsvoll.

Dabei ist es oft die wertvollste Leistung überhaupt, wenn man Dinge auf den Punkt bringen kann.

Kurz, knapp, verständlich.

Sauer verdient

S

Als Gründer*in musst du auf eine entscheidende, aber ernüchternde Frage eine Antwort finden:

Warum sollte jemand sein sauer verdientes Geld für dein Angebot ausgeben?

Wenn du – oder noch besser: deine Kunden – darauf eine überzeugende Antwort geben können, dann ist deine Unternehmung auf Erfolg ausgerichtet.

Schreiben

S

Warum schreibst du?

Schreibst du, um gescheit zu wirken?

Oder schreibst du, um verstanden zu werden?

Schwierige Begegnung

S

Vor einem Zusammentreffen mit einem Menschen, das dich sehr belastet, hilft es, sich folgende Formel vor Augen zu halten:

80% des Erfolges entsteht bereits in dem Moment, wo du dich der Begegnung stellst und nicht mehr davonläufst.

Auf 90% Erfolgsaussicht kommst du, wenn du während der Begegnung ehrlich und offen über das sprichst, was dich bewegt. Wenn du nicht zurückhältst und wenn du dich als Mensch mit Gefühlen und Ängsten zeigst.

Die restlichen 10% liegen nicht in deiner Hand. Aber wenn du 90% des Weges zu einer Begegnung von Mensch zu Mensch gegangen bist, wird dein Gegenüber meist bereitwillig die restlichen 10% beitragen.

Nobody wants to read your sh*t

N

Sagt Steven Pressfield. Nicht, weil die Menschen gemein zu dir sind, sondern weil sie einfach sehr viel zu tun haben.

Was zunächst furchtbar deprimierend klingt, ist bei genauerer Betrachtung sehr befreiend.

Weil: Wenn du davon ausgehst, dass grundsätzlich niemandem interessiert, was du schreibst, dann musst du dich besonders anstrengen, damit es doch jemand liest.

Du schreibst nur, was wirklich relevant ist. Du schreibst kurz, klar, verständlich. Und du fragst dich bei jedem Satz: „Ist das hilfreich für meinen Leser, oder stehle ich ihm damit nur seine wertvolle Lebenszeit?“

Erfolg und Erfüllung

E

Philipp Maderthaner sagt: Mit seinem Business nach Erfolg und Erfüllung zu streben, das ist die Königsdisziplin.

Der Bedürfnispyramide von Abraham Maslow folgend, meint er: Zuerst kommt das Streben nach materiellem Erfolg. Wenn dieser Erfolg erreicht ist, entsteht neue Energie für Wachstum. Viele Unternehmer stellen sich dann die Sinnfrage und beginnen die Suche nach ihrem Purpose.

Das sind sehr spannende Überlegungen. Ich frage mich: Was ist mit den High Achievern, die Erfolg und Erfüllung gleichzeitig suchen? Sind die auf dem Königsweg unterwegs – oder auf dem Holzweg?

Transaktionen

T

Professionelle Beziehungen basieren auf Transaktionen. Jemand braucht etwas, jemand anderer kann es geben und wird dafür bezahlt. In transaktionalen Beziehungen, also professionellen Beziehungen, geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten.

In amateurhaften Beziehungen überlagert das Persönliche das Geschäftliche. Da gibt es persönliche Enttäuschungen, da bleiben die Konditionen und Erwartungen schwammig. Da sind Mutmaßungen und Annahmen im Spiel.

Das ist nicht nur unprofessionell, sondern auch sehr anstrengend.

Heureka!

H

Es gibt für mich kaum ein beglückenderes Erlebnis als den Moment, wo ich etwas Entscheidendes begreife.

Danach ist nichts mehr wie zuvor.