Die zwei schwierigsten Herausforderungen für Lifestyle Entrepreneure:
- Genügend Kunden finden.
- Durchhaltevermögen aufbringen, bis die Kunden gefunden sind.
Die zwei schwierigsten Herausforderungen für Lifestyle Entrepreneure:
Ein Wort, das mir in der Früh im Halbschlaf eingefallen ist.
Es meint ein typisches Problem von Solopreneuren: Es nicht zu schaffen, in den Augen der Kund:innen ein genügend wichtiges Problem zu lösen und damit genügend Wert zu erzeugen, damit sich die Kund:innen gerne von ihrem Geld trennen.
Wir Lifestyle Entrepreneure müssen uns die BWL zurückerobern – für unsere Zwecke!
Das gute alte Wissen des „sorgfältigen Kaufmanns”, das mehr mit Hausverstand zu tun hat als mit Wissenschaft.
BWL als Wissen mit Gebrauchswert. BWL als etwas, das uns hilft, unsere Arbeit gut zu machen.
Als Produktionsfaktoren von Dienstleistungsunternehmen werden gemeinhin genannt:
1. Arbeiskraft
2. Wissen / Know-how
Ich ergänze:
3. Enabling Spaces
4. Werkzeuge / Komponenten
Unter Solopreneuren gibt es wohl keine Non-Profit-Organisationen.
Welchen Sinn hätte das auch? Einzelunternehmer*innen haben ja nichts anderes als ihren Gewinn, um sich ihr privates Leben zu finanzieren. Von irgendwas müssen sie ja leben.
Ein Solo-Business, das keinen Gewinn erwirtschaftet, hilft niemandem.
Unlängst in einem Podcast gehört: “Du solltest kein Unternehmen aufsetzen, wenn du nicht bereit bist, verkaufen zu lernen.”
Ich finde, da ist was dran. Es geht nämlich nicht darum, dass du verkaufen kannst, sondern darum, dass du bereit bist, es zu lernen.
Eine Schwäche von mir: Ich urteile über Ideen und Meinungen, obwohl ich sie noch nicht als Ganzes und im Detail verstanden habe. Also viel zu früh.
Das ist unfair der Idee gegenüber, und das ist unfair dem Menschen gegenüber, die/der diese Idee mit mir teilt.
Ich will versuchen, mich auf Meinungen und Ideen besser einzulassen, besser zuzuhören und mir erst dann eine Meinung zu bilden.
Bis zum Ende zuzuhören heißt nicht, mit einer Meinung übereinzustimmen oder eine Idee gut zu finden.
Aber es drückt den Respekt aus, den sich die Idee verdient hat.
Unlängst meinte ein Gründer zu mir: “Mit Ihnen zu reden, erinnert mich dran, wie leiwand meine Geschäftsidee eigentlich ist!”
Passt!
Es ist eine Begleiterscheinung des Solopreneur-Seins, dass wir mit unserem Business immer wieder mal allein sind: Mit den Entscheidungen, mit den Sorgen, aber auch mit den Erfolgen.
Aber es ist eine besondere Herausforderung der aktuellen Umstände, dass mehr Solopreneure denn je einsam sind.
Das Alleinsein haben wir gewählt, die Einsamkeit nicht.
Ja, es gibt Kunden, mit denen zu arbeiten mühsam ist. Aber es ist auch mühsam, geniale Kunden mit der Lupe suchen zu müssen. Und es ist mühsam, einen leiwanden Kunden zu haben, der aber nicht zahlt.
Unter Umständen ist unsere einzige Freiheit zu wählen, welches “mühsam” wir auf uns nehmen wollen.
Lernen geschieht nicht, wenn wir uns ein Video ansehen (auch wenn es noch so gut gemacht ist, auch wenn es noch so “didaktisch” ist).
Lernen geschieht, wenn wir tun.
Hinhören statt zuhören.
Hinschauen statt zuschauen.
Feiner Unterschied, enorme Wirkung.
Ein Berater-Kollege meine unlängst zu mir: „Berater zu sein ist ein ziemlich lässiger Job. Man kann den ganzen Tag darüber reden, wie die Dinge richtig gemach werden sollten. Aber man muss selber nicht performen.“
Er hat recht. Wenn man Berater daran messen würde, wie sehr sie ihren eigenen Ratschlägen folgen…
Die Performance wäre schlecht.
Kritik anzunehmen, fällt selten leicht. Aber am schwersten zu nehmen ist Kritik von Personen, die nicht das Mandat haben zu kritisieren.
Beispiel: Du wirst vom Chef kritisiert, dass du im Meeting mit einer Aussage für viel Verwirrung gesorgt hast. Er meint, das wäre unprofessionell gewesen. Gleichzeitig weißt du, dass eben dieser Chef zehn Minuten zu spät zu diesem Meeting gekommen ist. Wer war hier unprofessionell?
Auch wenn’s kränkt, auch wenn’s schwer fällt: Kritik, die von jemandem kommt, der kein Deut besser ist, brauchst du nicht annehmen. Derjenige hat kein Mandat zu kritisieren, und du solltest ihm dieses Mandat auch nicht verleihen.
Alle Lehrer*innen müssen Annahmen treffen: Was brauchen meine Schüler*innen gerade von mir? Was ist wichtig, dass Sie über dieses Thema wissen, was nicht? Welche Storys erzähle ich, die relevant sind für sie?
Natürlich liegen wir mit diesen Annahmen manchmal daneben. Aber was wäre die Alternative? Keine Annahmen und damit keine Entscheidungen zu treffen?
Lehrer*innen, die keine Entscheidungen treffen… der Schrecken aller Schüler*innen!
Wir haben heute viel mehr Möglichkeiten als je zuvor. Die Anzahl der Optionen ist in den letzten zwanzig Jahren explodiert.
Das ist problematisch genug, weil wir uns ständig entscheiden müssen. Immer und immer wieder. Das ist anstrengend, das ist ermüdend.
Aber ebenso problematisch sind die Optionen, die wir gar nicht sehen. Wie sollen wir uns für etwas entscheiden, von dem wir gar nicht wissen, dass es das gibt?
Bist du bereit für ein mutiges Experiment?
Versuche, dich einen ganzen Tag nicht zu beschweren, zu jammern oder zu meckern. Nicht offen, nicht versteckt, nicht leise, nicht laut.
Nur einen Tag lang.
Ich vermute, du wirst dich wundern, wie schwer dir das fallen wird.
Ich kann nur empfehlen, was ich verstanden habe.
Wenn du mir nicht mit einfachen und klaren Worten sagen kannst, was du mit deinem Lifestyle Business genau machst, welche Probleme du konkret löst und welche Hilfe ich genau von dir haben kann… wie soll ich es mir dann merken?
Und wie soll ich in dem Moment, in dem ich dich weiterempfehlen könnte, in Sekundenschnelle dein Angebot korrekt abrufen, wenn ich es in Wahrheit nie ganz verstanden habe?
Es wird nicht klappen.
Indem wir zu kompliziert sind, vergeben wir uns viele Chancen.
Glaub nicht, dass die Antworten, welche die anderen haben, elaborierter sind als deine eigenen.
Meistens plappern die anderen nur etwas nach, ohne viel darüber nachgedacht zu haben, ob das wirklich stimmt.
Die meisten haben Respekt vor einer fundierten, recherchierten und durchdachten Antwort.
Trau dich, solche Antworten zu liefern.
Eine USP ist nur dann eine USP, wenn sie von den Kund*innen auch als solche erkannt wird. Die Kund*innen müssen die vermeintliche Einzigartigkeit eines Unternehmens auch als Einzigartigkeit wahrnehmen!
In Wahrheit definieren wir Lifestyle Entrepreneure also nicht selbst unsere USP, sondern unsere Kund*innen “verleihen” uns eine USP – und sei es nur, weil sie sonst niemand vergleichbaren kennen oder sie die Konkurrenzangebote noch nie ausprobiert haben.
Es kann also gut sein, dass unsere eigene Wahrnehmung unserer USP sich erheblich unterscheidet von dem, was unsere Kund*innen als USP wahrnehmen.
Die Wahrheit liegt in dem Fall aber eindeutig bei den Kund*innen!