Tag#Lebensfragen

Manipulative Hilfe

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Viele Helfer:innen sind Ego-getrieben. Es geht ihnen primär um sich, darum, die eigenen “Weisheiten” anzubringen.

Es geht ihnen um ihr eigenes gutes Gefühl, das sie durch das Helfen bekommen.

Das ist nicht per se böse, aber es ist manipulativ. Es verleitet dazu, ungefragt Hilfe aufzudrängen – weil man selbst das gute Gefühl braucht, nicht der Andere die Hilfe.

Das Schicksal der Wissensarbeiter

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Wenn du Wissensarbeiter:in bist – das heißt, wenn du dein Geld damit verdienst, dein Wissen für andere Menschen in den Dienst zu stellen, es nutzbar und nützlich zu machen – dann wird es notwendig sein, dass du dich mit einem Problem abzufinden lernst:

Du wirst NIE das Gefühl haben, mit deiner Arbeit fertig zu sein.

Dieses Gefühl ist keine individuelle Schwäche von dir, sondern es ist dem System Wissensarbeit immanent. Es geht allen Wissensarbeiter:innen so, nicht nur dir.

Ja, du könntest noch mehr machen. Und ja, du wirst auch an deinem Lebensende noch nicht “fertig” sein, egal wie sehr du dich reingehängt hast. Gewöhn dich dran, und möglichst schnell.

Oder werde Handwerker.

Empathie mit sich selbst

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Die Fähigkeit, emphatisch mit anderen zu sein, hängt ganz eng zusammen damit, wie viel Empathie man mit sich selbst hat. Je besser ich mich selbst verstehe, desto besser kann ich auch andere verstehen.

Empathie und Liebe sind eng verwandt. Und mit der Liebe ist es genauso: Ich muss mich zuerst selbst lieben, bevor ich andere Menschen lieben kann.

Die Voraussetzung für eine (erfolgreiche!) empathische Gründungsberatung ist daher, dass ich auf mich selbst achtgebe. Das ist kein Luxus, kein “wenn ich dann mal Zeit habe”, sondern das ist die Grundlage deines Berufs!

Bei der Empathie „spricht Seele zu Seele“. Deswegen muss auch meine Seele gesund sein.

[Danke Albert Kitzler für diesen tollen Gedanken.]

What’s Love Got to Do With It?

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Was ich vom Film Tina: What’s Love Got to Do With It? gelernt habe:

Talent: Du brauchst Talent. Du musst wirklich gut sein und Freude haben bei dem, was du tust. Sonst hältst du nicht lange durch, besonders nicht unter widrigen Umständen.

Harte Arbeit: Du musst hart arbeiten für deinen Erfolg. Es gibt keine Abkürzungen, du musst tun, was notwendig ist. Eyes on the prize. Du musst nicht nur gute, sondern sehr gute Arbeit liefern und den Leuten geben, was sie wollen.

Helfer: Du brauchst Helfer in allen Lebensbereichen, die dir den Weg ebnen. Die dir die Augen öffnen (Freundin Darlene), die dich antreiben (Ike), die dich unterstützen (Mutter) und die dir Möglichkeiten eröffnen, zu denen du allein nicht gekommen wärst (Phil Spector). Du brauchst Leute, die ihr Talent an deines anknüpfen.

Gutes Herz: Verliere nicht deine Menschlichkeit. Wenn sich Menschen von Mensch zu Mensch begegnen, dann fügt sich die Welt zusammen (z.B. beim Hotel-Direktor, der ihr ein Zimmer gibt).

Pinky & The Brain

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Pinky steht für Chaos, Brain für Ordnung, Plan und Struktur – jeweils in ihren Extremformen.

An den Extremen sind die Ergebnisse dieselben: Keiner der beiden bringt etwas Sinnvolles zuwege. Deswegen ist die Serie auch so lustig.

Der eine ist genial, der andere geisteskrank, heißt es im Titelson – aber wer ist wer?

Der verlorene Handschuh

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Unlängst ist mir ein Missgeschick passiert:

Ich war dabei, einen alten Teppich im großen Haus-Müllcontainer zu entsorgen, als ich bemerkte, dass ich mit dem Teppich unabsichtlich auch einen meiner Handschuhe in den Container geworfen habe. Da der Container fast leer war, landete mein Handschuh an einer für mich unerreichbaren Stelle.

Was tun? Eine Möglichkeit wäre gewesen, irgendwie zu versuchen, in den Müllcontainer zu klettern, ihn zu kippen oder sonst wie an den Handschuh zu kommen.

Eine andere Möglichkeit wäre, mich furchtbar zu ärgern über meine Dummheit und den Verlust eines Kleidungsstücks, das ich jetzt, im Winter, dringend brauche.

Die dritte Möglichkeit wäre, dieses Missgeschick als Chance zu sehen. Denn: Ich war mit diesen Handschuhen nie wirklich glücklich. Sie haben meine Finger nie richtig warm gehalten, und wirklich gefallen haben sie mir auch nicht. Aber es war mir bisher nicht die Mühe wert, mir bessere Handschuhe zu besorgen.

Nun, durch mein Missgeschick, werde ich quasi “gezwungen”, mich (endlich) um leiwandere Handschuhe umzuschauen.

Ein Geschenk des Himmels!

Ein bisschen was Besonderes

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Wir wollen alle ein bisschen besser sein als der Durchschnitt. Weil sich jeder von uns für ein bisschen etwas Besonderes hält.

Nicht viel besser als die Anderen, aber doch ein bisschen. Jeder von uns fühlt sich ein bisschen speziell.

Wenn jeder ein bisschen besser sein will als der Durchschnitt, dann verschiebt sich der Durchschnitt Stück für Stück nach oben. 

So entstehen „shifting baselines”. Das, was wir für „normal” für „durchschnittlich” halten, wird langsam immer mehr. Praktische Beispiele: Kindergeburtstagspartys, Hochzeitsfeiern, Urlaubsreisen, Wohnungsgrößen.

Aber dieser Effekt hat auch eine positive Seite: Wenn wir selbst jeden Tag nur ein kleines Stück besser sind als gestern, wenn wir jeden Tag unsere Baseline ein kleines Stück nach oben schieben, dann machen wir über die Zeit einen ziemlich großen Sprung nach oben.

Aufmerksamkeit verschenkt

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Wir müssen aufpassen, wem wir unsere Aufmerksamkeit schenken.

Wenn wir sie einmal den falschen Dingen gegeben haben, bekommen wir sie nicht mehr zurück.

Was einen Fan zum Fan macht

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In seinem Artikel über Iron-Maiden-Superfan Robert Körner beschreibt Autor Robert Fröwein sehr treffend die Unerklärlichkeit des Fan-tums:

“Gewisse Dinge im Leben lassen sich nicht rational oder wissenschaftlich fundiert erklären. Warum fahren Fußballfans ihrem Verein Tausende Kilometer weit nach, um an einem Montagabend auswärts in die erwartete Niederlage zu rauschen? Weshalb plant man seinen ganzen Jahresurlaub um die Tourdaten einer Band herum? Weshalb kriegt man einen mittleren Herzinfarkt, wenn man unterwegs gerade kein W-Lan hat, aber dringend Tickets für die nächste Sommertour seiner Lieblingsband kaufen muss? Was die Vernunft nicht zu erklären mag, das erstrahlt eben direkt aus dem Herzen.”

Wenn das Herz spricht, hat der Verstand Pause.

Der Iron-Maiden-Sammler

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Unlängst habe ich im Magazin von ÖTicket einen langen und schönen Artikel über den Iron-Maiden-Superfan Robert Körner gelesen.

Robert Körner hat über die Jahre eine große Menge Iron-Maiden-Devotionalien gesammelt. Er ist in der weltweiten Iron-Maiden-Sammlerszene gut vernetzt. Und er sagt in diesem Artikel etwas sehr Profundes über das Sammeln:

Ich kenne Sammler, die können sich alles leisten,

aber das macht keinen Spaß.

Das Spannende am Sammeln ist die Jagd. Und das Spannende an der Jagd ist, dass sie möglicherweise misslingt.

Die Möglichkeit des Misslingens macht die Dinge erst spannend. Wenn wir überall eine Erfolgsgarantie hätten, wäre unser Leben sehr schnell sehr langweilig.

Better Man

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Unlängst habe ich den Film Better Man gesehen, in dem es um die Story von Robbie Williams geht.

Dabei habe ich Folgendes gelernt:

Ich habe keine Ahnung, was es heißt, für seinen Erfolg zu kämpfen. Ich habe keine Ahnung, was es heißt, unter Selbstzweifeln zu leiden. Ich habe keine Ahnung, was es heißt, depressiv zu sein.

Ich habe keine Ahnung, wie sehr man sich sein Leben komplett kaputtmachen kann. Ich habe keine Ahnung, wie tief man fallen kann. Ich habe keine Ahnung, wie viel man im Leben reparieren und wieder gut machen kann.

Ich habe keine Ahnung, was es heißt, berühmt zu sein. Ich habe keine Ahnung, was sehr viel Geld mit mir wirklich machen würde. Ich habe keine Ahnung, was es heißt, in Knebworth vor 125.000 Menschen aufzutreten.

Ich habe keine Ahnung, wie viel Mut man braucht, so einen Film von sich machen zu lassen. Ich habe keine Ahnung, was es heißt, Robbie Williams zu sein.

Ich weiß nur, dass ich durch diesen Film den Menschen Robert Peter Williams ein bisschen besser kennen- und verstehen gelernt habe.

Mit einem Wort: Ein guter Film.

Zumuten und zutrauen

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Jetzt sind die Koalitionsverhandlungen also ergebnislos zu Ende gegangen.

Beate Meinl-Reisingers Statement dazu war ziemlich lang. Es waren viele politische Botschaften dabei, Erklärungen und Narrative für ihre NEOS-Anhänger und wahrscheinlich auch ein paar persönliche Rechtfertigungen.

Aber es war auch ein Satz dabei, der mich berührt hat:

Ich glaube, wir müssen uns mehr zumuten, und ich glaube, wir müssen uns mehr zutrauen. Denn Mut und Vertrauen ist letztlich das, was uns alle wieder nach vorne bringt.”

Ich finde nämlich, das ist ein kraftvoller Gedanke zum Start des Geschäftsjahres 2025.

Die goldene Ananas

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Unlängst fand in Graz ein Hallenfußballturnier mit acht “Legenden”-Mannschaften statt. Weil auch Admira Wacker dabei war und weil Weihnachtsferien waren und weil ich grad nichts Besseres zu tun hatte, hab ich mir ein paar Spiele angeschaut.

Nach dem Spiel der Admira gegen den GAK wurde GAK-Spieler Herbert “Mucki” Wieger interviewt. Er meinte: “Man darf ned vergessen, es geht hier um die Goldene Ananas, um’s Dabeisein, um die Freude.”

Ein wenig später wurde der Austrianer (und 63-fachige Teamspieler) Toni Pfeffer auf diese Aussage angesprochen. Seine Reaktion: “Drum hat der Mucki Wieger nie in der Nationalmannschaft gespielt! Jetzt ned bös sein, natürlich geht es um die Goldene Ananas, aber jeder will gewinnen. Somit geht es dann nimmer um die Goldene Ananas!”

Ich glaube, Toni Pfeffer hat recht. An der Frage der Goldenen Ananas trennen sich die sehr guten von den außergewöhnlichen Playern – nicht nur im Fußball.

Spielverderber

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Wenn du immer was zum Meckern hast, brauchst du dich nicht wundern, wenn du irgendwann nicht mehr eingeladen wirst.

Leichtigkeit im Ehrenamt

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Unlängst habe ich mit einem Freund über das Ehrenamt gesprochen. Er leitet in seiner Heimatgemeinde das örtliche Museum und hat erzählt, welche Herausforderungen so kleine Museen im daily business haben.

Kurz gesagt: Die allermeisten Probleme hängen mit den handelnden Personen zusammen. Oder, wie er es auf den Punkt gebracht hat: Die meisten Museumsleiter nehmen sich selbst zu wichtig. Sie gehen zu verkrampft an ihr Ehrenamt heran. Ihnen fehlt die Leichtigkeit, auch mal zu sagen: Na dann halt nicht!

Ich halte Leichtigkeit für den zentralen Erfolgsfaktor im Leben, im (Lifestyle) Business und jetzt auch im Ehrenamt.

Wenn’s leicht geht, bist du am richtigen Weg. Wenn’s nicht leicht geht, dann bist du wahrscheinlich zu sehr mit dir selbst beschäftigt statt mit den Menschen, für die du es eigentlich machst.

Das Kind kann nicht schlafen

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Eltern kennen’s:

Mitten in der Nacht kommt das Kind ans Elternbett, weil es nicht einschlafen kann, weil es schlecht geträumt hat oder was auch immer.

Es wird daraufhin von einem verschlafenen Elternteil brummend “eingeladen”, sich zwischen Mama und Papa zu legen – in der Hoffnung, dass alle drei schnell und gut wieder einschlafen. Eine Hoffnung, die sich nur selten erfüllt, eh klar.

Aus meiner Erfahrung als Papa, dem das erst unlängst wieder passiert ist, gibt es zwei Strategien, mit dem (hustenden, sich herumwälzenden und/oder um sich tretenden) Kind neben sich umzugehen:

  1. Ignorieren. So tun, als wäre das Kind nicht da. An der Bettkante einigeln und kompromisslos den eigenen Schlafbedarf in den Fokus stellen. Man muss ja schließlich am nächsten Tag wieder arbeiten!
  2. Zuwenden. Sich zum Kind hindrehen und fest kuscheln. Sich ins Ohr husten und gegen das Schienbein treten lassen. Gemeinsam solange herumwälzen, bis der Schlaf einsetzt – auch, wenn es gefühlte Stunden dauert.

Was denkst du, welche Strategie ich bevorzugen würde – und welche tatsächlich funktioniert?

Hermes Phettberg

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Unlängst ist Hermes Phettberg gestorben.

Das war Anlass für folgenden WhatsApp-Chat zwischen meinem Bruder und mir:

Bruder: Der war ja auch ein Unikat.

Ich: Ja, das war er. Ein echtes Original, unverwechselbar und sich selbst treu trotz aller Häme, die er zuhauf einstecken musste. Kann am Ende des Lebens auch nicht jeder von sich sagen.

Bruder: Völlig richtig. Kann mich noch an ein Profil-Interview vor einigen Jahren mit ihm erinnern. Sehr geistreich und selbstreflektiert. Mit der Selbstreflexion hat es ja auch nicht jeder so.

Ich: Stimmt. Ich glaube, das hängt sogar direkt zusammen: Ein echtes Original kann nur jemand werden, der sehr selbstreflektiv ist. Ohne Selbstreflexion entstehen nur Luftpumpen ohne Substanz.

Bruder: 👍

RIP Hermes Phettberg

Immer im gleichen Tempo

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Ich arbeite in meinem Lifestyle Business so, wie ich laufe: Immer im gleichen Tempo.

Wenn ich meine Laufrunde mache, dann laufe ich immer gleich schnell – nämlich so schnell ich gerade kann. Damit bin ich immer im gleichen Belastungslevel unterwegs: Fast am Anschlag, aber nie richtig verausgabend.

In meiner Laufrunde sind keine Variationen – und das ist nicht gut. Ich könnte ja auch mal bewusst langsamer laufen – und dafür länger. Oder ich lege zwischendurch mal ein paar gezielte Sprints ein, wo ich richtig schnell laufe und mich wirklich verausgabe. Und dann wieder langsamer weiter.

Durch Variation entstünde ein Trainingseffekt, weil ich in verschiedenen Belastungslevels trainieren und mich verbessern würde. Wenn ich immer im gleichen Tempo laufe, dann trainiere ich eigentlich nur meine Unflexibilität.

Und genauso ist es auch in meinem Business: Ich arbeite jeden Tag mit der gleichen Power. Auch an Tagen, an denen ich es eigentlich ruhiger angehen lassen könnte und an denen ich Kräfte schonen könnte für stressigere Tage. Ich das tue ich nicht – und wundere mich dann, warum mir um diese Zeit des Jahres regelmäßig die Luft ausgeht.

Es ist echt schwer, bewusst weniger zu tun.

Projektionen

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Vieles von dem, was wir wahrnehmen (oder wahrzunehmen glauben), ist in Wirklichkeit eine Projektion unserer Gedanken auf die Welt um uns.

Wir glauben zu wissen, wie jemand reagiert, weil wir in dieser Situation so reagieren würden. Wir sind fest davon überzeugt, dass die anderen genau das denken und tun würden, was wir tun würden.

Damit tun wir uns aber keinen Gefallen.

Wir vergeben uns damit die Chance, an der Realität zu lernen und gescheiter zu werden.