Tag#Lebensfragen

Die Taschenrechner-Frage

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Ich habe ja schon darüber gebloggt, dass ich bei meinen Buchhaltungs-Prüfungen an den FHs immer meinen Taschenrechner mitnehme, weil immer ein Student dabei ist (ja, es sind immer Männer), der seinen Taschenrechner vergessen hat.

In dem Fall borge ich dann meinen Taschenrechner her, damit der Student eine faire Chance hat, seine Prüfung korrekt zu lösen.

Das müsste ich nicht tun, und einige Lehrbeauftragte würden es aus Prinzip nicht tun. Nach dem Motto: Wer in diesem Alter mal fähig ist, zu einer Prüfung das mitzunehmen, was er braucht, der muss auch mit den Konsequenzen leben. Sonst lernt er es nie.

Mag sein. Mein Zugang ist halt ein anderer. Ich sage mir: Wenn ich mit dieser kleinen Geste jemandem den Tag retten kann, warum sollte ich es nicht tun?

Schlechte Deals

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Wenn es dir passiert, dass du aufgrund deiner Entscheidungen in der Vergangenheit einem Deal drinnenhängst, der ziemlich schlecht ist…

Dann steh zu deinem Wort, erfülle den Deal, auch wenn’s mühsam ist – und schau nicht zurück. Reue und Selbstvorwürfe bringen dich nicht weiter. Wer die Hand an den Pflug legt, soll nicht zurückblicken, heißt es in der Bibel.

Wenn der Deal erledigt ist, dann zieh weiter. Und nimm dir die Learnings mit, die dir helfen werden, keine so schlechten Deals mehr einzugehen.

So machen es alle, die (Business-)Deals eingehen – auch (und gerade) die Allerbesten.

Verlust Ist ein Gewinn

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Spannende Frage, die mir unlängst ein Freund gestellt hat:

Kann es sein, dass in manchen Lebenssituationen ein Verlust tatsächlich ein Gewinn ist?

Also nicht aus der strengen Sicht des Rechnungswesens, wo ein Gewinn immer ein Gewinn ist und ein Verlust immer ein Verlust.

Sondern aus der Sicht unserer Unternehmer- und Lebenspraxis. Wenn dir dein Instagram-Konto gesperrt wird: Gewinn oder Verlust? Wenn deine erste Mitarbeiterin kündigt: Gewinn oder Verlust? Wenn du einen Auftrag nicht bekommst, um den du dich monatelang bemüht hast: Gewinn oder Verlust?

Meine Beobachtung: Vieles, das kurzfristig ein schmerzhafter Verlust ist, kann sich in der Gesamtsicht deines Lebens in einen Gewinn verwandeln.

Der Grantlhuber

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Egal, zu welcher Konferenz du gehst, in welchem Projekt du mitarbeitest oder welche Gruppe du unterrichtest: Er ist immer dabei, der Granthuber.

Die eine Person, die diebische Freude daran hat, andere vor den Kopf zu stoßen. Die mit Gusto Sand ins Getriebe wirft. Deren Muttersprache das Meckern ist.

Die Grantlhuber:innen dieser Welt sind einsame Menschen. Nicht nur, dass niemand freiwillig ihre Nähe sucht – sie verstehen sich ja nicht mal untereinander!

Vielleicht hast du die Größe, den nächsten Grantlhuber, den du triffst, mit weichen Augen anzuschauen. Und dann frag dich vielleicht auch:

Was war wohl zuerst da bei diesem Grantlhuber – der Grant oder die Einsamkeit?

Maximale Großzügigkeit

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Eines meiner Grundprinzipien ist es, bei meinen kostenlosen Erstgesprächen maximal großzügig zu sein — mit meinem Rat und mit meiner Zeit. “Kompromisslose Beratung”, wie Stephan Park das nennt.

Es bedeutet aber, rein praktisch gesehen, auch, dass meine Großzügigkeit nicht immer gleich sein kann. Manchmal wird es schon großzügig von mir sein, wenn ich mir in einer vollen Woche eine halbe Stunde Zeit nehme für ein Erstgespräch.

Immer so großzügig, wie ich eben gerade kann.

Angst vor dem Podcast

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Der Podcast, den du dir nicht anhörst, weil er sich zu „schwer“ anfühlt.

Der Podcast, den du dir nicht anhörst, weil du darin was Unbequemes hören könntest.

Der Podcast, den du dir nicht anhörst, weil du darin hören könntest, dass du was falsch machst und was ändern solltest.

Der Podcast, den du dir nicht anhörst, weil du darin was Wichtiges lernen könntest.

Der Podcast, den du dir nicht anhörst, weil er dein Leben verändern würde.

Faustregel: Je mehr Angst dir ein Podcast macht, desto dringender solltest du ihn dir anhören.

Das Ziel ist Erlösung

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Spannender Gedanke von Tobias Haberl:

Ein gläubiger Mensch hat ein grundsätzlich anderes Lebensziel als ein nicht-gläubiger: Er möchte nicht befriedigt werden, er möchte erlöst werden.

Ein gläubiger Mensch bittet also z.B. nicht: Bitte lieber Gott, schenke mir Reichtum!, sondern: Bitte lieber Gott, erlöse mich von meinem Streben, reich werden zu müssen!

Der Kühlschrank der Evolution

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Bei Stefanie Stahl habe ich ein wunderschönes Beispiel für eine Verwechslung von Ursache und Wirkung gehört:

Entgegen dem, was man häufig hört, bewirken Dating-Apps mit ihrer Riesenauswahl an potenziellen Partner:innen nicht, dass die Menschen durch ihre Benutzung bindungsunfähiger werden. Es gibt schließlich genügend Menschen, die über Dating-Apps ihre Partner:innen fürs Leben gefunden haben.

In Wirklichkeit ist es so: Wer Probleme mit seiner Bindungsfähigkeit hat (und die kommen oft schon aus der Kindheit), der tut sich natürlich auch auf Dating-Apps schwer, sich zu committen. 

Eine neue Technologie wie Dating-Apps kann nicht in ein paar Jahren eine jahrtausendelange evolutionäre Prägung überschreiben. Der homo sapiens sucht seit Jahrtausenden nach dauerhaften und exklusiven Beziehungen – und das tun wir “moderne” Menschen im 21. Jahrhundert default-mäßig immer noch, auch auf Dating-Apps. Natürlich nicht immer, natürlich nicht jede:r, aber der Punkt bleibt bestehen:

Die Evolution wirkt viel stärker, als wir oft denken und wahrhaben wollen.

Stefanie Stahl bringt das sehr anschaulich auf den Punkt: „Die Evolution hat ja bis heute nicht kapiert, dass wir Kühlschränke haben und nicht mehr jede Kalorie in Fett umgewandelt werden muss.“

Von Herzen

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Zum Stichwort “menschliches Unternehmertum” ein Gedanke von Michael Hyatt:

You can tell when somebody is leading from the heart,
when they’re engaged with their family from the heart,
and when they’re engaged with their friends from the heart.
You can tell the difference.

It makes every difference, and you can tell.

Wenn du das, was du tust, von Herzen kommt, dann wird es unmittelbar wirksam. Wenn das, was du sagst, von Herzen kommt, dann wirst du niemals missverstanden werden.

Wenn es von Herzen kommt, dann ist es wahrhaftig.

Zum Nationalfeiertag

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Heute, am österreichischen Nationalfeiertag, bin ich einfach mal dankbar dafür, dass ich in einem der reichsten Länder der Welt leben darf. In einem Land, in dem Frieden herrscht und dessen Bürger:innen in Freiheit leben und arbeiten dürfen. Ein Land mit einem hervorragenden Gesundheits-, Bildungs- und Sozialsystem. Ein Land mit atemberaubenden Landschaften und mit vielen gutherzigen Menschen.

Ja, es ist nicht alles in Ordnung. Ja, es gibt viel zu tun. Ja, wir dürfen das alles nicht für selbstverständlich nehmen, sonst verlieren wir es.

Und dennoch: Heute, an diesem einen Tag im Jahr, bin ich einfach nur uneingeschränkt dankbar.

Ständig im Wettkampf

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Es gibt Menschen, die machen aus allem einen Wettkampf.

Diese ständig kompetitive Art kann den Umgang mit ihnen mühsam machen. Aber am mühsamsten ist es, wenn sie ihre Kämpfe mithilfe Anderer austragen möchten.

Besonders schlimm wird’s, wenn die Kinder ins Spiel geworfen werden. Da wird jeder Elternabend im Hort und jedes Elternforum in der Volksschule zur Kampfarena. Der Papa oder die Mama muss durch das Kind, das gar nicht da ist und das hier instrumentalisiert wird, als “Sieger:in” hervorgehen.

So zu leben, stelle ich mir sehr anstrengend vor. Egal, ob in der Familie, in der Schule oder im Business.

Denn: Wenn dir die ganze Welt gegen dich gerichtet scheint, wofür lohnt es sich dann eigentlich noch zu kämpfen?

Weiche Augen

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Sehr schöner Hinweis von Katrin Hinrichs:

„Weniger streiten. Die Augen auf „weich“ stellen. Das würde in jeder Beziehung helfen.“

Das gilt für den Umgang mit den Menschen um uns herum genauso wie für den Umgang mit uns selber.

Zehn Jahre, oida!

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Bülent Ceylan hat unlängst in “Frühstück bei mir” davon erzählt, dass er zehn Jahre an seinem Durchbruch als Comedian gearbeitet hat.

Zehn Jahre!!! Nicht zehn Wochen, nicht zehn Monate… zehn JAHRE! Wer hätte dafür heute noch so lange die Geduld?

Zehn Jahre sind eine seeeehr lange Zeit. Sie können sich wie eine Ewigkeit anfühlen – besonders in den dunklen Momenten, wo man nicht weiß, ob der Durchbruch überhaupt irgendwann kommen wird und ob die ganze Mühe nicht vollkommen für die Fisch ist.

Aber diese lange Durststrecke hatte für Bülent Ceylan auch einen Vorteil: Als der Durchbruch dann endlich da war, hatte er einen riesigen Fundus an Material, aus dem er schöpfen konnte. Er hatte sich schließlich zehn Jahre auf seinen Erfolg vorbereitet.

Keine Anstrengung ist umsonst, solange du nicht das Vertrauen verlierst.

Negativ ist attraktiv

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In Diskussionen aller Art lässt sich folgendes interessante Phänomen feststellen:

Diejenigen, welche sich auf die negativen Aspekte konzentrieren, werden eher als smart und intellektuell wahrgenommen. Nach dem Motto: Ein Wahnsinn, an was du alles denkst!

Diejenigen, welche sich auf die positiven Aspekte konzentrieren, werden primär als naiv wahrgenommen. Nach dem Motto: Du hast halt nicht alles bedacht.

Diese Wahrnehmung hat ganz viele üble Folgeeffekte, nicht zuletzt den Überhang von negativen Kommentaren auf Social Media, sobald jemand den Mut hat, einen Gedanken oder eine Idee zur Diskussion zu stellen.

Mein Wunsch: Lassen wir uns nicht verführen von der intellektuellen Anziehungskraft der Negativität und schalten wir als default mode den positiven Blick ein.

Das ist nicht naiv. Das ignoriert nicht, dass Sachen auch schief laufen können.

Aber es beginnt damit, dass wir wertschätzen, was jetzt schon da ist.

Kleine Stupser

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Warte nicht darauf, dass du irgendwann die große Erleuchtung hast. Sie wird nicht kommen.

Das Leben schenkt dir jedoch unzählige kleine Stupser. Immer wieder, sofern du Augen hast zu sehen und Ohren hast zu hören.

Mehr kannst du vom Leben nicht erwarten. Mehr ist aber auch gar nicht notwendig.

Festrede

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Unlängst wurde ich eingeladen, bei der Sponsionsfeier des Studiengangs Medienmanagement der FH St. Pölten die Festrede zu halten.

In dieser Rede war es mir ein Anliegen, meinen ehemaligen BWL-Studierenden folgende vier Dinge auf ihren weiteren Weg mitzugeben:

  1. Schauen Sie sich um, wo Sie helfen können. Schauen Sie sich um, wo Sie gebraucht werden und machen Sie sich nützlich. Probleme und Herausforderungen gibt’s genug!
  2. Scheuen Sie den Aufwand nicht. Alles, was im Leben gut und wichtig ist, erfordert auch Anstrengung und Engagement.
  3. Achten Sie auf Ihre Kussbilanz, weil das ist die einzige Kennzahl, die am Ende Ihrer Tage wirklich zählen wird.
  4. Es geht immer, immer, immer um die Menschen. Wenn Sie ein gutes Herz haben und in guter Absicht — menschlich — handeln, dann haben Sie Ihre Lebens-Strategie richtig ausgerichtet.

Unternehmerisches Denken und Handeln ist nämlich nichts wert, wenn es nicht von einer humanistischen Grundhaltung getragen wird.

Der Spinner

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Wenn du, wie ich, jemand bist, der sich gerne tiefgründige philosophische Gedanken macht und Spaß dran hast, diese Gedanken auszuloten und zu diskutieren, dann kennst du wahrscheinlich folgende Schwierigkeit:

Deine tiefgründigen Gedanken sind grundsätzlich wahrhaftig, daran brauchst du nicht zu zweifeln. Aber es kann mitunter Folgendes passieren:

  1. Du überforderst damit deine Mitmenschen, weil sie deine Gedanken nicht nachvollziehen können. Weil sie nicht denken, wie du denkst.
  2. Du überforderst damit dich selbst, weil es nicht leicht ist, für tiefgründige Gedanken die richtigen Worte, Bilder und Beispiele zu finden. Es ist nicht leicht, diese Gedanken auszudrücken und zu erklären, ohne dass du dich selber in ein Wirrwarr redest und dich in Widersprüche verstrickst.

Tiefgründige Gedanken sind spannend, und sie sind die Voraussetzung dafür, dass man auch tiefgreifende Aha-Erlebnisse hat. Und damit die Bedingung für echte Veränderungen im Business und im Leben.

Aber du läufst halt Gefahr, dass sich mitunter wer denkt: Was für ein Spinner!

Der Koffer gibt die Richtung vor

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Vor ewigen Zeiten, in einem Hotel in Karlsruhe. 

Ich beobachte einen Hotelgast beim Check-in, der mit seinem offensichtlich sehr schweren Koffer zu kämpfen hat. Aus irgendeinem Grund rollt der Koffer dem Gast ständig davon. Der Koffer macht mit ihm, was er will. Der Check-in verläuft alles andere als entspannt.

Wenn ein Koffer schwer ist, lässt er sich auch nur schwer unter Kontrolle halten. Er entwickelt eine Eigendynamik, die einem so nicht recht sein kann. Man hechelt dem Koffer hinterher. Man folgt dem Koffer, nicht umgekehrt.

Ist man ständig im reaktiven Modus, setzt man sehr viel Energie ein, die Kontrolle nicht ganz zu verlieren.

Was, wenn wir einen leichteren Koffer hätten?

Oder gar keinen?

Solopreneure im Glück

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Glück ist definitiv ein Erfolgsfaktor in jedem Lifestyle Business. Ein paar Gedanken dazu:

  • Wenn man Glück hat, muss man auch erkennen (können), dass man gerade Glück hat.
  • Viel Glück zu haben bedeutet nicht, dass man auch eine gute Strategie hat.
  • Wenn man Glück hat, lohnt die Frage: Warum habe ich Glück gehabt?
  • Wenn man Glück hat, entsteht gleichzeitig die Einladung, das Glück nicht nur Glück sein zu lassen, sondern auf dem Glück aufzubauen.
  • Glück ≠ die Belohnung für deine harte Arbeit. Glück ist einfach nur Glück.

Die Anderen haben auch Angst

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Ich muss nur das eine kleine bisschen weniger Angst haben als die meisten Anderen. 

Dann kann ich Großes schaffen.