Tag#Lebensfragen

Sorgen verstehen

S

Meine Sorgen entspringen meiner Sicht der Dinge. Es ist unwahrscheinlich, dass sie von anderen Menschen geteilt werden. (“Kommunikation ist unwahrscheinlich”, sagt Niklas Luhmann.)

Es ist genauso unwahrscheinlich, dass du die Sorgen eines Anderen wirklich verstehst. Es entsteht die Illusion des Verstehens, wenn deine und ihre Sorgen ähnlich sind. Aber ähnlich ist nicht gleich. 

Aber oft ist ähnlich gut genug.

Fakten > Sorgen

F

Wenn du dir Sorgen machst: Halte dich an die Fakten!

Was ist wirklich Tatsache? Wovon kannst du wirklich sagen, dass du es mit Sicherheit weißt?

Die Fakten sind wahr, deine Ableitungen davon sind jedoch Traumgebilde.

Es sind meistens nämlich nicht die Fakten, die dir Sorgen machen und mit denen du dich quälst, sondern die Gespenster, die du daraus formst.

Aus guter Absicht

A

Dinge aus einer guten Absicht heraus zu machen (mit Benevolenz), schützt dich leider nicht davor, einen (gewaltigen) Blödsinn zu machen.

Aber es wird dir leichter fallen, dir diesen Fehler zu verzeihen. 

Die Wächter in uns

D

Wir alle haben sie – diese inneren Stimmen, die flüstern, rufen und manchmal miteinander streiten. Der Zauberer, voller Kreativität und Möglichkeiten. Die Resistance, stets vorsichtig und beschützend. Der Zen-Meister, auf der Suche nach Balance und Gegenwärtigkeit.

Das sind keine zufälligen Gedanken. Es sind unsere Wächter, unser Inneres Team.

Wir sollten nicht versuchen, einzelne Wächter zum Schweigen zu bringen oder Favoriten unter ihnen zu wählen. Es geht darum, ihnen zuzuhören, ihre Rollen zu verstehen und Harmonie in ihrer Dissonanz zu finden.

Denn wenn wir unseren gesamten inneren Chor annehmen – die Optimisten und die Pessimisten, die Träumer und die Pragmatiker – erschließen wir eine Quelle der Weisheit, die viel tiefer ist als jede einzelne Stimme allein es sein könnte.

Dein Inneres Team ist deine größte Ressource.

Downgrade

D

Kurz vor Abreise schreiben mir die ÖBB: Die Zuggarnitur in meinem Railjet hat sich “geändert” (sprich: verschlechtert).

Es ist nun eine Ersatzgarnitur mit alten Waggons unterwegs. Die 1. Klasse ist nicht so bequem wie gewohnt, meine Sitzplatzreservierung ist hinfällig, Und, ja, WLAN gibt’s leider auch keins.

Ist das ein Problem?

Es liegt nur an mir.

Ein bisschen länger neugierig

E

Wie es normalerweise läuft: Jemand schlägt mir eine Idee vor, die ich mir selber auch schon überlegt, aber (noch) nicht umgesetzt habe. Und ich fange sofort an, all die Punkte zu nennen, die ich mir überlegt habe, warum diese Idee (jetzt) nicht umsetzbar ist.

Wie ich es gern hätte: Jemand schlägt mir eine Idee vor, und ich sage: Ah, interessant, daran habe ich auch schon gedacht. Warum glaubst du, dass das eine gute Idee ist? Wie könntest du dir vorstellen, dass das funktionieren könnte? Was würdest du sagen, könnte ich tun, damit es mir leichter fällt? usw.

Ich bin ein Problemdenker, damit muss ich leben.

Aber ich hätte total gerne, dass ich öfter ein bisschen länger neugierig bleiben könnte…

Ich wachse

I

Ich wachse. Wie alles in der Natur wachse auch ich weiter.

⇒ Ich kann in meinem Business noch in einiges hinein-wachsen.

Love and affection

L

Der kanadische Populär-Philosoph Neil Young bringt in einem seiner Songs ziemlich gut auf den Punkt, wie man den langfristigen Erfolg in einem Lifestyle Business messen könnte, und zwar abseits irgendwelcher Kennzahlen:

A little love and affection
In everything you do
Will make the world a better place
With or without you.

Neil Young – Falling From Above

Autorität durch Langsamkeit

A

Wie würde ein König den Raum betreten? Wie ein gehetzter Kellner?

Etwas langsamer sprechen, etwas langsamer gehen, etwas länger warten.

Wohlgemerkt: Etwas langsamer, nicht zu langsam.

„Langsame” Menschen wirken in sich ruhend.

Und damit souverän.

[Danke Stephan Heinrich für diesen Gedanken.]

Elefanten reiten

E

Andrew Wilkinson sagt: Mit Menschen zu arbeiten ist sind wie einen Elefanten zu reiten. 

Elefanten sind groß und schwerfällig, und sie bewegen sich in die Richtung, die sie sich in den Kopf gesetzt haben. Ja, man kann ihnen hier und da mal eine Erdnuss hinhalten, damit sie für einen Moment das tun, was man von ihnen will. Aber dann werden sie ihren gewohnten Trott wieder fortsetzen, egal wie sehr man ihnen zuredet oder wie viel man ihnen droht.

Auch Menschen sind wie Elefanten: Sie sind schwerfällig, und sie verändern sich im Grunde nicht. Du kannst versuchen, sie hier und da mal mit einem guten Argument oder mit einem Hinweis zur rechten Zeit zu beeinflussen, aber:

Menschen sind, wie sie sind, und sie werden machen, was sie sich einbilden.

Das fette Auto des Nachbarn

D

Das fette Auto des Nachbarn ist ein Firmenauto. Es gehört ihm nicht.

Das Auto gehört auch der Firma nicht, denn es ist geleast. Es gehört der Bank.

Streng genommen gehört es auch der Bank nicht, denn auch die Bank hat es mit geborgtem Geld gekauft.

Vielleicht geht es gerade nicht um mich

V

Vielleicht geht es darum, jemanden bei etwas zu unterstützen. 

Vielleicht reicht es, in einem einzigen Moment da zu sein, eine kleine Geste, ein kurzes Wort. 

Vielleicht ist das diesmal schon sehr viel – und alles, was nötig ist. 

Gute Supporting Acts sind Gold wert. 

Das relative Glück

D

Wichtig ist uns eigentlich nicht, wie viel Glück (Reichtum, Annehmlichkeiten etc.) wir absolut haben. 

Wichtig ist uns vielmehr, wie viel Glück wir relativ haben – im Vergleich zu unseren Nachbarn, Verwandten, Geschäftspartnern, Kollegen etc. 

Das Unglück des Anderen macht uns glücklicher. 

Traurig, aber wahr. 

Kann es ein Star werden?

K

Bevor du in ein neues Abenteuer startest: Hat es das Potenzial, ein Star zu werden? Oder ist es von Beginn an half-assed?

Was wäre, wenn du nur die Dinge starten würdest, mit denen du wirklich Großes schaffen kannst, mit denen du den berühmten dent in the universe hinterlassen kannst?

Was wäre, wenn du zu allem nein sagst, das diesen Anspruch nicht erfüllt – auch und gerade dann, wenn du andere Menschen dadurch enttäuscht?

Was wäre möglich, wenn du dir das erlauben würdest?  

Was wäre möglich, wenn du dich traust, nur mehr Stars in deinem Leben zu haben?

Einfach nur da sein

E

Ich brauche einfach nur da sein.

Ich muss nichts leisten.

Ich brauche einfach nur offen sein, aufmerksam sein, präsent sein.

Dann werde ich erkennen, was zu tun ist. 

Ich muss keine Erwartungen erfüllen. Es gibt keine Erwartungen an mich. Das kommt nur aus meinem Ego.

Setze das Ego auf Pause und lass das Herz die Führung übernehmen.

Nur jetzt, nur für diesen einen Tag.

Vielleicht hat sie recht

V

Unlängst hat mir eine gute Freundin Konter gegeben.

Wir haben in einer kleineren Gruppe über die Herausforderungen von Beziehungen mit Kindern gesprochen. Ich habe meine Meinung, so dachte ich, überlegt und ausgewogen dargelegt. Und dann sagte diese Freundin etwas, das mich ziemlich dumm da stehen hat lassen. Nicht gemein, aber treffsicher.

Im ersten Augenblick fühlte ich mich furchtbar ungerecht behandelt. Wie kann sie nur so vollkommen missverstehen, was ich eigentlich meine?

Aber einen Augenblick später hatte ich die Demut zu sagen: Stimmt. Vielleicht hast du recht. Ich habe das noch nie so gesehen, darüber muss ich nachdenken.

Ich bin stolz auf mich. Weil ich den Mut hatte, mein Ego hintanzustellen und die Botschaft tatsächlich zu hören.

Und weil ich mir relativ sachlich eingestanden habe: Vielleicht bist du doch nicht so der moralische Musterschüler, wie du immer glaubst..

Rod Stewart

R

Rod Stewart spielt heute ein Konzert in Wien. Vielleicht sein letztes hierzulande.

Ich habe in meinem Leben wahrscheinlich an die 1.000 Konzerte gesehen, von vielen verschiedenen Künstler:innen. Rod Stewart war nie dabei, und auch das heutige Konzert wird ohne mich über die Bühne gehen.

Ich bin sicher, dass das Publikum einen tollen Abend haben wird. Und wahrscheinlich könnte ich fast alle Lieder an diesem Abend mitsingen. Und trotzdem… Meine Beziehung zu Rod Stewart ist kompliziert.

Denn ich mag Rod Stewart irgendwie nicht. Und das ist eigenartig, denn Rod Stewart hat mir nie was getan. Ich kann nicht genau sagen, was ich an ihm nicht mag. Ich respektiere ihn und seinen Erfolg, aber er steht mir, wie man so sagt, einfach nicht zu Gesicht.

Das ist natürlich kein Problem, und auch Mr. Stewart wird’s wurscht sein.

Mich wundert nur, wie es sein kann, dass ich mir ganz sicher bin, dass mich was stört (ein Mensch, eine Situation, ein Kunstwerk, eine Beziehung, was auch immer) und ich gleichzeitig nicht sagen kann, warum das so ist.

Wir haben alle unsere Rod Stewarts im Leben, die uns vor solche Rätsel stellen.

Schein-plausibel

S

20% aller Unfälle werden von alkoholisierten Lenkern verursacht.

80% der Unfalllenker sind nicht alkoholisiert. Man müsste also nur alle Lenker betrunken machen, dann hätten wir nur 20% der Unfälle. 

So ähnlich wird in ganz vielen Bereichen argumentiert. Was hier absurd klingt, erscheint in anderem Kontext vollkommen plausibel. Ein Blödsinn bleibt es trotzdem.

Caveat emptor!