Um weiterzukommen, muss man Entscheidungen treffen.
Entscheiden bedeutet immer auch, auf etwas zu verzichten.
Lass die Dinge los, gegen die du dich entschieden hast.
Sie bedeuten nichts mehr.
Um weiterzukommen, muss man Entscheidungen treffen.
Entscheiden bedeutet immer auch, auf etwas zu verzichten.
Lass die Dinge los, gegen die du dich entschieden hast.
Sie bedeuten nichts mehr.
Damit sich das Leben lebendig anfühlt, muss es auch ein bisschen gefährlich sein.
Man könnte sagen: Im Normalzustand lebt ein Mensch, in Gefahr aber wird er lebendig.
Gefahr bedeutet aber nicht lebensbedrohende Gefahr. Gefahr bedeutet eine gewisse Unruhe, eine Veränderungsbereitschaft, eine Neugier auf das Neue, die wir uns kultivieren sollten. Eine gewisse Spannung, die uns auf Trab hält. Diese Spannung bringt Lebendigkeit.
Ent-Spannung ist schön, aber nicht auf Dauer.
Die zentrale These dieses Buches: “Wer etwas ändern will, braucht ein Problem”. Viel Systemtheorie und dadurch einige wirklich spannende Blickwinkel auf die Themen Identität, Scheitern, Kommunikation, Beziehungen, Politik. Und: Der Buchtitel ist Weltklasse.
(mehr …)Die Angst vor dem Schmerz ist eigentlich schlimmer als der Schmerz selbst.
Weil er das Leiden verlängert – und zwar unnötig. Es würde ja reichen, wenn wir uns um den Schmerz kümmern, wenn er da ist. Und es ist überhaupt nicht produktiv, gespannt darauf zu warten, wann den jetzt endlich der Schmerz einsetzen wird. Jetzt? Jetzt? Jetzt?
Noch dazu wäre es ja möglich, dass der Schmerz, wenn er denn einsetzt, gar nicht so schlimm ist wie in unserer Vorstellung.
Dann haben wir uns umsonst gefürchtet. Und wozu soll das bitte gut sein?
Wir haben zwei Möglichkeiten, mit einer Situation umzugehen: Akzeptieren oder verändern.
Wir wählen aber meistens die dritte Option: Wir leiden.
[Danke Marcel Clementi für diesen Gedanken.]
Unlängst beobachtet in der Kindergarten-Gruppe meiner Tochter:
Die Kinder haben für Ostern Keramik-Eier gebastelt. Schön mit Glitzersand verziert, jede*r eines. Mit Holzstab zum Reinstecken in die Erde. Sehr schön eigentlich.
Das Problem mit Keramik ist halt, dass sie zerbrechlich ist. Und so geschah es, dass einem Kind beim Anziehen das Keramik-Ei runtergefallen ist. Es war natürlich kaputt – beyond repair, wie man so schön sagt.
Der Bub war sichtlich unglücklich darüber, aber er hat kein Wort gesagt. Und wie war die Reaktion des Erwachsenen? Vorwürfe. Ich hab ja gesagt, du sollst darauf aufpassen. Ich kann jetzt auch nicht zaubern. Das kommt davon…
Ich will dem Vorwerfenden jetzt keine Vorwürfe machen. Ich werfe sicher nicht den ersten Stein. Wahrscheinlich war er auch traurig über das Missgeschick und hat seine Trauer eben nur mit Vorwürfen ausdrücken können. Wir sind alle nur Menschen, und wir können eben auch nicht raus aus unserer Haut.
Aber eines war offensichtlich: Geholfen haben die Vorwürfe dem Buben nicht. Und dem zerbrochenen Ei klarerweise auch nicht.
Kann ich nur hoffen, dass sie wenigstens dem Erwachsenen geholfen haben.
Die Hoffnung ist das Schlimmste.
Zumindest manchmal. Nämlich dann, wenn die Hoffnung immer und immer wieder enttäuscht wird. Es ist schwer, darüber nicht zu verzweifeln.
Mitunter wäre es besser, gar keine Hoffnung mehr zu haben. Dann könnte man das Thema abhaken und sich neu orientieren.
Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und manchmal gehen wir mit ihr und an ihr zugrunde.
Es ist im Solo-Business genau gleich wie im übrigen Leben: Es gibt Höhen und Tiefen.
Aber eines dürfen wir dabei nicht vergessen: Es gibt Hochs und Tiefs für alle Menschen.
Das Leben ist nicht ungerecht zu uns. Zumindest nicht ungerechter als zu allen anderen Menschen auch.
Der einzige Unterschied: Wenn andere Menschen leiden, sehen wir das halt meistens nicht. Und so bilden wir uns ein, dass nur wir leiden. Oder dass wir besonders oft leiden. Oder dass wir besonders tiefe Tiefs haben. Und die Anderen nicht.
Nichts könnte weiter weg sein von der Wahrheit.
[Danke Julia Mack-Amantidis für diesen Gedanken.]
Einige (viele?) Menschen können mit der Fülle der Möglichkeiten nicht umgehen, die das 21. Jahrhundert bereithält. Sie können mit dem Überangebot an Angeboten und an materiellen Ressourcen nicht umgehen.
Sie haben nie gelernt, nein zu sagen. Sie wissen nicht, wann es genug ist. Sie machen sich keine Gedanken darüber, was es für negative Konsequenzen hat, wenn sie Ressourcen verschwenden.
Und daher treffen sie für sich schlechtere Entscheidungen, als wenn sie weniger Möglichkeiten gehabt hätten.
Ein Klassiker der amerikanischen Selbsthilfe-Literatur. Kann man lesen. Allerdings wird man nicht mehr viel finden, das man inzwischen nicht schon hundertmal gehört hat.
(mehr …)Herauszufinden, was das Eigene ist (der eigene Weg, die eigene Strategie, die eigenen Produktivitäts-Hacks), ist anstrengend.
Da wäre es doch viel leichter, einfach Stephen Kings Bleistift zu verwenden.
Nur: Stephen King führt dich in die Irre. Das Eigene führt dich zum Erfolg.
Wenn man eine kleine Ente erwartet, ist ein Schwan-Küken sehr schiach.
Aber an sich ist ein Schwanenbaby ein sehr schönes Tier.
Es ist schon erstaunlich, dass Josef Kirschner 1980 zu diesem Thema geschrieben hat und damit die Minimalismus-Bewegung vorweg genommen hat. Er muss damals als ein ziemlicher Spinner gesehen worden sein.
(mehr …)Wenn du am Ende deines Lebens Bilanz ziehst und zurückschaust, dann wird es völlig egal sein, ob du dieses Todo heute erledigt hast oder morgen oder gar nicht. Es wird wurscht sein, ob du dieses Projekt angegangen bist oder jenes oder keines davon. Es wird dich nicht interessieren, wie gut oder schlecht dein Umsatz im Februar 2024 war.
Was an diesem Tag für dich zählen wird, ist nicht was du getan hast, sondern wie du es getan hast. Mit welcher Intention du an die Dinge herangegangen bist, die du gemacht hast. Aus welchen Gründen du deine Entscheidungen getroffen hast. Wie du mit den Menschen, die dich auf deinem Lebensweg begleitet haben, umgegangen bist.
Es wird zählen, wie du deine Ideale, deine Werte und deine Fähigkeiten in deinem Leben zum Ausdruck gebracht hast. Nicht im Detail, denn Details sind irrelevant. Sondern im großen Bogen, der sich von deinem ersten Atemzug bis zu deinem letzten spannt.
Auf diesen Bogen wirst du zurückschauen. Und dieser Bogen wird aus Wie-Bausteinen, nicht aus Was-Bausteinen gebaut.
Vergiss das nicht, Günter.
Ein Freund hat mir unlängst von einem achtjährigen Mädchen erzählt. Auf die Frage, wer ihr größtes Vorbild sei, hat sie geantwortet:
Ich bin mir selbst genug. Ich bin mein eigenes Vorbild.
Mit diesem Zugang hat sie die besten Voraussetzungen, später mal erfolgreich selbständig zu werden.
Scott Galloway sagt: In hundert Jahren werden alle Menschen, die mir heute lieb und teuer sind, tot sein, und niemand wird sich an meine Erfolge und meine Fehler erinnern.
Das ist traurig, und gleichzeitig ist es befreiend.
Ein kurzes Büchlein, sehr poetisch, sehr dicht gefüllt mit Gedanken, die zum Weiterdenken einladen.
(mehr …)Wenn wir Glück haben, begegnen uns auf unserem Abenteuer Selbständigkeit immer wieder Menschen, die uns helfen wollen. Und manchmal sind da auch Menschen dabei, die uns echt großzügige Angebote unterbreiten – einfach, weil sie gute Menschen sind und uns mögen.
Und dennoch ist bei jedem Geschenk, ob groß oder klein, Vorsicht geboten. Geschenke verpflichten, auch wenn das vom Schenkenden gar nicht intendiert ist. (Lewis Hyde hat mir zu diesem Thema viel beigebracht.)
Großzügige Angebote sind ein Geschenk des Himmels. Und trotzdem müssen wir uns auch bei solchen Angeboten fragen: Passt das für mich? Welche Kosten handle ich mir ein, wenn ich das Angebot annehme? Tue ich mir damit wirklich einen Gefallen?
Es kommt nicht darauf an, ob ein Geschenk groß oder klein ist. Entscheidend ist, ob es passt oder nicht. Und wenn es nicht passt, dann dürfen (ja müssen!) wir auch ein großzügiges Angebot ablehnen.
Ingeborg Kuca schreibt in ihrem schlauen Buch Stille Stärken – Introvertiert & beruflich erfolgreich:
Es geht nicht um ,ich bin’, sondern es geht darum, wie ich mich verhalte. Wir verhalten uns in verschiedenen Situationen ganz unterschiedlich
Ingeborg Kuca: Stille Stärken – Introvertiert & beruflich erfolgreich, S. 27
Wir versehen uns gerne mit Labels, und anhand dieser Labels erklären wir, warum wir so sind, wie wir sind und warum wir tun, was wir tun.
Wenn wir aber erkennen, dass wir mehr sind als die Labels, die wir uns selbst geben und erkennen, dass wir über ein breites Verhaltensrepertoire verfügen, dann eröffnen sich uns Handlungsspielräume. Und diese Handlungsspielräume geben uns die Macht, größer zu sein als die selbst auferlegten Labels.
Sagt der Soziologe Hartmut Rosa.
Wir kaufen immer mehr Dinge, ohne sie zu konsumieren.
Beispiel: Ich kaufe ein Buch, lese es aber nicht. Ich kaufe das Potenzial des Buches ein, ohne das Potenzial tatsächlich zu nutzen. Der Konsum, also das Lesen des Buches, ist nämlich sehr zeitintensiv. Daher macht es mir viel mehr Spaß, ein neues Buch zu kaufen als ein bereits gekauftes zu konsumieren.
Und das betrifft ganz viele Dinge. Ich kaufe ganz viel Potenzial ein, “auf Vorrat”. Aber dieses Potenzial bleibt zum großen Teil ungenutzt.
Dieses Potenzial “auf Vorrat” empfinde ich aber nicht als ermächtigend, sondern im Gegenteil: Es blockiert mich. Das viele Potenzial, das ich mir nie erschließe, erdrückt mich, lähmt mich, macht meinen gedanklichen Rucksack schwerer.
Ungenutztes Potenzial ist nicht nur kein Gewinn, sondern ein Netto-Verlust.