Tag#Lebensfragen

In die Zukunft gedacht

I

Matthias Horx sagt: Wenn wir über die Zukunft nachdenken, dann denken wir in Wirklichkeit in unserer Vergangenheit. Wir kramen in unseren Erinnerungen und schustern uns daraus eine vorstellbare Zukunft zusammen.

Wir können uns unsere Zukunft also nicht frei von der Vergangenheit vorstellen.

Denk mal, was in deiner Zukunft alles möglich wäre, wenn du deine Vergangenheit vollständig hinter dir lassen könntest!

Geisterbahn

G

Thomas Müller sagt: Die Menschen im 21. Jahrhundert gehen “in einer militanten Art und Weise” allen Situationen aus dem Weg, die ihnen Angst machen könnten. Deswegen haben heute so viele Menschen Angst wie nie zuvor.

Mutig wirst du nicht dadurch, dass du der Angst aus dem Weg gehst. Durch Angst-Vermeidung wird es dir nicht besser gehen, sondern du wirst nur noch ängstlicher werden.

Mutig wirst du dadurch, dass du dich angsteinflößenden Situationen stellst und durch sie hindurch gehst.

Immer und immer wieder. 

Nachdenken ohne Geld

N

Wenn Geld kein Thema wäre, würdest du dich genauso entscheiden?

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würdest du dann genauso handeln?

Wenn für deine materielle Sicherheit gesorgt wäre, würdest du dich mit diesem Thema überhaupt beschäftigen?

Fünfzehn verschiedene Antworten

F

Unlängst habe ich 15 e-Mails an 15 verschiedene Menschen geschrieben.

Diese Mails waren zwar nicht wortgleich, aber sie waren einander sehr ähnlich. Vor allem hatte ich an jede:n das gleiche Anliegen und die gleiche Bitte um Unterstützung.

Dabei habe ich (unter anderem) gelernt: Wenn du 15 e-Mails aussendest, wirst du 15 verschiedene Antworten bekommen. Manche Antworten sind lang, manche kurz, manche Antworten sind überhaupt nichtexistent. Manche Antworten sind herzlich, manche Antworten sind höflich-distanziert. Manche Antworten sind weniger, als du gehofft hattest, manche Antworten überraschen dich positiv. Manche sind genau so, wie du sie dir erwartet hast.

Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch reagiert anders auf dich. Das macht die Arbeit als Lifestyle Entrepreneur einerseits anstrengend, andererseits liegt genau darin ein Zauber des Lebens: Wer viel mit Menschen zu tun hat, dem wird nie langweilig werden.

Willst du wirklich aufsteigen?

W

Ein Problem, wenn du Aufstiegs-Ambitionen hast:

Sobald du dich festgelegt hast und entsprechend zu handeln beginnst, kann man dir dabei zuschauen, ob du es schaffst oder ob du scheiterst.

Sobald du über dein Ziel in der Öffentlichkeit zu sprechen beginnst, bekommst du vereinzelte Unterstützung, aber auch ungebetene Ratschläge und mitunter sogar Häme mit auf den Weg.

Und das ist alles nicht angenehm. Kein Wunder, dass du dir manchmal denkst: Bin ich wirklich sicher, dass ich aufsteigen will? Ist es nicht eh ganz angenehm in der 2. Liga – und wesentlich bequemer?

Ambitionierte Ziele haben immer das Risiko in sich, dass man sie nicht erreicht. Das geht der Admira so, das geht mir so, das geht jedem so.

Aber was ist die Alternative? Zufrieden in der 2. Liga?

Flughafen-Geschichten

F

Unlängst, im Urlaub mit meiner Familie:

Wir warten am Flughafen Antalya (lange) auf unser Gepäck. Sofort beginnen meine beiden Kinder (8 und 6), irgendwelche Gründe und Erklärungen zu finden, was passiert sein könnte, dass unser Gepäck nicht daher kommt. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und die Geschichten sprudeln ohne große Anstrengung aus ihnen heraus.

Wir Menschen können gar nicht anders, als dass wir uns Unsicherheiten irgendwie zu erklären. Kindern muss man das nicht beibringen, und Erwachsene werden nie zu alt dafür.

Und auch wenn wir wissen, dass diese Erklärungen höchstwahrscheinlich nicht stimmen, ist irgendeine Geschichte immer noch besser, als gar keine Erklärung zu haben.

Für dein Marketing könnte das bedeuten: Die Menschen in deiner Zielgruppe reimen sich sowieso eine Geschichte über dich und dein Solo-Business zusammen. Wenn du ihnen eine leiwande Geschichte von dir aus anbietest, dann werden sie diese wahrscheinlich gern übernehmen, weil’s weniger anstrengend für sie ist, als selbst nach Erklärungen zu suchen.

Und du hast den Vorteil, dass deine Geschichte wahrscheinlich etwas näher an den Tatsachen ist als die imaginierten Geschichten deiner Zielgruppe.

Altersweisheit

A

Unlängst ist ein guter Freund von mir 50 geworden.

Als einen der Vorteile des Älterwerdens nannte er: “Du musst niemandem mehr was beweisen. Mach einfach, was dir taugt.”

Was, wenn du so frech wärst und dir diese Freiheit jetzt schon erlauben würdest – und nicht erst, wenn dir die Erfahrung deines Lebensalters bewiesen hat, dass diese Art von “Frechheit” immer siegt?

Einfach einen Brief geschrieben

E

Vor vielen Jahren, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Jugendarbeitslosigkeit in Zagreb…

Salvatore aus Rom erzählt mir folgende Geschichte:

Er arbeitet an einem Sozialprojekt, wo sie mit Jugendlichen ein Haus völlig neu bauen. Zur Gestaltung der Fassade hat er sich gedacht, dass er den Grafitti-Künstler Millo einladen möchte, die Fassade zu gestalten.

Das Geld dafür hat er sich bei privaten Sponsoren geholt.

Und dem Künstler hat er einfach einen Brief geschrieben und gefragt, ob er das machen würde. Der hat geantwortet, dass er zuerst noch Projekte in Moskau, in San Francisco und Johannesburg abschließen muss, aber dann kommt er vorbei.

Wer fragt, dem wird gegeben.

Wenn ich alles richtig machen will

W

Ein Projekt, ein Risiko, eine Unwegbarkeit erzeugt ein ungutes Gefühl. Ich bin mir unsicher, ob ich das richtige tue und welche Auswirkungen das hat. Ich will alles richtig machen – aber was ist das Richtige? 

    Das Erfolgsrezept wäre:

    1. Vertrau deiner Intuition. Bleib authentisch. Handle beherzt. 
    2. Verzichte auf den Narrativ. Bleib bei den Fakten. Das reicht. 
    3. Lerne aus deinen Erfahrungen. Sei dankbar. 

    Ich weiß, dass dieses Rezept stimmt. Das weiß ich aus vielen Jahren Erfahrung.

    Jetzt muss ich mich nur noch daran halten.

    Car Wash

    C

    Es gibt diesen Song von Bruce Springsteen, Car Wash. Der Song ist aus dem Jahr 1983 und ein Outtake, d.h. er hat es damals nicht auf ein reguläres Springsteen-Album geschafft.

    Es geht darin um diese Frau namens Catherine LeFevre, die in einer Autowaschanlage (einem car wash) arbeitet, aber eigentlich… eigentlich… Eigentlich fühlt sie sich für etwas ganz Anderes bestimmt.

    Weil: Eines Tages will sie in einem night club singen, und dann wird sie entdeckt werden. Dann bekommt sie einen Plattenvertrag und einen million dollar break – und dann ist endlich alles so, wie es eigentlich sein sollte.

    Das Problem dieser Cathrine ist allerdings: Sie singt noch in keinem night club, geschweige denn, dass sie entdeckt werden könnte. Sie tut nur das, was sie über die Runden bringt (also in einem car wash zu arbeiten), aber nicht das, was sie ihrem Traum tatsächlich näher bringen könnte (z.B. sich mal in einem night club als Sängerin zu bewerben). 

    There’s a lot of longing but no striving.

    Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass der Song in Los Angeles spielt. Dort gibt es so viele Menschen, die davon ausgehen, dass Sie Großes verdient haben es nur some mistake ist, dass sie noch nicht den großen Durchbruch geschafft haben.

    Nun fragt sich: Haben die wirklich nur Pech? Hindern sie tatsächlich ihre Lebensumstände (Cathrines kids)? Oder strengen sie sich nicht genug an?

    Welche Antwort findest du? Welcher Ideologie hängst du an?

    Schlafwandeln

    S

    Vielleicht kennst du das: Der Wecker läutet, du musst früh aufstehen. Viel früher als gewohnt, und entsprechend müde bist du noch.

    Es sind die gleichen Aufgaben, die du nun vor dir hast, wie du sie jeden Morgen erledigst: Anziehen, frühstücken, Bad. Es ist nicht anders wie immer, und dennoch fällt dir jeder Schritt viel schwerer. Es ist, als wäre Blei an den Füßen und dein Hirn noch in einer dicken Daunendecke eingewickelt.

    An solchen Morgen ist es schon eine Riesenleistung, wenn du es schaffst, in langsamem Tempo einen Schritt nach dem anderen zu erledigen. Nichts zu vergessen. Keine groben Schnitzer zu machen.

    An anderen Tagen wird es wieder leichter gehen. Aber heute…

    Heute ist der Kampf, den es zu gewinnen gilt, die Selbstverständlichkeiten zu bewältigen.

    Leicht ist schwer

    L

    Eigenartigerweise tun wir uns oft viel leichter mit schwer als mit leicht.

    Wenn im Business etwas leicht geht, werden wir misstrauisch. Wo ist der Haken? Ist das nicht zu gut, um wahr zu sein?

    Wenn im Business etwas leicht geht, dann denken wir uns: Ich habe mich nicht genug angestrengt. Nächstes Mal muss ich mich mehr ins Zeug legen!

    Wenn im Business etwas leicht geht, dann folgern wir: Aha, wenn das so leicht war, dann geht da noch viel, viel mehr!

    Wenn jedoch im Business etwas schwer geht, dann ist alles so, wie wir es gewohnt sind. Dann ist alles in Ordnung. Dann hinterfragen wir die Umstände ganz selten.

    Dabei wäre gerade die Leichtigkeit ein ausgesprochen verlässlicher Indikator dafür, dass es genau so passt, wie es ist.

    [Danke Oliver Burkeman für diesen Gedanken.]

    Gute Karten, trotzdem verloren

    G

    Mein Sohn und ich spielen fast jeden Tag in der Früh Schnapsen.

    Er ist ein vollwertiger Gegner. Ich muss voll auf Zack sein, damit er mir kein Bummerl anhängt.

    Unlängst meinte er nach einem Spiel zu mir:

    Papa, du hattest so gute Karten, aber du hast sie ganz falsch eingesetzt!

    Und damit hat er wahrscheinlich das Dilemma der gesamten Menschheit auf den Punkt gebracht.

    Ich habe einen großartigen Sohn.

    Happy Birthday!

    Anständig

    A

    Unlängst bin ich (wieder) auf folgenden Hinweis von Stefanie Stahl gestoßen:

    „Lege dir bei allen Überlegungen […] immer wieder die Frage vor, ob das, was du tust oder auch was du unterlässt, anständig ist.”

    Stefanie Stahl: Das Kind in dir muss Heimat finden, S. 171

    Anstand… kein sehr moderner Begriff, und keine Kategorie, die man sofort mit “der Wirtschaft” in Verbindung bringen würde.

    Und dennoch ist das, was “anständig” ist, ein verlässlicher Wegweiser in jedem Lifestyle Business.

    Anstand führt nämlich zum Erfolg. Wenn nicht kurzfristig, dann langfristig.

    Denn wer am Ende seines Lebens sagen kann: Ich habe stets so gehandelt, dass es anständig war, der wird nichts zu bereuen haben.

    Und das ist der ultimative Erfolg.

    Ich erlaube mich

    I

    Ich erlaube mir meine Träume, meine Fehler, meine Unsicherheiten, meine Liebenswürdigkeiten, meine Talente, meine Sehnsüchte, meine Unausstehlichkeiten, meine Verrücktheiten, meine Begeisterung, mein Desinteresse. 

    Es gibt wohl kein größeres Geschenk, das ich mir selbst machen könnte, als mir mich selbst zu erlauben.

    Durch die Wolken fliegen

    D

    Durch die Wolken zu fliegen ist unangenehm.

    Für jeden. Auch meine Sitznachbarin krallt sich an ihren Armlehnen fest. Das lässt sich nicht vermeiden. Man kann nur tief durchatmen, ruhig bleiben und darauf vertrauen, dass alles gut wird.

    The only way out is through. 

    Kleiderkasten

    K

    Es gibt Sachen, die passen dir gut. Wie eine zweite Haut.

    Es gibt Sachen, die stehen dir gut. Sehr schick.

    Es gibt Sachen, die trägst du gerne. Dein Lieblings-T-Shirt, das dir eigentlich schon zu klein ist, das schon verwaschen ist und bei dem deine Freundin den Kopf schüttelt, weil du es immer noch nicht ausgemustert hast.

    Vielleicht gibt es in deinem Kasten auch Sachen, die dir gut stehen und dir gut passen. Vielleicht auch Sachen, die du gerne trägst, aber die dir nicht (mehr) passen. Siehe Lieblings-T-Shirt.

    Aber gibt es in deinem Kleiderkasten auch Sachen, die dir gut passen, dir gut stehen UND die du gerne trägst?

    Warum hast du nicht nur solche Sachen?