Tag#Lebensfragen

Wir oder ich?

W

Unlängst habe ich mit einem Gründer darüber diskutiert, woran Partnerschaften in die Brüche gehen, sowohl die beruflichen als auch die privaten.

Er meinte, dass es häufig daran liegt, dass eine:r plötzlich entscheidet, dass das Ich wichtiger ist als das Wir.

Ich sage: Das stimmt schon, aber die Voraussetzung dafür, dass das Wir wichtiger ist als das Ich, ist, dass wir ein gemeinsames Verständnis davon haben, was dieses Wir genau ist. Und dass es sich lohnt, für dieses Wir zu kämpfen.

Sonst bin ich als Ich nämlich wirklich besser dran. 

Am falschen Dampfer

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Der VKI hat unlängst eine spannende Studie zur Nachhaltigkeit veröffentlich. Darin findet sich folgende Grafik:

Sie zeigt die Einschätzung der Österreicher:innen, welche Konsumbereiche den größten Einfluss haben auf Nachhaltigkeit, Klimaschutz etc. Daneben sieht man die Einschätzung von Expertinnen, welche tatsächlich die größten Hebel wären.

Kurz gefasst: Die Österreicher:innen denken, wenn sie brav Müll trennen, dann leisten sie einen großen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die Expert:innen sagen hingegen: Liebe Österreicher:innen, ihr müsstet euch zuerst mal vollkommen anders ernähren und dann euer Reiseverhalten umstellen, wenn ihr wirklich was zur Nachhaltigkeit beitragen möchtet.

Wenn du zum Frühstück, zu Mittag und zum Abendessen Fleisch isst, kannst du das auch nicht damit ausgleichen, dass du brav Papier und Plastik von der Schinkenverpackung auseinanderkletzelst.

Dein Fokus liegt auf der vollkommen falschen Sache – aber du glaubst, du tust das Richtige.

Ein folgenschwerer Irrtum, den ich als Gründungsberater, aber auch in meinem eigenen Solo-Business nur allzu gut kenne.

Der Raum dazwischen

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Zwischen dem Solopreneur, der du jetzt bist, und dem, der du werden willst, liegt kein gerader Plan, sondern ein “liminaler Raum” – ein Zwischenbereich, in dem du spielen kannst.

Spielen bedeutet hier nicht Spaß haben. Es bedeutet, die Welt so zu modellieren, wie sie dir und deinem Solo-Business entgegen kommt. Pretend play – ernsthaftes Vorspielen einer Zukunft, die noch nicht ganz da ist.

Wer diesen Spiel-Raum überspringt und direkt zum Ziel will, vergisst auf das Wichtigste. Das Spielen im liminalen Raum ist keine Zeitverschwendung, sondern der Ort, an dem echte Transformation passiert.

Was spielst du gerade?

[Danke John Vervaeke für diesen Gedanken]

Ein ganz normales Leben

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Alain de Botton sagt: Der Wunsch, bekannt und berühmt zu sein, ist eigentlich kein gutes Zeichen. 

Es ist für ihn ein Zeichen, dass man keine besonders gute Kindheit hatte. Eine glückliche Kindheit würde seiner Meinung nach nämlich dazu führen, dass man als Erwachsene:r nichts Besonderes mehr sein will, weil man die voll auf sich konzentrierte Aufmerksamkeit in seiner Kindheit (als Baby, als Kleinkind) „abgefrühstückt“ hat. 

Nichts Besonderes sein zu wollen, mit einem „ganz normalen Leben“ zufrieden zu sein — das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Und es ist definitiv nicht en vogue in unserer Aufmerksamkeitsökonomie.

Aber möglicherweise ist es genau das, was wir uns in der Tiefe unseres Herzens eigentlich wünschen.

Das nahende Ende

D

Mein Freund Martin hat mir unlängst eine spannende Frage gestellt: Was würdest du morgen machen, wenn du erfährst, dass du nur noch ein Jahr zu leben hast?

Zusatzfrage von mir: Würdest du dein Solo-Business weiterführen, oder würdest du deine Arbeit sofort einstellen?

Die Lehrer der Lehrer

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Es ist nicht wurscht, von wem man sich was sagen lässt.

Sag mir, wer deine Lehrer sind, und ich sage dir, in welche Richtung du dich entwickeln wirst. 

Drum prüfe auch bei den Lehrer:innen und Berater:innen, auf die du hörst, wer deren Lehrer:innen eigentlich sind.

Findest du die Vorbilder deiner Lehrer:innen auch leiwand? Dann bist du richtig. Wenn nicht, dann…

Denk-Arbeit

D

„Denken fühlt sich an wie Nichtstun”, sagt Gabriele Fischer in einem spannenden Gespräch mit Wolf Lotter.

Und weiter: „Ich glaube, wir sind es einfach nicht gewohnt, dass Denken als vollwertige Arbeit anerkannt wird. Wenn du zu Hause auf dem Sofa sitzt und an die Decke starrst, sieht das für deine Familie, für deinen Partner und vor allem für dich selbst nicht nach Arbeit aus.“

Und so meldet sich „das schlechte Gewissen des Freiberuflers“ (Wolf Lotter): Man könnte nachdenken (oder einfach nichts tun), aber man „traut“ sich nicht.

Wie gut ich das kenne…

Kein Platz für neue Ideen

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Unlängst sprach Peter Cornelius darüber, wie das so ist mit der Kreativität beim Songwriting:

„Mit Einfällen ist es so, meiner Meinung nach, dass die Landebahn immer frei sein muss. Und wenn der Einfall kommt und sieht, die Landebahn ist besetzt, dann zieht er sich entweder wieder zurück, oder er zieht weiter und landet woanders.“

Die Landebahn ist seiner Ansicht nach dann frei, „wenn ich von selber wieder die Lust verspüre, kreativ was in die Welt zu setzen.“

Meine Landebahn dürfte gerade nicht frei sein, wie es scheint.

Feuer am Dach

F

Alles, was du vernachlässigst, wird irgendwann dringend. Die Buchhaltung, die Beziehung, der Zahnarztbesuch – das Muster ist immer dasselbe.

Was auf deiner Liste steht noch im Status “kann warten”?

Gegen das Leben

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Wenn du mit der Imperfektion haderst, dann stemmst du dich gegen das Menschsein an sich. 

Am Meer

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Unlängst, im Museo de Málaga, ist mir folgender Gedanke gekommen:

Menschen, die am Meer leben, malen das Meer. Weil sie das Meer beschäftigt. 

Was sonst sollten sie malen?

Besser ist immer super

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Das klingt banal, ist aber das Gegenteil vom Perfektionismus, der uns Solopreneuren oft im Weg steht.

Wer sich optimal vornimmt, blockiert sich selbst — wer sich besser vornimmt, kommt jeden Tag einen Schritt weiter.

Eine der nützlichsten Fragen beim Aufbau eines Solo-Businesses ist: “Wie mache ich es heute ein bisschen besser als gestern?”

Das Anti-Angeber-Programm

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Mir kommt manchmal vor, wir Solopreneure haben eine Art “Anti-Angeber-Programm” installiert.

“Keiner mag einen Angeber”, steckt in unserem Hinterkopf. Und wenn wir dann die Chance haben, uns und unsere Arbeit zu präsentieren, dann machen wir uns selbst klein – um nur ja nicht wie ein Angeber zu wirken. Wir setzen auf Understatement, weil wir denken, das hätte Klasse.

Eine vernünftige Selbstpräsentation hat überhaupt nichts mit Angeben zu tun. Es ist schlicht das Nennen von Fakten. Du hast etwas geleistet? Haben deine Kund:innen durch dich Erfolg? Hast du einen großen Auftrag bekommen? Dann sag es. Ohne “eigentlich” und “ein bisschen” und “naja, ist ja nichts Besonderes”.

Die anderen können nur mit den Informationen arbeiten, die du ihnen gibst.

[Danke Katharina Lewald für diesen Gedanken.]

Schwierigkeiten als Filter

S

Wenn’s schwierig wird, ist das wahrscheinlich eine gute Nachricht. Weil genau diese Schwierigkeiten all jene abschrecken, die nicht so engagiert sind wie du.

Das ist der natürliche Filter, der dafür sorgt, dass nur die wirklich Entschlossenen am Markt übrig bleiben. Während andere bei der ersten Hürde abbiegen, machst du weiter – nicht weil du härter bist, sondern weil dir die Sache wirklich wichtig ist.

Schwierigkeiten sortieren aus. Sie trennen die, die dabei bleiben wollen, von denen, die dabei bleiben müssen.

[Danke Seth Godin für diesen Gedanken

Genug

G

Echte unternehmerische Freiheit beginnt, wenn du “genug” für dich definiert hast. Nicht das nächste Umsatzziel – sondern der Punkt, an dem du sagst: Das reicht.

Wer “genug” hat, rebelliert gegen ein System, das auf ewigem Wachstum, permanenter Unzufriedenheit und Konsum aufbaut. Nicht durch laute Parolen, sondern durch eine bewusste persönliche Grenzziehung.

Du spielst einfach nicht mehr mit. Das ist radikaler, als es klingt.

Exzellente Arbeit

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Exzellenz bedeutet auch, dass man weiß, dass niemand in allem perfekt ist und sein kann.

Exzellenz entsteht durch das Zusammenwirken von vielen, die ihre Stärken einbringen.

Beruf oder Familie

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Klaus Schwertner, Direktor der Caritas der Erzdiözese Wien, hat unlängst über das Spannungsfeld gesprochen, dass seine Familie für ihn immer an erster Stelle steht, dass er aber gleichzeitig auch seine Arbeit “sehr gern macht”.

Die Hingabe für seine Arbeit kann von außen so wirken, als würde seine Familie die zweite Geige spielen — z.B. wenn er in Kriegsgebiete in der Ukraine oder im Südsudan fährt.

Gleichzeitig glaube ich ihm vollkommen, wenn er sagt, seine Familie sei ihm das Wichtigste.

Es ist und bleibt ein Spannungsfeld. Er nennt es seine “Lebensaufgabe”, einen vernünftigen Ausgleich zwischen Beruf(ung) und Familie zu schaffen.

Als Lifestyle Entrepreneur weiß ich genau, wovon er spricht.

Warum nicht?

W

Bevor du in deinem Business etwas Neues startest:

Warum machst du nicht zuerst das Meiste aus dem, was du bereits hast?

Und ja, das könnte bedeuten, dass du noch ein bisschen mehr in diese Sache investieren musst: mehr Geld, mehr Sorgfalt oder mehr Liebe.

Das Phantom, an dem du dich misst

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Unlängst hat Tad Hargrave in seinem Newsletter eine Beobachtung geteilt: Wenn er bei seinen Workshops fragt, wer das Gefühl kennt “Ich sollte schon viel weiter sein”, gehen fast alle Hände hoch.

Spannend, dass wir alle das gleiche Problem zu haben scheinen. Aber noch spannender ist die Frage: “Weiter sein” verglichen mit was genau?

Wir messen uns an einer fiktiven Version unserer selbst, die unter perfekten Bedingungen gearbeitet hätte. Die nie krank war, nie gezweifelt hat, nie einen Umweg genommen hat.

Zum Beginn des Jahres wird dieser phantomhafte Vergleich oft besonders laut. “Im Jahr 2026 sollte ich endlich…” – aber wer hat dir eigentlich eingeredet, welche Meilensteine du bis wann erreicht haben musst? Sind das wirklich deine Meilensteine, ist das wirklich deine Zeitplanung – oder jagst du einem Phantom nach?

Vergiss für einen Moment, wo du “sein solltest”. Schau dir stattdessen an, wo du tatsächlich bist. Sei einen kurzen Moment dafür dankbar, und dann entscheide, wohin du als nächstes willst.

Running Sushi

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Das Essen fährt portionsweise auf Tellern an meiner Nase vorbei. Ich brauche nur noch die Hand ausstrecken und zugreifen.

Das kommt meinem Kindheitstraum, einmal im Schlaraffenland zu leben, schon verdammt nahe.

Und das um 85 Euro für die ganze Familie.

Klar, man kann sagen: Das ist viel Geld für ein Mittagessen.

Aber in Wahrheit ist es ein echtes Schnäppchen für dieses unglaubliche Gefühl von Abundance, Reichtum und Luxus.

Wie im Märchen!