Tag#Lebensfragen

Formel-1-Fahrer

F

Wenn ein Rennfahrer bei einem Rennen mitfährt, dann wird er sich denken: Ich will heute gewinnen! Selbst, wenn er in der letzten Startreihe steht.

Ich glaube, keiner der Fahrer tritt an, um einfach nur dabei zu sein. Um eine ruhige Kugel zu schieben. Um halbwegs unbeschadet durchs Rennen zu kommen.

Auch, wenn nur einer der Sieger sein kann, haben trotzdem alle den Anspruch: Ich fahre, um zu gewinnen.

Jeder will gewinnen. Bis das Rennen vorbei ist.

Und genau mit diesem Anspruch sollten wir auch an unser Solo-Business herangehen: Mitspielen, um zu gewinnen.

It might not work

I

Jede wichtige Arbeit might not work. Seth Godin meint sogar: Je bedeutender die Aufgabe, desto mehr kann schief gehen.

Die wirklich wertvollen Tätigkeiten (im Business, im Leben) sind die, denen ein gewisses Risiko innewohnt, dass sie (total) schief gehen können..

Für die sichere Bank hast du wenig Lohn zu erwarten.

Auffälligkeiten

A

Dir fällt etwas auf.

Dann redest du mit einer Freundin darüber. Der ist das auch schon aufgefallen.

Es dauert wahrscheinlich nicht lange, und ihr beide seid euch einig, “dass das einfach so ist“.

Die Welt ist komplex, und es ist ziemlich schwer zu entscheiden, was man glauben soll und was nicht. Eine gute Heuristik ist: Je mehr Menschen es glauben, desto wahrscheinlicher ist es richtig. Das stimmt tatsächlich in den meisten Fällen.

Aber nicht immer.

Das sollten wir nicht vergessen.

Schreibkunst

S

Man kann ja leicht sagen: Wow, was für eine tolle Autorin! Ich würde gerne so schreiben wie sie! 

Aber: Um so zu schreiben wie ein bestimmter Autor, müsstest du denken wie dieser Autor. Und um zu denken wie dieser Autor, müsstest du leben wie dieser Autor. 

Und würdest du das wirklich auch wollen?

[Danke Alain de Botton für diesen Gedanken.]

Es ist, wie es ist

E

Und es ist gut so.

Hör auf, gegen das Leben zu kämpfen. 

Arbeitsam

A

Bruce Springsteen sagt über sich selbst: “I’m a better man when I’m working,”

Ich glaube, das gilt auch für mich. Es ist ein guter Tag, wenn ich das Gefühl habe, dass ich was geschafft habe.

“I feel like I’ve got plenty of work left in me”, sagt Springsteen weiter. Wäre schön, wenn ich mit 74 das auch sagen könnte.

Das würde nämlich bedeuten, dass ich bis ans Ende meiner Tage gute Tage haben werde.

Ideen vs. Identitäten

I

Social Media eignen sich nicht zum Austausch von Ideen, sondern nur zum Austausch von Identitäten, sagt Hannah Metzler.

Man kann auf Social Media nicht ernsthaft, fachlich und sachlich mit anderen diskutieren. Das geben die Plattformen mit ihren Algorithmen und Geschäftsmodellen einfach nicht her.

Was geht, ist, dass man Leute findet, die gut widerspiegeln, was man selber denkt. Und die kann man dann liken, denen kann man folgen, die kann man online leiwand finden.

Aber für echte Gespräche, für deep talk, braucht es andere Räume.

Abwenden, still werden

A

Bernhard Pörksen meint: Manchmal muss man sich abwenden, um sich dann wieder neu zuzuwenden.

Deshalb gehe ich jetzt zwei Wochen in Urlaub. Urlaub von meinem Business, das ich eigentlich sehr, sehr mag.

Ich werde versuchen, den “Lärm” zu reduzieren, der mich als Solo-Selbständigen täglich umgibt – im Internet, in meinen Projekten, in meinen Posteingängen, in den Podcasts, die ich höre – ja selbst in den Büchern, die ich lese. So viel Lärm.

Ich möchte ein bisschen stiller und ein bisschen ruhiger werden.

Um danach umso klarer und lauter sagen zu können, wer ich bin und was ich will.

Nicht nachgedacht

N

Nur Herz und kein Hirn…

Das funktioniert auf Dauer nicht.

[Danke Viki für diesen Gedanken!]

Zimmerpflanzen

Z

Ich bin wirklich nicht gut darin, mich um unsere Zimmerpflanzen zu kümmern. Aber ich weiß immerhin genau, warum das so ist.

Ich tue nämlich nur das Nötigste. Ich behandle sie alle gleich. Ich stelle sie alle an den gleichen Ort, alle werden einmal in der Woche gegossen und keine Pflanze bekommt irgendwelche Extrawürstel.

Mache Pflanzen kommen damit gut zurecht, andere weniger. Natürliche Selektion.

Ich habe weder Zeit noch Lust noch Interesse, mich ins Thema Zimmerpflanzenpflege einzufuchsen und darin besser zu werden. Das ist auch okay, man kann nicht in allen Aufgaben seines Lebens kompetent sein. Das geht sich einfach nicht aus.

Aber gleichzeitig akzeptiere ich damit, dass unsere Zimmerpflanzen immer ein bisschen einen traurigen Eindruck machen werden.

Lebenszeichen

L

Ein Lebenszeichen ist, wenn du deiner Umgebung signalisierst: Hey, ich bin lebendig! Bei mir tut sich was!

Ein Lebenszeichen ist aber auch, wenn dir dein Leben ein Zeichen schickt: Hey, da tut sich gerade was! Schau mal genauer hin!

Hilfreich sein

H

Hilfreich zu sein muss nicht unbedingt nur heißen, dass man eine Lösung hat.

Hilfreich kann man auch sein, wenn man jemandem hilft, ein Problem besser zu verstehen.

Hilfreich zu sein kann auch heißen, dass man Optionen aufzeigt, welche der andere zuvor nicht gesehen hat.

Hilfreich kann man auch sein, wenn man dem Gegenüber zeigt, dass er gesehen, geschätzt und verstanden wird.

Hilfreich zu sein kann manchmal auch einfach nur bedeuten, jemanden mit seinem Problem erst zu nehmen.

[Danke David Bornstein für diesen Gedanken.]

Gefühlte Wahrheit

G

Justin Vernon (aka Bon Iver) sagt in einem wunderbaren Gespräch mit Krista Tippett etwas ganz Spannendes:

You can’t convince people with words. You just can’t. It’s not happening and it will not happen. You have to convince them with something that is already in there, something that they already have.

Das ist genau das, was Musik macht. Sie berührt uns innerlich, und somit ist sie “wahr”. Nicht wegen dem, was im Song gesagt wird, sondern wegen dem, was wir spüren, wenn wir ihn hören.

Gutes Marketing (oder überhaupt: gute Kommunikation) ist wie gute Musik.

Lauter Ahnungslose

L

Ein wichtiger Reminder von Bob Lefsetz:

The dirty little secret is most people don’t know most things.

Was sie natürlich nicht davon abhält, über most things eine Meinung zu haben.

Gefühlt erfolgreich

G

Ja, man kann “Erfolg” nicht eindeutig definieren. Jeder Mensch hat dafür andere Maßstäbe. 

Aber jeder Mensch hat ein eindeutiges Gefühl dafür, ob er gerade “erfolgreich” ist oder nicht. 

Lauter Verrückte!

L

So wie ich denke, denkt sonst niemand.

Das weiß ich. Aber ich vergesse es immer wieder.

Deswegen bin ich von der Welt auch immer wieder überrascht.

Verdächtige Freundlichkeit

V

Wir Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Kindness.

Kindness ist mehr als Freundlichkeit. Kindness ist Offenheit, Toleranz, Respekt. Mit anderen Worten: Kindness ist gelebte Menschlichkeit.

Gleichzeitig gibt es (bei uns) ein Misstrauen gegenüber Kindness, sagt Matthias Horx, „weil sie immer als taktisch und strategisch benutzt wird“. 

Aber es gibt sie noch da draußen: Die Menschen, die einfach deswegen kind sind, weil sie können. Weil sie gute Menschen sind. Weil dadurch die Welt zu einem besseren Ort wird.

Hast du nicht auch Lust, öfter mal einer dieser Menschen zu sein?