Tag#Lebensfragen

Wertlose Ideen

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„Eine Idee ist nichts wert, wenn die Ausführung nix wert ist”, sagt David Schalko.

Oder, für ein Gründungsprojekt formuliert: Eine Geschäftsidee ist nur so gut wie ihre Ausführung.

Oder, nochmal anders: Mach dir keine Sorgen, dass dir irgendjemand deine gute Idee klauen könnte. Mach dir lieber Gedanken, wie du deiner guten Idee mit einer exzellenten Umsetzung gerecht wirst.

Der Feed zeigt nicht die Welt, er zeigt dich

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Unlängst wieder: LinkedIn geöffnet, Feed reingezogen, und nach zehn Minuten die quälende Frage im Hinterkopf: Mache ich eigentlich irgendetwas richtig?

Dabei passiert da etwas Eigenartiges: Der Feed zeigt mir nicht, wie die Welt wirklich funktioniert. Er zeigt mir, wo ich unsicher bin.

Ein Coach mit hundert Reaktionen auf einen einzigen Post trifft mich genau dort, wo ich mir selbst nicht erfolgreich genug vorkomme. Die Zeitmanagement-Queen mit drei extra “freien Stunden” pro Tag trifft mich dort, wo ich das Gefühl habe, selbst zu wenig zu schaffen.

Der Feed ist ein Spiegel der eigenen Zweifel. Und er ist sehr gut darin, diese Zweifel zu finden – und zu nähren.

[Danke Matthias Barth für diesen Gedanken.]

Die stille Seite des Sonntags

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Manche Fragen stellen sich nur in ruhigen Momenten.

Unter der Woche ist man zu beschäftigt dafür. Man checkt ständig die Inbox, schaut ob der letzte LinkedIn-Post performt hat, zählt die Follower auf Insta. Man weiß rational, dass es keine Rolle spielt — und checkt trotzdem drei-, viermal am Tag. Das Wissen hilft nicht gegen den Reflex.

Aber: “Genug” ist kein Zustand, den man irgendwann erreicht. Es ist eher eine Entscheidung — und zwar eine, die sich nur in stillen Momenten treffen lässt.

Entscheidungen ohne Strategie

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Viele Solopreneure verwenden eine Menge Energie darauf, einzelne Entscheidungen zu optimieren. Welches Angebot? Welcher Preis? Welcher Kanal?

Das kann auf Dauer sehr anstrengend werden.

Dieses Klein-Klein entsteht dann, wenn man keine Strategie hat. (Und die allermeisten Solo-Businesses haben keine Strategie.)

Der eigentliche Aufwand liegt also nicht in den tausend Einzelentscheidungen. Er liegt in der Stufe davor, wenn es darum geht, seine Solo-Business-Strategie zu entwickeln: Wer bin ich, was will ich eigentlich erreichen – und warum?

Der Philosoph stört

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Social-Media-Plattformen sind keine Diskursräume. Differenzierte Meinungen und tiefgehende Gespräche haben es dort ganz, ganz schwer.

Alles, was die Leichtigkeit und die Gefälligkeit des kontinuierlichen Inhalte-Flusses stört (also differenzierte Argumentationen oder ein echter Meinungsaustausch), wird vom Algorithmus nicht gern gesehen.

Der Clown wird gegenüber dem Philosophen eindeutig bevorzugt, weil der Clown platt ist und sofort Reaktionen auslöst — und kein langes Nachdenken verlangt.

Die Plattformen sind wie Einkaufszentren: Alles ist darauf ausgerichtet, dass man möglichst lang weitergeht und weiterschaut – und seine gute Laune nicht verliert.

Vertrauen und Hinterfragen

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Je komplexer die Welt wird, desto öfter müssen wir Menschen und Systemen vertrauen, die wir nicht durchschauen. Und damit meine nicht nur KI.

Es bleibt dir als Solopreneur ja auch gar nichts anderes über. Du kannst nicht alles kontrollieren, nicht alles wissen, überall up to date sein. Niemand kann das.

Niklas Luhmann hat das „Komplexitätsreduktion” genannt. Vertrauen ermöglicht uns, trotz Nichtwissen zu handeln. Aber das bedeutet auch: Gerade weil wir uns auf Systeme verlassen müssen, die wir nicht durchschauen, brauchen wir wirksame Kontrollmöglichkeiten. Sonst wird aus dem notwendigem Vertrauen gefährliche Naivität.

Das Paradoxon des modernen Lebens ist also: Wir müssen vertrauen, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben. Gleichzeitig dürfen wir nie aufhören, dieses Vertrauen zu hinterfragen.

Freude als Widerstand

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Es gibt Momente, in denen Fröhlichkeit keine Stimmungslage ist, sondern eine Haltung.

Martin Shaw nennt das the Merrie — jene alte, fast vergessene Qualität des gemeinsamen Feierns, die nicht trotz der Schwere des Lebens entsteht, sondern wegen ihr.

Unser Alltag liebt den Ernst. Er klappt am besten, wenn wir funktionieren. Fröhlichkeit irritiert da meistens.

Aber: Wer heute mit anderen am Tisch sitzt, isst, lacht — der tut etwas Subversives. Nicht weil er die Welt ignoriert, sondern weil er sie feiert. Die Gemeinschaft. Den Moment. Das Genug.

Das ist keine Kleinigkeit.

[Danke Martin Shaw für diesen Gedanken]

Gut gemacht, trotzdem schlecht

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Auch Folgendes ist denkbar: Du hast alles richtig gemacht, und das Ergebnis ist trotzdem suboptimal.

Es liegt nicht immer alles nur an dir!

Du hast nicht die volle Kontrolle über das Ergebnis eines Prozesses. So leid es mir tut, und so sehr du dir das auch wünschen würdest.

Der Anfang vom Ende

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“Veränderung kann ein Umweg sein, um Abschied zu vermeiden”, sagt Gordon Schönwälder.

Er meint damit Podcasts.

Aber der Gedanke geht viel weiter — und tiefer.

Feldnotizen 03/26

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Ein paar Gedanken aus meinen Notizbuch. Ungeordnet, ungefiltert, ohne Anspruch auf Wahrheit.

Anziehung hat viele Formen – und Vielfalt ist kein Widerspruch, sondern Realität.

Wer Zugehörigkeit erzwingen will, verliert Leichtigkeit; wer sich erlaubt, findet Frieden.

Du musst nicht jede Tür aufmachen, nur weil du den Schlüssel dafür hast.

Deine erste Reaktion ist selten die Wahrheit – oft ist sie nur ein Reflex.

Schönheit wirkt wie ein Gegengift: Sie entwaffnet Angst.

Wenn du immer nur hilfst, ohne Hilfe anzunehmen, bleibst du dauernd auf Abstand.

Die Wahrhaftigkeit der Absicht bestimmt deinen Erfolg. Im Business und auch sonst im Leben.

Angst vor Veränderung ist oft nur Angst, auf Veränderungen nicht gut genug reagieren zu können.

Nicht mehr Sicherheit macht frei – sondern mehr Vertrauen, dass du mit dem Ungewissen umgehen kannst.

Problem vs. Sorge

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Ist es ein echtes Problem, oder ist es nur eine Sorge?

Brauchst du eine Lösung, oder brauchst du nur mehr Schlaf?

Der rotierende Wahnsinn

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Unlängst habe ich bei Tad Hargrave einen witzigen Satz gelesen:

“A healthy village doesn’t mean that no one’s crazy. It’s just that not everyone is crazy at the same time.”

Deswegen sind der vertrauensvolle Austausch mit anderen Solopreneur:innen so wichtig. Denn in gesunden Beziehungen rotiert der Wahnsinn: Heute bin ich überfordert, morgen du. Heute kannst du mich auffangen, nächste Woche ich dich. Wer gerade stabil ist, hilft dem anderen ein bisschen, wieder zu seiner Mitte zu finden.

Das gilt auch für den Umgang mit deinen Kund:innen. Ein Problem entsteht erst, wenn alle gleichzeitig durchdrehen. Wenn deine Kundin und du beide gestresst sind und beide patzig werden, dann eskaliert die Situation.

Manchmal bedeutet das: Die E-Mail erst morgen beantworten, wenn du wieder klar denkst. Manchmal: Einen Business Buddy anrufen, der/die gerade nicht im Drama steckt.

Und manchmal einfach nur: Erkennen, dass du heute der/die Verrückte bist – und entsprechend vorsichtig agieren.

Ein Feiertag, nur für dich

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Heute, am 26. März, ist Make Up Your Own Holiday Day.

Jeder Feiertag ist irgendwann mal von jemandem erfunden worden. Oder, besser gesagt: Feiertage werden nicht gefunden, sie werden gemacht. Von jemandem, der beschlossen hat: Dieser Tag soll anders sein. Dieser Tag bedeutet etwas.

Für Solopreneure ist das eine merkwürdig übersehene Möglichkeit. Du hast alle Freiheiten — auch die, dir selbst einen Feiertag zu gönnen.

Nicht irgendeinen. Deinen ganz persönlichen Feiertag. Vielleicht den Jahrestag deiner Gründung. Oder den Tag, an dem du die erste Kundin gewonnen hast. Oder den Tag, an dem du aufgehört hast, etwas zu tun, das dir nicht gut getan hat. Irgendeinen Tag, der für dich eine ganz besondere Bedeutung hat — und den du von nun an jedes Jahr markierst, vielleicht sogar feierst.

Markiere dir diesen Tag ganz dick im Kalender. Jetzt.

Du sollst nicht lügen

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Es gibt keine Alternative zur Wahrheit. 

Auch die Lüge ist keine Alternative.

Im Gegenteil: Die Lüge ist eine Anerkennung der Wahrheit.

Faszination Warren Buffet

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Unlängst habe ich mit jemandem über Warren Buffet gesprochen.

Mein Gesprächspartner war beeindruckt von der Arbeitsweise des 94-Jährigen, von seiner Bescheidenheit und – natürlich – von seinem finanziellen Erfolg.

Aber was macht Warren Buffet denn so Besonderes?

  • Er tut das, was er am besten kann. Seit vielen, vielen, vielen Jahren.
  • Er macht nichts, wovon er nichts versteht.
  • Er hat kompetente Leute um sich, mit denen er gut zusammenarbeitet und die like-minded sind.
  • Er hat klare Prinzipien und bleibt diesen Prinzipien treu. Auch, wenn er dadurch (kurzfristige) Gewinnmöglichkeiten auslässt.

Warren Buffet macht aus meiner Sicht also nichts Besonderes. Zumindest nichts, was wir alle nicht ebenso gut machen könnten.

Was aber das Besondere ist: Warren Buffet weicht von seinen Prinzipien nicht ab. Er bleibt sich selbst treu. Er leidet nicht unter FOMO, und er weiß, wie wichtig es ist, strategisch zu denken und eine Strategie langfristig zu verfolgen.

Das macht er seit fast 70 Jahren so. Und wir Solopreneure tun uns schon schwer, eine Strategie 70 Tage lang durchzuhalten (sofern wir überhaupt eine haben).

Das ist der große Unterschied zwischen uns und Warren Buffet.

Neue Zeitrechnung

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Als Angestellte:r denkt man “monatlich” – weil man ja auch monatlich sein Gehalt bekommt.

Als Gründer:in ist es besser, “jährlich” zu denken – weil man feststellen wird, dass das Einkommen über’s Jahr verteilt sehr unterschiedlich reinkommt.

Als Unternehmer:in ist es noch besser, in “Saisonen” zu denken – weil man draufkommt, dass es auch im eigenen Business verschiedene “Jahres-Zeiten” gibt. Zeiten, wo die Dinge zu wachsen beginnen. Zeiten, wo die Sonne scheint. Zeiten, wo die Früchte zu ernten sind. Und dann halt leider auch Zeiten, wo alles wie zugefroren scheint.

Eine der größten Herausforderungen beim Selbständigmachen ist also, seine Zeit-Rechnung umzustellen.

Zeit ist nicht Geld

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Chantel Chapman schreibt in ihrem Buch The Trauma Of Money etwas, das man sich als Selbständiger hinter die Ohren schreiben sollte: Zeit ist NICHT Geld.

Zeit und Geld sind völlig unterschiedliche Kategorien. Sie lassen sich nicht ineinander um- und zurückverwandeln. Die im Solo-Business-Space gängige Idee, dass man “Zeit gegen Geld tauschen” könnte, führt also komplett in die Irre.

Aber: Unsere Beziehung zu Zeit und unsere Beziehung zu Geld haben sehr viel miteinander zu tun. Wer ein Geld-Thema hat, hat meist auch ein Zeit-Thema – und umgekehrt. So, wie wir unsere Zeit behandeln, behandeln wir auch unser Geld.

Aus diesem Umstand heraus entsteht vielleicht auch die “Verwechsungsgefahr” von Zeit und Geld. Aber den Unterschied klar vor Augen zu haben, ist spielentscheidend für Solopreneure.

Perspektivenwechsel als Superpower

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Wenn du gerade knapp bei Kasse bist, siehst du die Welt durch die Brille eines leeren Bankkontos. Wenn dann plötzlich eine Kundenanfrage reinkommt, wird sie zum potenziellen Rettungsring.

Aber: Deine Aufmerksamkeit wird von deiner Geldknappheit gesteuert. Du bist in dieser Perspektive gefangen, wenn du dir die Kundenfrage durchliest. Du siehst nur den potenziellen Umsatz und blendest viele Details aus.

Besser wäre es, wenn du es schaffst, auf deine finanzielle Anspannung zu schauen. Aus der Vogelperspektive heraus wahrzunehmen: “Ah, interessant – ich bin gerade unter Druck und das beeinflusst meine Bewertung dieser Anfrage. Bin ich mir wirklich sicher, dass ich diesen Auftrag annehmen kann und will?”

In diesem Moment bist du nicht mehr komplett in deinen finanziellen Sorgen gefangen. Du hast einen Abstand zwischen dem Impuls (der Anfrage) und deiner Reaktion geschaffen – und kannst dadurch bessere Entscheidungen treffen.

Diesen Abstand schaffen zu können, ist die Superpower, die echte Entscheidungsfreiheit erst möglich macht. Solange du komplett in einer Perspektive gefangen bist, handelst du impulsiv – und oft zu deinem eigenen Nachteil.

Aber wenn du aus der unmittelbaren Dringlichkeit heraustreten kannst, dann kannst du wählen.

Die Scarcity-Falle

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Mir kommt vor, viele Solopreneure treffen genau dann ihre schlechtesten Entscheidungen, wenn sie sie sich am wenigsten leisten können.

Wenn dir das Geld ausgeht, wenn du nicht weißt, wie du nächsten Monat die Fixkosten decken sollst und an dir selbst zweifelst – dann spürst du starke scarcity. Dein Gehirn geht in den Überlebensmodus. Und dadurch schrumpft deine mental bandwidth dramatisch.

Das bedeutet: Du bist nicht mehr zugänglich für differenzierte Argumente. Und für dein Solo-Business kann das bedeuten: Du interessierst dich nicht für langfristig sinnvolle Veränderungen im Geschäftsmodell – sondern kaufst den Kurs von jemandem, der sagt: Mit meinem Kurs machst du in zwei Wochen sechsstellige Umsätze! Auch wenn du eigentlich ganz genau weißt, dass dieses Versprechen zu gut ist, um wahr zu sein.

Das ist keine Dummheit. Das ist ein Gehirn unter existenziellem Stress, das einfach nicht mehr klar denken kann. Und genau deswegen sind Menschen in dieser Lage so anfällig für Bullshit-Versprechen.

Nicht weil sie naiv wären, sondern weil ein überlastetes Gehirn keine guten Entscheidungen trifft.