Tag#Lebensfragen

13 Wochen Urlaub

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Passend zum heutigen Schulschluss:

Unlängst hat mein Nachbar angemerkt, dass es schon irgendwie leiwand ist, Lehrer zu sein, weil man 13 Wochen im Jahr Urlaub hat.

Stimmt natürlich.

Aber die entscheidende Frage ist:

Sind 13 Wochen Urlaub ein gut genuges Argument, um die anderen 39 Wochen des Jahres aufzuwiegen?

Oder, anders formuliert: Ist die Zeit, wo man nicht an seinem Arbeitsplatz ist, wirklich ein geeignetes Argument dafür, dort zu sein?

Ein schlechter Tag

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Wie gut du in deinem Business wirklich bist, zeigt sich an deinem schlechtesten Tag.

Wenn alles schief geht, wenn sich scheinbar die ganze Welt gegen dich verschworen hat…

Bist du auch an so einem Tag noch fähig, was Gutes hervorzubringen?

KI, aber heimlich

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Unlängst habe ich von einer Studie gelesen, in der herausgefunden wurde, dass dass die Mehrheit aller Büroangestellten KI nutzt, ohne dass der Chef Bescheid weiß. Sie tun es heimlich, und wenn man es ihnen verbietet (KI bedeutet ja auch Risiken für Unternehmen!), dann ignoriert die Mehrheit der Befragten diese Vorgabe einfach.

So weit halte ich die Studie für plausibel, weil sie sich mit meinen eigenen Erfahrungen rund um institutionelle KI-Richtlinien deckt.

Dadurch, so heißt es in dem Artikel weiter, geraten zunehmend “Arbeitsergebnisse in Unternehmen in Umlauf, die nicht auf ihre Richtigkeit geprüft wurden”.

Da sage ich allerdings: Haltaus! Dass die Menschen nicht alles, was sie produzieren, auf Richtigkeit checken, war auch schon vor ChatGPT so.

Das kann man der KI wirklich nicht in die Schuhe schieben.

Kinder machen Business

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Unlängst habe ich einen Vormittag lang in der dritten Volksschulklasse meines Sohnes unterrichtet. 17 Neunjährige, eine Lehrerin und ich haben ein Unternehmen gegründet: einen Apfelsaft-Stand.

Dieses Projekt war, wie man sich vorstellen kann, in mehrerlei Hinsicht spannend. Aber eine Erkenntnis hat sich mir besonders eingeprägt:

Die Probleme, die Neunjährige bei der Zusammenarbeit in mehreren Teams haben, sind haargenau dieselben wie bei den Erwachsenen.

Oder, anders formuliert: Erwachsene haben immer noch die gleichen Probleme wie Neunjährige, wenn sie in verschiedenen Abteilungen zusammenarbeiten sollen – und oft auch noch haargenau die gleichen Lösungsstrategien.

Geteilte Kunst

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Unlängst habe ich in einem Blog-Post die Frage gestellt: Was ist eine Kunstsammlung wert, wenn man sie nicht herzeigen kann?

Das hat zu einem spannenden Gespräch mit Martin geführt – nämlich über die Frage, ob z.B. Kunstwerke nicht auch an und für sich einen Wert haben.

Worauf wir gemeinsam gekommen sind: Ja, ein Kunstwerk hat einen Wert “an sich”, einen intrinsischen Wert. Ein Kunstwerk ist nicht deswegen wertlos, weil es “nur” der Künstler oder die Kunstsammlerin sehen kann.

Aber es bekommt mehr Wert, wenn es auch anderen Menschen zugänglich ist.

Selbst, wenn das Kunstwerk in einem Museum hängt und dort von niemandem betrachtet wird — allein, dass es gesehen werden könnte, macht schon einen Riesenunterschied.

Unsere gemeinsame Hypothese: Das meiste im Leben wird mehr wert, wenn man es teilt.

[Genau diese Idee (oder so was Ähnliches) motiviert mich auch seit Jahren, diesen Daily Blog zu schreiben. Er könnte ja gelesen werden. Und ab und zu spreche ich tatsächlich mit jemandem über ein Blog-Post. Das empfinde ich jedes Mal als ausgesprochen wert-voll.]

Das kann doch nicht so schwer sein!

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… ist einer der größten Aberglauben überhaupt.

Es kann doch nicht so schwer sein, Lehrerin zu sein – die paar Stunden Unterricht am Tag, die vielen Ferien!

Es kann doch nicht so schwer sein, ein Kaffeehaus aufzumachen – das bringt doch jeder zusammen!

Es kann doch nicht so schwer sein, den Ball ins Tor zu treffen – das schafft ja sogar ein Fünfjähriger!

Das sagen typischerweise Menschen, die noch keine Sekunde in ihrem Leben unterrichtet, in einem Kaffeehaus gearbeitet oder professionell Fußball gespielt haben.

Denn wenn sie das hätten, dann wüssten sie: Hinter dem, was vermeintlich so leicht ausschaut, steckt VIEL harte Arbeit.

Man sieht sie halt nur nicht.

Lehr-Lern-Probleme

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Eine persönliche Hypothese:

Die allermeisten zwischenmenschlichen Probleme lassen sich auf eine dieser beiden Ursachen zurückführen:

  1. Jemand ist kein guter Lehrer.
  2. Jemand ist kein guter Lerner.

Stimmt vielleicht nicht überall, aber in erstaunlich vielen Kontexten.

Meisterhaft

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Wenn du wissen willst, wie es klingt, wenn jemand in seiner Zone Of Genius ist, dann hör der Psychotherapeutin Esther Perel bei der Arbeit zu.

Beeindruckend. Inspirierend.

Vorbildlich.

#underconsumption

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Das ist ein Trend auf Social Media.

Die Idee dahinter: In einer Gesellschaft, die stark konsumgetrieben ist, werden Kaufgewohnheiten hinterfragt. Denn: Wer weniger Geld ausgibt für den alltäglichen Überfluss im Kleiderschrank, im Bad-Kastl oder im Kühlschrank, dem bleibt mehr Geld für größere Projekte wie Hauskauf, Ausbildung oder Altersvorsorge.

Diese Idee ist natürlich nicht neu. Aber dieser Trend wird hauptsächlich von jungen Menschen, der Generation Z, getragen. Es geht ihnen nicht um altfaderische Sparsamkeit, sondern um eine bewusste Entscheidung gegen den Überfluss. Es geht um einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen – und darum, Dinge zu tun, die für uns tatsächlich langfristig wichtig sind.

Vielleicht auch für ältere Semester ein Impuls, sich öfters mal (wieder) zu fragen: Brauche ich das wirklich?

Weisheit und Mut

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Beides braucht es in jeder Beziehung – und bei jeder Unternehmung. 

Weisheit, um kluge Entscheidungen zu treffen.

Mut, um diese Entscheidenden umzusetzen und durchzuhalten.

[Danke für diesen schönen Gedanken, Sarah Spiekermann!]

Enabling Spaces

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Wenn man sich weiterentwickeln will, braucht man einen Raum dafür. Einen Rahmen. Man kann sich nicht ins Grenzenlose hinein entwickeln. Es braucht Leitlinien und Orientierung, Anfänge und Enden.

Diese Räume müssen nicht perfekt sein. Sie können ruhig ein bisschen chaotisch und improvisiert sein, aber die Intention der Raum-Geber muss gut (righteous) sein.

Sitzen wir alle im selben Bus, ist es wurscht, wenn der Bus ein bisschen holprig daher kommt, solange wir alle in dieselbe Richtung unterwegs sind.

Radikale Freundlichkeit

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Spannende Gedanken von Nora Blum zum Thema Freundlichkeit:

In unserer Gesellschaft wird Freundlichkeit oft mit Schwäche und Nachgiebigkeit gleichgesetzt.

In Wirklichkeit ist Freundlichkeit aber Zuwendung, Offenheit, Respekt, Verbundenheit und Wohlwollen.

Freundlichkeit bedeutet nicht, dass man sich ständig auf den Schädel sch***en lässt. Im Gegenteil: Klare Grenzen sind freundlich sich selbst und den Anderen gegenüber. Clear is kind.

Radikale Freundlichkeit bedeutet, auch dann freundlich zu sein, wenn es einem nicht leicht fällt. 

Das Spielfeld abstecken

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Du brauchst dich nicht um alles kümmern. Du bist nicht für alle(s) zuständig.

Wähle weise!

Trauerspiel

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Manchmal denke ich mir, der liebe Gott hat mich zum Admira-Fan werden lassen, damit ich regelmäßig üben kann, mit Enttäuschungen umzugehen.

Nehmen Sie Hilfe an!

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Das sagte einmal unser Nachbar zu uns.

Nicht als Frage formuliert wie „Kann ich Ihnen helfen?”

Sondern als Aufforderung: “Lassen Sie sich helfen!”

Meine geliebten Ideen

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Ich mag meine Ideen. Manchmal bin ich sogar in sie verliebt.

Es bereitet mir regelmäßig Schmerzen, wenn mir bewusst wird, dass ich nicht jede meiner geliebten Ideen umsetzen können werde. Dafür ist mein Leben schlicht zu kurz.

Mache meiner Ideen lasse ich los, aber die meisten halte ich fest. In der Hoffnung, dass sich irgendwann doch noch irgendwo ein Zeitfenster für sie auftun wird.

Die Hoffnung ist meist vergebens. Aber wie jedem Menschen fällt es mir schwer, das aufzugeben, was man liebt.