Tag#Lebensfragen

Arbeitsam

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Bruce Springsteen sagt über sich selbst: “I’m a better man when I’m working,”

Ich glaube, das gilt auch für mich. Es ist ein guter Tag, wenn ich das Gefühl habe, dass ich was geschafft habe.

“I feel like I’ve got plenty of work left in me”, sagt Springsteen weiter. Wäre schön, wenn ich mit 74 das auch sagen könnte.

Das würde nämlich bedeuten, dass ich bis ans Ende meiner Tage gute Tage haben werde.

Ideen vs. Identitäten

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Social Media eignen sich nicht zum Austausch von Ideen, sondern nur zum Austausch von Identitäten, sagt Hannah Metzler.

Man kann auf Social Media nicht ernsthaft, fachlich und sachlich mit anderen diskutieren. Das geben die Plattformen mit ihren Algorithmen und Geschäftsmodellen einfach nicht her.

Was geht, ist, dass man Leute findet, die gut widerspiegeln, was man selber denkt. Und die kann man dann liken, denen kann man folgen, die kann man online leiwand finden.

Aber für echte Gespräche, für deep talk, braucht es andere Räume.

Abwenden, still werden

A

Bernhard Pörksen meint: Manchmal muss man sich abwenden, um sich dann wieder neu zuzuwenden.

Deshalb gehe ich jetzt zwei Wochen in Urlaub. Urlaub von meinem Business, das ich eigentlich sehr, sehr mag.

Ich werde versuchen, den “Lärm” zu reduzieren, der mich als Solo-Selbständigen täglich umgibt – im Internet, in meinen Projekten, in meinen Posteingängen, in den Podcasts, die ich höre – ja selbst in den Büchern, die ich lese. So viel Lärm.

Ich möchte ein bisschen stiller und ein bisschen ruhiger werden.

Um danach umso klarer und lauter sagen zu können, wer ich bin und was ich will.

Nicht nachgedacht

N

Nur Herz und kein Hirn…

Das funktioniert auf Dauer nicht.

[Danke Viki für diesen Gedanken!]

Zimmerpflanzen

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Ich bin wirklich nicht gut darin, mich um unsere Zimmerpflanzen zu kümmern. Aber ich weiß immerhin genau, warum das so ist.

Ich tue nämlich nur das Nötigste. Ich behandle sie alle gleich. Ich stelle sie alle an den gleichen Ort, alle werden einmal in der Woche gegossen und keine Pflanze bekommt irgendwelche Extrawürstel.

Mache Pflanzen kommen damit gut zurecht, andere weniger. Natürliche Selektion.

Ich habe weder Zeit noch Lust noch Interesse, mich ins Thema Zimmerpflanzenpflege einzufuchsen und darin besser zu werden. Das ist auch okay, man kann nicht in allen Aufgaben seines Lebens kompetent sein. Das geht sich einfach nicht aus.

Aber gleichzeitig akzeptiere ich damit, dass unsere Zimmerpflanzen immer ein bisschen einen traurigen Eindruck machen werden.

Lebenszeichen

L

Ein Lebenszeichen ist, wenn du deiner Umgebung signalisierst: Hey, ich bin lebendig! Bei mir tut sich was!

Ein Lebenszeichen ist aber auch, wenn dir dein Leben ein Zeichen schickt: Hey, da tut sich gerade was! Schau mal genauer hin!

Hilfreich sein

H

Hilfreich zu sein muss nicht unbedingt nur heißen, dass man eine Lösung hat.

Hilfreich kann man auch sein, wenn man jemandem hilft, ein Problem besser zu verstehen.

Hilfreich zu sein kann auch heißen, dass man Optionen aufzeigt, welche der andere zuvor nicht gesehen hat.

Hilfreich kann man auch sein, wenn man dem Gegenüber zeigt, dass er gesehen, geschätzt und verstanden wird.

Hilfreich zu sein kann manchmal auch einfach nur bedeuten, jemanden mit seinem Problem erst zu nehmen.

[Danke David Bornstein für diesen Gedanken.]

Gefühlte Wahrheit

G

Justin Vernon (aka Bon Iver) sagt in einem wunderbaren Gespräch mit Krista Tippett etwas ganz Spannendes:

You can’t convince people with words. You just can’t. It’s not happening and it will not happen. You have to convince them with something that is already in there, something that they already have.

Das ist genau das, was Musik macht. Sie berührt uns innerlich, und somit ist sie “wahr”. Nicht wegen dem, was im Song gesagt wird, sondern wegen dem, was wir spüren, wenn wir ihn hören.

Gutes Marketing (oder überhaupt: gute Kommunikation) ist wie gute Musik.

Lauter Ahnungslose

L

Ein wichtiger Reminder von Bob Lefsetz:

The dirty little secret is most people don’t know most things.

Was sie natürlich nicht davon abhält, über most things eine Meinung zu haben.

Gefühlt erfolgreich

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Ja, man kann “Erfolg” nicht eindeutig definieren. Jeder Mensch hat dafür andere Maßstäbe. 

Aber jeder Mensch hat ein eindeutiges Gefühl dafür, ob er gerade “erfolgreich” ist oder nicht. 

Lauter Verrückte!

L

So wie ich denke, denkt sonst niemand.

Das weiß ich. Aber ich vergesse es immer wieder.

Deswegen bin ich von der Welt auch immer wieder überrascht.

Verdächtige Freundlichkeit

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Wir Menschen haben ein tiefes Bedürfnis nach Kindness.

Kindness ist mehr als Freundlichkeit. Kindness ist Offenheit, Toleranz, Respekt. Mit anderen Worten: Kindness ist gelebte Menschlichkeit.

Gleichzeitig gibt es (bei uns) ein Misstrauen gegenüber Kindness, sagt Matthias Horx, „weil sie immer als taktisch und strategisch benutzt wird“. 

Aber es gibt sie noch da draußen: Die Menschen, die einfach deswegen kind sind, weil sie können. Weil sie gute Menschen sind. Weil dadurch die Welt zu einem besseren Ort wird.

Hast du nicht auch Lust, öfter mal einer dieser Menschen zu sein?

13 Wochen Urlaub

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Passend zum heutigen Schulschluss:

Unlängst hat mein Nachbar angemerkt, dass es schon irgendwie leiwand ist, Lehrer zu sein, weil man 13 Wochen im Jahr Urlaub hat.

Stimmt natürlich.

Aber die entscheidende Frage ist:

Sind 13 Wochen Urlaub ein gut genuges Argument, um die anderen 39 Wochen des Jahres aufzuwiegen?

Oder, anders formuliert: Ist die Zeit, wo man nicht an seinem Arbeitsplatz ist, wirklich ein geeignetes Argument dafür, dort zu sein?

Ein schlechter Tag

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Wie gut du in deinem Business wirklich bist, zeigt sich an deinem schlechtesten Tag.

Wenn alles schief geht, wenn sich scheinbar die ganze Welt gegen dich verschworen hat…

Bist du auch an so einem Tag noch fähig, was Gutes hervorzubringen?

KI, aber heimlich

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Unlängst habe ich von einer Studie gelesen, in der herausgefunden wurde, dass dass die Mehrheit aller Büroangestellten KI nutzt, ohne dass der Chef Bescheid weiß. Sie tun es heimlich, und wenn man es ihnen verbietet (KI bedeutet ja auch Risiken für Unternehmen!), dann ignoriert die Mehrheit der Befragten diese Vorgabe einfach.

So weit halte ich die Studie für plausibel, weil sie sich mit meinen eigenen Erfahrungen rund um institutionelle KI-Richtlinien deckt.

Dadurch, so heißt es in dem Artikel weiter, geraten zunehmend “Arbeitsergebnisse in Unternehmen in Umlauf, die nicht auf ihre Richtigkeit geprüft wurden”.

Da sage ich allerdings: Haltaus! Dass die Menschen nicht alles, was sie produzieren, auf Richtigkeit checken, war auch schon vor ChatGPT so.

Das kann man der KI wirklich nicht in die Schuhe schieben.

Kinder machen Business

K

Unlängst habe ich einen Vormittag lang in der dritten Volksschulklasse meines Sohnes unterrichtet. 17 Neunjährige, eine Lehrerin und ich haben ein Unternehmen gegründet: einen Apfelsaft-Stand.

Dieses Projekt war, wie man sich vorstellen kann, in mehrerlei Hinsicht spannend. Aber eine Erkenntnis hat sich mir besonders eingeprägt:

Die Probleme, die Neunjährige bei der Zusammenarbeit in mehreren Teams haben, sind haargenau dieselben wie bei den Erwachsenen.

Oder, anders formuliert: Erwachsene haben immer noch die gleichen Probleme wie Neunjährige, wenn sie in verschiedenen Abteilungen zusammenarbeiten sollen – und oft auch noch haargenau die gleichen Lösungsstrategien.

Geteilte Kunst

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Unlängst habe ich in einem Blog-Post die Frage gestellt: Was ist eine Kunstsammlung wert, wenn man sie nicht herzeigen kann?

Das hat zu einem spannenden Gespräch mit Martin geführt – nämlich über die Frage, ob z.B. Kunstwerke nicht auch an und für sich einen Wert haben.

Worauf wir gemeinsam gekommen sind: Ja, ein Kunstwerk hat einen Wert “an sich”, einen intrinsischen Wert. Ein Kunstwerk ist nicht deswegen wertlos, weil es “nur” der Künstler oder die Kunstsammlerin sehen kann.

Aber es bekommt mehr Wert, wenn es auch anderen Menschen zugänglich ist.

Selbst, wenn das Kunstwerk in einem Museum hängt und dort von niemandem betrachtet wird — allein, dass es gesehen werden könnte, macht schon einen Riesenunterschied.

Unsere gemeinsame Hypothese: Das meiste im Leben wird mehr wert, wenn man es teilt.

[Genau diese Idee (oder so was Ähnliches) motiviert mich auch seit Jahren, diesen Daily Blog zu schreiben. Er könnte ja gelesen werden. Und ab und zu spreche ich tatsächlich mit jemandem über ein Blog-Post. Das empfinde ich jedes Mal als ausgesprochen wert-voll.]