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Hybride Unternehmen (2)

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Hybride Unternehmen sind besonders herausfordernd für Selbständige in lehrenden, helfenden und beratenden Berufen.

Grundsätzlich wäre die Idee ja, ein „Standbein“ (Anstellung) und ein „Schwungbein“ (Selbständigkeit) zu definieren. Das Standbein sollte primär deiner finanziellen Absicherung dienen, während das Schwungbein dir Raum für Kreativität und Wachstum bietet.

Idealerweise wäre das Standbein ein Job, der regelmäßig ein schönes Knödl ins Haus bringt, aber in dem man sich nicht verausgabt. Man will ja auch noch Zeit, Kraft und Energie für die Selbständigkeit haben.

Genau darin tun sich Berater:innen, Therapeut:innen, Trainer:innen etc. schwer. Sie suchen sich meist ein Standbein, das sie auch ein bisschen herausfordert und in dem sie was lernen können. Monotone Tätigkeiten wären ihnen viel zu langweilig.

Also steht er/sie dann da mit zwei helfenden Jobs, einen in der Selbständigkeit und einen in der Anstellung. Und das ist seeeehr anstrengend, weil helfende Jobs die Tendenz haben, übergriffig zu werden und mehr als 100% zu verlangen. Das gilt schon für einen solchen Job, aber umso mehr für zwei Jobs.

Hybride Unternehmen funktionieren nur, wenn wir lernen, sehr strategisch zu denken und klare Rollen zu definieren – und durchzuhalten.

Hybride Unternehmen (1)

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Ein “Hybrides Unternehmen” ist ein Konzept, in dem du als Selbständiger gleichzeitig eine Anstellung hast. Du versuchst, die Vorteile beider Welten zu nutzen und eine optimale Balance zwischen Selbständigkeit und traditioneller Beschäftigung zu finden. 

Hybride Unternehmen haben einen ganz klaren Vorteil: Sie ermöglichen es, die finanzielle Stabilität einer Anstellung mit der Freiheit und den Wachstumschancen der Selbständigkeit zu kombinieren.

Aber aus meiner Erfahrung als Gründungsberater weiß ich auch, dass sie wahrscheinlich die herausforderndste Form der Gründung überhaupt sind. Denn wir kombinieren nicht nur die Vorteile der beiden Welten, sondern auch deren Nachteile.

Deshalb: Wenn du ein Hybrides Unternehmen vor hast: Bitte, in Gottes Namen, lass dir dabei helfen!

EPU und WKO

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Ja, es stimmt, dass die WKO die Interessen von EPU nur sehr dürftig vertritt. Das, was die WKO für EPU unternimmt, halte ich großteils für Ablenkungsmanöver und Inszenierungen, um von den eigentlichen Themen abzulenken. Die WKO könnte viel, viel mehr tun für EPU – und tut es (aus unterschiedlichen Gründen) halt nicht.

Gleichzeitig ist es aber auch so, dass es praktisch unmöglich ist, DIE Interessen von DEN EPU zu vertreten. Ich war selber mal bei einem Meinungsbildungsprozess unter EPU dabei, und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Unter zehn EPU gab es zehn verschiedene Meinungen, was denn die wichtigsten und dringendsten Themen für EPU wären. EPU sind so wahnsinnig inhomogen.

Was einerseits schön ist, macht eine politische Arbeit (und nichts Anderes ist die Interessensvertretung) unmöglich. Wir EPU stehen uns selber im Weg, weil wir uns nicht einig werden.

Da sind “die Großen” (Unternehmen, Konzerne) viel geschickter. Die sind sich zwar auch nicht immer einig, aber sie haben verstanden, dass ein Kompromiss die Interessen aller weiter bringt als gar keine Einigung.

Kein Wunder, dass der Eindruck entsteht: Die kümmern sich eh nicht wirklich um die Kleinen, sondern hauptsächlich um die Mächtigen.

Ehrgeizige Tagesetappen

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Ein guter Freund von mir war unlängst einige Tage wandern.

Danach hat er mir erzählt, dass er bei diesem Wanderurlaub gelernt hat, die Tagesetappen nicht zu ehrgeizig zu planen. Selbst, wenn der Wanderweg gut ausgeschildert ist – es passiert immer was, das Zeit kostet. Also: Nicht zu viel vornehmen.

Und jetzt wirf mal einen Blick auf deine To-Do-Liste für heute.

Wie ehrgeizig ist deine Tagesetappe?

Selbst Pumuckl

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Die Studierenden meiner Kostenrechnungs-Lehrveranstaltung an der FH St. Pölten hatten die Aufgabe, Erklärvideos zu Begriffen aus der Kostenrechnung zu produzieren.

In einem dieser Videos hat eine Studentin einen Satz gesagt, der mit Kostenrechnung direkt nichts zu tun hat, aber der das Dilemma vieler Lifestyle Entrepreneure im Marketing einfängt:

Selbst Pumuckl hat Hater!

Auch wenn wir die besten Absichten haben: Wir können es nicht allen Recht machen.

Das müssen wir endlich kapieren.

Geniale Strategie

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Wenn man keine Ziele hat, kann man auch nicht scheitern.

Ist ja eine geniale Strategie! /s

Überkorrektur

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Wenn wir vor etwas Angst haben – und Ängste sind bei der Gründung und in der Selbständigkeit ein ständiger Begleiter –, dann versuchen wir natürlich, alles zu unternehmen, damit diese Angstsituation nicht eintritt.

Mitunter passiert es dabei aber, dass wir damit überkorrigieren bzw. überkompensieren. In der Absicht, das Risiko zu minimieren, schießen wir über das Ziel hinaus und treffen Gegenmaßnahmen, die in keiner vernünftigen Relation mehr zur Bedrohung stehen: Ein übermäßig großer Sicherheitspolster, ein dreifach abgeschliffener Marketing-Text oder elf Feedbacks, wenn auch drei gereicht hätten.

Überkorrekturen bringen ihre eigenen Herausforderungen mit sich, nicht zuletzt deshalb, weil Überkorrektur sehr teuer ist. Oft tatsächlich im finanziellen Sinn, aber sicher in emotionaler Hinsicht.

Schau, dass du in deinem Risikomanagement Überkorrekturen aufdeckst und auf ein vernünftiges Maß reduzierst.

Das macht Ressourcen und Energie frei für das, worum es dir eigentlich geht.

Jegliches Vertrauen verloren

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Wenn du dich lang genug mit einem Problem herumgeschlagen hast, ohne eine Lösung zu erreichen, kommt der Moment, wo du sagt: Ich mag nimmer!

In diesem Moment hast du jegliches Vertrauen verloren: Das Vertrauen in deine Fähigkeiten, das Problem zu lösen. Das Vertrauen, dass der nächste notwendige Schritt die Mühe wert ist. Das Vertrauen, dass du zeitnah zu einem zufriedenstellenden Ergebnis kommst.

Das ist natürlich, und das ist verständlich. Manchmal muss man einfach loslassen, wenn sich der Aufwand nicht mehr lohnt.

Schwierig ist diese Herangehensweise allerdings im Verkauf: Wie oft willst du es versuchen, bis du das Vertrauen verlierst – in dein Produkt, in deine Fähigkeiten, in deine Zielgruppe?

Wie viele Tiefschläge kannst du einstecken, bis du endgültig liegen bleibst?

Erfolg vs. Entwicklung

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Was ist dir in deinem Lifestyle Business gefühlt wichtiger:

Der Erfolg, also dass du mit deiner Selbständigkeit ein bestimmtes Ergebnis erreichst, z.B. Umsatz- oder Gewinnziele, eine bestimmte Anzahl von Kund:innen oder eine gewisse Größe oder Status?

Oder die Entwicklung, also die Erfahrungen, die du in deiner Selbständigkeit machst. Das Lernen, das Wachsen, die Schritte vorwärts und die Schritte zurück?

Eines schließt das andere nicht aus, aber jeder von uns hat eine intuitive Präferenz. Manche sind eher ergebnisorientiert, manche eher entwicklungsorientiert.

Wenn du herausgefunden hast, wozu du eher tendierst, hast du möglicherweise viel gelernt über deine intuitive Herangehensweise an dein Business – und darüber, was dich eigentlich motiviert.

[P.S: Ich habe mal einen recht leiwanden Podcast gemacht über den Unterschied zwischen Ergebnisprojekten und Beziehungsprojekten. Der schlägt in die gleiche Kerbe. Eine Hörempfehlung, wenn dich diese Frage näher interessiert.]

Mutig Hilfe anbieten

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Es gibt zwei Varianten, wie du als Berater:in deine Hilfe anbieten kannst:

Variante 1: Wie kann ich Ihnen helfen?

Variante 2: So kann ich Ihnen helfen. Möchten Sie das haben?

Welche Variante erfordert von dir mehr Mut?

Und welche Variante, glaubst du, wird hilfreicher für deine Kund:innen sein?

[Danke Gabe Anderson für diesen Gedanken.]

Das entschleunigte Leben

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Sexualpädagogin Teresa Reitbauer beschrieb unlängst ihr Ziel als Selbständige:

„Ich möchte gerne das machen, was ich gerne tue — meine Arbeit —, und möcht auch die ganzen Projekte nebenbei machen, genauso aber Zeit haben für ein Kaffee-Tratscherl am Nachmittag mit Freunden und für Familienbesuche und auch einmal ausschlafen. Also das entschleunigte Leben verbinden mit der Selbständigkeit, in der ich ebenfalls ganz, ganz große Ambitionen habe.

Teresa Reitbauer

Das ist eine super lebensnahe Definition davon, worum es für mich im Lifestyle Entrepreneurship geht: Um nichts weniger als ein tolles Leben UND einer großartigen Selbständigkeit.

Viel Erfolg auf der Reise, Teresa!

Wunschdenken

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Orientiere dich nicht am dem, was wünschenswert wäre.

Orientiere dich an dem, was dir heute möglich ist. 

Der beste ROI

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Jede Minute, die du mit (potenziellen) Kund:innen verbringst und ihnen wirklich zuhörst und versuchst, sie als Menschen zu verstehen und von ihnen zu lernen, wie du noch besser helfen kannst, bringt dir die besten Zinsen der Welt.

Es gibt keinen besseren Return On Investment.

Und damit meine ich nicht nur den ROI, den man in Geld messen kann.

Geisterbahn

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Thomas Müller sagt: Die Menschen im 21. Jahrhundert gehen “in einer militanten Art und Weise” allen Situationen aus dem Weg, die ihnen Angst machen könnten. Deswegen haben heute so viele Menschen Angst wie nie zuvor.

Mutig wirst du nicht dadurch, dass du der Angst aus dem Weg gehst. Durch Angst-Vermeidung wird es dir nicht besser gehen, sondern du wirst nur noch ängstlicher werden.

Mutig wirst du dadurch, dass du dich angsteinflößenden Situationen stellst und durch sie hindurch gehst.

Immer und immer wieder. 

Volle Hose

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Wenn du dir nicht sicher bist, woran es liegt, dass du auf der Stelle trittst und nicht weiterkommst…

Geh davon aus, dass es deine Resistance ist. Du machst dir einfach in die Hosen.

More often than not wirst du damit richtig liegen.

Die Krone richten

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Man kann es nicht oft genug hören und sagen:

Es gibt keine Abkürzungen im Business. Wir alle müssen die gleichen Schritte gehen.

Und gerade am Anfang werden die allermeisten Dinge nicht funktionieren – außer, man hat Glück.

Entscheidend ist, dass wir dranbleiben. Dass wir uns von Misserfolgen oder fehlender Resonanz nicht entmutigen lassen, sondern lösungsorientiert bleiben und uns fragen:

  • Was hat nicht funktioniert?
  • Warum hat es nicht funktioniert?
  • Was kann ich beim nächsten Mal anders/besser machen?

[Danke Tanja Lenke für diesen Gedanken.]

Rückenwind, Gegenwind

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Als Vizekanzler Werner Kogler unlängst gefragt wurde, ob er mit dem Ergebnis der Grünen bei der letzten Wahl nicht unzufrieden sei, gab er folgende pragmatische Antwort:

Manchmal gibt’s Rückenwind und manchmal gibt’s Gegenwind,
und die Aufgabenstellung bleibt aber trotzdem.

Werner Kogler, Ö3 Frühstück bei mir, 16. Juni 2024

Klar, das war auf seine Aufgabe als Politiker gemünzt, konkret den Klimaschutz.

Es hätte aber genauso gut von einem erfahrenen Lifestyle Entrepreneur kommen können.

So viele Hürden!

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Der Start in die Solo-Selbständigkeit ist ein bisschen wie ein Hürdenlauf: Sobald eine Hürde überwunden ist, taucht die nächste auf.

Jede einzelne Hürde verlangt von uns Anstrengung und Selbst-Motivation. Und jede einzelne Hürde hat das Potenzial, uns abzuwerfen. Nach dem Motto: Ach Gott, nicht das auch noch! Ich kann nicht mehr! Ich will nicht mehr! Mir reicht’s, ich steige aus!

Jede neue Hürde könnte also unsere letzte Hürde sein. Nicht deswegen, weil die Hürden irgendwann alle überwunden sind (die Hürden im Business hören nie auf!), sondern weil wir irgendwann vom Hürdenlauf endgültig genug haben und unser Solo-Business an den Nagel hängen.

Erfolgreiche Solopreneure haben eines gemeinsam: Sie haben bisher jede Hürde irgendwie (!) überwunden. Wir glauben vielleicht, die erfolgreichen Unternehmer:innen hätten weniger Hürden gehabt, aber das stimmt nicht. Sie hatten genauso viele wie wir (vielleicht sogar mehr), aber sie sehen jede Hürde als ihren Freund.

Eine Hürde als Freund? Ja. Denn jede neue Hürde wird verlässlich wieder einige ihrer Mitbewerber:innen abwerfen.

Mit jeder Hürde, die du überwindest, hast du auch ein bisschen weniger Konkurrenz.