Tag#notetoself

Immer wieder einladen

I

Was machst du, wenn du deinen Arbeitskollegen schon dreimal eingeladen hast, dich mal daheim zu besuchen oder zu einem Abendessen vorbeizukommen – und dein Arbeitskollege ist dieser Einladung bei keinem Mal gefolgt. Immer ist irgendwas dazwischen gekommen, nie hat es gepasst.

Wirst du ihn noch ein viertes Mal einladen? Oder sagst du dir: Jetzt habe ich ihn eh schon dreimal eingeladen, jetzt ist er dran. Er soll sich selber melden, wenn’s ihm irgendwann mal passt. Oder sonst soll er es halt bleiben lassen.

Früher oder später geben wir das Einladen auf. Wir wollen ihm ja nicht auf die Nerven gehen. Und wir sind uns zu schade dafür, immer wieder eine Abfuhr zu bekommen.

Genau hier liegt einer der schwierigsten Herausforderungen, wenn wir uns selbständig machen.

In der Selbständigkeit sind wir nämlich aufgefordert, unsere potenziellen Kund*innen immer und immer und immer wieder einzuladen, mit uns zusammenzuarbeiten. Nicht dreimal, nicht dreißigmal, sondern dreihundertmal.

Wir müssen lernen, die Ablehnungen und dem Nicht-Folgen unserer Einladungen nicht persönlich zu nehmen, sondern darauf zu vertrauen, dass es irgendwann schon passen wird.

Und bis es soweit ist, sprechen wir unsere Einladungen aus. Immer und immer und immer wieder.

Drama im Kopf

D

Marketing-Aktivitäten fühlen sich für viele Solopreneure anstrengend an. Aber nicht, weil die Arbeit an sich so mühsam wäre.

Anstrengend macht Marketing das Drama, das wir uns im Kopf zu unserem Marketing dazu-phantasieren. Die Reaktionen, die wir damit auslösen könnten. Die Reaktionen, die vollkommen ausbleiben könnten. Die Kritik und die Ablehnung, die wir uns einhandeln könnten.

Versuche, beim Marketing das eingebildete Drama wegzulassen oder zumindest für eine Zeit auf die Seite zu stellen.

Es wird dir leichter fallen.

Bellezza

B

Das italienische Wort für Schönheit.

Salvatore, ein Jugend-Coach aus Italien, sagt, er legt Wert darauf, dass in seiner Arbeit mit den Jugendlichen bellezza wirkt. Dass etwas Schönes herauskommt. Schönheit des Resultats, aber auch Schönheit im Arbeiten selbst, im Prozess. 

Bellezza kann es in jedem Bereich des Lebens geben.

Was, wenn wir bellezza öfter mal zum Ideal unserer Arbeit machen würden?

Phantomschmerzen

P

Die Angst vor dem Schmerz ist eigentlich schlimmer als der Schmerz selbst.

Weil er das Leiden verlängert – und zwar unnötig. Es würde ja reichen, wenn wir uns um den Schmerz kümmern, wenn er da ist. Und es ist überhaupt nicht produktiv, gespannt darauf zu warten, wann den jetzt endlich der Schmerz einsetzen wird. Jetzt? Jetzt? Jetzt?

Noch dazu wäre es ja möglich, dass der Schmerz, wenn er denn einsetzt, gar nicht so schlimm ist wie in unserer Vorstellung.

Dann haben wir uns umsonst gefürchtet. Und wozu soll das bitte gut sein?

Wunder gescheh’n – nicht

W

Du kannst davon ausgehen, dass kein Wunder geschehen wird. Wunder passieren ausgesprochen selten – sonst wären es ja keine Wunder.

Stell dich lieber ein auf einen Marsch durch die Wüste. Es wird anstrengend. Tagelang wirst du einen Schritt vor den anderen setzen, und du wirst keinen Fortschritt erkennen. Es wird Tage geben, da möchtest du lieber umkehren – oder überhaupt aufgeben.

Auch auf dem Marsch durch die Wüste werden keine Wunder passieren.

Aber von Zeit zu Zeit wirst du in eine Oase kommen. Und dafür lohnt sich der Weg.

Normalsterblich

N

Vergiss nicht: Auch du bist kein Wunderwuzzi. Auch du bis kein unsterblicher Superheld. Auch du hast deine Grenzen, und die werden dir mitunter schmerzlich aufgezeigt.

Auch du hast Dinge, an denen du leidest. Auch du hast Menschen in deinem Leben, die nicht immer das Beste für dich wollen. Auch dir geht die Puste aus, wenn du dich überanstrengst.

Willkommen in der Welt der Normalsterblichen.

Sie ist die einzige Welt, die wir Menschen zur Verfügung haben.

Alle von uns.

Umzug

U

Mein Blog ist umgezogen. Neuer Server, neues Design, neue Struktur – das ganze Programm.

Wie bei jedem Umzug ist nicht alles ganz ohne Schrammen abgelaufen. Aber insgesamt alles in grünen Bereich. A job well done.

Dass ich das heute so stolz sagen kann, hat nur am Rande mit mir zu tun. Ich habe den Erfolg Josha, meinem freundlichen Helfern von WP Space, zu verdanken.

Denn der Umzug wäre beinahe zu einer Vollkatastrophe geraten. In meiner grenzenlosen Selbstüberschätzung habe ich nämlich versucht, den Umzug ganz ohne Hilfe selbst zu machen. Kann ja nicht so schwer sein, oder?

Der Versuch ist natürlich komplett schief gegangen. Nur das Einspielen eines Notfall-Backups hat das komplette Armageddon verhindert. Und gebraucht habe ich dafür… ewig.

Wenn ein Experte wie Josha ran geht, ist in 20 Minuten alles erledigt und funktioniert so, wie es soll.

Wenn’s wichtig ist, lass einen Experten ran.

Als ob ich noch einen weiteren Beleg dafür gebraucht hätte…

Wieder anfangen

W

Es ist relativ leicht, mit einer guten Gewohnheit aufzuhören.

Es ist viel schwerer, mit dieser guten Gewohnheit wieder anzufangen.

Note to self: Auch wenn die Laufrunde mühsam war wegen der langen Pause: Klopf dir auf die Schulter, denn heute bist du ein Held. Weil du wieder angefangen hast.

Je später der Abend

J

… desto besser das Networking.

Bei Events, wo es sich echt für dich “lohnt”, Menschen wirklich kennenzulernen, da bleib bis zum Schluss.

Am Ende, wenn nur mehr wenige Leute da sind und die Stimmung gelöst ist, wird die größte Networking-Ernte eingefahren.

Daher: Wenn du dir schon die Arbeit des Networkings machst, dann bleib auch bis zum Schluss. Gib nicht auf halber Strecke w.o. und vergib dir damit nicht den größten Lohn.

Der große Bogen

D

Wenn du am Ende deines Lebens Bilanz ziehst und zurückschaust, dann wird es völlig egal sein, ob du dieses Todo heute erledigt hast oder morgen oder gar nicht. Es wird wurscht sein, ob du dieses Projekt angegangen bist oder jenes oder keines davon. Es wird dich nicht interessieren, wie gut oder schlecht dein Umsatz im Februar 2024 war.

Was an diesem Tag für dich zählen wird, ist nicht was du getan hast, sondern wie du es getan hast. Mit welcher Intention du an die Dinge herangegangen bist, die du gemacht hast. Aus welchen Gründen du deine Entscheidungen getroffen hast. Wie du mit den Menschen, die dich auf deinem Lebensweg begleitet haben, umgegangen bist.

Es wird zählen, wie du deine Ideale, deine Werte und deine Fähigkeiten in deinem Leben zum Ausdruck gebracht hast. Nicht im Detail, denn Details sind irrelevant. Sondern im großen Bogen, der sich von deinem ersten Atemzug bis zu deinem letzten spannt.

Auf diesen Bogen wirst du zurückschauen. Und dieser Bogen wird aus Wie-Bausteinen, nicht aus Was-Bausteinen gebaut.

Vergiss das nicht, Günter.

Ruhe geben

R

Ich kann’s nicht.

Selbst, wenn mein Körper die Patschen streckt, will mein Kopf immer noch durch die Wand.

Ruhe geben. Meine Frau meint, ich muss es lernen.

Wahrscheinlich wäre es sogar das wichtigste Lernziel für 2024.

So unfair

S

Niemand hat endlos Kraft. Niemand kann pausenlos arbeiten. Niemand ist unbesiegbar.

Außer natürlich ich.

Das ist die Hybris, der wir Solopreneure immer wieder zum Opfer fallen: Wir glauben, wir sind unsterblich.

Und wenn ich dann plötzlich mit meiner Menschlichkeit konfrontiert werde und drauf komme: Hey, ich habe doch nicht endlos Kraft! Ich glaube, ich brauche eine Pause…

Dann bin ich völlig von den Socken und jammere: Das ist sooo unfair! Ich habe gerade sooo viel vor! Das passt mir grad überhaupt nicht rein!

Dem Leben sind meine Pläne natürlich vollkommen wurscht. Und je mehr ich mich wehre, desto schlimmer wird es für mich.

Es ist nicht unfair, sondern die ultimative Fairness: Wir sind alle nur Menschen.

Die wahre Kunst

D

Für alle, die sich gerade Ziele für 2024 zurechtlegen:

Dinge haben zu wollen, ist keine Kunst. 

Die wahre Kunst ist es, die Arbeit und die Konsequenz reinzulegen, die es braucht, um diese Dinge zu erreichen.

Das Spiel entscheidet sich daher nicht im Jänner beim Ziele-Setzen, sondern irgendwann im Juni oder so, wo man merkt: Jössas, das ist ja viel mühsamer als gedacht.

Also überleg dir jetzt, im Jänner, schon mal: Was wirst du in der Situation tun? Welche Geschichte wirst du dir dann erzählen? Und: Ist dein Ziel stark genug, um die Mühen der Ebene zu überstehen?

Pfeif drauf!

P

Manchmal ist die beste Lösung eines Problems, das Problem nicht zu lösen.

Einfach zu sagen: Geh, pfeif doch drauf!

Wir müssen sehr genau aufpassen, ob ein Drauf-Pfeifen das Problem auch tatsächlich löst. Ob ein Drauf-Pfeifen eine legitime Lösung für das Problem ist. Denn: Längst nicht jedes Problem ist für’s Drauf-Pfeifen geeignet.

Aber mehr, als wir mitunter denken.

Langer Atem

L

Es ist ein typisches Phänomen von Gründer*innen, dass sie lang über die Gründung nachdenken.

Das heißt für mich als Gründungsberater (und mein Geschäftsmodell): Ich brauche einen langen Atem.

Es kann sein, dass jemand mir Jahre folgt, bevor er/sie sich (endlich) entschließt, jetzt zu gründen und meine Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Der kritische Erfolgsfaktor ist, dass ich zur Stelle bin, wenn dieser Moment eintritt. Und bis dahin mache ich mit meinem Marketing konsequent weiter und vertraue darauf, dass dieser Moment, wo ich um Hilfe gebeten werde, tatsächlich irgendwann kommen wird.

Durch die Wüste

D

Viele Gründer*innen können den sprichwörtlichen “Weg durch die Wüste” nur deswegen nicht gehen, weil sie die Straße nicht finden.

Diesen Menschen kann geholfen werden.

Diesen Menschen kann ich helfen.

Unsicherheit

U

Das Gefühl, das die Entwicklung deines neuen Podcasts oder den Launch deines Newsletters begleitet. Das Gefühl, wenn du dir wieder mal überlegst, ob dein neues Angebot wirklich eine gute Idee ist. Das Gefühl, wenn du lieber in den Untiefen des Internet abtauchst, statt den Text für die neue Website zu erstellen.

Dieses Gefühl, das du da erlebst und das dir Schmerzen bereitet, ist wahrscheinlich einfach Unsicherheit.

Un-Sicherheit. Weil das Ergebnis nicht sicher ist, nicht sicher sein kann. Niemand kann die Zukunft voraussagen.

Es kann daher nicht darum gehen, die Unsicherheit wegzukriegen. Das Ziel muss sein: Handlungsfähig bleiben trotz Unsicherheit.

Oder, anders formuliert: Unsicherheit spüren, aushalten – und trotzdem weitermachen.

Ziemlich simpel

Z

Es kommt nicht darauf an, was du weißt.

Es kommt darauf an, was du daraus machst.

So komme ich nicht weiter

S

Wenn ich immer einspringe, wenn Not am Mann ist, weil ich als Selbständiger “eh daheim bin” und ich es mir “ja einteilen kann”…

… dann komme ich nicht weiter.

Ich leide unter der gleichen Herausforderung wie ganz viele Lifestyle Entrepreneure da draußen: Einerseits will ich ein Papa und Ehemann sein, der verfügbar ist und der aktiv am Familienleben teilnimmt. Und gleichzeitig will ich mein Business voranbringen, was viel und intensive Arbeit bedeutet.

Ich versuche die Quadratur des Kreises und merke, dass ich in Wahrheit nur im Kreis laufe.

Black Friday

B

Bevor du den “Jetzt kaufen”-Button drückst, vergiss nicht:

Wir kaufen, was wir sein wollen.