AutorGünter Schmatzberger

Nicht wollen

N

Oft ist es leichter zu sagen, was man nicht will, als was man will.

Immerhin.

Besucher

B

Am anstrengendsten fand ich immer Beratungen, in denen von den Kund*innen wenig kommt. Wo ich das Gefühl hatte, ich bin motivierter als mein*e Kund*in.

Bis ich kapiert habe: Mache Kund*innen sind einfach nur Besucher. Sie kommen vorbei, sagen hallo, plaudern ein bisschen und gehen dann wieder. Sie brauchen nichts, und ich brauche ihnen nichts bieten.

Besucher*innen wollen und brauchen nicht “bemüsserlt” werden.

Auch, wenn ich es vielleicht gerne anders hätte. Auch, wenn ich mir vielleicht denke: Schade um die Zeit.

Verkaufen heißt, entscheiden helfen

V

Thomas Saliger sagt: “Ein guter Verkäufer trifft für den Kunden auch mit die Entscheidung.“

Oft ist das größte (und letzte) Hindernis zwischen dem Jetzt und dem zukünftigen Erfolgserlebnis eine Entscheidung, deren Zeit nun gekommen ist.

Wer bei dieser letzten Entscheidung helfen kann, wird nie als aufdringliche Verkäuferin wahrgenommen werden.

Im Gegenteil: Die Kund*innen werden dankbar dafür sein, dass sie den Kauf ermöglicht hat.

Entspannung

E

Greg McKeown sagt: Relaxing is a responsibility.

Wenn wir gute Arbeit leisten wollen, ist ausreichend Entspannung eine Notwendigkeit, kein Luxus.

Falsche Annahmen

F

Manchmal führen falsche Annahmen trotzdem zu einen im Endeffekt positiven Ergebnis.

Dennoch wäre es besser, wenn dieses positive Ergebnis aufgrund korrekter Annahmen erreicht worden wäre.

Der Zweck heiligt nämlich nicht die Mittel.

Unbedankt

U

Viel wichtige und wertvolle Arbeit wird von Menschen gemacht, die dafür nie angemessenen Dank bekommen werden.

Dankbarkeit ist, scheint es, keine Kategorie im Business.

Wer seine Arbeit gerne tut, ohne dafür Dankbarkeit zu erwarten, erspart sich viel Enttäuschung.

Zersprageln

Z

Eines der größten Probleme von so vielen Lifestyle Entrepreneuren: Dass sie sich zersprageln.

Sie haben so viele Interessen, so viele Ideen, so viele Möglichkeiten… und schießen wie ein Feuerwerk in alle Richtungen, statt Zug in eine Richtung aufzubauen.

Ein Feuerwerk ist vielleicht eine Zeitlang schön anzuschauen, aber auch schnell wieder ausgebrannt.

Schwierige Herausforderungen

S

Die zwei schwierigsten Herausforderungen für Lifestyle Entrepreneure:

  1. Genügend Kunden finden.
  2. Durchhaltevermögen aufbringen, bis die Kunden gefunden sind.

Wertversagen

W

Ein Wort, das mir in der Früh im Halbschlaf eingefallen ist.

Es meint ein typisches Problem von Solopreneuren: Es nicht zu schaffen, in den Augen der Kund:innen ein genügend wichtiges Problem zu lösen und damit genügend Wert zu erzeugen, damit sich die Kund:innen gerne von ihrem Geld trennen.

BWL für Lifestyle Entrepreneure

B

Wir Lifestyle Entrepreneure müssen uns die BWL zurückerobern – für unsere Zwecke!

Das gute alte Wissen des „sorgfältigen Kaufmanns”, das mehr mit Hausverstand zu tun hat als mit Wissenschaft.

BWL als Wissen mit Gebrauchswert. BWL als etwas, das uns hilft, unsere Arbeit gut zu machen.

Produktionsfaktoren

P

Als Produktionsfaktoren von Dienstleistungsunternehmen werden gemeinhin genannt:

1. Arbeiskraft

2. Wissen / Know-how

Ich ergänze:

3. Enabling Spaces

4. Werkzeuge / Komponenten

Non-profit

N

Unter Solopreneuren gibt es wohl keine Non-Profit-Organisationen.

Welchen Sinn hätte das auch? Einzelunternehmer*innen haben ja nichts anderes als ihren Gewinn, um sich ihr privates Leben zu finanzieren. Von irgendwas müssen sie ja leben.

Ein Solo-Business, das keinen Gewinn erwirtschaftet, hilft niemandem.

Verkaufen

V

Unlängst in einem Podcast gehört: “Du solltest kein Unternehmen aufsetzen, wenn du nicht bereit bist, verkaufen zu lernen.”

Ich finde, da ist was dran. Es geht nämlich nicht darum, dass du verkaufen kannst, sondern darum, dass du bereit bist, es zu lernen.

Bis zum Ende zuhören

B

Eine Schwäche von mir: Ich urteile über Ideen und Meinungen, obwohl ich sie noch nicht als Ganzes und im Detail verstanden habe. Also viel zu früh.

Das ist unfair der Idee gegenüber, und das ist unfair dem Menschen gegenüber, die/der diese Idee mit mir teilt.

Ich will versuchen, mich auf Meinungen und Ideen besser einzulassen, besser zuzuhören und mir erst dann eine Meinung zu bilden.

Bis zum Ende zuzuhören heißt nicht, mit einer Meinung übereinzustimmen oder eine Idee gut zu finden.

Aber es drückt den Respekt aus, den sich die Idee verdient hat.

Leiwand

L

Unlängst meinte ein Gründer zu mir: “Mit Ihnen zu reden, erinnert mich dran, wie leiwand meine Geschäftsidee eigentlich ist!”

Passt!

Einsam

E

Es ist eine Begleiterscheinung des Solopreneur-Seins, dass wir mit unserem Business immer wieder mal allein sind: Mit den Entscheidungen, mit den Sorgen, aber auch mit den Erfolgen.

Aber es ist eine besondere Herausforderung der aktuellen Umstände, dass mehr Solopreneure denn je einsam sind.

Das Alleinsein haben wir gewählt, die Einsamkeit nicht.

Varianten von “mühsam”

V

Ja, es gibt Kunden, mit denen zu arbeiten mühsam ist. Aber es ist auch mühsam, geniale Kunden mit der Lupe suchen zu müssen. Und es ist mühsam, einen leiwanden Kunden zu haben, der aber nicht zahlt.

Unter Umständen ist unsere einzige Freiheit zu wählen, welches “mühsam” wir auf uns nehmen wollen.

Lernen mit Videos

L

Lernen geschieht nicht, wenn wir uns ein Video ansehen (auch wenn es noch so gut gemacht ist, auch wenn es noch so “didaktisch” ist).

Lernen geschieht, wenn wir tun.

Feiner Unterschied

F

Hinhören statt zuhören.

Hinschauen statt zuschauen.

Feiner Unterschied, enorme Wirkung.

Performen

P

Ein Berater-Kollege meine unlängst zu mir: „Berater zu sein ist ein ziemlich lässiger Job. Man kann den ganzen Tag darüber reden, wie die Dinge richtig gemach werden sollten. Aber man muss selber nicht performen.“

Er hat recht. Wenn man Berater daran messen würde, wie sehr sie ihren eigenen Ratschlägen folgen…

Die Performance wäre schlecht.