AutorGünter Schmatzberger

Vom warmen Eislutscher träumen

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Die Abwägung ist schwierig: Einerseits ist es für jede/n GründerIn wichtig, eine Vision für ihr Unternehmen zu haben, die kraftvoll ist, die motivierend ist und die auch etwas gewagt erscheint.

Gleichzeitig heißt es, realistisch zu sein in Hinblick auf das, was möglich ist. Sich nicht mit Erwartungen zu überfordern, die nicht einlösbar sind. Nicht Potenziale zu erträumen, welche die Realität nicht hergibt.

An dieser Stelle zeigt sich der Wert von Mentoren besonders deutlich. Sie weisen uns darauf hin, wenn wir zu sehr oder zu selten träumen, wenn wir zu viel oder zu wenig wagen oder wenn wir uns zu viel oder zu wenig zutrauen. Sie helfen uns, den “warmen Eislutscher” von einem echten, kraftvollen Unternehmertraum zu unterscheiden.

Endlichkeit

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„Vor Kurzem ist mein Papa gestorben“, sagte letztens eine Gründerin zu mir auf meine Frage, warum sie gerade jetzt gründen möchte, nachdem sie so lange überlegt hatte.

Der Tod eines geliebten Menschen hält uns vor Augen, dass auch wir nicht ewig leben werden.

Wenn du also immer schon ein Unternehmen gründen wolltest: Worauf willst du noch warten? Fang heute an. Auch in deinem Leben wird es keine Nachspielzeit geben.

Irreparabel

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Manchmal verändert ein unbedacht ausgesprochener Satz alles. Manchmal fallen Worte, nach denen nichts mehr ist als zuvor.

Worte sind mächtig. Worte können auch mächtig verletzen. Mit wenigen Worten kann eine Beziehung, die über Jahre aufgebaut wurde, irreparabel beschädigt werden.

Worte können nicht nur zerstören, Worte können auch heilen. Aber manchmal lässt sich nichts mehr sagen, manchmal ist alles gesagt, manchmal ist Schweigen das einzige, was auf verwundende Worte noch folgen kann.

Was klar ist, ist einfach

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„Jetzt ist mir das zum ersten Mal klar! Das ist ja gar nicht so kompliziert, das ist ja machbar!“, sagte unlängst ein Kunde nach einer Beratung zu mir.

Ob uns etwas schwer erscheint oder leicht, hängt in erster Linie davon ab, wie klar wir wissen, was genau wir zu tun haben. Je unklarer eine Aufgabe, desto schwieriger empfinden wir sie, je klarer, desto leichter. Wobei die Aufgabe an sich ja objektiv gesehen immer gleich schwer oder leicht ist.

Wir helfen oft am besten, indem wir für Klarheit sorgen. Wenn wir klar ausdrücken können, was zu tun ist, erhöhen wir die Chancen auf Umsetzung um ein Vielfaches.

Die Pflicht, hinzusehen

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Als Berater stelle ich immer wieder fest, dass es eine meiner wichtigsten Aufgaben ist, schmerzliche Dinge anzusprechen.

Dazu bedarf es zunächst der Fähigkeit und des Willens, hinzusehen und hinzuhören – gerade in den Momenten, wo es unangenehm ist.

Und schließlich braucht es das Gefühl für die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Nicht, um Dinge zu beschönigen, sondern um dem einzigen Weg zu dienen, der uns in der Beratung weiterbringt: Dem Weg des ehrlichen Wohlwollens.

Zuvorkommend

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Es ist schon gut, wenn du versuchst, Probleme schnell und unkompliziert zu lösen. Es ist auch gut, wenn du zu diesem Zweck ein, zwei Schritte auf den anderen zugehst und so dafür sorgst, dass das eine oder andere Problem erst gar nicht entsteht.

Die Schwierigkeiten entstehen dann, wenn sich die anderen darauf zu verlassen beginnen. Wenn sie die zwei Schritte, die sie eigentlich gehen müssten, nicht mehr gehen, weil sie darauf warten, dass du sie für sie gehen wirst.

Der Grad zwischen “zuvorkommend sein” und “ausgenützt werden” ist (wie so Vieles im Leben) sehr schmal. Daher ist es gerade an sehr zuvorkommenden Menschen, diese Grenze immer wieder aufzuzeigen – zum Wohle aller Beteiligten.

Jeder ist egoistisch

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Jeder Mensch ist egoistisch. Selbst die Menschen, die dich mögen, sind egoistisch.

Wenn du als Lifestyle Entrepreneur das ignorierst, tust du das zu deinem eigenen Schaden.

Helfer in der Not

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Ein Helfer, der zur richtigen Zeit ganz unerwartet da ist, ist unbezahlbar.

Oder anders formuliert: Sich die Mühe zu machen und stehen zu bleiben, wenn jemand wirklich Hilfe braucht, wird sich immer und in jeder Hinsicht lohnen.

Kompetenz wird zugeschrieben

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Oft glauben wir, dass man sich Kompetenz und Autorität durch viel Wissen und harte Arbeit erwerben muss.

Dabei stelle ich aber immer wieder fest: Kompetenz wird in den allermeisten Fällen von anderen Menschen zugeschrieben, und das meist bereitwillig und ohne viel Kritik.

Nach dem Motto: „Wenn er sagt, dass er das kann, dann kann er das auch.“

Das ist vielleicht nicht ganz intuitiv, aber deswegen ist es nicht weniger wahr.

Einfache Rezepte

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Manchmal bestehen erfolgreiche Geschäftsmodelle nur aus ganz wenigen Komponenten: Einem hervorragenden Produkt, einer exzellenten Distribution und einem großartigen Marketing.

Wie beim Essen können aus ganz wenigen Zutaten die köstlichsten Speisen entstehen. Bei diesen einfachen Rezepten kommt es jedoch ganz entscheidend auf die Qualität der Zutaten an: Je weniger Zutaten, desto höher muss die Qualität der einzelnen Zutaten sein, weil man jede einzelne davon schmeckt. Ist nur eine Zutat nicht in Ordnung, ist das ganze Gericht ruiniert.

So ist es auch bei diesen „einfachen“ Geschäftsmodellen: Ist nur eine dieser wenigen Komponenten nicht hervorragend, fällt das gesamte Geschäftsmodell wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Schlechte Zeiten

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Auch wenn wir Lifestyle Entrepreneure unser Business noch so lieben… Wir alle haben mit schweren Zeiten zu kämpfen.

Es wird Zeiten geben, in denen uns unser Privatleben von unserem Business ablenkt. Es wird Zeiten geben, wo uns Sorgen um unsere Lieben mehr beschäftigen als unsere Kunden. Es wird Zeiten geben, wo sich die Arbeit, die uns normalerweise Spaß macht, zäh und über die Maßen anstrengend anfühlt.

Keine Selbstmanagement-Technik der Welt kann uns vor diesen schweren Zeiten bewahren. Wir können uns darauf nicht vorbereiten, wir können uns davor nicht schützen.

Alles, was wir tun können, ist, die Vision unseres Lifestyle Businesses nicht zu verlieren und darauf zu vertrauen, dass auch wieder gute Zeiten kommen werden.

Die letzten Meter

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Da ist dieses Projekt… Es war lang und kräftezehrend. Endlich, nach vielen Wochen, ist das Licht am Ende sichtbar. Das Projektende ist zum greifen nah.

Natürlich ist die Versuchung groß, die letzten Meter im Projekt einfach irgendwie über die Runden zu bringen. Sich mit so wenig Anstrengung wie möglich, nur mehr das Allernotwendigste investierend, irgendwie ins Ziel retten.

Und doch sind es die letzten Meter im Projekt, die den Unterschied machen. Hier trennen sich die Profis von den Amateuren. Der Amateur lässt nach, der Profi gibt bis zur Ziellinie sein Bestes – auch wenn es schwer fällt.

Zu welcher Gruppe willst du gehören: zu den Profis, oder zu den Amateuren?

Soft Skills

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Das, was wir gerne “soft skills” nennen, das sind in Wirklichkeit die “hard skills” unserer Zeit.

Empathie zeigen, zuhören können, Widersprüche aushalten können, verletzlich sein, Probleme erkennen und lösen…

Viel “harder” geht es kaum, aber gerade deswegen sind diese Fähigkeiten umso wichtiger für uns Lifestyle Entrepreneure des 21. Jahrhunderts.

Der verrückteste Traum

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“Be crazy about what could be cool in your life!”

Das schreibt David Allen uns Lifestyle Entrepreneuren ins Herz.

Wenn wir schon ein eigenes Business wagen, wenn wir schon unserem Traum folgen, wenn wir schon Sinn und Freude in unser Leben bringen wollen…

Warum streben wir dann nicht nach dem absolut Schönsten, Besten, Beglückendsten, Freudvollsten, Erfolgreichsten, das wir uns überhaupt nur vorstellen können? Warum setzen wir dann nicht jede Minute unseres noch verbleibenden Lebens daran, genau diesen verrückten Traum wahr werden zu lassen?

Wenn wir schon einem Traum folgen, dann sollten nicht weniger als den allerschönsten Traum für uns wählen.

Denn worauf wollen wir noch warten?

Gummiringerl

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Menschen, die etwas in ihrem Leben stört, sind wie Gummiringerl: Sie sind permanent im Spannungszustand von “Ich sollte etwas ändern, aber ich will nicht”.

Unsere Aufgabe als Marketer, als Berater und als Lehrer ist es, diese Spannung so hoch wie möglich halten. Diese Spannung immer und immer wieder zu erzeugen – nicht unseretwillen, sondern für die Menschen, die wirklich etwas verändern möchten in ihrem Leben.

Irgendwann wird die Spannung zu groß, und das Gummiringerl schnalzt schließlich in Richtung der Veränderung – und damit hin zu uns, die wir nun als Geburtshelfer der Veränderung bereit stehen.

Aus Spannung wird “enrollment”, wie Seth Godin es nennt. Wir sitzen nun gemeinsam im selben Bus, und wir steigen erst aus, wenn wir dort angekommen sind, wo wir hin wollen.

Nahes und fernes Klauen

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Es ist nichts dagegen zu sagen, dass wir uns gute Ideen von anderen “ausborgen”. Ich meine damit nicht ein plumpes Stehlen von Ideen, sondern sich inspirieren zu lassen und seine eigene Version daraus zu machen – die dann wiederum andere zum Ausborgen anregen kann.

Dabei gibt es aber Folgendes zu beachten: Wenn wir uns Ideen ausborgen von Menschen, die sehr nah an dem sind, was wir selbst auch machen (kurz: von unseren Mitbewerbern), dann werden Menschen, die auch in unserer Nische unterwegs sind, kommen und sagen: “Ah, da schau her, jetzt macht er/sie es genau so wie XY!”

Viel besser ist es, sich seine Ideen von weit weg zu holen. Zum Beispiel aus Branchen, die mit der eigenen überhaupt nichts zu tun haben. Oder von AutorInnen, die gerade nicht besonders en vogue sind. Oder von den alten Klassikern, die eh keiner mehr kennt.

Wer “zu nah” klaut, steht als Imitator da. Wer von “weit weg” klaut, bringt Innovationen in die Nische und ist ein Held.

Der Berater, dein Feind

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Das Verhältnis zwischen Berater:in und Klient:in ist nicht einfach. Es sollte ein Verhältnis auf Augenhöhe sein, und doch basiert es auf einem Kompetenzunterschied: Der/Die Berater:in weiß etwas, das seine Kund:innen nicht wissen. Deswegen suchen sie ihn/sie ja auf.

Dieser Kompetenzunterschied führt aber fast zwangsläufig zu einem Hierarchieunterschied: Der/Die Berater:in ist mächtig, der/die Kund:in in gewissem Maße unterlegen und ausgeliefert.

Das Spannungsfeld, das aus diesem Machtgefälle resultiert, kann mitunter eskalieren, sodass sich eine Kundin in die Ecke gedrängt fühlt und im schlimmsten Fall ihre Beraterin als ihre Feindin wahrnimmt. Dass kann die Schuld der Beraterin sein, aber auch „nur“ eine Projektion der Klientin.

Das Resultat bleibt das gleiche: Wenn das passiert, ist die Basis für eine weitere Zusammenarbeit untergraben. Für Beraterin und Kundin bleibt nur noch, sich in Würde zu trennen.

Wenn das gelingt, ist das Optimum dessen gelungen, was in dieser Beziehung gelingen konnte.

Nützliche und unnütze Fragen

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Unnütze Fragen: Wer hat daran Schuld? Wer hat das verbockt? Wem ist dieser Blödsinn eingefallen?

Nützliche Fragen: Was können wir aus diesem Schlamassel lernen? Was macht diese scheinbar verkorkste Situation für uns möglich? Wie sorgen wir gemeinsam dafür, dass uns das in Zukunft nicht mehr passiert?

In der größten Not warst du nicht da

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Ein Gründer hat mir folgenden Gedanken mitgegeben:

Viele Kunden. aber auch viele Mitarbeiter wurden in der Corona-Krise enttäuscht, nämlich von ihren Lieferanten bzw. ihren Arbeitgebern. In einer Zeit, wo alle zusammenarbeiten müssten, wo wir besonders aufeinander angewiesen sind, haben sich einige Firmen(-Chefs) absentiert. Sie waren sie nicht erreichbar, weder im wörtlichen Sinn (z.B. am Telefon), noch im übertragenen, emotionalen Sinn.

Diese Enttäuschung wird noch lange nachwirken. Sie wirkt nach bei den Kunden, die in dieser Zeit andere Lieferanten gefunden haben, die da waren. Sie wirkt nach bei Mitarbeitern, die nun ebenfalls mit Wurstigkeit reagieren oder das eine oder andere Revanchefoul begehen.

„A friend in need is a friend indeed“, heißt es. Das gilt dieser Tage in besonderem Maße. Jetzt „da zu sein“ kann den Grundstein für eine lange und erfolgreiche (weil vertrauensvolle) Zusammenarbeit legen.

Die Chance ist da. Wirst du sie nutzen?

Hamsterräder

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Es gibt Gründer, die suchen den Weg in die Selbständigkeit als Ausweg aus einer Anstellung, die sie zermürbt hat. „12 Jahre Gastronomie haben mich zerstört“, sagt ein ehemaliger Kellner, der nach Burn-Out seinen eigenen Waffelstand in einem Shopping-Center oder einen Kosmetikladen aufmachen möchte.

Es ist der Wunsch nach Freiheit, nach weniger Stress, nach Selbstbestimmung, der viele Lifestyle Entrepreneure antreibt. Das Problem dabei: Ist ein Waffelstand, der zehn Stunden am Tag an sechs Tagen die Woche geöffnet hat, wirklich weniger stressig – zumal er nur mit zwei Aushilfskräften kalkuliert? Sind eigene Mitarbeiter nicht nur eine andere Form von Stress?

Ist diese angestrebte Lösung wirklich erlösend? Oder wechselt hier nur jemand von einem Hamsterrad in das nächste?

„Die Menschen verwenden ihre Freiheit, um sich ihre eigene Versklavung zu schaffen“, sagt Paolo Coelho.