AutorGünter Schmatzberger

Wissen vs. Transformation

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Das Wissen ist gratis. Ich teile es großzügig auf allen meinen Plattformen. Da halte ich auch nicht zurück.

Was kostet: Dass ich dir beim Transfer des Wissens in dein eigenes Leben helfe. Oder bei der Umsetzung des Gelernten. Die Transformation ist nämlich das eigentlich Wertvolle.

Es ist ein bisschen wie in der Schule: Die Mathe-Lehrerin lehrt für alle Schüler*innen in der Klasse “gratis”. Wenn jemand aber Nachhilfe braucht, d.h. individuelle Arbeit und Betreuung, um eine bestimmte Note zu erreichen, dann kostet das extra.

Das Wissen ist gratis, für die Transformation musst du bezahlen. So lässt sich das Geschäftsmodell praktisch aller Berater*innen mit Content-Marketing zusammenfassen.

Das Unfertige

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Wir werden damit leben müssen, das Unfertige in unserem Leben auszuhalten.

Wir sind oft mit Ratlosigkeit konfrontiert. Viele Menschen ringen mit dem Leben. Viele Andere sind genauso auf der Suche wie wir.

Einige von ihnen sind auf ihrer Suche aber auch erfolgreich!

Das darf uns Mut machen.

Funktionale BWL-Analphabeten

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Es gibt Kinder, die können nach vier Jahren Volksschule nicht sinnesfassend lesen. Das heißt, sie können einzelne Wörter sehr wohl lesen, aber sie tun sich schwer, den Sinn eines Textes zu verstehen – besonders dann, wenn es sich um kompliziertere Texte wie Arztbriefe und um “Amtsdeutsch” handelt. Dabei wären gerade diese Dokumente wichtig zu verstehen.

Meine Beobachtung: Es gibt auch Studierende, die nach drei Jahren wirtschaftlichem Studium funktionale BWL-Analphabeten sind. Sie haben zwar einzelne Konzepte der BWL verstanden, aber die Zusammenhänge sind ihnen verschlossen geblieben. Deshalb werden sie sich schwer tun, in einem komplexen wirtschaftlichem Umfeld kompetent agieren zu können. Mit anderen Worten: Es wird nicht viel werden aus der erhofften Karriere.

Beide Fälle sind extrem frustrierend, für alle Beteiligten. Es wurde viel Zeit, viel Geld und viel Mühe verwendet, um Lernen zu ermöglichen, das dann im Endeffekt nicht stattgefunden hat.

Und das Allerfrustrierendste aus meiner Sicht: Es gibt nicht den einen Grund, woran das liegt. Es gibt ein Dutzend Gründe. Jede*r einzelne*r funktionale BWL-Analphabet*in ist eine*r zu viel, aber Lösung fällt mir leider auch keine andere ein, als weiterhin mein Bestes zu geben.

Geringe Markteintrittsbarrieren

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Es ist ein ziemlich einfaches Gesetz:

Viele Selbständige starten mit Dienstleistung-Angeboten. Das ist schlau, weil der Investitionsaufwand für Dienstleistungen verhältnismäßig gering ist. Wenn man ausreichend Know-How hat, kann man praktisch sofort mit seinen Angeboten loslegen.

Das hat zur Folge, dass es am Markt für Dienstleistung ziemlich dicht gedrängt ist. Weil es relativ einfach ist, Dienstleistungen anzubieten, gibt es auch viele Anbieter. Mit anderen Worten: Die Markteintrittsbarrieren sind gering, und deswegen betreten auch viele Gründer*innen diesen Markt.

(Im Gegensatz z.B. zum Markt für Keksproduzenten. Oder Düngemittelerzeuger. Oder Flughäfen. Denn da sind die Markteintrittsbarrieren viel, viel, viel höher.)

Die Konsequenz ist ebenfalls sehr einleuchtend: Es muss unser Bestreben als Selbständige sein, mit der Zeit und Schritt für Schritt die Markteintrittsbarrieren auf unseren Markt zu erhöhen. Zum Beispiel durch Spezialisierung. Oder durch Positionierung, Personal Branding, Networking usw.

Je schwerer es ist, unseren Markt zu betreten, desto entspannter werden wir sein.

Gepitcht, aber nicht verstanden

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Und noch ein drittes Learning vom Forum “Erfolgreiche Unternehmensgründung” an der FH St. Pölten:

Wer sich nicht verständlich machen kann, bekommt kein Geld.

Das gilt für den Startup-Founder, bei dem ich auch nach zehn Minuten Präsentation nicht verstanden habe, was sein Startup eigentlich macht (und ich habe mich wirklich bemüht, es zu verstehen!). Er wird sich schwer tun, Investoren für seine Geschäftsidee zu finden – auch wenn sie noch so genial ist.

Und das gilt genauso für uns Solopreneure: Wir haben zwar keine Business Angels, aber unser Investoren sind unsere Kunden. Und deshalb gilt für uns das gleiche: Wenn unsere Kunden nicht verstehen, was wir tun und womit wir ihnen helfen können, werden sie uns kein Geld geben.

Auch, wenn sie uns eigentlich brauchen würden wie einen Bissen Brot.

Learning by doing

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Unlängst war ich beim Forum “Erfolgreiche Unternehmensgründung” der FH St. Pölten.

Darin präsentierten Startup-Gründer*innen nicht nur ihre Geschäftsidee, sondern auch, was sie auf ihrer unternehmerischen Reise bisher gelernt haben und welche Tipps sie Interessierten mitgeben wollen.

Am Ende der vielen Präsentationen und Podiums-Diskussionen bin in mich gegangen. Ich habe mich gefragt: So verschieden die ganzen Geschäftsideen sind, so verschieden die Gründer*innen selbst sind, so verschieden die Start-ups in ihrer Entwicklungsphase sind… Gibt es einen roten Faden? Gibt es etwas, das alle diese verschiedenen Geschichten gemeinsam haben?

Ich denke, ich habe ihn gefunden. Die Meta-Story aller Start-up-Gründer*innen lautet ungefähr so:

Als wir anfingen, hatten wir keine Ahnung, was wir da tun und worauf wir uns einlassen. Dann haben wir dazugelernt, Schritt für Schritt, learning by doing. Jetzt wissen wir ein bisschen mehr. Aber wie es weitergeht, wissen wir auch nicht. Und deswegen ist das einzige, was wir euch mitgeben können: Euch wird auch nichts anderes übrig bleiben, als euren eigenen Weg zu finden. Von uns könnt ihr nicht allzu viel lernen, weil unser Weg ist nicht euer Weg. Learning by doing ist eure beste Chance!

Gesungene Gemeingüter

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A song isn’t owned by the man who wrote it, and a song is not owned by the man who stole it. A song is owned by all the people who ever sang it.

John Fogerty

Immer das gleiche Problem

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Es ist egal, ob es sich um ein Solo-Business oder einen Fußballverein handelt, der highway to hell hat folgende Stationen:

  1. Zuerst übernimmt man sich mit einem Investitions- oder Entwicklungsprojekt. Das Projekt dauert länger und wird teurer als in den schlimmsten Befürchtungen.
  2. Dann, wenn das Projekt endlich fertig ist, bleiben die Einnahmen (Umsätze) hinter den Erwartungen zurück. Der erhoffte Sprung nach vorne entpuppt sich als kleiner Hupfer.
  3. Dadurch sind die Kosten höher als die Einnahmen. Nicht einmalig, nicht ausnahmsweise, sondern dauerhaft. Die Kosten laufen den Einnahmen davon. Jeder Tag, an dem man weiterarbeitet, vergrößert das Problem nur.
  4. Schließlich geht irgendwann das Geld aus. Die Liquidität ist futsch, und der Hut brennt lichterloh.

Ist dieser Prozess erst mal in Gang gesetzt, ist es ganz schwer, wieder raus zu kommen. Was tatsächlich hilft, ist, sich gar nicht erst in diese Situation zu begeben. Sprich: Sich dreimal zu überlegen, ob man sich diese Rieseninvestition wirklich leisten kann.

Meine Faustregel: Geh bei der Kostenschätzung vom Worst Case aus, und dann verdopple den Betrag. Dann bist du einigermaßen realistisch dabei.

Zahlt sich deine großartige Investitionsidee dann immer noch aus? Wenn ja: Go! Wenn nein, dann weißt du jetzt, wie du dir eine Menge Schmerzen sparen kannst.

Die wirkliche Customer Journey

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Die Customer Journey ist nicht so geradlinig, wie sie der prototypische sales funnel darstellt.

Manchmal schon, aber meistens ist die „Findungsphase“ ziemlich chaotisch. 

Wie meistens halt im echten Leben.

Unsicherheit

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Das Gefühl, das die Entwicklung deines neuen Podcasts oder den Launch deines Newsletters begleitet. Das Gefühl, wenn du dir wieder mal überlegst, ob dein neues Angebot wirklich eine gute Idee ist. Das Gefühl, wenn du lieber in den Untiefen des Internet abtauchst, statt den Text für die neue Website zu erstellen.

Dieses Gefühl, das du da erlebst und das dir Schmerzen bereitet, ist wahrscheinlich einfach Unsicherheit.

Un-Sicherheit. Weil das Ergebnis nicht sicher ist, nicht sicher sein kann. Niemand kann die Zukunft voraussagen.

Es kann daher nicht darum gehen, die Unsicherheit wegzukriegen. Das Ziel muss sein: Handlungsfähig bleiben trotz Unsicherheit.

Oder, anders formuliert: Unsicherheit spüren, aushalten – und trotzdem weitermachen.

Ziemlich simpel

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Es kommt nicht darauf an, was du weißt.

Es kommt darauf an, was du daraus machst.

Machtgefälle beiseite stellen

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Zwischen mir und meinen Studierenden besteht ein Status- und Macht-Unterschied — nicht zuletzt in den Köpfen meiner Studierenden. Sie sprechen mit mir nicht wie mit einem Peer. Das bringt meine Rolle als Lehrbeauftragter (als “Professor”) mit sich.

Aber ich kann sie dazu einladen, für die Dauer meiner Lehrveranstaltung diese Unterschiede beiseite zu stellen. Ich kann sie einladen, sich mir anzunähern. Und ich kann mich ihnen annähern.

Das bereichert sie, und das bereichert mich. 

Wir müssen reden!

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Im deutschsprachigen Raum haben wir oft folgenden Zugang: Ich als Experte (Hochschullehrer, Wissenschaftler etc.) schreibe komplizierte Bücher, Artikel Vorträge etc., und es ist die Aufgabe meiner Leser/Hörer/Studierenden, sich in meine Bücher/Artikel/Vorträge “einzuarbeiten” und sich meine Konzepte zu “erschließen”.

Im englischsprachigen Raum gibt es folgenden Zugang: Es ist meine Aufgabe als Experten, dass ich mich so verständlich mache, dass meine Leser/Hörer/Studierenden mich möglichst gut verstehen. Ich muss mein Bestes geben, dass möglichst viele Menschen mir “folgen” können.

Zwei ganz verschiedene Zugänge. Der eine fördert den Diskurs, der andere eher nicht.

Dabei hätten wir Expert*innen und und unsere Schüler*innen sehr viel zu besprechen!

Exponentiell mehr Arbeit

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Einer der größten Unterschiede zwischen “nebenbei selbständig” (neben einer Anstellung) und “voll selbständig” ist, dass in der vollen Selbständigkeit sehr viel mehr Marketing notwendig ist.

Ist ja logisch. Man braucht in der vollen Selbständigkeit mehr Umsatz und damit mehr Kunden, als wenn man daneben noch einen Angestelltenjob hat.

Das Verflixte daran: Der Marketing-Aufwand steigt in der vollen Selbständigkeit nicht proportional, er steigt exponentiell.

Die richtige Hilfe

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Wenn du in deinem Business feststeckst, ist ein guter Zeitpunkt, dir Hilfe zu holen.

Aber mit der Hilfe ist es nicht so einfach. Hilfe ist nur dann Hilfe, wenn sie die richtige Hilfe ist. Und es ist gar nicht so leicht herauszufinden, welche Hilfe dich im Moment tatsächlich weiterbringen würde? Ein Coach? Ein Berater? Eine VA? Ein Kurs? Ein Gruppenprogramm? Ein externer Dienstleister? Ein Business- oder Kooperationspartner? Ein Buch? Ein Gespräch mit einer Freundin? Ein Babysitter? Ein Co-Working-Space? Ein Social-Media-Post?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, und deswegen ist es zwingend erforderlich, dass wir gut nachdenken, bevor wir uns irgendeine Art von Hilfe holen.

Denn: Wenn wir ein Problem mit der falschen Art von Hilfe angehen, vergrößern wir es eher, als es zu lösen.

Nur ein Spiel

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Unlängst habe ich in einer Lehrveranstaltung ein Kahoot-Quiz zur Wiederholung von letzten Mal gemacht.

Wieder mal war ich überrascht, wie ehrgeizig meine Studierenden dabei werden. Nicht alle, aber einige nehmen das sehr, sehr ernst.

Um die Sache in bisschen zu entspannen, habe ich zwischendurch mal gesagt: Es ist nur ein Spiel!

Darauf ein Student: Ja, aber einer wird gewinnen.

Und damit hat er die Zwiespältigkeit vieler Dinge im Leben auf den Punkt gebracht. Auch im Lifestyle Business.

Denn auch im Lifestyle Business geht es in erster Linie darum zu spielen. Aber das Spiel macht halt auf Dauer keine Freude, wenn man das Gefühl hat, man hat gar keine Chance zu gewinnen.

Kunden zu verstehen lohnt sich

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Je besser du die Bedürfnisse deiner Zielkunden verstanden hast, desto erfolgreicher werden deine Angebote sein. Oder, anders gesagt: Desto mehr Umsatz wirst du machen.

Das bedeutet: Es zahlt sich aus, ernsthaft und immer wieder darüber nachzudenken, was deine Zielkunden wirklich bewegt und welches Nutzenversprechen sie wirklich vom Ofen hervorholt.