Das digitale Notizbuch von Günter Schmatzberger

Hochpreis-Strategie

H

Hochpreis-Strategie? Von mir aus. 

Aber vergiss nicht: Kein Kunde der Welt möchte sich veräppelt fühlen!

Eine Hochpreis-Strategie braucht viel, viel Nachdenken, einen extrem hohen Wert und ein sehr, sehr gutes Konzept.

Fata Morgana

F

Egal, wie es auf Social Media aussieht:

Das Business läuft bei niemandem so glatt, wie es vielleicht aussieht.

Wunschträume

W

Meine Tochter (5) hat mir heute von ihrem aktuell größtem Wunschtraum erzählt: Ein Haus mit Garten zu kaufen, um dann einen Hund zu haben.

Das rationale erwachsene Papa-Ich hat daraufhin gemeint, dass die Sache aus meiner Sicht wahrscheinlich so bald nichts werden wird.

Daraufhin hat mir meine Tochter etwas ganz Wichtiges gesagt, das ich nie vergessen sollte:

“Du kannst es nicht wissen, Papa!”

Marketing verlernen

M

Wenn Gründer*innen mit dem Marketing für ihre Angebote starten wollen, ist häufig der erste Schritt, dass sie zuerst mal alles vergessen, was sie über Marketing zu wissen glauben.

Weil das, was sie bisher als Marketing kennengelernt haben, ist meistens wenig hilfreich für die eigene Inszenierung und Vermittlung ihrer eigenen Angebote.

Dafür haben Gründer*innen die einzigartige Chance, mit unvoreingenommenem Blick auf der grünen Wiese den einfachsten Marketingplan der Welt zu entwickeln.

Keine Schuld

K

Eine der letzten Fragen, die sich die meisten Menschen stellen, wenn etwas schief gegangen ist:

“Was hätte ich anders machen können?”

Unrund

U

Das ist wohl eine passende Beschreibung für das Meiste im Leben.

Das ganze Leben ist unrund.

It’s not a bug, it’s a feature.

Langstrecke

L

Ein Lifestyle Business ist ein Marathon, kein Sprint.

Deshalb ist ein wirklich resilientes Lifestyle Business konsequent auf die Langstrecke ausgerichtet.

Denn wir haben nur dieses eine Leben.

Hanteln heben

H

Unlängst habe ich meinem Sohn (7) Folgendes über das Hanteltraining erklärt:

Es geht nicht darum, eine sehr schwere Hantel einmal zu heben.

Es geht darum, eine relativ leichte Hantel mehrmals hintereinander zu heben – und das über Wochen und Monate.

Stärke kommt nicht von einer einmaligen großen Anstrengung, sondern davon, die “Mühen der Ebene” zu bewältigen.

Entrepreneurship Education

E

Entrepreneurship Education bedeutet im Grunde nichts anderes als zu lernen, eigene Ideen zu haben und diese auch umsetzen zu können.

So verstanden ist Entrepreneurship ein Prozess, eine Methode und eine Haltung.

[Danke Johannes Lindner für diesen Gedanken.]

Unternehmerischer Mut

U

Unternehmerischer Mut ist nicht das Ergebnis eines großen strategischen Wurfes.

Mut ist die Summe von vielen kleinen mutigen Entscheidungen, jeden Tag. 

Druck genug

D

Bei meiner Arbeit im Unternehmensgründungsprogramm des AMS Wien habe ich in den letzten vier Jahren eines ganz deutlich gemerkt:

Es reicht der Druck, den sich die Gründer*innen selbst machen.

Da brauche ich als Berater nicht noch zusätzlichen Druck aufbauen.

Gscheit machen

G

Man muss als Unternehmer nicht unbedingt was Neues machen.

Sondern: Etwas so machen, wie es eigentlich gehört.

Da liegt Riesenpotenzial drinnen.

Flughöhe

F

Wenn man jemanden länger nicht getroffen hat, ist es gar nicht so leicht, ins Gespräch zu kommen. Es hat sich in der Zwischenzeit zwar viel getan, aber dann auch wieder doch nicht viel Interessantes, das erzählenswert wäre.

Es ist eine Frage der Flughöhe.

Auf sehr hoher Flughöhe sind Gespräche mitunter schwierig, weil sie notwendigerweise oberflächlich sind. Wenn man sich regelmäßiger trifft, ist die Flughöhe niedriger und die Gespräche werden interessanter.

Zumindest geht es mir so.

Künstler vs. Unternehmer

K

In meiner Gründungsberatung erlebe ich immer wieder Gründer*innen, deren Geschäftsidee irgendwo zwischen Künstler und Unternehmer angesiedelt ist. Fotograf*innen oder Designer*innen oder Theaterpädagog*innen fallen mir als Beispiele ein.

In dem Moment, wo eine künstlerische Tätigkeit auf einen unternehmerischen Kontext stößt, entstehen Reibungsflächen. Weil Kunst und Unternehmertum, das ist zwar verwandt, aber doch auch sehr unterschiedlich.

Gründer*innen, die sich als Künstler*innen begreifen, haben es meist schwer in der Marktwirtschaft. Weil eben die Spielregeln des Business andere sind als in der Kunst.

Ein Beispiel: Ein Künstler schafft zuerst seine Werke und schaut dann, wie/ob er Käufer dafür findet. Ein guter Unternehmer handelt nur, wenn er dafür auch einen Auftrag hat, also wenn er einigermaßen sicher weiß, dass er Käufer haben wird.

Ein anderes Beispiel: Ein Künstler schafft seine Werke aus sich selbst heraus, wenn ihn “die Muse küsst”. Ein guter Unternehmer braucht keine Musenküsse, um seine Aufträge qualitätsvoll abzuwickeln. Er handelt professionell.

Man sieht schon aus diesen wenigen Beispielen, dass da zwei ganz verschiedene Denkschulen aufeinander treffen.

Wer sich in beiden Welten, in der Welt der Künstler und der Welt der Unternehmer, kompetent bewegen kann, dem stehen jedoch ungeahnte Türen offen.

Selbstvermarktung

S

Ich glaube, dass es unter vielen Solopreneuren ein Missverständnis gibt, wenn es um ihr Marketing geht.

Es geht nicht darum, dass Solopreneure sich selbst vermarkten.

Es geht darum, dass sie ihr Angebot vermarkten.

Aber das persönlich.

In-game coaching

I

Als BWL-Trainer bin ich öfters gefordert, während eines Workshops eine Entscheidung zu treffen über den weiteren Verlauf des Workshops. Soll ich einen Teil weglassen? Soll ich eine zusätzliche Übung dazu nehmen? Soll ich die Reihenfolge umdrehen? Oder soll ich beim vorgesehenen Programm bleiben, auch wenn es nicht 100% rund ist?

Im Fußball würde man das in-game coaching nennen. Ein Fußballtrainer muss, je nach Spielverlauf, Anpassungen an der Taktik vornehmen, wenn der Matchplan nicht wie vorgesehen aufgeht.

Wirklich gute Trainer, egal ob am Spielfeld oder im Seminarraum, beherrschen dieses in-game coaching.

Das Problem dabei ist allerdings, dass solche Entscheidungen, die “in der Hitze des Gefechts” getroffen werden, ein besonderes Risiko haben, falsch zu sein. Aber was wäre die Alternative? Unternimmst du nichts, wird es mit ziemlicher Sicherheit sowieso schief gehen.

Also bleibt nichts anders übrig, als nach bestem Wissen und Gewissen Entscheidungen zu treffen. Niemand kann sagen, was die richtige Wahl ist. Und im Nachhinein ist man immer gescheiter.

Also triff deine Entscheidungen for better or for worse. Aber triff sie aus den besten Absichten.

Trainer-Egos

T

Meine Hypothese:

Alle schlechten Trainer*innen haben ein Problem mit ihrem Ego.

Oder, anders formuliert: Alles, was eine*n Trainer*in schlecht und/oder unbeliebt macht, lässt sich mehr oder weniger direkt auf deren (gekränktes) Ego zurückführen.

Ego is the enemy – (auch) aller Trainer*innen.

Welten getrennt

W

Es ist eine große Herausforderung, eine Zielgruppe erreichen und bedienen zu wollen, die man selber nicht versteht. Weil man Werte-Welten voneinander getrennt ist.

Wie die eingefleischte Bäuerin, die versucht, zivilisationsverwöhnte Städter für “Urlaub auf dem Bauernhof” zu gewinnen.

Diese Menschen leben in zwei verschiedenen Welten – selbst wenn sie die gleiche Sprache sprechen.

Kontrast

K

Durch ein Buch von Garrett Gunderson ist mir bewusst geworden, wie enorm wichtig der Kontrast in der Didaktik ist.

Manche Dinge kann man nur erkennen und begreifen, indem man erkennt und begreift, was das Gegenteil davon ist. Manche Dinge sieht man erst, wenn sie nicht mehr da sind. Manche Dinge hält man für vollkommen normal, bis sie es plötzlich nicht mehr sind.

Denk ans Autofahren: Wenn du auf 100 km/h beschleunigst, spürst du richtig die Geschwindigkeitszunahme. Aber wenn du ein paar Minuten mit 100 km/h gefahren bist, hast du das Gefühl, dass du förmlich dahinkriechst. Du hast das Gefühl für die Geschwindigkeit verloren – dis du die Geschwindigkeit wieder reduzierst und den Unterschied merkst.

Bis du einen Kontrast hergestellt hast.