Es kann sein, dass du in dem Kurs heute gar nichts Neues lernst.
Sondern dass das, was du intuitiv eh schon weißt, in Worte gefasst wird.
Das macht den Kurs nicht weniger wertvoll.
Es kann sein, dass du in dem Kurs heute gar nichts Neues lernst.
Sondern dass das, was du intuitiv eh schon weißt, in Worte gefasst wird.
Das macht den Kurs nicht weniger wertvoll.
Die Wirtschaftskammer Wien plant, ab Juli 2024 einen Voicebot für Erstauskünfte in der Gründungsberatung einzusetzen.
Damit soll das Service der WKW “revolutioniert” werden.
Was mir dazu spontan einfällt:
Aber ich bin schon sehr gespannt, und ich würde mich ehrlich freuen, wenn der Voicebot tatsächlich dazu beitragen würde, dass Gründer*innen in Österreich besseren Zugang zu den richtigen (und v.a. relevanten) Informationen bekommt.
Niemand ist gern unsicher, und kaum jemandem taugt es, sich in eine Situation zu begeben, dessen Ausgang ungewiss ist. Weder bei den großen noch bei dein kleinen Dingen des Lebens.
Eine Taktik, mit Unsicherheit und Ungewissheit umzugehen, ist sich abzuschotten. Dem Außen gegenüber hart zu werden und einen Schutzpanzer zu errichten. Nach dem Motto: Was ich nicht an mich heranlasse, das kann mich auch nicht verletzen.
Dabei ist genau diese Taktik der schlechteste Weg, mit unserer Verletzlichkeit umzugehen. Indem wir verletzlich bleiben und uns diese Verletzlichkeit auch erlauben, schützen wir uns am besten vor Schmerz.
Das mag vollkommen paradox klingen. Aber: Probier’s einfach mal aus. Wirst schon sehen spüren.
Wenn du dir schon so viel Zeit nimmst für deine Social-Media-Posts. Wenn du dir schon so viel Mühe gibst bei deinem Podcast. Wenn du schon bei jedem Webinar eine Stunde lang wirklich guten Content hergibst.
Dann nimm dir auch die Zeit, über diese Plattformen zu verkaufen.
Sprich über dein Angebot. Sprich darüber, wie man mit dir zusammenarbeiten kann. Mach dein Angebot attraktiv und schmackhaft.
Es gibt nur zwei Gründe, warum du darauf verzichten kannst:
Aber ansonsten gilt: Verkaufen ist im Lieferumfang eines Lifestyle Business einfach dabei.
Also nimm dir auch die Zeit dafür, verdammtnochmal.
Oft weiß man erst zu schätzen, wie viel eine Person geleistet hat, wenn man selber versucht, diesen Job zu erledigen.
Daher, zum Geburtstag: Danke für alles, Vati. Du warst und bist großartig!
Gründer*innen tun sich oft schwer damit, folgendes auseinanderzuhalten:
Das ist nämlich praktisch niemals das Gleiche. Und so fürchten sie sich vor Dingen, die objektiv ein ganz geringes Risiko haben, dass sie überhaupt jemals eintreten. Und sie ignorieren völlig die größten Risikofaktoren in ihrem Business, gegen die sie sofort etwas unternehmen könnten.
Es ist eigentlich verrückt. Aber wir können besser darin werden zu unterscheiden.
Wir können es lernen.
Wir Lifestyle Entrepreneure verfolgen den Traum, dass wir unser Lebensmodell und unser Geschäftsmodell in Einklang bringen. Dass sich Arbeit (meistens) nicht wie Arbeit anfühlt und unser Lifestyle Business einen Teil zu unserem Lebensglück beiträgt.
Und gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, was Seth Godin so wunderbar auf den Punkt bringt:
“So the most important thing that I would say to a professional is this:
Seth Godin, The Freelancer Course
You are not entitled to the business that you want. All you’re entitled to is understanding what is working in the market and do that.”
Wenn wir mit unserem Lifestyle Business keinen Erfolg haben sollten, dann ist das nicht, weil die Welt ungerecht ist. Sondern weil wir (noch) nicht verstanden haben, was unser Beitrag auf dem Markt wirklich sein sollte, damit wir maximal hilfreich sind.
Angenommen, du kommst drauf, dass ein Mitbewerber von dir plötzlich etwas ganz Ähnliches anbietet wie du.
Wahrscheinlich wirst du dich ärgern. Du sagst dir zwar: Eigentlich ist es ja ein Kompliment, dass meine Angebote anscheinen so gut sind, dass sie es wert sind, kopiert zu werden. Aber wahrscheinlich überwiegt die Sorge, dass dir der Mitbewerber jetzt Kund*innen und Umsatz abgraben wird.
Also willst du dich abgrenzen. Du willst dich (noch) deutlicher unterscheiden.
Der erste Impuls ist oft: Das Angebot erweitern. Das Angebot verändern. Die Unterschiede im Angebot noch deutlicher herauszuarbeiten.
Das kann schon sinnvoll sein, aber wahrscheinlich ist es Zeitverschwendung.
Denn die wirkliche Unterscheidung zu deinen Mitbewerbern passiert nicht auf der Ebene der Angebote. Angebote sind austauschbar. Der wahre Unterschied entsteht aus der Ebene der Beziehungen, die du zu deinen bestehenden und zukünftigen Kund*innen aufgebaut hast.
Dein Angebot kann dir jemand klauen, aber nicht das wahre Vermögen deines Unternehmen: die persönlichen Beziehungen, die Aufmerksamkeit und das Vertrauen.
Also investiere deine Zeit lieber darin.
Eine gute Reflexion hat drei Komponenten:
Mit diesem einfachen Raster kann man das Maximum aus einer Reflexionsaufgabe herausholen.
Ich versuche seit Monaten, einen Termin für einen Gesundheits-Check Junior für meinen Sohn auszumachen. Das ist ein Angebot der SVS, das die SVS auch heftig promotet, das aber, wie ich feststellen musste, nicht leicht zu bekommen ist.
Wie in einem Roman von Kafka werde ich von Pontius nach Pilatus geschickt. Keiner meint es böse, aber jeder kennt nur seinen kleinen Teilbereich und fühlt sich deswegen entweder nicht zuständig oder nicht legitimiert.
Ich habe mir schön öfter gedacht: Günter, lass es einfach bleiben. Es soll nicht sein. Du verschwendest damit nur deine Zeit.
Und tatsächlich ist es keine leichte Entscheidung: Soll ich dran bleiben, weil man nur dann zu was kommt, wenn man nicht aufgibt und hartnäckig bleibt? Oder wären meine Zeit und Energie sinnvoller in andere Projekte investiert?
So gesehen ist es mit dem Gesundheits-Check Junior auch nicht anders als bei jedes Lifestyle Business: Es kommt immer mal der Moment, wo sich die Sinnfrage stellt.
Von Josh Kaufman kenne ich das Konzept The hidden benefit of competition.
Es geht dabei darum, dass man seine Mitbewerber am Markt als einzigartige Lernressource sehen soll. Wer sich seine Mitbewerber aufmerksam anschaut, kann sich von ihnen abschauen, was gut funktioniert und was nicht. Wer seine Mitbewerber genau beobachtet, kann feststellen, welche Fehler sie gemacht haben und kann es sich ersparen, diese Fehler ebenfalls zu machen.
Oder, wie unlängst in meinem Fall: Die Websites der Mitbewerber können eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration sein. Der Aufbau. Das Design. Die Inhalte. Die Calls to Action. Im Prinzip brauche ich für meine eigene Website nur ein “Best Of” der Websites erstellen, die mir selber auch gefallen.
Dabei geht es nicht darum, anderen die Ideen zu klauen. Es geht darum, sich von der guten Arbeit anderer inspirieren zu lassen und dann sein eigenes einzigartiges Ding daraus zu machen.
So, wie es alle Künstler seit jeher machen.
Stell dir vor, es gäbe keine Schulnoten. Jedes Kind, jede*r Studierende würde ganz individuell beurteilt werden und dadurch ganz genau wissen, wo sie ihre Stärken und wo sie ihre Schwächen hätten – und warum.
Und dann käme eines Tages jemand daher und würde sagen: “Schaut mal, wir hören auf mit dem individuellen Beurteilen. Wir machen das viel einfacher. Wir nehmen einfach Zahlen her, sagen wir fünf, und pressen dann die vollkommen unterschiedlichen Leistungen und Voraussetzungen der Kinder in eine dieser fünf Kategorien. Wir sagen ihnen nicht, was sie besser machen könnten oder worin sie besonders gut sind, wir geben ihnen einfach die Zahl und sie müssen dann selber drauf kommen, was das für sie konkret bedeutet.”
Eigentlich eine völlig absurde Idee.
Wie konnte sie sich jemals durchsetzen?
Es ist großartig, wenn sich jemand über Jahre oder Jahrzehnte mit einer Disziplin, mit einem Fachgebiet, mit einem Thema beschäftigt. Und durch diese intensive Auseinandersetzung zu Meisterschaft gelangt. Meisterschaft in dem Sinn, dass es bei diesem Menschen so aussieht, als wäre es ganz, ganz leicht. Fast spielerisch. Effortless.
Matthias Strolz verdanke ich den Hinweis, dass Meisterschaft aber auch „abreifen“ kann. Nämlich dann, wenn man so lange im “G’schäft” ist, dass die Meisterschaft in Zynismus abgleitet.
Er nennt das in Anlehnung an zwei langjährige österreichische Landespolitiker das „Häupl-Pröll-Syndrom“: Beide große Meister, aber beide haben nicht rechtzeitig erkannt, wann sie abtreten sollten.
Eine fantastische Frage, die man sich selbst stellen kann, wenn man gerade nicht weiter weiß:
If you were a character in a book,
Eliezer Yudkowsky
what would your readers be yelling at you to do?
Unlängst habe ich im Admira-Stadion ein schönes Beispiel für effektives Marketing beobachtet:
Ein kleiner lokaler Bierbrauer hat beim Eingang Flyer für seine Biere ausgeteilt.
Alles richtig gemacht. Marketing kann ja so einfach sein.
Wir Solopreneure sind oft sehr zögerlich und vorsichtig, wenn es darum geht, anderen von unseren Angeboten zu erzählen.
Wir warten recht lange zu. Wir haben Angst davor, jemanden mit unserer Werbung vor den Kopf zu stoßen. Wir wollen keinen Fehler machen, der uns dann auf den Kopf fallen könnte. Und natürlich haben wir Angst vor der Ablehnung und der Stille, wenn auf unsere Botschaft nichts zurückkommt.
Besser wäre natürlich, den Kopf ein bisschen auszuschalten und einfach zu machen. Was soll schon Schlimmes passieren in Wirklichkeit?
In 99 % der Fälle: Gar nichts. Und für das eine Prozent wird uns sicher eine gute Lösung einfallen, wenn’s dann jemals soweit ist.
Wenn man zu zehnt auf einem Segelboot unterwegs ist und man an die Reihe kommt, die Musik auszusuchen, dann gibt es zwei Möglichkeiten:
Man weiß intuitiv, welche Musik im Urlaub auf einem Segelboot passend ist (und was nicht), wenn man halbwegs empathisch ist.
Und die Chancen stehen gut, dass das eben nicht die eigene Lieblingsmusik ist.
In diesem Spannungsfeld bewegen wir Lifestyle Entrepreneure uns ebenfalls jeden Tag. Für wen machen wir das Ganze eigentlich – für uns, oder für unsere Kunden?
Die Kunst ist, den sweet spot in der Mitte dieses Spannungsfeldes zu finden: Die passende Musik, die uns selbst auch gefällt.
[Danke Martin Schmidt für diesen Gedanken.]
Unlängst saß ich mal wieder auf der Tribüne bei einem Match meines Lieblingsvereins Admira Wacker.
Dabei ist mir ein Spieler der Admiraner aufgefallen, der nicht seinen besten Tag hatte. Man könnte sogar sagen, dass das Spiel völlig an ihm vorbeigelaufen ist. Ein wahnsinnig sympathischer Typ, bemüht und alles, aber in meiner Wahrnehmung hatte er keinen gewonnenen Zweikampf und keine einzige gelungene Aktion.
Beim Zuschauen ist mir die Formulierung wieder eingefallen: “Der Spieler ist eine Vorgabe.” Vorgabe in dem Sinn bedeutet Startvorteil – und zwar für den Gegner. Indem dieser Spieler für die Admira am Platz war, entstand ein Vorteil für den Gegner, weil der Spieler praktisch nicht anwesend war und die Admira quasi zu zehnt spielen musste.
Auch im Kontext der Unternehmensgründung gibt es jede Menge Vorgaben. Nämlich Gründungen, die überhaupt keinen Unterschied machen (im besten Fall) oder (im schlimmsten Fall) den Mitbewerbern sogar in die Hände spielen. Gründungen, an denen die Dynamik des Marktes völlig vorbeiläuft und die am Markt niemals Fuß fassen.
Ich sehe es als meine Aufgabe als Gründungsberater, solche Vorgaben zu verhindern, wenn ich nur irgendwie kann. Genau wie der Admira-Trainer alles versuchen wird, damit der Spieler beim nächsten Spiel wieder in seine Kraft kommt.
Ganz neue Konzepte anzulegen im Gehirn ist anstrengend.
Dafür brauchen Lernende Zeit, Geduld und Unterstützung.
Das gilt für meine Studierenden, und das gilt für meine Gründer*innen. Und es gilt für mich selbst.
Ich habe in meinem Schlafzimmer eine Ablagefläche auf meiner Kommode.
Mir ist wichtig, dass auf dieser Ablagefläche nicht zu viel herumliegt. Idealerweise liegt gar nichts drauf. Ich mag einfach den Anblick von leerer Fläche, von freiem Platz.
Solche freien Ablageflächen sind aber unglaublich anziehend – nämlich für Menschen, die mit ihren eigenen Ablageflächen nicht auskommen. So wird meine Kommode regelmäßig gekapert und mit Dingen belegt, die gar nicht die meinen sind.
So ist es auch im Leben: Für einen Großteil des Lärms in unserem Leben sind wir selbst verantwortlich. Wir können ihn lauter oder leiser drehen.
Aber ganz still wird es nie werden. Weil wir nicht allein auf der Welt sind.